Neue Sinnlichkeit 76 Blätter für Menschen, die sich nach mir sehnten

Juni 10, 2021

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Lichtgeschwindigkeit 10221

am Donnerstag, 10. Juni 2021

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Liebe Benutzer der LICHTGESCHWINDIGKEIT, es folgt ein Vorgeschmack auf die neueste Ausgabe Neue Sinnlichkeit 76 Blätter für Kunst und Kultur – die im November 2020 – im 41. Jahrgang und in loser Folge – erscheint. Der Versand an die Abonnenten auf Lebenszeit ist erfolgt.

Mit dieser Ausgabe Neue Sinnlichkeit 76 beginnt eine Textserie, eine umfangreiche Fortsetzungsreihe. Als damit hier gegonnen wurde, waren zunächst drei, dann fünf, dann acht, dann elf Folgen vorausgeplant. Das wird nicht jede Leserin und nicht jeden Leser so intensiv interessieren, wie es aber vorausgesetzt ist, die behandelten Aspekte erfassen zu können. Dabei geht es um unser heutiges demokratisches Verhalten, um unsere individiuelle Kultur mit diesem komplexen Geschehen überhaupt hinzukriegen. De L’Esprit des Loix ist die Thematik, die als Kraft aus der europäische Geistesgeschichte im Jahr 1848 im Namen Montesquieus publiziert wurde. Montesquieu zeigt uns wie eine Wirklichkeit werden kann, wenn man sich Gesetze setzt, aber jeden Tag ein verwirrender Tanz um die Spielräume betrieben wird. Jeder treibt da mit, geht zum Rechtsanwalt, ruft Normklagen, ruft Betrug! ruft nach Ordnung. Und die als Stellvertreter gewählten Politiker müssen dann selbst zusehen, wie sie dem Geist der Gesetze ihr Ermessen spendieren, damit die Gesellschaft gelingt, anstatt dass man ruft: Holt ihn da runter!

In Neue Sinnlichkeit 76 beginnt die eng an die Wirklichkeit gehaltene Abhandlung mit dem Titel

>Goebel-Springer 2020 – Rechtsstaat und Lauterkeit<.

Dabei wird der Lügenkomplex um einen Verbrecher, Heinrich Göbel in Springe, angeblicher Glühlampenbastler in New York, wird unter dem Aspekt der amtlichen Lügen, die der föderalen Obrigkeit gesetzlich verboten ist und unter Verwaltungsaufsicht zu stehen hat, auf die Bewährung des RECHTSSTAATS geprüft (macht der Staat da etwa Rechtswidrigkeiten, die er Opportunitätsprinzip tituliert?) oder macht die allgemeine, nicht offizial genormte Öffentlichkeit zur Alltäglichkeit des LAUTEREN, mehr selbstgefällige Ausnahmen zur Wahrheit, als es dem Gemeinschaftsgeist dient. Reicht es schon, zu sagen, Lügen machen wach? Wer rumtrickst erzieht zur Skepsis und zum Selberdenken?

Nach langer Zeit habe ich ein Inserat in der deutschen Wochenzeitung DIE ZEIT veranlasst – womit sich die Bezieher zusätzlich in den gelebten Zusammenhang unserer Massenmedial-Welt eingebunden fühlen können.

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Neue Sinnlichkeit 76 Blätter mit wechselnden Untertiteln in loser Folge

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Zum Geleit

Grüß Gott, liebe Neger, Frauen und Männer aller Verwertungsbedenken. Seit Ewig glaube ich, dass Autohupen im Straßenverkehr meist zweckentfremdet erschallt. Sollte es doch ein Warn- und Notsignal sein, an alle Beteiligten, die möglicherweise eine unmittelbar brenzlige Zuspitzung in der Verkehrssituation nicht erkennen, so ist Hupen meist nur ein Posieren, meist, wo es umsichtige Benutzung der Bremsen auch täte. Ein Fahrer hupt, weil noch ausreichend Reaktionszeit einen Unfall zu vermeiden durch gutgemeintes Steuern möglich ist, sein Hupen eine Verletzung des ersten Ordnungsparagrafen ist: >Vermeidung von Belästigung<. Es wird gehupt und selten gerügt. Da ist der Knopf und da sind die Knöpfedrücker schnell dabei, wenns nichts kostet.

Dies neue Blatt eröffne ich mit erfrischenden Gedanken, steigere mit verdaulicher Substanz. Dann folgt Heinrich Goebel 2020 als Verwaltungsakt in 8 Folgen Teil I. Mit Sehnsucht nach Robert Walser findet man noch gut gelaunte Beiträge als Abrundung. Ich will nicht nur leichtgängige Wiedererkennungsmelodien in Kurzform in der Neuen Sinnlichkeit anstimmen. Sondern, wenn vom NEGER die Rede ist, dann ist es ein Klimmzug, ein gedachter Grenzgang. Wohl für das Gute zu sein oder berechtigt Klagenden zuzustimmen (ist obenhin immer gegen Böse, Vorurteile, Diskriminierung, Entrechtung, Stereotype, Gepflogenheiten): Der Neger, dem es schlecht geht, klagt. Er wünscht, auf das Majoritätssofa des herrschenden Mobs wechseln zu können. Ich klage und rüge aber “Life Matters”, das zum unmündigen “White Life Matters” tendiert.

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CORONALISIERTE POLITIK

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Dietmar Moews

Ich will eine pointierte Kurzbewertung darlegen, die die Aufforderung beantwortet, “es sei doch jetzt in der Corona-Seuche Aufgabe der Soziologie, Anhaltspunkte und Bedenken zu erkennen, zu analysieren und damit der Gesellschaft zu dienen” und füge hinzu:

“Angesichts des Todes”.

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Mein soziologischer Untersuchungsbefund kommt zusammengefasst zu zwei Hauptaussagen:

EINS Jeder Mensch kann die bislang unbeherrschte Virus-Seuche “Corona” durch ein weitmöglichst Risiko minimierendes, waches Verhalten an seiner Infektion hindern. Es geht um konkrete Selbstdisziplin und Verhaltensänderungen der persönlichen Hygiene und des öffentlichen Umgangs. Es geht – angesichts des Todes – um die Fallen der Gewohnheiten und dem sozialen Anpassungsdruck durch Eigenständigkeit und Selberdenken zu widerstehen. Es ist freundliche sozio-geistige Teilnahme geboten anstatt Tabuisierung und Verdrängung.

ZWEI Mit geduldiger Wahrnehmung können die Leute erkennen, welche politischen Sprecher verlässlich informieren und Führung und Fühlung verbindlich erklären. Die unbekannte Seuche bringt fortwährend Änderungen und Interpretationsänderungen der Forscher, die die Allgemeinheit in Alarmstimmung und Misstrauen bringen, auch weil zwischen Medizinern, Politikern, Alltagsmenschen und den inzwischen zu hetzerischer Propaganda aufgeschaukelten Profit-Unternehmensprechern ständig erklärungsbedürftige Stellungnahmen publizieren.

Besonders die weitgehend irreführenden Ratschläge und Verheißungen auf digitale Technologie und angeblich künstliche Intelligenz zielen auf Absatz der IT-Wirtschaft und vertröstende Täuschung durch Prothesen-Aktionismus mit gleichzeitiger “big Brother”-Datenenteignung der freiwilligen und unfreiwilligen (z. B. offiziale Kommunikationszwänge) Teilnehmer per Internetz – angesichts des Todes.

Auch weil – immer angesichts des Todes – jeder Alltagsmensch in seiner individuellen Sozialität einem sehr varianten Mix von Interessenssphären angehört bzw. ausgesetzt ist. Ein Aktienkapitalist kommuniziert andere Werte als ein Covid 19-Patient, ein Parteipolitiker anders als ein Quoten-Publizist, behandelnder Arzt anders als die Unterhaltungs- und Freizeitin-dustrie, die Polizei anders als die Gesundheits-Dienstklasse, ein Internetz-Blogger anders als ein Spitzenmanager und ein bindungsloser Paria oder die Katholische Kirche – alle angesichts des Todes – im föderalen Rechtsstaat. Zersetzung, Misstrauen, Lügenpresse, Angst und Verschwörungsverdacht, sind hierbei die Alles durchfärbenden sozialpsychologischen Kolate-ralschäden. Solidarität, Empathie und Nachbarschaftshilfe entstehen ebenfalls als nützliche Nebenwirkungen der Corona-Integration wie auch legale und kriminelle Trittbrettfahrerei, Preistreiberei bei Angebots-Engpässen und besonders in der kontrollschwachen intermediär organisierten lieben Not und Nächstenliebe im deutschen Wohlfahrtsverbändesystem.

Liebe Leser, es ist immer undienlich, da wo Orientierungsdefizite überhand haben, noch durch Provokation mit falschen Signalen oder Irritation – angesichts des Todes – aufzuwarten.

Wer sich beliebt machen will, verbreitet Optimismus und wiegelt ab. Dem kommen “normale” Verdrängungsverhalten zum Zwecke der Wirklichkeitsflucht oder der sozialen Schweigespirale (sich lieber innerhalb der mehrheitlichen Wertskala aufzuhalten, als die tatsächlichen Entwicklungen der Seuche kritisch mitzugehen und Furcht zu nähren).

Dazu, wenn es an sich eine vorrangige Pflicht einer Wissenschaft ist, verlässliche und belastbare Erkenntnisse mit geltungsberechtigten Methoden und gesicherten Verfahren zu erschließen zu versuchen, also auch aktuell anzuzeigen, wenn man wenig weiß, warum und was daran so unzugänglich oder oft auch ambivalent und ephemer und unverlässlich aufkommt, um – angesichts des Todes – bald ganz anders umzuschlagen.

Aus meinem Verständnis einer empirischen Soziologie bietet die Struktur der Corona-Seuche im inzwischen über zehn Monate entfalteten Verlauf, Ende Oktober 2020, durchaus einige Anhaltspunkte zur naturwissenschaftlichen Lage, zu den politischen Eingriffen und Gestaltungsversuchen, zur Kommunikationsintelligenz der Alltagsleute, sich – angesichts des Todes – individuell und massenkommunikativ lebensdienlich einzustellen. Der Schwall an Innovation sollte tunlichst nicht im Rezeptionsdurcheinander ziellos ausufern. Die überfordern-de Situation sollte zur soziologischen Orientierungshilfe soziologisch bewertet und für den Alltag nutzbar gemacht werden. Da helfen keine Märchen oder Narrative, sondern nüchterne Bestandsaufnahme und Transparenz zu den Wissens- und Vorstellungslücken, um die allgemeine Öffentlichkeit in den lebendigen Orientierungsprozess zur Corona-Seuche einzubinden.

Jede Informationsexklusivität führt zu abenteuerlichen Ersatzimpulsen der Laienwelt innerhalb der vielfältigen informellen Kommunikation einer jeden Gesellschaft. Corona ist ein Stimulans für alle Teilnehmer, angesichts des Todes, individuell und sozial die kollektiven Angewiesenheiten zu begreifen, was es heißt von Mensch zu Mensch zusammenzuhalten und interdependent zu interagieren und welche Anforderungen das Gelingen dabei an unsere Rhetorik stellt. Bildung und Kulturtechniken gewinnen an Wertschätzung.

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1. Eine soziologische Analyse muss vorab ansehen, wie der Mensch “tickt” und was von dieser anthropologischen Ausgangsbegabung her verhaltensmäßig zu erwarten ist und was eher nicht. Wir alle, heutzutage – ob Stadtbewohner oder dörflich-nachbarschaftlich – haben entwickelte Gepflogenheiten eines eigenen Informationsgewinnes, stündlich, täglich oder auch vollkommen ignorant den Neuigkeiten gegenüber. Das betrifft uns individuell durch Vertraute, Familie, Bekannte. Die weitere Öffentlichkeit, wie in Massenmedien, vom Handzettel, den Litfaßsäulen, der kommerziellen Presse, dem Kneipengespräch sowie staatlich geführte, herausgehoben ausgewählte Propaganda durch staatliche Fernseh- und Radiosendeanstalten. Noch weniger gesettet, dennoch als typische Spielart zwischen P to P und Massenkom-munikation verstehbar, kommen die inzwischen auch aktuell auftretenden Internetz-Komplexe der vermischten Bereitstellungen als “verwilderte” Formen freier Kommunikationsbeteiligung durch selbsternannte Internetz-Akteure hinzu. Besonders verhaltensbestimmend für aktives Informationsinteresse sind die sehr varianten Anforderungen durch erwerbsberufliche Szenerien, vom Tagelöhner, zu Lohnabhängigen, Angestellten der Dienstklasse und Politikberuflern, aber auch Kapitalbürgern und Unternehmern – immer angesichts des Todes. Was immer jemand arbeitet, erschließen sich für ihn durch seine Arbeit als Nebeneffekt immer lebenswichtige soziale Urteilskraft.

Eine soziologische Forschung wird hierzu stets auf beobachtende Feststellungen des interaktiven und interdependierenden Sozialverhaltens seiner Probanden und Untersuchungsgruppen zu achten haben, ob und was die mit Corona tun, wie sie sich gegenseitig beobachten, ob es zu sozialdynamisierenden oder indifferenten oder lähmenden Verhaltenspraktiken, möglicherweise freiwilligen und zwangsläufigen Verhaltensveränderungen – angesichts des Todes – kommt. Hierzu sind Beobachtung entscheidend sowie konkrete Tiefeninterviews über tatsächliche Verhaltensnormen und den ausgesprochenen Erklärungsnomen, also, was die Befragten diskret befragt an Wertäußerungen von sich geben und was an quasi öffentlichen kollektiven Verhaltens- und Wertäußerungen – angesichts des Todes – festzustellen ist.

2. Die naturwissenschaftlich erfasste Drohlage durch eine Seuche, die in kürzester Verlaufs-zeit seitens der politischen Sprach-Stellvertreter als Epidemie, dann als Pandemie und – vermutlich zutreffend – als Endemie hingestellt und behandelt wird, das heißt über Staatsgrenzen hinweg, weltweit und zeitlich unabsehbar, hat markante Opferzahlen durch Befall gebracht und damit die Medizin, die Patienten und die bedrohten Individuen der Gesellschaft direkt “erweckt”, die Alltagsvorstellungen zu öffnen und sich persönlich ihrem belastenden Thema “Innovationsfaulheit” zu stellen.

Hiermit muss die naturwissenschaftliche Stellvertreter-Gemeinde sich einlassen, denn blanke positive Fakten kann der individuelle Nichtfachmensch wie auch die Gesellschaft als Kollektiv-Intelligenz nicht relevant aufnehmen, formulieren, artikulieren und umsetzen.

Wir erleben also, wie Virologen ihre Arbeit vorstellen und die bescheidenen Erkenntnisse in Massenmedien bereitstellen und erklären, hieraus Nutzen zu signalisieren bzw. für komplexes Verständnis dafür zu werben, dass weder Heureka noch Spontanerlösung erwartet werden dürfen.

3. So weit also das naturwissenschaftliche Geschehen der Lage vom Soziologen festgestellt werden kann, muss eine sozialwissenschaftliche Fokussierung auf die ebenfalls empirischen Erkrankungsfälle und die individuell sehr vielfältigen (Gesundheitsstatus, Lebensalter, ökonomische Zuordnungen, Bildung, Kommunikationsgewohnheiten) CORONA-FÄLLE systematisch katalogisiert werden, um damit auf die örtlichen, regionalen und weiteren geografischen Bedrohungslagen Aussagen treffen zu können.

4. Der Soziologe hat es stets mit Individuen zu tun, die zwischen Stillhalten, Lähmung, Aktivierung und Aggressivität, auf die Außenwelt reagieren und dadurch gleichzeitig sozio-kulturelle und sozio-politische, also kollektive Lebensweisen und Sprachregelungen mitgestalten. Bei Corona erleben wir konkret Fluchtversuche, sich der völligen Unerfahrenheit, der Neuheit und auch der fachlichen Hilflosigkeit, eine solche anscheinend virtuell schwebende Bedrohung an Sündenböcke zu deligieren, an Ärzte, an Politiker, an “Recht und Ordnung” und “Chaos-Lustprinzipler” oder eben an Ergebenheit und Unmittelbarkeit bzw. kollektiven Erleichterungs-Spontanitäten oder Gott- und Schicksals-Ergebenheit – angesichts des Todes.

Die empirische Soziologie kommt nicht umhin, keine Boulevard-Reizbegriffe hinkotzen zu können, sondern nachhaltig und verlässlich das Neue am Neuen, die Entwicklung teils unangenehmer Meliorations- und Falsifikationsverläufe darzustellen, die angesichts des Todes überwiegend Ablehnung und Frustration erzeugen. Auch sind nicht Abstumpfung und Zynismus vermeidbar, wenn es um die Gesamtführung und -stimulans geht, die dem föderalen Stellvertretersystem – angesichts des Todes – obliegt. Bei Führung und Fühlung sind Fehler immer möglich, aber niemals reversibel. Durchlöchertes Vertrauen ist soziales Gift angesichts des Todes. Krank ist nicht Tot. Trost ist nicht Heilung. Tröstung ist Vertröstung. Anteilnahme umreißt das Schicksal unseres individuellen Daseins.

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Inhalt

Umschlag: Dresdner Zwinger-Plakat 1998 mit Holbein-Portrait 1

Zum Geleit 2

INHALT 3

IMPRESSUM 3

ERFOLGSKINDER 4

DIETMAR MOEWS: Nicht nur ZDF Johannes B. KERNER HAT HÖRNER 9

DIETMAR MOEWS: Coronalisierte Politik 11

LAYOS DAYATOS: >Goebel Springer 2020 – Rechtsstaat und Lauterkeit< Folge I 18

DIETMAR MOEWS: SPRINGER STADTMUSIKANTEN 50

ADOLPH FREIHERR KNIGGE: ÜBER EIGENNUTZ UND UNDANK 1796

Knigge setzt Kants kategorischen Imperativ in

allgemeinverständliche Klarheit: Fortsetzung XXVI 51

ABONNEMENT NEUE SINNLICHKEIT AUF LEBENSZEIT FÜR 500 EURO 53

DIETMAR MOEWS: Lexikon des Kunstwesens: Lauterkeit 54

ROBERT WALSER: Onkel Toms Hütte 55

ROBERT WALSER: Portrait: Die Linie von Dietmar Moews 59

DIETMAR MOEWS: Die Kinderseiten der Epoche: Superadelsgau im großen Wald 60

Auflösung Qualitätsrätsel 75: Christian Hofmann von Hofmannswaldau (1617-1679)

QUALITÄTSRÄTSEL 76: Wer hats geschrieben? 62

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In Folge I von >Goebel-Springer 2020 – Rechtsstaat und Lauterkeit<in Neue Sinnlichkeit 76, erschienen November 2020, wird der zugängliche Materialreichtum zu THEMA und WERTE um die GOEBEL-SPRINGER 2020 vorgestellt. Die Goebel-Springer meinen, Goebel sei in USA gerichtlich bestätigt worden, Goebel habe die 4711-Flasche in Springer, Goebel habe eine Wunderkammer an handwerklichen Geschicklichkeiten geschaffen, Goebel habe 1854 seine Lampen gezeigt, Goebel habe gewichtige Zeugen, wie Pope und VanderWeyde. Springer besäße (etikettengefälschte) Prozessakten, im Stadtarchiv lägen laut Prof. Callies die Gerichts-Beweise. Nach Überlieferungen der Frau Göbel war der Lebenskampf der Auswandererfamilie Heinrich Göbel in New York von dessen Rücksichtslosigkeit geprägt. Er verbrauchte seinen Erwerb ohne mit Mutter und Kindern zu teilen.

Wenn FAKE durchgesetzt wird, geht es um POLITIK mit Recht und Moral: Der Springer Verwaltungschef, alle Schullehrer und Neue Deister Zeitung kreieren im Jahr 2020 NDZ v. 18. 9. einen „Stolz auf einen Pionier“. Doch Unwahrheiten offizial, also amtlich, zu verbreiten, ist gesetzwidrig. Dem geschichtlichen Goebel kommt der Begriff Krimineller und Verbrecher zu (in Deutschland heute für Meineid ein Jahr Haft). Damit ist das Springer Göbel-Bild 2020 weiterhin entscheidend irreführend. Nicht, dass jemand ungenau oder angeberischen Quatsch erzählt und bezeugt, sondern dass im Jahr 1893, bei den letzten drei Gerichts-Anträgen Edisons, es um Millionen-Dollar-LIZENZ-Betrug ging. Diese Betrugsfirmen hat Henry Goebel Sr. mit gezielten Lügen zu stützen versucht. Zudem betrieb er seit 1882, die Wahrheit als Selbstbezeuger rückwirkend zu fälschen. Das zeigen die in Neue Sinnlichkeit 76, Folge 1 den Forschungsstand aufschließenden OFFENEN BRIEFE von Dr. Dietmar Moews an den Springer Bürgermeister Springfeld (RECHTSSTAAT) und an die Springer Heimatzeitung NDZ (PRESSERAT).

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Dietmar Moews‘

LEXIKON DES KUNSTWESENS

Lauterkeit

Lauterkeit, L. bedeutet Reinheit, Anständigkeit. L. ist ein Begriff, mit dem faires und ehrliches Verhalten bezeichnet wird. Der Ausdruck findet auch Verwendung in nationalem und internationalem Recht für Wettbewerb, Handel, Marketing, Werbung, Journalismus. Das L. zugehörige Adjektiv lauter  (mhd. lūter, ahd. (h)lūttar = rein; hell, klar, eigtl. = gereinigt, gespült) hat zwei Bedeutungen: (1): reinunvermischt (z. B.: „lauteres Gold“, „lauteres Quellwasser“, „Er sagt die lautere Wahrheit.“) (2) anstän-digedel (z. B.: „ein lauterer Charakter“, „Sie hat lautere Absichten.“, „ein lauteres Gemüt“, „ein Mensch von lauterer Gesinnung“). Das Substantiv L. bezieht sich dabei auf die zweite Bedeutung. Das zugehörige Verb läutern bezeichnet verschiedene Formen der Reinigung. Das Lauterkeitsrecht bildet zusammen mit dem Kartellrecht das Wettbewerbsrecht für die gesetzlichen Regelungen gegen verschiedene Arten unlauteren Verhaltens im wirtschaftlichen Wettbewerb. Danach sind irreführende Werbung und Handlungen unzulässig (also Verbrauchertäuschung aktiv oder durch Unterlassen gebotener Information etwa über die Anschrift des Gewerbetreibenden), ebenfalls sind aggressive Beeinflussung durch Bedrängen oder Nötigen, wahrheitswidriges Werben mit einem Verhaltenskode oder  Gütesiegel,  Lockvogelangebote, ferner das hartnäckige unerwünschte Ansprechen über Telefon oder E-Mails, unlautere Geschäftspraktiken. In Deutschland setzt die Richtlinie das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Regeln zum Schutz der Verbraucher gegen Irreführung hat die Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 vom 25. Oktober 2011 Verstöße gegen die Grundsätze zur L. der Informationspraxis  sind in Deutschland strafbar. Moralische Aspekte von L. werden nicht unmittelbar gesetzlich geschützt.

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Impressum

Neue Sinnlichkeit Blätter für Kunst und Kultur seit 1979 erscheinen in loser Folge im Pandora-Kunst-Verlag, Springe, Hannover, München, Leipzig, Magdeburg, Dresden, Berlin, Köln

E-Mail dietmarmoews@gmx.de Verlagsanschrift und Abonnement auf Lebenszeit bei:

Dr. Dietmar Moews Mainzer Straße 28, D-50678 Köln ISSN 1432-5268

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FINE E COMPATTO

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hier gezeigt und sind keine Empfehlungen von Dr. Dietmar Moews. Nichts davon wird i.S.d.P. von Dr. Dietmar Moews verantwortet. Dietmar Moews klickt diese „recommendends“ nicht an und liest nichts davon.

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Neue Sinnlichkeit 67 – Erfolgskinder

Januar 8, 2016

Lichtgeschwindigkeit 6161

Lichtgeschwindigkeit 6161

vom Freitag, 8. Januar 2016

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Kurzvorstellung des Blattes Neue Sinnlichkeit 67, das im November 2015 im 36. Jahrgang in Köln erschien und nach wie vor von Dietmar Moews verantwortlich herausgegeben wird.

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TITEL

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Zum Geleit

Alles hat einen Zustand des gegenwärtigen Moments – die Gegenwart.

Alles hat eine vollkommen determinierte Vorgeschichte, wie aus der Vergangenheit die Gegenwart wurde. Meist wissen wir nicht, wie und warum die Gegenwart wurde, wie sie ist. Meist reicht es uns, Fragen des Werdens der Wissenschaft zu überlassen. Und die Wissenschaft bringt dann die Billigkeiten – nicht weil damit das Werden der Gegenwart nachvollziehbar verständlich würde, sondern weil die Kundschaft der Gegenwart mit einfachen Antworten zufrieden ist. Daraus wurde auch eine materialistisch-dialektische Gegenwartspolitik – wer ist dafür? / wer ist dagegen? / der Stärkere siegt / wer bestimmt die Gegenwart? – die Poesie der Einsicht?

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Diese Politik in die Zukunft basiert allein auf monokausaler Übergewalt. Diese Politik hat allerdings keine Wahrheit oder Erkenntnis unseres Werdens und Seins für sich, sondern die Wahrheit der Macht, die Wahrheit zu vernichten.

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Die Vernunft und Zweckrationalität der Menschen weist uns Menschen aber darauf hin, dass wir in unserem Sein und Werden nicht einfach NATUR sind. Das merkt Jeder – wir sind auch NATURVERNEINER, indem wir durch soziale Aushandlung und Lebensweise eine wünschbare Kultur in jedem neuen Lebenslauf anlegen. Unsere Kinder werden schon sehr früh von unserer Lebensweise und unseren Werten durch und durch mit fein abgestimmten Werten geimpft, wie man Naturgesetz erkennt, anerkennt und sogleich mit Naturerkenntnis die erste Natur kultiviert – so weit es gelingt.

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Was jeder intelligentere Mensch in seinem Leben lernt, ist die soziale Perspektive anzuerkennen, in die er mit seiner Individualität hineingehen kann, um Verhältnisse, denen er ausgesetzt ist, mitzubestimmen. Bzw. er kann sich fernhalten, wenn es ihn abschreckt Kulturkämpfe einzugehen.

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Es soll jeder wissen: Zwecke und Verhaltensänderungen werden NICHT erreicht, wenn man zudringlich wird. Bekehrung erfolgt nicht durch Druck. Überhaupt sind sogar Sachargumente kaum geeignete Mittel, irgendeine Wahrheit annehmlich zu machen.

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Und hierzu gibt es die Neue Sinnlichkeit:

Das versaute moderne Leben schneidet unser Leben und unseren Lebensraum ab. Doch wir ändern das nicht – als sei die Selbstzerstörung natürlich festgelegt.

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Mit Blättern, die die Welt bedeuten – Blätter für Trost durch annehmlich gemachte Wahrheiten, ist der einfache, naheliegende Aufruf verbunden:

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Klatsche zu keiner Musik, die dir nicht gefällt.

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Es gibt unzählige Wege in die Zukunft.

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Inhalt

und täglich Dietmar Moews in Lichtgeschwindigkeit

auf dem WordPress-Blog „Globus mit Vorgarten“ – die Neue Sinnlichkeit

Inhalt

Umschlag: Plakat vom STRASSENFEST 2015 Mainzer Straße SÜD KÖLN Südstadt 1

Zum Geleit 2

Inhalt 3

IMPRESSUM 3

ERFOLGSKINDER 4

WEIHNACHTSGRÜSSE mit Rudi-Bild von Franz 13

FRANZ OTTO KOPP Aus dem Dintenuniversum 14

ABONNEMENT NEUE SINNLICHKEIT AUF LEBENSZEIT FÜR 500 EURO 19

FRANZ OTTO KOPP MAIL-ART als Ortstagebuch 20

STRASSENFEST Mainzer Strasse Köln-Neustadt-Süd 32

MANUEL KIPER Störende Gerüche im Büro 34

DIETMAR MOEWS Kurznachruf auf Franz Otto Kopp (1938-2015) 47

DIETMAR MOEWS Kurznachruf auf Günter Grass (1928-2015) 51

ADOLPH FREIHERR KNIGGE: ÜBER EIGENNUTZ UND UNDANK 1796

Knigge setzt Kants kategorischen Imperativ in allgemeinverständliche Klarheit; Fortsetzungen XVI. Teil 55

EDWARD SNOWDEN: Portrait: Die Linie von Dietmar Moews 59

DIETMAR MOEWS: Lexikon des Kunstwesens: EBERHARD JÄGER 60

Die Kinderseiten der Epoche: Gott zögerte – dann zog er seine Schuhe an 61

Auflösung Qualitätsrätsel 66: DIETMAR MOEWS

QUALITÄTSRÄTSEL 67: Wer hats geschrieben? 63

Impressum: Neue Sinnlichkeit Blätter für Kunst und Kultur seit 1979 erscheinen in loser Folge im Pandora-Kunst-Verlag, Springe, Hannover, München, Leipzig, Magdeburg, Dresden, Berlin, Köln http://www.neuesinnlichkeit.com; Verlagsanschrift:

Dr. Dietmar Moews Mainzer Straße 28, 50678 Köln ISSN 1432-5268

Fortsetzung Fortsetzung Fortsetzung Seite 17 Fortsetzung Seite 30

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Erfolgskinder

Willkommen, es geht weiter, liebste Leserin und lieberer Leser, in den Erinnerungen und in den noch schönsten Tagen des Lebens, heute, morgen und in Zukunft. Es ist doch tröstlich, dass auch harte Wahrheiten annehmlich und schön sein können, dass immer noch was Neues kommt: im neuen Blatt für Kunst und Kultur. Es ist Numero 67.

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Diese Blätter zur Sinnlichkeit wurden vom jungen Maler Dietmar Moews Mitte der 1970er Jahre erfunden, nachdem er sein pneumatisches Eigenlicht geklärt hatte und in Büchern anbinden konnte. Er nannte das „Neue Sinnlichkeit“.

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Die Neue Sinnlichkeit, in loser Folge seit 1979 hier mit der 67gsten Ausgabe, ist vom Maler und inzwischen Künstlergelehrten für Malereiinteressierte, Gelehrte und Gelehrigkeitsinteressenten ausgelegt. Dabei ist bei Dietmar Moews Malerei etwas sehr Gründliches, ja Tiefgründliches. Es ist nichts Oberflächliches, wie in der heutigen Kunst üblich.

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Kürzlich geschah etwas für mich Neues anlässlich einer öffentlichen Diskussion, an der ich mich beteiligte. Da protestierte jemand empört über einen überraschenden Gedanken, den ich beigetragen hatte. Und – das Neue geschah – ich fand, das wurde längst mal Zeit – das Hunderte zählende Kunstpublikum reagierte irritiert, teils geschockt und irritiert, teils schwiegen sie zustimmend: Jemand hatte dem schweigenden Mob widersprochen und auf die andere Seite hinstimulieren gewollt, die verstockt gegen den Künstlergelehrten Moews stand, nämlich mit folgenden Frageworten:

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Wie reden Sie denn mit einem Genie?“

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Um es klar und im Bild zu sagen: Picasso?

Dietmar Moews hatte Picasso als Beispiel für die heute kaum noch wahrgenommene Oberflächlichkeit Picassos angesprochen.

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Und jetzt wechselt hier das Ich zum Er – er hörte, als sei es in diesem Moment, wie eine mittelschöne Frauenstimme von der Straße herauf in sein Atelier drang: „Aber der soll auch gut sein; ich hab‘ es im Internet recherchiert“.

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Man kann solche Leute nicht lieben. Man erduldet Vieles – „ich habe es im Internetz recherchiert“.

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Ja, soweit taugt Picasso, dass er als Beispiel funktioniert, Picasso war sehr oberflächlich. Picassos Malerei war sehr oberflächlich. Picasso steuerte dabei eine industrielle Bilder-Stückzahl-Produktion an, die ein Weltmarketing nur in hoher Stückzahl und billiger Machart absetzen kann. Picasso kann lieben, wer will. Wir können auch über oberflächliche Liebe und tiefgründige Liebe reden. Doch hier wird eben von gründlicher Malerei gehandelt – also nicht so viel von Picasso. Nicht so viel von der Kunstmalerei des modernen West-Marketings. Denn anderswo auf der Welt sieht Malerei durchaus auch im 21. Jahrhundert gründlicher aus und wird gründlicher und sensibler gearbeitet als mit den Schrubbern und Rakeln bei Gerhard Richter oder Mark Rothko angesprochen.

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Auch Geschmack und Gefühle jedes Menschen (meinetwegen bei Picasso und Rothko und Richter), sind menschliche Aspirationen, die hier nicht in Frage gestellt werden. Was an Kunsterlebnis und Kommunikationspraxis sich die Menschen ausdenken – auch das ist ihnen unbenommen. Weil hier die Malerei den Maler interessiert – wie eine Bildkunst auf den Schultern der Riesen der Kunstgeschichte heute gemacht werden kann, wenn sie gründlich und von höchster Qualität ist. Schauen Sie den „Mexicano“ aus dem Jahr 2000, DMW 567.7.0.

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Er stellt kurz den Inhalt dieses Blattes Numero 67 vor:

Es beginnt mit dem erneuten Näh-Heftungs-Experiment, wie schon die Ausgaben Numero 13, Blätter für geistige Bewegung, November 1984, aus Hannover oder Numero 21, Blätter für heikle Schwingungen, April 1989, aus München oder Numero 50 aus Magdeburg, jetzt also Numero 67, Blätter für Trost durch annehmlich gemachte Wahrheiten aus Köln, in Hannover von Annette Kiper in neusinnlicher Beziehung genäht.

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Es folgt die Franz-Otto-Kopp / Dietmar Moews-Postkarten-Korrespondenz infolge der Künstlergelehrten-Ortstrennung ab dem Jahr 1987, als Dietmar Moews Hannover verließ und dem Jahr 2015, als Franz Otto Kopp (1937-2015) Hannover verließ.

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Leider ist dieses Ortstagebuch von Franz Otto Kopp nicht auch in Form ihm von Dietmar Moews in die Kleine Düwelstraße 16 IV., Hannover- Südstadt, gesendeten, im Korrespondenz-Zeitraum, verfügbar. Die bisherige Nachlassregelung verschleiert das bislang.

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Eine der letzten Karten (es sind insgesamt wunderschön viele) von Franz mit dem KLAPPKRO unterzeichnete Franz mit Franz KATER. Und enigmatisch werden selbst Kleinigkeiten verdaut und Jahre später in neuem Anlauf losgelassen, wie der „Dschungel-Blätter“-Text (hrsg. Alban Nikolai Herbst, Frankfurt a.M.), „annovers etter undervoll“ den er Mitte der 1980er Jahre im U unterm Raschplatz Hannover in einer Lesung von Bodo Dringenberg, Alban Nikolai Herbst, Angela Hoffmann und Dietmar Moews mit eben dem TITEL: ANNOVERS ETTER UNDERVOLL in Franz‘ Brief wieder zum Eröffnungswort worden war.

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Mit dem Tod von FRANZ OTTO KOPP, der am 9. Februar 2015 in seinem Bett gestorben ist, schwebt die hannoversche Künstlergruppe 7 OPQ, die sich bei der gemeinsamen Formierung als Kapitalistischer Realismus verstand, ist nunmehr ein besonderer Zustand da, der ganz in Ruhe abzuwarten ist: JOB CROGIER, der Film-, Foto- und Bildkünstler starb im Jahr 2004 in Mallorca. FOKKO VON VELDE, der Maler und Zeichner, lebt – vom Jahrhundertende, von der Schaffensunlust und Schlaganfall betroffen – im Rollstuhl-Pflegeheim vom Stephans-Stift Hannover. Der Verweser der 7 OPQ ist damit DIETMAR MOEWS. Dazu also ein Kurzbericht hier im Blatt 67.

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Die ruhenden Autoren der NEUEN SINNLICHKEIT reichen inzwischen neben Franz Otto Kopp, von Alphons Silbermann, Eberhard Jäger, Armin Mohler, Thomas Schmidt-Kowalski, Job Crogier, leider sind Fokko von Velde gesundheitlich stark geschwächt und Günter Schulte, der Kölner Künstlergelehrte und Philosophieprofessor ist nunmehr so dement, dass er ihn beim Besuch anlächelte, aber nicht erkannte. Es werden großartige Künstlerinnen und Künstler hinzukommen, Gelehrte und Künstlergelehrte. Hier also nach längerer Zeit ein neuer Beitrag von dem geschätzten Manuel Kiper.

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Mit dem hannoversche Künstlergelehrten und Freund MANUEL KIPER hatten wir gemeinsame Ausstellungsaktivitäten (Kopp, Kiper, Moews in Magdeburg 1996) zu verdanken. Aber auch aufklärerische Texte im Blatt wie jetzt hier die Innenraum- und Bürogerüche als „Störende Gerüche im Büro“.

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Es folgt eine Portraitzeichnung von Dietmar Moews vom Jahrhundertamerikaner EDWARD SNOWDEN – der ging für uns ins Risiko, nicht aus Dummheit, sondern mit Intelligenz, Mut und Gemeinsinn.

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Von einer Bernreise gibt es ZUGINSFELD und Original-Grafiken von Otto Nebel, dem Maler und Dichter, die die Schweizer Otto-Nebel-Expertin Dr. Therese Bhattacharya-Stettler, Kuratorin des Kunstmuseums Bern sowie Präsidentin der Otto-Nebel-Stiftung Bern, in Bern archiviert hat. Von Ihr wurde OTTO NEBEL – MALER UND DICHTER in einer großen Berner Ausstellung und mit der Monografie „Zur Unzeit gegeigt“ platzgreifend zum Weltmeister der Kunst des 20sten Jahrhunderts „musiziert“.

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Mit der 17. Folge von KNIGGE wird dieses Heft erst rund – man liest wie im eigenen Herzen von „Undank und Eigennutz“:

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„… Menschen sind äußerlich tugendhaft, rechtschaffen, großmütig, gefällig, dienstfertig, gesellig, nicht aus innerem Triebe zum Guten, nicht aus richtiger Berechnung des Nutzens, den sie dadurch, wie ihnen die Vernunft diese Pflicht vorschreibt, der menschlichen Gesellschaft stiften; nein! nur um damit gewisse Vorteile zu erkaufen, sei es nun Beförderung im bürgerlichen Leben, sei es irgendein anderer eigennütziger Plan, oder sei es endlich auch nur des Rufs und Beifalls wegen. …“  

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Man könnte durchaus vorstellen, dass sich am Beispiel der Gerechtigkeit und Fairness von John Rawls, die Kundschaft einig und einverständlich ist, wenn gefordert wird:

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Solche politischen und sozialen Güter sind nicht geheimnisvoller als der Sachverhalt, dass die Musiker eines Orchesters, die Spieler einer Mannschaft oder vielleicht sogar beide Mannschaften bei einer Begegnung mit Freude und einem gewissen (berechtigten) Stolz bei der Sache sind, wenn die Aufführung oder das Spiel so gut sind, dass man sich daran erinnern möchte…“.

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Bildschirmfoto vom 2015-07-17 19:44:44

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Und wer unmusikalisch ist und keinen Fußballbazillus hat, muss hier eben verzichten, das GUTE zu begreifen. „Promise of the Real“ heißt die Begleitband von Neil Young für sein MONSANTO-Projekt. Er ist sehr begeistert – endlich mal wieder was richtig Lautes und Ernstgemeintes: Its a new day for love: A Rock Star Bucks A Coffee Shop.

Es sind quasi Enkel. Und es ist politisch: Don’t want a GMO (Genetically Modified Organism).

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Er sieht zwar, dass die Menschen eine Lebenskultur pflegen, in der es zu schwache Anknüpfung für die neue Sinnlichkeit gibt.

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Das ist aber nicht die Vorsehung. Es ist nicht die Natur, schlaue Wirkungen zu verkennen.

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Es ist nicht wirklich zu verstehen, warum zwei verhängnisvolle Kulturmachenschaften herrschen können: Profit und Gewalt. Und die große Zahl der Kulturmenschen glauben, sie selbst stecken nur wehrlos im Entmündigungsbecken.

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Alles ist verdreckt. Das Wasser der Erde bis in die tiefsten Schichten trägt dauerhafte Kunst-Chemikalien. Unsere Atemluft wird nach Grenzwerten vergiftet. Wir schlucken, wenn es heißt „Monsanto-Gene“ bringen Milliardengewinne und dienen der Ernährung von Millionen armen Menschen. Krebsursachen sind nicht nachgewiesen: Krebs – das ist doch klar – kommt von Gott.

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Das ist leicht zu verstehen:

Neue Sinnlichkeit 67 Blätter für annehmlich gemachte Wahrheiten:

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Es gibt die Poesie der Einsicht und das Vermögen zur Selbstveränderung.

Wenn unsere Welt von transnationalen Banken und von haftungsschwachen Geschäftemachern versaut und verbaut wird, muss das einer heteronomen Zweckmoral und -fairness gemäß vom Rechtsstaat verhindert werden.

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Bei Wahlen, darf man die nicht wählen.

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Parteien, die ihre Rechtspflichten in Parlamenten und Regierungen an meistbietende Profitmacher verkaufen, sind korrupt. Wähler, die diese korrupten Parteien wählen, weil sie selbst davon kurzfristig zu profitieren hoffen, aber keinen Schluck klares Wasser mehr zu trinken haben – sind verirrt.

Und es ist das Allerletzte, wenn die Einsichtigen behaupten: Der Konsument ist der Verursacher – NEIN! Die große Zahl ist unmündig und uneinsichtig, sie können nicht gegen die eigene Urteilsschwäche wählen. Die haben nicht die Wahl. Aber die Einsichtigen. Die müssen Vorbild sein und Aufklärung reklamieren.

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Ich sehe es – aber ich kann es nicht verstehen. Denn die sinnliche Qualität ist entweder zu greifen, zu sehen, zu trinken, zu essen, zu riechen, zu hören, zu schmecken oder sie ist sinnlich nicht zu verifizieren.

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Also: Wer kauft Speise, die gut schmeckt, gut aussieht, billig ist usw. die aber krebserregende Stoffe enthält?

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Wer kauft chemisch versetzte Äpfel, die sehr gut riechen, gut aussehen und schmecken, aber voller Gift sind?

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Und hierfür die sinnliche Transparenz politisch rechtsstaatlich zu verlangen, kann jeder vollwertige Mensch – die blöden ausgenommen.

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Wir sind also einem westlichen Finanzsystem ausgesetzt, das uns seine sinnliche Qualität verheimlicht. TTIP wird geheim verhandelt – warum?

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Wir können uns ganz sinnlich nicht damit zufrieden geben, wenn von oben gesagt wird: Dies und jenes ist eben systemisch.

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Die Neue Sinnlichkeit stellt doch lediglich heraus, dass uns in der angeblich freien Demokratie die eigene sinnliche Einbindung in unsere Welt genommen wird. Man will keine Genmanipulation deren Folgen nicht qualifiziert werden können. Er will keine us-amerikanischen Schiedsgerichte, die solchen Lebensvernichtern freie Bahn oder „Verlustausfall-Strafzahlungen“ zusprechen:

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Entweder Zerstörung des Erdbodens durch ein geheimgehaltenes Fracking-Chemie-Cocktail oder Strafzahlungen. Das öffnet jeder verbrecherischen Bank die Produkt-Profilierung von betrügerischen Start-Ups, um Schadensersatzprozesse in Deutschland durchzusetzen: Wie sollen sich dann keine internationale Prozesskosten-Investoren-Pools von Anklage-Designern bilden, gegen die eine kleine Gemeinde in Mecklenburg im Streit mit EXXON vor einem US-Schiedsgericht keine Chance hat? Denn kostspielige Gutachten geben den Ausschlag beim Schiedsgericht. Man weiß: In Unterhose jagt man nicht. Und arme Dorfvorsteher können nicht mal ein Flugticket zur Anreise nach Houston zahlen.

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Neue Sinnlichkeit ist die Trostvariante des Lebens. Es wird Rechtfertigung für öffentliche Zweckhandlungen verlangt und nicht nur designte Mehrheiten akzeptiert.

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Es gibt sinnliche Wahrheiten und naturwissenschaftliche Befunde. Es ist lächerlich, wenn heute der Wissenschaftsbetrieb politisch durchsetzt, dass zukünftig Forschungsförderung da hin gezahlt wird, wo Naturwissenschaftler mit „Geisteswissenschaftlern“ gemeinsam Naturwissenschaften treiben müssen. Das fehlt heute meist.

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Wer keine Ahnung hat, sollte lieber nachfragen. Und feinsinnig bedeutet das: Ein Physiker ist ein Wissenschaftler, dessen Wissenschaft keine Befehle empfängt.

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Ein guter Maler ist ein Künstler, der keine Befehle ausführt.

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Die gesamte kulturbolschewistische Machtübernahme von sogenannten Geisteswissenschaftlern in Kunst und Kultur, zusammen mit dem Mammutanteil von etwa 95 % an den Geldmitteln für Kunst und Kultur, ist die Vermittelalterlichung unserer entsinnlichten dummen Lebensweise Und fragst du warum? Wie?

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Und es wird eben auf Gutachter verwiesen, die mehrheitlich vor Gericht feststellen ließen: Systemisch ist systemisch.

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Als er ein richtiger junger Mensch war, der schon auf eigene Faust und Rechnung leben durfte, hatte er sehr bald ganz eigene Vorlieben ausentwickelt – das ganze Leben umfassend:

Lieblingsfarben (Blau, Rot, Weiß), Lieblingslandschaften (Das Meer von der Küste aus, die heiligen Orte, wie am Gorges du Tarn in den Cevennen, San Miniato al Monte oberhalb Firenze, Fex-Tal, Lüdersen mit roten Ziegeldächern und Steeple zwischen grünen Kastanien, Kaiserallee in Springe …als goethesche Ideallandschaft), Lieblingswetter (Sommerhitze), Lieblingsmenschen (eigenartig freie Sozialdynamiker), Lieblingsmusik (alle Sinnklänge), Lieblingsschriftsteller (Nietzsche, Robert Walser, Gottfried Keller, Jakob Wassermann, Walter Bauer, Ludwig Marcuse), Lieblingsfrauen (Spätmenschen, die Anstrengung witzig finden), Lieblingsarchitektur (Streulandschaftsbauten), Lieblingsmaler (Georges de La Tour, Caravaggio, Breugel Jr., Segantini, Edvard Munch, Piero della Francesca, Giovanni Bellini), Lieblingskomponist (Neil Young, Lennon / Mc Cartney, Jagger / Richards, Beethoven, Schubert, Berlioz, Tschaikowskij, Schostakowitsch), Lieblingsgitarrist (Michael Reinhards, Jimi Hendrix), Lieblingsfußballer (dünnes Müller).

Abgekürzt zu sagen – sein Tagesbogen war stets auf diese Lieblings-Höhepunkte gerichtet. Das ging meist über seine sozial Nächsten, die eine gewisse Anknüpfung zur gewählten Lieblingswelt boten und eine gewisse Sonorität zu solchen Qualitäten eigneten.

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And I was so much older than, I am younger than that now (Song von Bob Dylan).

Oder noch anders: Wussten Sie, man nennt Johann Sebastian Bach auch den fünften Evangelisten. Weil in seinen Oratorien vorwiegend vom Neuen Testament gesungen wird. Das ist die luthersche Individualprotestantik. Während der gleichaltrige Kollege Georg Friedrich Händel überwiegend das Alte Testament bringt – und da ist mehr das kollektive Israelitentum im Britischen angelegt (Jan Assmann / Notger Slenczka).

Er findet das Alte Testament interessanter.

So waren seine Atelierräume in Springe am Deister, anfang der 1970er Jahre so passend, dass sogar die Bildmaße danach bestimmt wurden – der Blick Richtung Osten passte zum Sonnenverlauf.

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Was er nicht nachvollziehen kann, dass Leute sich gegen Vertragsregelungen zwischen Menschen wenden: ZWEI Menschen erörtern einen Wert, den sie sprachlich fassen, dass sie keine Zweifel an dem gemeinsamen Wert und an der dazu verabredeten sprachlich Wertbindung haben. Semantische Verständigung – was sollte daran problematisch sein, wenn ein solcher Vertrag freiwillig verabredet wird?

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Genau so unterscheidet Mikis Theodorakis, der berühmte griechische Komponist seines Landes, Kunst – nämlich „Klang als kreative Harmonie statt Chaos“.

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In einem FAZ-Interview von Juni 2015 von Hansgeorg Hermann sagte Theodorakis zu Thomas Manns “dämonisches Potential des Klanges“: „… Die alten Griechen glaubten, die Quintessenz allen Wissens liege im Erkennen jener Gegensätze, aus denen der Kosmos entstand. Chaos und Harmonie, Leben und Tod, das Nichts und die Unendlichkeit – jeweils zwei Seiten derselben Medaille. Das Material der Musik ist der Klang. So sicher die Musik aus Klang besteht, so wenig ist Klang aber Musik. Der Klang ist lediglich ein Ausschnitt von etwas, aus dem nur dann Musik wird, wenn die Kreativität hinzukommt. Der Komponist schafft Leben, das heißt Harmonie. Und nicht Chaos, denn das wäre Tod. Dieser Gegensatz wird personifiziert von der Harmonie Beethovens und dem Chaos Hitlers – um hier ein Beispiel aus dem Land Thomas Manns zu nennen. … Unser aller Leben hatte einmal einen natürlichen Rhythmus, den haben wir verloren. Wir versinken in ungeheueren Geldbewegungen und einem Bombardement von Informationen, wir verlieren und vergessen unsere Menschlichkeit, unser Menschsein. Dabei haben wir Hunger auf echte Harmonie – nicht auf solche, die als Illusion daherkommt. Die Menschen sollten lernen, der Disharmonie entgegenzutreten und falsche Harmonie zu erkennen.

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An die Politik gerichtet: Es ist äußerst gefährlich. Situationen falscher Harmonie zu erzeugen. … Die Kraft des Chaos. Wir erleben heute das vielleicht größte Chaos, dem Menschen jemals ausgesetzt waren. Wir hatten in Europa furchtbare Kriege, doch ich fürchte, diesmal ist es schlimmer. Das Chaos wird uns eingepflanzt, jeden Tag, und es lebt in jedem von uns. In diesem Moment unseres Gesprächs werden Menschen geschlagen und getötet, überall auf der Welt. Wir sind geworden, was wir nicht sein wollen. … Ich empfinde auch hier den Unterschied zwischen dem Gesetz der Harmonie und dem des Chaos. Jene, die Krieg und Folter wollen, sind die Organe des Chaos.

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Leider muss er feststellen, dass die Kräfte des Chaos und ihre Helfer es geschafft haben, viele Menschen sind Völker, besonders in Europa, zu betrügen. Es schaudert ihn, wenn er hört, dass bestimmte Leute nicht davor zurückschrecken, die Folter als Notwendigkeit für bestimmte Fälle zu betrachten. Wer es wagt, so etwas zu sagen, ist – wie der von ihm genannte Terrorist – selbst ein Ungeheuer. … Musik ist eine Brücke. Sie drückt den Wunsch des Menschen nach Gesellschaft aus. Menschen leben in völlig unterschiedlichen, oft weit voneinander entfernten Gegenden, Ländern, Kontinenten. Die überwältigende Zahl von ihnen wird sich nie kennenlernen, nie miteinander sprechen können, wenig voneinander wissen. Aber genau diese Menschen können alle die gleiche Musik hören und lieben.

Wir haben Tausende solcher Brücken. Musik ist nur eine davon. Leider gibt es auch Brücken, die nicht beschritten werden. Doch schon immer waren wenige herausragende Persönlichkeiten – Philosophen, Musiker, Maler, Schriftsteller – mit ihren Stimmen sozusagen die Einheitswährung menschlicher Kultur und Kommunikation. … Das “Lied vom toten Bruder“, das er als zeitgenössische griechische Volkstragödie bezeichnet, wurde zum ersten Mal im Herbst 1962 in Athen vorgestellt. Sein Aufbau war inspiriert von der antiken Tragödie – mit dem Unterschied, dass er den archaischen Tanz durch ein Orchester mit volkstümlichen Instrumenten ersetzt hat und den ursprünglichen Vorsänger durch einen Liedsänger der Gegenwart. Der Bürgerkrieg war damals ein Tabuthema und die Aufführung des Stücks ein Tabubruch. Entsprechend emotional waren die Reaktionen. Wir haben das „Lied“ dann zu Beginn des Jahrtausends neu aufgenommen, mit jungen Musikern und Sängern; es vergeht jetzt kaum ein Monat, in dem es nicht aufgeführt würde. Mehr als fünfzig Jahre nach seiner Premiere ist die dem Lied innewohnende Idee von der nationalen Versöhnung zum kulturellen Besitz aller Griechen geworden. … Nun, er zumindest werde bald nicht mehr da sein. Sie schon. Sie werden noch leben. Und Sie werden zurechtkommen müssen mit dem Chaos. Wo sollen wir Hoffnung hernehmen? Man raubt sie uns ja jeden Tag. Er ist täglich umgeben vom Chaos. Und doch … plötzlich, völlig unerwartet, fällt ihm eine Melodie ein. Das ist ein Wunder. Jeder Mensch hat Harmonie in sich, er will sie, und er braucht sie. Wir könnten eine harmonische Welt herstellen, wir müssten sie nur wollen. Er spricht hier nicht von dem, was machbar ist, was Wirklichkeit sein kann. Wir dürfen dem Chaos einfach nicht erlauben, sich bei uns einzunisten. Er selbst aber will so schnell wie möglich sterben, seine Eltern und sein Bruder sind schon gegangen, sie warten. (So weit Mikis Theodorakis im Juni 2015 lm Gespräch mit Hansgeorg Hermann).

Nachdem seine ERFOLGSKINDER, politischen Angriffen gedankt, die freiwillige Lese-Kundschaft auf den wertvollen Kern verkürzt haben, darf er es sagen: WIR.

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WIR in der Neuen Sinnlichkeit und seine Künstlerfreunde – dazu muss man schon eigen sein: Wir sind wirklich eigen. Wir sind außergewöhnliche Einzelgänger. Unser Kollektiv besteht in der Heteronomie der Wege und Gangarten – auch das ist WIR.

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Leider scheinen WIR sterblich. Jedenfalls ist er froh, einige derart versprengte Zeitgenossen zu kennen – auch wenn es ein bescheidenes Programm ist. Gustav von Campe merkte Hilde Domin an. Und so zitiert er Hilde Domin hier, die schrieb:

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Hand in Hand mit der Sprache bis zuletzt“.

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Das sitzt nicht schlecht und hier: Hilde Domin (1909 Köln, wie Alphonse, 2006 in Heidelberg gestorben):

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Vaterländer

Soviel Vaterländer wie der Mensch hat

vaterlandslos

heimatlos

jede neue Vertreibung

ein neues Land macht die Arme auf

mehr oder weniger

die Arme der Paßkontrolle

und dann die Menschen

immer sind welche da

die Arme öffnen

eine Gymnastik

in diesem Jahrhundert

der Füße der Arme

unordentlicher Gebrauch unserer Glieder

irgend etwas ist immer da

das sich zu lieben lohnt

irgend etwas ist nie da

Alle diese Länder haben Grenzen

gegen Nachbarländer“

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Hilde Domins Gedicht könnte den Titel WIR

tragen.

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Und er liest über Briefe: Wenn du selbst nicht mehr ganz da bist, kannst du doch Briefzeugnisse der Restzeitgenossenschaft verfassen:

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Er muss dann immer wieder sehen, wie er auf seine eigene Wunschvorstellung hereinfällt, dass Appelle und Argumente nicht geeignet sind, zu überzeugen, wenn man die Wertübermittlung nicht annehmbar vorzunehmen vermag:

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Er hält es aber für dumm – und findet es äußerst annehmbar für jeden Leser, seine Wertäußerung auszuprobieren (Leserinnen machen sowieso nicht, was er will), wenn er darauf hinweist: „Das Wahre, das Schöne, das Gute“ ist immer das Wünschenswerte, nicht nur in der Kunst. Und es ist absurd zu blöde, wie es kürzlich Thomas Steinfeld in der Süddeutschen Zeitung wiederholt erklären wollte – er meint: Das Wahre ist nicht das Wahre, das Gute ist nicht immer das Gute, das Schöne ist nicht immer das Schöne, das Wahre ist nicht das Gute, das Gute ist nicht immer das Schöne, das Schöne ist nicht immer das Wahre usw.“

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Und Burkhard Müller-Ullrich der Seifenhändler der „Achse des Guten“ hilft noch nach: Diese Verdächtigungen des „Guten, Wahren, Schönen“ bedeutet für die heutige Kunst: Das Unschöne, das Unwahre, das Ungute sollen das Gepräge der Kunst manifestieren.

Doch es ist nur dumm, das Böse auch noch mutwillig liebevoll zu gestalten. Und was soll denn ein Kunstwerk, das lieblos gemacht ist? Und ist nicht die gesamte heutige Vorstellungswelt derart unkontrolliert und meist weit unter den Möglichkeiten einer gepflegten Kultur etabliert? Darf denn jeder Sprudelkopf herummachen und noch angelacht wird, während kultivierte Haltung moralisch abgelehnt wird? ANTWORT: JA – darf.

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Und um die Ecke gefragt: Dass die Kunstkammern vor allem die Schaulust ihrer Besucher befriedigen, als geselliger Treffpunkt anstatt zur Erforschung der Welt dienten und über ihre demonstrative Nutzlosigkeit soziale Distinktion herstellen sollten?

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EINS: INKLUSION/ EXLUSION sprechen dafür, wenn es sich um sozio-kulturelle Bedürfnisse handelt, die bedient werden.

ZWEI Wie könnten die unter EINS gewonnenen Vorteile sonstige Aspirationen verhindern oder vernichten? etwa die an der sinnlich-empirischen Kunst uninteressierten Interpretations- und Diskurs-Sperenzien nicht zum Leitbild und zur Herrschaft über Herzen und Köpfen geeignet sind. Selbst nicht, wenn sie die sinnliche Kunst vernichten und verpönen.

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Und soll doch jeder in unserer JEDER IST EIN KÜNSTLER-Verhanswurstung seine belanglosen Schmierereien machen – schon beim ersten Versuch ein HILDE-DOMIN-Gedicht abzufassen, merkt jeder, wie öde Belangloses eben nur ist und eine Kindergrippe – ich übertreibe unnötig – die ersten Masern, sind unendlich inspirierender und kunstvoll in ihrer Natur, oder ob eine transzendente Quelle entsteht.

Kurz –

Leute!

Vertut euch nicht mit Verhanswurstung.

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Das BRIEFSCHREIBEN – es steht dem Altersfußlahmen an, seinen sozialen Rahmen fortzusetzen, ohne den Schlafsaal zu verlassen – man kanns auch diktieren.

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Von einem Badenweiler-Aufenthalt in der Villa Martha gibt es eine erste Vorstellung des genialen deutschen Malers und Zeichners Walter Boeckh (1904-1989) – auch zur Frage: Gibt es Kunst und Künstler, die wir im vergangenen Jahrhundert übersahen?

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Walter Boeckh war ein überragendes Augen-Hand-Genie. Zeitgenossen sprachen Boeckh als „Bildnis-Maler“ an. Tausende Handskizzen, Zeichnungen, Aquarelle, Ölmalereien und Mischtechniken. Dietmar Moews hat das jetzt digital fotografiert und dabei Boeckhs Kinder intensiv interviewt.

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Dass nun mein längst verblichener Freund Eberhard Jäger, (1915-2006) der Kirchenmusiker und Diakon, geboren im Jahr 1915 in Kamenz, wo er noch bei dem Dresdner Otto Gussmann-Kunsthistoriker ERICH HAENEL Schulunterricht genoss – das wird mit einem EBERHARD JÄGER Lexikoneintrag zu seinem Hundertsten gefeiert.

Er freut sich über das Erscheinen dieses 67sten Blattes, des schönen Mainzer Straßen-Festplakats als Umschlag und grüße ganz herzlich die neuen Abonnenten.

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Gerne gibt er eine Andeutung der Anmutung einer Weihnachtssendung, die viele schöne Jahre die Weihnachts beglitt: RUDI – das Weihnachts-Renntier der Briten. Und der Weihnachtsbrief von Franz Otto Kopp hatte die Diade vom Telefon auf das Dintenuniversum übertragen. Das war doppelt schön: Er war vom Telefon entlastet – und es entstanden solch versammelte Aussendungen.

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Dass für EDWARD SNOWDEN die freie Welt eintreten muss, muss so langsam angeschoben werden. Angeblich hat das E U-Parlament dazu einen knappen Mehrheitsbeschluss gefasst.

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Zuletzt ist allen Kunstförderern dieser Blätter wiederum ausdrücklich zu danken. Mit einem Abonnement auf Lebenszeit für einmalige Geldanlage von 500 Euro kann schon eine neue Ausgabe erscheinen. Das ist immer wieder ein kleines Fest, wenn das abonnierte Blatt per Holzpost überraschend hereinflattert (etwaigen Adressenwechsel bitte hier mitteilen). Und sehr froh ist der Künstlergelehrte, wenn aus dem Off Jemand signalisiert: HEUREKA – eine Neue Sinnlichkeit kam hier an. Denn wie sollte sonst der erfolgreiche Versand vergewissert sein?

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Dietmar Moews meint: Die besondere lose Erscheinungsfolge der Blätter Neue Sinnlichkeit für Kunst und Kultur und die von Ausgabe zu Ausgabe wechselnden Untertitel haben den Literaturpflegern des DLA Aufmerksamkeit abverlangt.

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Und jetzt findet jeder Interessent Nachweise und Bezeugung der seit 1979 erscheinenden Blätter und deren zahlreichen Künstlern und Autoren.

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Neben dem DLA-Marbach sammeln auch die Bayerische Staatsbibliothek in München, die Sächsische Staatsbibliothek in Dresden, die Deutsche Universalbibliothek Frankfurt am Main /Leipzig, die Niedersächsische Landesbibliothek, das Hannoversche Stadtarchiv, das Stadtarchiv Springe, die Nordrhein-Westfälische Landesbibliothek die Neue Sinnlichkeit Blätter für Kunst und Kultur, ISSN 1432-5268 seit 1979 aus Hannover, München, Leipzig, Magdeburg, Dresden, Berlin, Köln.

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Indem ich Ihnen ein langes Leben wünsche, sparen Sie auf diese Weise ganz erheblich.

Abonnement auf Lebenszeit für EURO 500,- (oder entsprechender Landeswährung)

Einzelpreis oder Abonnement inkl. Versand EURO 12.-, Schüler bei Selbstabholung EURO 4.-

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PANDORA KUNST PROJEKT

zu Händen Dr. Dietmar Moews

Mainzer Straße 28

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