DANIIL TRIFONOV GENIALES Klavierkonzert in der Düsseldorfer Tonhalle

Dezember 9, 2017
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Vom Sonntag, 10. Dezember 2017

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Dieses Konzerterlebnis wird mir den Rest meines Lebens Stoff geben. Hinreißend und mitreißend. Wir haben Musik, Partituren, Erinnerungen, Vergleiche, eine eigene Musikaliensammlung – doch wenn, wie hier. der Gipfel spürbar wird – ist es das soziale Erlebnis eines Konzertes, während der Saal mit guten Zuhörern besetzt sein muss (nicht wie in der Kölner Philharmonie, wo für Alles exhaltiert gejubelt und stehend geklatscht wird).

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Mir wird auch oft nötiges Mitleid über ehrgeizige Auftritte von Musikern, die sich nicht selbst genügen, aber glauben, es wäre mehr als SALON-KITT, den Gesellschaften in verschiedenen Varianten praktizieren, zukünftig wieder unerbittlicher auskommen. Mitleid hat im Kunsterlebnis nichts zu suchen.

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DANIIL TRIFONOV stand seit Langem auf meiner Wunschliste – jetzt kam die Gelegenheit einen Auftritt mitzuerleben. Wie fast immer, wenn eine Rarität erscheint, kann man sich nicht aussuchen, wie und was und wann.

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So ging ich also zu „Chopin“ – was nicht zu meiner Hauskost zählt.

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Der geniale Klaviermusiker TRIFONOV hatte CHOPIN auf sein Tourneeprogramm gesetzt – FREDERIC CHOPIN in mehreren Ausprägungen. Im Programm vom 20. November 2017 in der TONHALLE DÜSSELDORF bildeten gut zueinander ausgewählte Werke folgender Komponisten das Programm von DANIIL TRIFONOV spielte:

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Frederico Mompou (1938-1987) 12 Variationen über ein Thema von Chopin (Dauer 24 Minuten)

Robert Schumann (1810-1856) Chopin aus Carneval op. 9 (2 Minuten)

Edvard Grieg (1843-1907) Hommage à Chopin op. 73 (2 Minuten)

Samuel Barber (1910-1981) Nocturne op. 33 (5 Minuten)

Pjotr Iljitsch Tschaikowsky (1840-1893) Un poco di Chopin op. 72 Nr. 15 (3 Minuten)

Sergej Rachmaninow (1873-1943) Variationen über ein Thema von Chopin op. 22 (28 Minuten)

Frederic Chopin (1810-1839) Sonate Nr. 2 b-Moll op. 35 (25 Minuten).

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Der 26 Lebensjahre alte Musiker wirkte sehr locker, sportlich und überraschend sensibel von Gestalt. Er machte überhaupt keinerlei Faxen. Sein geschickter dunkler Gesichtsbart verschönt sein an sich riesiges Kinn.

TRIFONOV sitzt dann, seine wirklich riesigen Handspannweiten ganz flach über der Tastatur und dann beginnt eine einzigartige Musikentfaltung.

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Es beginnt sofort so hinzureißen, dass man dem Musiker jede Ausformung, jeden Akzent als in das aufzuspielende Werk, bis zur letzten Note, sinngebend hörend mimetisiert. Trifonov spielt derart technisch überlegen, dass das Instrument keine ästhetische Haut bildet, dass mechanische Nebenwirkungen nicht entstehen und dass der geniale Meister während des Vortrages eine Art DEUS EX MACHINA bringt. Die Klänge dirigieren sich selbst in einem betörenden Bogen.

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Mir ging bei den zahlreichen, mir nicht bekannten kleineren Variationen, der Überblick verloren – was, von wem dann gerade dran war. Doch finde ich, sind diese Adaptionen der Komponisten auf Chopin, nicht kongenial, sondern eher wie „einwandfreie“ Studien; oft sogar zwar extrem virtuose, aber „sinnlose“ Ausformungen.

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Daniil Trifonov hat die Grandezza und Lockerheit von Vladimir Horowitz, so extrem leisen schimmernden Nuancen in Pianissimo-Trillern, die keine Putzfrau mit einem Staubpinsel so fein hinkriegen könnte – FABELHAFT. Die Hände liegen so flach, als spielte er aus den Fingergelenken. Schultern, Oberarme oder Ausholbewegungen braucht der extatische Trifonov nicht. Er spielt. Ein hochreifer Meister. Er wird seinen Stücken noch unbegrenzte Spielarten einprägen – man hört es jetzt schon, dass hier jemand die in der Partitur gesetzten Grenzen im Vortrag auslöschen kann.

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Faszinierend war dann durch diesen Trifonov „sogar“ Chopins Sonate, weil es sich dabei um eine durchkomponierte eigenständige Form handelt, im historischen Sinn. Es gibt Anfang, Mittelteil, Hauptthema, Kopfsatz, dann im Scherzo und der Dramatik zum Schluss. Himmlisch.

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Rachmaninow zählt zu meinem Walhalla des Klaviers. Trifonov hat den Geist, den Mut und die himmlische Überlegenheit, hier über jegliche historische Tiefenreflexion (auf Chopins c-Moll-Prélude rückverlängert bis zu Johann Sebastian Bach), die dieser FUROR mit der packenden Suggestion mehrmanualigen Orgelspiels auf einem einmanualigen STEINWAY an die Grenze bringt. Ein Auskultator meinte Rachmaninow habe von Chopins Choralharmonik eine kulturell transferierte russisch-orthodoxe Kirchenglockenmusik gemacht, die erst jetzt von Trifonov für die Zuhörer im Konzerterlebnis ENTDECKT wurde.

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Sensationell – da kann man nicht vergleichen oder gegeneinanderstellen – so etwa: zwei Raffael für einen Caravaggio, zehn Rousseau für einen Breugel. Dennoch werden kitzelnde Erlebnisse angefixt, die nur bei den IRREN vorkamen, HOROWITZ, RUBINSTEIN, BRENDEL, aber nicht ganz so herzanrührend bei Kraftakten des Lang Lang oder des FRANZ LISZT.

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Musik ist keine olympische Wettkampf-Sportart. Doch ohne ein geniales Publikum kann es kaum ein so taumelnd schwungvollen Sturzflug im Musikerlebnis geben, wie es Daniil Trifonov am 20. November 2017 in Düsseldorf vortrug.

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YESTERDAY

August 24, 2014

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am Sonntag, 24. August 2014

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BEETHOVEN – ein Gottesbeweis in Musik aus dem vorelektrischen europäischen Zeitalter – wird heute noch benutzt, weil man seine Werke noch gebraucht. John Lennon bezog angeblich von einer umgedrehten Tonbandschleife mit Beethovens „Für Elise“ die Harmonien des wunderschönen Beatles-Songs „Because“ (Abbey Road, 1969).

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DIETMAR MOEWS 2008 Lingner Schloss Dresden

DIETMAR MOEWS 2008
Lingner Schloss Dresden

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Zwar ist Chuck Berrys „Roll over Beethoven“, der Rocksong mit frechen, forschen Gesangsworten: „I get a rocking pneumonia, tell Tschaikowski the news“, den fast alle Bands der Beatlesmania drauf hatten, ein wenig provokativ. Aber Chuck Berry ist ein „Bugger“ mit Doppelsinn, Herz und Esprit – er drückte Lebenskraft aus.

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DIETMAR MOEWS 1991 Tucuman / Argentina

DIETMAR MOEWS 1991
Tucuman / Argentina

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YESTERDAY“, als weltberühmter und mit am Häufigsten nachgespielter Song der Beatles, von Paul Mc Cartney erfunden, hatte ursprünglich den Titel „Scrambled eggs“. Und als scrambled eggs (Rührei) erklärte Paul Mc Cartney doch ziemlich bescheiden die Entstehung von „Yesterday“. Statt die Bewunderung als genialer Komponist einzustreichen. Man wunderte sich über dieses besondere Lied und auch, warum es keine weiteren ähnlichen Stücke gibt.

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DIETMAR MOEWS 1994 Pandora Kunst Projekt München

DIETMAR MOEWS 1994
Pandora Kunst Projekt München

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Später gab es dazu Urheberrechtsdiskussionen, dass zumindest es historische Noten eines uralten neapolitanischen Volksliedes gäbe, denen der Durchlauf von „Yesterday“ entspräche.

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DIETMAR MOEWS 1983 Erdbeerrock-Studio Völksen

DIETMAR MOEWS 1983
Erdbeerrock-Studio Völksen

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Dietmar Moews meint: Ich wollte gerne mal herausstellen, erfreut zu sehen und zu hören, welcher Reichtum aus der Vorzeit in das heutige Leben hineinsteht.

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DIETMAR MOEWS 1978 Ballhof-Galerie Hannover

DIETMAR MOEWS 1978
Ballhof-Galerie Hannover

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Und es wohl angebracht ist, anzunehmen, dass sehr viel mehr drin ist, das wir lediglich mangels Kenntnissen nicht nutzen und auch zu wenig Wertschätzung bereit sind aufzuwenden, die Riesen kennenzulernen, auf deren Schultern wir Zwerge stehen (nicht alle Zwerge sind kurzsichtig).

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DIETMAR MOEWS 1970 Tonhalle Minden / Westf.

DIETMAR MOEWS 1970
Tonhalle Minden / Westf.

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Insgesamt meine ich, wir sollen leben und unsere schöne Zeit nutzen, statt mit Überladung und Heldengedenktagen den Lebensbogen durchzubiegen.

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Snoopy + Dietmar 1980  in Kirchhorst

Snoopy + Dietmar 1980 in Kirchhorst

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Beethoven und Yesterday, Chuck Berry und Lennon / Mc Cartney stehen allemal hinaus in ein mögliches Sein und das trägt auch die Zukunft – vielleicht wesentlicher als unsere Zukunftsplanungen.

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BEETHOVEN – Reichtum für Alle im Beethovenhaus

August 20, 2014

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am Mittwoch, 20. August 2014

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BEETHOVEN – ein Gottesbeweis in Musik aus dem vorelektrischen europäischen Zeitalter – wird heute noch benutzt, weil man seine Werke noch gebraucht.

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Das Beethoven-Haus (ein eingetragener Verein mit Weltkultur-Erbe-Ressourcen) feiert im Jahr 2014 gleich zwei Jubiläen: das 125-jährige Bestehen des Vereins Beethoven-Haus und das 25-jährige Bestehen des Kammermusiksaales!

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Im Wettlauf der verbreiteten Kommunikationsreize einer beschleunigten und weitgehend in zweite und dritte Natur pervertierten Lebensweise, müssen BEETHOVEN-Vertriebs-Politiker Eigenschaften ins Werk setzen, die Beethoven nicht mit Musik unter die Leute bringen, sondern es mit Werbemethoden versuchen

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Es war Direktor Malte Boecker, der am 19. August 2014, einen mit begeisterten Menschen gefüllten Hermann-Josef Abs-Konzert-Saal begrüßen konnte, um eine vom eigenen Haus erarbeitete musikologisch-wissenschaftliche Beethoven-Publikation vorzustellen:

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Frau Julia Ronge hat aus Originalnotenblättern im Zusammenhang des gesamten Beethoven-Archivmaterials nachgewiesen, was man bislang nicht wusste: Der Bonner Beethoven hat vor ca. 200 Jahren in Wien als Musikstudent theoretischen Musikunterricht vom Meistergenie Joseph Haydn, von dem damals in Wien hoch angesehenen Musiklehrer Johann Georg Albrechtsberger sowie vom Mozart-Kompositeur Antonio Salieri erhalten. Beethovens Musikstudium war hingebungsvoll und vollkommen intensiv ausgerichtet auf den Zeitstil, Notenschrift, Spätbarock, Sonaten-Mehrsatzform, Kontrapunkt, Fugenstufen, Stilmittel, Instrumentenkunde. Dabei wird das lange Zeit gepflegte Bild des unbelehrbaren, rüden Aufständigen, geläutert. Beethoven hat richtig traditionell gelernt und schließlich bald in seine eigengesetzlich freie Komposition hineingefunden.

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Am Geburtsort des Deutschen Ludwig van Beethovens, in Bonn am Rhein, hat sich vor über 100 Jahren der Verein Beethoven-Haus Bonn gegründet. Er unterhält das Museum, das Forschungszentrum Beethoven-Archiv, den Kammermusiksaal und den Verlag. Damit ermöglicht er eine intensive Auseinandersetzung mit Beethoven und trägt zur internationalen Ausstrahlung der Beethovenstadt Bonn bei.

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Dazu gehört, dass sich im volldurchorganisierten Kulturrats-Deutschland, ein Beethoven in die von der Salonpersonnage beschissenen Erfolgsleiter stellvertretend anstellen muss, wo Konsumenten und Honigsauger (heute, im Jahr 2014) gut leben und echte Komponisten kläglich und ungespielt verrecken.

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Folglich ist auch der Verein Beethoven-Haus Bonn in anderen Vereinen, Zwischendächern und Dachverbänden aktives Mitglied. Mitgliedschaft in Vereinen und Verbänden, wie: American Musicological Society, Inc. Arbeitsgemeinschaft der Bonner Heimat-, Geschichts- und Denkmalvereine Arbeitsgemeinschaft Musikermuseen Deutschlands, Arbeitskreis selbständiger Kulturinstitute e. V. (AsKI), Bundesverband Deutscher Stiftungen, Deutscher Musikverlegerverband, Fachgruppe Freie Forschungsinstitutem Gesellschaft für Musikforschung, Internationale Vereinigung der Musikbibliotheken, Musikarchive und Musikdokumentationszentren (AIBM, Gruppe Bundesrepublik Deutschland), Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Veranstalterkreis der Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler (Deutscher Musikrat), Wiener Beethoven-Gesellschaft

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Für nichteingeweihte Interessenten muss hinzugesagt werden:

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Alle Verbände werden heute direkt und indirekt von der Kulturindustrie (z. B.die GEMA) bestimmt, gegen die Künstler und auf deren Kosten. Das heißt, die Musik heute wird durch die Musikindustrie auf die gesamte Kulturindustrie hin ausgewählt und zugeschnitten. Dabei findet dasjenige Repertoire in jeder Beziehung den Vorzug, deren Verwertungsrechte bei der Industrie liegen.

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internationale Sportler und Künstler wurden damals, anfang der 1980er Jahre, von Hannover aus initiert.

internationale Sportler und Künstler wurden damals, anfang der 1980er Jahre, von Hannover aus initiert.

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Dietmar Moews meint: Beethoven zählt für mich – immer unter der Hinnahme, dass jedes Genie eigengesetzliche Qualität aufweist (und ich z. B. nicht den gesamten J. S. Bach überhaupt gehört hätte) – als das absolute Musikgenie in der Welt der absichtlichen Klangerzeugung.

 

Ein Beethoven persönlich bliebe heute ungespielt, wenn er nicht als Kuriosität eines tauben Klavierspielers aufträte.

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Man sieht es leicht am Repertoire heutiger Konzertprogramme – wer und welche Stücke heute vermarktet werden. Und welche Präferenzen virtuose Musiker selbst herausbringen und aufführen, um damit ihren Erwerb und Erfolg treiben zu können.

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Es ist skandalös, wenn virtuose Meisterwerke von Beethoven schlecht aufgeführt werden (wie bei diesem Termin im Beethovenhaus) – und man kennt heute die besten Tonstudio- und Konzertmitschnitte aus aller Welt als Maßstab zum Vergleichen – um durch solche Aufbietungen Liebe und Verständnis für einen BEETHOVEN zu entfachen bzw. jazzlose Konzerte wie alte Tempotaschentücher wegzuschmeißen.

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Das kann nicht funktionieren – das funktioniert auch nicht.

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Es bleibt dann ein wenig Roll over Beethoven, Because (The world is round), David Bowie und Song of Joy – als Reminiszenz einer beschwörenden Größe, als EUROPA-Hymne oder als Klingelton für Elise.

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Es müssen die begabtesten Musiker von heute permanent darauf dringen, das Beste zu spielen und vorzuspielen.

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Ich halte es für unmöglich, dass ein musikalischer Mensch bei superlativer Weltmusikqualität, wie Beethovens Symphonik, nicht vollkommen eingefangen und inspiriert würde, wenn er nur die ersten Ansätze eingewiesen erhielte: Avec que la marmotte.

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Man bricht doch vor Begeisterung zusammen, wenn man die Abfolge der großen Sonatenform der Symphonien erlebt, wie das stets höher und reicher ausgeführt wird und jede Symphonie geradezu eine eigene theoretische Klasse bildet. Man sieht quasi wie Beethovens Zehnte Schuberts Erste wird, Schuberts Zehnte, Brahms Erste, Bruckners Erste, Mahler – ja und hintendran ganz leise Staatsschranzen wie Adorno, bis wieder ein Berlioz und Schostakovic, ein Schmidt-Kowalski die Geniemusik fürs Volk bringen.

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Die Beethoven-Promotoren von Beethoven sollten den sinnlichen Bezug zu jedermanns Musikalität, insbesondere auch die perkussiven Bedürfnisse beinahe aller Menschen anzusprechen suchen, statt mit den Hirngespinnsten der stalinistischen Neuen Musik weiter ins musikorganisatorische Abseits zu driften.

Jede Pause in BEETHOVEN enthält bessere Musik als alle John Cage 4.13-AUFTRITTE.

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Einem auch im Bonner Beethovenhaus vorgehaltenen Vorurteil möchte ich widersprechen:

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Auch wenn beim Theoriestudenten Beethoven ein Studie mit mehreren misslungenen Schlüssen zeigt, wie schwierig es ist, einen Wurf zu einem Bogen hin zum Schluss überzeugend durchzugestalten, lässt sich doch nicht behaupten, Beethoven hätte immer Schwierigekeiten mit Schlüssen gehabt – „das sei ja überall bekannt“. Denn hier wird eine Schülerstudie als Hypothese benutzt – und die Behauptung die verschiedenen Schlüsse der Neunten seien Unentschlossenheit ist natürlich Blödsinn der Musikologen:

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Beethoven hatte das Stück zu verschiedenen Aufführungszwecken ausgelegt. Und das zeugt davon das Beethoven ein Genie war, nämlich aus der musikalischen Empathie zwischen Hörer und Musiker, ästhetische Qualitäten auszulegen bspw. ob großes Kino oder Kammerkonzert.

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Ich bin völlig anderer Meinung.

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Berühmtes Beispiel sind dann u. a. musikpolitische Querelen um die staatstragende Aufführung der Neunten, die zunächst als verbindlich abgeschlossen einen unglaublich komplizierten bombastischen Orchesterschluss hatte. Den Beethoven aus eigenen Stücken auf einen einigermaßen redundanten Chorschluss runtertunete: Freude schöner Götterfunken als Schlusschor ist eine folkloristische Gebrauchsmusik und nicht Beweis, dass Beethoven Schlüsse zu komponieren Schwierigkeiten hatte.

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Was soll das denn überhaupt heißen?

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Keine Beethoven-Symphonie ist ein geniales Meisterwerk (weil es seine eigene Gattung zum Exempel macht!), weil es jeweils am Schluss gebäiche?

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Oder meint jemand, der selbst nichts komponieren kann, irgendein Meisterwerk entstünde ohne Suchen und Finden und ohne Probleme?

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Natürlich kann man in einem viersätzigen Tonwerk beobachten, wie von der Ouvertüre her ein Phänomen in die klangliche Zeit gesetzt wird, die aus gewisser Eigengesetzlichkeit „logisch“ zum Schluss führt. Doch bestehen ja diese Meisterwerle gerade in dieser Sinnvollführung, während permanent Neues weiterführt. Gerade bei Beethovens Sonaten und Symphonien ist dieses Innovationselement so exorbitant wie bei keinem anderen. Beim großen Bach hört man sehr bald wie es weitergehen wird (meistens) – beim Massenkonzerte abliefernden Mozart wird man geradezu ungeduldig, weil zu oft das Strickmuster allzu deutlich ist. So sind beim göttlichen Beethoven dann eben auch die Schlüsse nicht ganz so lapidar wie bei der Neunten der Chor.

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Was uns darin hindert, den großen Deutschen als großen Deutschen zu ehren, statt sein Leben in Wien zu einem Nationenstreit herabzuwürdigen?

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Da haben die eisenhölzernen Musikpolitiker mit dem Schweizer Sachsen als bayerischen National-Antisemiten Wagner kürzeren Prozess gemacht. Und Künstler unserer Tage setzen dem Deutschen in Bayreuth riesige Denkmäler, während eine Benennung einer Schule auf den niederländischen Namen van Beethoven schwierig zu sein scheint.

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