Nationaldeutschland BERLIN FRANKFURT BONN

November 1, 2021

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am Montag, 1. November 2021

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Wir haben in Deutschland ein ganz ungewöhnlich weitreichendes und kostspieliges staatliches Massenmedien-System, wo eine ziemlich unkontrollierte Intendanten-Dienstklasse mit unglaublichen Jahresgehältern und nur ausnahmsweise exzellenten publizistischen Leistungen hervortritt. Wir werden – ähnlich den Kommerzmedien – mit Dauer-TATORT-Krimis im Staatsfernsehen zugeschissen, wenn nicht gerade propagandistische CORONA-Pseudo-Immunisierungen angeordnet werden.

Wer sich als deutscher Staatsbürger nach seiner Schulpflichtzeit noch für Bildung und für politische Geschichte interessiert, muss sich allein auf den Weg machen – Informationen und sozio-kulturelle Verkehrsformen aufsuchen bzw. selbst aufbauen. Heute stehen Internetz-Inhalte und Bibliotheken ziemlich vielfältig frei bereit und Zensur kann man durch eigene Navigation (Apps vermeiden) weitgehend umgehen. Wissen und Informationen sind zugänglich.

Fragt man in verschiedenen deutschen Regionen nach Deutschland und den nationalen deutschen Entwicklungslinien, reicht es kaum bis zum Beginn der geteilten Nachkriegsregionen zurück – besetzte Westzonen, besetzte Ostzone. Ansonsten hat man meist regionale Heimatkenntnisse, während andere deutsche Gegenden und deren Geschichte nicht mal bis zur ersten Reichsgründung reichen, als die eigenständigen Kulturregionen in ein gemeinsames Deutsches Reich (1871) mit einem „Kaiser“ genannten „Regionalkönig“ zusammengeschlossen wurden. Schleichend hat man das preußische Regiment mit dem nationaldeutschen Vorurteil verwechselt (um vorzutäuschen, dass vor dem Wiener Kongress eine habsburgische „Blähung Deutscher Nationen“ dem heischigen Preußen erlaubt hätte sich NATIONALDEUTSCHLAND ZU NENNEN – und das Haufendorf Berlin zur Reichshauptstadt zu erklären.

Allerdings haben die durchschnittlichen Regionaldeutschen, z. B. Schwaben in Stuttgart, dann erstaunliche lückenhafte, gar nicht über die Region wirklich hinausstrahlende Kenntnisse und Bewusstseine, so wie örtlich selbstverständliche Traditionen (dass man in der Kehrwoche nicht nur die Straße reinigen muss), die anderswo unbekannt sind. Z. B. wissen Menschen in Baden viel über ihre deutsche Demokratiegeschichte, Bayern über Wittelsbacher, Kirche, Franken? – denken selber, anders als Oberbayern oder Allgäu, Ruhrgebietler über Schwerindustrie und Kriegsherrschaften, Rheinländer über links- und rechtsrheinische liberale oder preußische Kräfte und Preußen? Ja, Potsdam ist die schönste Stadt Deutschlands (gewesen), sagen Potsdsamer, wenn man sie für Berliner hält. Berlin? fährt Ihr Taxi von BER nach Alt-Pankow über Charlottenburg haben Sie einen Westberliner entweder Prolet- oder Gastarbeiter-Taxifahrer, gehts von BER östlich nach Pankow, haben sie einen Wendeverlierer der SED-Taxifahrer. Schönheit? – die Sachsen kennen die sächsischen Geschichten und haben sowohl Wunderkammern, die Restdeutschland nicht kennt, und eine Nichtkriegsbereitschaft-Geschichte, die anderswo tatsächlich als „unpreußisch“ bewertet wird. Wenn wir Frankfurt am Main und Bonn in den Blick nehmen, ist die kleinfürstentümliche deutsche Vorgeschichte Hessens zu begreifen. Bei Bonn kann ich nur empfehlen mal hinzugehen, umherzugehen und dazu die Überlegungen des Wolfgang Koeppen im „Treibhaus“ zu bedenken, wie sympathisch Westdeutschland eine kleine Hauptstadt bis 1991 auslegen konnte.

FAZ, Feuilleton, Seite 9, am 30. Oktober 2021 von SIMON STRAUSS, „Zwei Städte wie Tag und Nacht. Frankfurt von Berlin aus gesehen: Dort zählen Tatsachen, hier Einbildungen. Womöglich hat man sich bei der Wahl der Hauptstadt vertan (Frankfurter Geschichten)“ …

„… In Frankfurt kann man gut für sich sein und bleiben. Das, was manche das „Provinzielle“ nennen, ist in Wahrheit eine gemütliche Großzügigkeit. Ja, Frankfurt ist eine großzügige Stadt. Die es ihren Bewohnern nicht übel nimmt, wenn sie nur unter der Woche oder tageweise da sind. Die jeden Tag viel Besuch aus aller Welt empfängt, aber auch schnell wieder gehen lässt, ohne beleidigt zu sein. Die weiß, dass sie kein kulturelles Zentrum (mehr) ist, aber gerade deshalb umso besser mit ihren Theatern, Museen und Schriftstellern umgeht, als es sonst vielerorts üblich ist. Eine so förderwillige, kunstbegeisterte Bürgerschaft gibt es in Deutschland kein zweites Mal. Schon gar nicht in Berlin, wo sowieso alle Künstler sind oder sich so fühlen, aber die Kunst an sich wenig zählt…“

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Dietmar Moews 1978 bei Hanns Jachim Friedrichs im ZDF Sportstudio

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Dietmar Moews meint: Ich habe das „preußische Drama“ mit der Nichtstadt BERLIN in meiner Zeitschrift NEUE SINNLICHKEIT immer wieder aufgegriffen und stimme dem FAZ-Autor SIMON STRAUSS vollkommen zu (mein Vater ist in Niederschönhausen geboren und hat in Berlin studiert – ich ging anläßlich eines Familienbesuches noch als neunjähriges Kind durch das unvermauerte Brandenburger Tor und habe von 2008 bis 2012 in Alt-Pankow gewohnt und in Berlin etwa 10.000 Berlin-Politik-Videos produziert, die man bei YOUTUBE dietmarmoews in LICHTGESCHWINDIGKEIT ansehen kann. Ich bin gegen Berlin als deutsche Hauptstadt – ich bin für Bonn.

Außerdem finde ich skandalös, dass man einen Camouflagebau am Alexanderplatz mit leerer Humboldt-Reklame zu füllen gedenkt, anstatt den Universitätsgründer Gottfried Wilhelm Leibniz als wirkliche europäische Mitte endlich mal zu erarbeiten. Die Nichtbeschäftigung mit LEIBNIZ ist die schwerste angängige preußische Dummheit der Deutschen.

Man muss erkennen, dass Berlin als historische städtebauliche Siedlung keine Stadt war und nicht ist, sondern ein unförmiger Haufen Dörfer. Und weder Hitlers eiskalter Stadtumbau nach 1933 und sein heißer Stadtumbau ab 1939 haben der preußischen Großstadt eine funktionierende Form gegeben, so wenig wie der Aufbau nach 1945 es dann mit Ost und West anstellte. BERLIN war ein dysfunktionalisiertes Kommunikationsdurcheinander und soziologisch Alles andere als eine Stadt – subventionierte Schwachbürger in Westberlin – SED-Schranzentum in Ostberlin, dazwischen deren Familien, die ja auch ihr Recht hatten, Selbstgefühl zu haben, ohne nun gerade Stalin, Hitler, Marx, Hohenzollern oder Preußen zu studieren. (Vgl. Hans Scholz, „Berlin, jetzt freue dich“)

Mit der Entwicklungslinie aus der Bismarckzeit von nationalistischem Preußengehabe, dass der 1. Preußenkönig kreierte und dem sozialistischen Wünschen der frühkapitalistischen Massenarbeitslosen, waren adeliges Großbürger-Kapital, Kirchengehabe und Militarismus ganz eigenartig PREUSSISCH, was man dann für DEUTSCH zu halten hatte. Das preußische Menschenbild, wie es in HINDENBURG, dem Hitlerschuldigen, vollkommen verkörpert worden ist, bis zur Verblödung, ist noch den heutigen Dünkel-Berlinern überhaupt nicht als ihr Ahnherr in Ahnung.

Kurz (eigentlich viel zu kurz), bei SIMON STRAUSS fehlt die soziologische Unterfütterung seiner Bildbeschreibung zu Berlin und Frankfurt am Main. Die BERLINER von heute, können doch nicht ernsthaft die sozio-politische Gegebenheit sein, von der Kanzler Helmut Kohl historisch anbinden zu können glaubte, mit einer Bundeshauptstadt Berlin Deutschland bestens zukunftsgerichtet.

Ich möchte deshalb einen entscheidenden historischen Umstand nennen, denn der deutsche Flickenteppich, der kulturell niemals ein Deutsches Reich war und dessen deutschsprechende Bürger so wenig Bindung und Gemeinschaftsgeist hatten, wie man in Preußen – und später bei Hitler und in der DDR – durch den MILITARISMUS hatte:

Es ist, so weit ich sehe, bislang wenig beachtet worden, dass der moderne technisch-utilitaristische Geist, über dessen Zusammenhang mit dem Hitlermenschentum wir uns eine um 1 1/2 bis 2 Jahrhunderte ältere Vorform schon in dem preußischen Militarismus des Friedrich Wilhelm I. geschaffen hatten, beim Bestaunen des Genieverdachts der Berliner gegen sich selbst nicht ausreichend bedacht haben. Diese preußische Vorform prägte sich den Menschen außerordentlich fest und tief ein. Der Typus des preußischen Offiziers entstand, der sich sowohl vom Offizierstypus anderer Länder, wie von den Typen anderer Berufe im eigenen Lande scharf abhob. Das Entscheidende war, dass ein bestimmter rationaler Gedanke die absolute Herrschaft erhielt über alles irrationale Wesen im Menschen, – der Gedanke einer unbedingten nicht nach rechts und nicht nach links sehenden Hingabe an den Beruf und an den, der diesen Beruf ihm gab, den Obersten Kriegsherrn, um so ein Höchstmaß beruflicher Leistung als absoluten Wert hervorzubringen – auf dem Exerzierplatz noch mit besonderer ausgesuchter Berechnung und Technik. Denn hier wurde der Mensch eben dressiert, das heißt nach einem rationalen Schema umgebildet zu jenem Wesen, das blindlings sein Leben für einen von ihm nicht gesetzten Zweck zu opfern lernen sollte. Hier wurde er zu einem der unzähligen Stiftchen und Rädchen der große Maschine, die nicht nur dazu bestimmt war, auf dem Schlachtfeld in Dampf und Donner zu erbrausen, sondern eben schon vorher in langen Friedensjahren als mechanisches Kunstwerk im Dienste der staatlichen Macht große Dienste zu leisten hatte, dabei als ein Selbstzweck behandelt wurde, dem sich alles im Staate zu beugen hatte. Wir erkennen ein einseitiges Bild des preußischen Militarismus, wie er im 18. Jahrhundert zur Zeit der geworbenen Söldner, der Kantonpflicht und der Lineartaktik sich ausbildete. Denn mit ausschließlich mechanischen Mitteln konnte auch dieser kunstreiche, aus Menschenleben gebildete Mechanismus nicht leistungsfähig gemacht werden. Im preußischen Offizier lebten Gesinnungen des alten Rittertums und der Vasallentreue nach, und im eingezogenen Kantonisten konnten Heimatsgefühl und patriarchalische Königstreue zu sittlichen Sprungfedern werden. Aber das Seelenleben im Ganzen blieb bei Offizieren wie bei Mannschaften fest eingeschnürt und ausgerichtet für den rationalen Zweck einer militärischen Höchstleistung. Starke Charaktere konnten wohl auch in dieser Lebensform zu menschlicher Größe emporwachsen, und mächtige geistige Umwälzungen wie nach der französischen Revolution und durch die Goethezeit führten ihr auch neues frisches Blut aus den irrationalen Gebieten der Seele zu. Aber ein Kontinuum mechanisierten Soldatentums und Drillgeistes von den Tagen Friedrich Wilhelm I. her blieb auch in der umorganisierten allgemeinen Wehrpflicht.

Was sich ein 2021er Berliner selbst eingeschrieben finden mag, ist mir egal. Doch sind meine Weltkenntnisse und meine eigenen und familiaren BERLIN-Erfahrungen in all den sonstigen Weltregionen überhaupt nicht zu finden, die ich kennengelernt habe. Weder Sachsen, noch Oldenburger Ostfriesen und Holsteiner, nicht Schlesier, vielleicht Ostpreußen nicht so streng riechend wie Preußen, nicht Bayern oder Münchner, noch Badener in Karlsruhe oder Freiburg, weder Bremer noch Hamburger oder Braunschweiger (Hannoveraner) tragen dieses tradierte Gepräge der Vorstellung „Wie ist der Mensch“? Wie deutsch ist denn die Romantik der Grimmschen Märchen aus Kassel, die im Norddeutschen Bund nicht den deutschnationalen Zusammenhalt der Selbstverteidigung gegen Preußen hatte – wessen Bildung reicht dafür? Es sind preußische „Tugenden“ und der Militarismus, den das Hitlermenschtum abholen konnte (nachdem die auf 200.000 Mann begrenzte Reichswehr der Weimarer Republik nach jahrelanger Soldatenarbeitslosigkeit der Weltkriegssoldaten gerne bei SA, SS und Wehrmacht mitmachten).

Ich bin also ausdrücklich gegen die Hochwertung Preußens, bin gegen Hohenzollern und den Militarismus sowie nach wie vor für BONN als deutsche Hauptstadt und fände auch Frankfurt am Main möglicherweise noch zustimmungsgeeigneter als die Bonner linksrheinische Verdächtigkeit.

Vorstehende einige Gedanken zu SIMON STRAUSS‘ FAZ-Gedankensammlung Berlin/Frankfurt a.M.; ich weise gerne auf Friedrich Meinecke hin, der nach 1945 über die deutsche Katastrophe nachgedacht hatte und auf Theodor Lessings Bezeugungen über HINDENBURG als Militärtrottel, der von sich sagte:

„… selbst im altpreußischem Adel und in jenem Junkertum, dessen geistige Ansprüche vollauf gedeckt sind durch „wochentags die Kreuzzeitung und sonntags eine gute Predigt bei Herr Pastor,“ selbst in jenem ganz von Traditionen und Außenschliff lebenden Beamtenklüngel, der aus den feudalen Korps der Universitäten oder aus den für standesgemäß geltenden bevorzugten Regimentern seinen geistigen Nachwuchs bezieht, dürfte die gleiche Geistesferne und Geistesfremde doch wohl nicht häufig sein. Als Hindenburg als Kommandeur in Oldenburg stand, hielt der Freund meiner Jugend, Wilhelm Jordan, einer der besten und größten Männer Deutschlands, dort in der „Literarischen Gesellschaft“ eine Rhapsodie aus den Nibelungen, Hindenburg wurde gebeten, diesen Abend zu „protegieren“. Er antwortete mit einem Brief, in welchem es heißt: er habe als Militär leider nicht Zeit gefunden, sich mit Literatur zu beschäftigen, und könne daher die Nützlichkeit und den Wert des Abends nicht beurteilen.…“

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Geistloses Schloss der Preussen in Berlin eingeweiht

Juni 13, 2015
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vom Samstag, 13. Juni 2015

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Der Bürger hat Rechte vom Gesetz und durch den Rechtsstaat.

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Gestern wurde das Richtfest des „Berliner Schlosses“ mit staatlichem Getöse gefeiert.

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Ich habe Rechtsstaatsrechte. Meine Rechte werden so oft verletzt, dass ich diesem Berliner Regime nicht traue. Sie zerstören die lokale Politikbindung und den Föderalismus.

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Ich fühle mich zwischen IT-Drohnen, aktiver Käuflichkeit und Ethik schlecht geführt!

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Privatpersonen, Organisationen, Firmen und der Staat verletzen meine Rechte. Der deutsche Staat trickst die öffentliche Meinung aus und verhindert, dass Argumente und Meinungsbildung entstehen können.

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Und die gekaufte Wissenschaft rahmt den geistlosen Unkulturprozess mit mediokrem Personal und paradoxen Pseudo-Gutachten ein:

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Globus mit Vorgarten: Berlin Alt-Pankow 2010

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Wir hören:

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Bürgerinitiative: Die Kämpfer und Finanziers für dieses Wiederbauwerk „Berliner Schloss“ werden als erfolgreiche „HELDEN“ im Staatsfernsehen herausgestellt, anstatt zu zeigen, dass hier Halbwissen und Inkompetenz Geld und Massenkommunikation zur Durchsetzung schädlichen Stumpfsinns durchsetzen – mit letzter Luft wurde die Kampfparole „Humboldt“ ausgerufen:

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Bildschirmfoto vom 2013-01-28 15:41:11

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Keiner der Propagandisten des „Berliner Schlosses“ konnte eine anständige Vorstellung entwickeln, dazu. was mehr als das raumordnende Element der Fassaden und des camouflierten Beton-Kubus‘ gewonnen werden kann. (Wie weit die Werdersche Kirche vom Klassizisten Karl Friedrich Schinkel wirklich aufgenommen wird oder das Hauptgebäude der Humboldt-Universität oder der Berliner Dom?  – all diese eisenhölzernen Wunderwerke der Architektur – und die Kronprinzenpalais und Zeughaus, das Theater?)

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Dieses „Pseudo-Schloss“ wird ein brachiales Monument der zukunftslosen Geistlosigkeit sein. (Wir können schon mit der Umnutzungsfantasie oder der Abbruchfinanzierung beginnen).

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Der abgerissene „Lampenladen“ wäre zumindest ein denkmalschutzwertes Gebäude einer bedenklichen Architekturphase gewesen – denn die Asbestgebäude formten einen weiten „Alex“.

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Während jetzt die preussistische Angeberei der „Bauhelden“ nur zu retten wäre, wenn man den Dom (ähnlich Goethes Gartenhaus-Doublette von Weimar) originalgroß oben auf das Neubauschloss stellen würde: Eisenholz / Teakholz-Velours.

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EINS „Humboldt-Forum“ soll das neue „Berliner Schloss“ zukünftig genannt werden. „Humboldt“ soll hier der Weltreisende (jüngere) Humboldt, Alexander, sein: Alexander, der romantische Explorer Brasiliens, als Inspirator eines „Humboldt-Forums“ im Berliner Schloss-Neubau-Nachbau.

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ZWEI Berlin – historisches Hauptstadt-Stadtbild

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DREI Deutsche Tradition von Preussens Gloria und Hohenzollerns Staatsgeschichte

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Bildschirmfoto vom 2015-06-13 18:44:00

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Dietmar Moews meint: Ich bin schockiert, wie die Debatte um die raumordnenden Wertsetzungen und konkreten Maßnahmen des Hauptstadtbaus bislang gelaufen sind.

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Es begann mit der missglückten Bestimmung des neuen Ortes der deutschen Hauptstadt: Berlin hätte es nicht werden dürfen.

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Alles sprach und spricht für Keetenheuves Bonn! (Wolfgang Koeppen „Das Treibhaus“)

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Dresden, Hamburg, München, Karlsruhe, Frankfurt am Main sind Deutschland, haben unter Preussen gelitten, und wären ein weniger belasteter Neustart ins europäische Vereinigungsdeutschland gewesen.

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Der Königsweg lautet: Bonn + gesamtdeutsche neue Verfassung.

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Zu EINS: „Humboldt-Forum“ soll das neue „Berliner Schloss“ zukünftig genannt werden. „Humboldt“ soll hier der Weltreisende (jüngere) Humboldt, Alexander, sein: Alexander (1769-1849), der romantische Explorer Brasiliens, hat noch mit dem älteren Bruder Wilhelm Humboldt (1767-1835) einen leitenden preussischen Beamten als Universitätspräsident von Hegels (1770-1831) Gnaden zur Verstärkung.

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Was soll ausser der preussisch-deutschen Selbstbestimmung, Rückblick und Kolonialbewusstsein mit dem Humboldt-Thema geeignet sein, die Welt und die Integration Europas schmackhaft zu machen?

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Weder Alexander noch Wilhelm von Humboldt noch Georg Wilhelm Hegel sind, ausgehend von der altehrwürdigen britischen und französischen Akademie der Wissenschaften, international beeindruckend.

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Leibniz (1646-1716) war der deutsche (sächsische / hannoversche) Vorkämpfer gegen die preussische Rückständigkeit in Berlin. Leibniz war der Gründer der Preussischen Akademie der Wissenschaften und der ersten Universität zu Berlin. Leibniz – Weltbürger und Weltreisender seiner Zeit, hielt lebendigen Kontakt zu den „deutschen“ Fürstentümern und deren Wissenschaftlern. Leibniz war in Paris, in London, in Wien, und konnte beim preussischen König die Bräsigkeit des Militarismus und der Religiösität durchbrechen. Leibniz bildete die frizianische Eselsbrücke zu Voltaire (1694-1778), nicht die Humboldts, nicht Hegel (1770-1831), Letzterer Recht- und Ordnung, Restauration und die Repetition des Wiener Kongress‘ aus preussischer Beamtensicht inspirierte.

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Der angeblich auf Europa und die Welt – und auf das deutsche Weltbürger-Entfaltungswesen selbst – ausstrahlende Impuls eines „FORUMS“, wie es das „Berliner Schloss“ angeblich werden soll – ist entweder ein bespaßter Indoor-Partykeller oder auch ein Inspirationskern mit erheblicher Aufladung und Nutzbarkeit:

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Dafür steht herausragend der Universalgelehrte und Weltbürger Gottfried Wilhelm LEIBNIZ – es ist das Lebenswerk von LEIBNIZ, dass darauf wartet, gehoben zu werden. Es liegt im Leibnizhaus in Hannover. Die Leibniz-Gesellschaft sitzt an der Nikolaikirche in Alt-Berlin.

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Unsere Schloss-Helden haben davon keinen Schimmer.

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Die Preussen-Propagandisten von Schloss und Humboldt scheinen nicht zu wissen, was Preussen mit Leibniz noch zu tun hätte. Der Ostpreusse Immanuel Kant steht hier als schockierende Biografie mit Weltbedeutung, was Preussen konnte: Preussen hatte seine Chance – und vergurkt: Der große Kant war lebendes Zeugnis der Vergurkung.

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Zu ZWEI Das Stadtbild der heutigen deutschen Bundeshauptstadt wird von mehreren stofflichen Tatsachen bestimmt:

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Erstens ist Berlins historische Herkunft nicht annähernd so tragend, wie viele große Orte – Aachen als fränkische Kaiserpfalz, Köln des Albertus Magnus und Römerort, Magdeburg als europäische Hauptstadt des Otto I., Dresden als sächsisches Philosophiemodell von Herrschaft und Kultur, Karlsruhe als Ort der badischen Demokratie nur als Andeutung. Die preussischen Könige hielten sich bevorzugt in Potsdam auf, nicht im Berliner Schloss.

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Zweitens ist Berlin keine bedeutende Stadtanlage, sondern ein aus den Dörfchen Berlin und Kölln zusammengewürfeltes Haufendorf, an einer jahreszeitlich wechselnden Wasserscheide von Spree und Havel.

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Drittens wurde Berlin im Zweiten Weltkrieg derartig zerschlagen, dass es keinen Wiederaufbau, sondern einen armseligen Neuaufbau aus der Not der Zeit nach 1945 werden musste.

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Viertens hat die Teilung und Aufteilung des unsouveränen Deutschlands, in drei Westzonen und eine Ostzone, in der ehemaligen Reichshauptstadt eine städtebauliche und sozio-kulturelle Neuauslegung erhalten: WEST war die Frontstadt der westlichen „Bundesrepublik Deutschland“ geworden. OST war die Hauptstadt der östlich-sowjetischen „Deutsche Demokratische Republik“.

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Damit war nach der Zerstörung der Vorkriegsbaustrukturen die gesamte soziale Funktion der beiden Teile Berlins hart zerschnitten. Was zusätzlich durch den Ostberliner Mauerbau von 1961 und die militärischen „Staatsgrenzen“ durch das gesamte Restdeutschland bestätigt worden war.

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Ost- und Westberlin blieben durch eine Gesamtumzingelung sowjetischer Sperranlagen, die Berlin umgaben, nach 1945 zwar zusammengeklammert, aber durch die militärische Staatsgrenze und die Mauer geteilt. Nur die alte S-Bahn, die Einflugschneisen und die wasserdurchflutete Landschaft dauerten als kontinuierliche stoffliche Verbindung der Stadt Berlin insgesamt. Die alte U-Bahn wurde von sowjetischer Seite abgeriegelt. Im Westberlin lebten Westberliner und „Wehrpflichtflüchtlinge“ – in Ostberlin lebte die SED-Nomenklatura. Die bedeutende Berliner Industrie sowie die ganzen Stammsitze der deutschen Weltfirmen waren gemeinsam verloren.

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Freie Universität West und Ost-Universität seit 1949 „Humboldt-Universität“ verfolgten geistig vollkommen getrennt gegensätzliche Wissenschaftsgrundsätze, wobei die Naturwissenschaften gemeinsam blieben.

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Ostberlin wurde zu einem „sozialistischen Hauptstadt-Stadtplan“ ausgelegt. Westberlin blieb im westlichen Wartestand – nicht mehr Produktionsort, nicht mehr Verwaltungsort, nicht mehr deutscher Herrschaftsort, aber westdeutscher Sozio-Politikort, ohne wesentliche städtebauliche Ambitionen. Man gebar aus dem Mangel die „Kiez-Szenerie“ Kreuzbergs – das alte Berliner Dorf kam wieder: Wedding blieb für sich, Spandau blieb für sich, Westend oder Grunewald. Tiergarten und Mitte – als Symbol das ehemalige Kommunikationszentrum „Potsdamer Platz“ – lagen brach. Moderne Ambitionen brachten die Nachkriegsarchitekten mit dem „Hansaviertel“, später mit dem postmodernen Spreeufer und herausgehoben, das heutige Kulturforum nahe Potsdamer Platz.

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Wer nach Dresden kommt, erlebt, was eine hohe Lage ist, was ein heiliger Ort ist – allein von der Stadtanlage. Dresdner erhalten quasi „per Geburt Schönheit ins Blut“. Berlin ist der schlechtgemalte Rinnstein, statt die gutgemalte Schlosstreppe: Auf nach Potsdam!

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Zu DREI: Wem die Reichshauptstadt Berlin als Fanal Preussens nicht genügt, genau an dem Ort nicht wieder anzufangen – wem die „Hauptstadt der DDR“ nicht zum Halse raushängt, weil vom Dynamo-Stadion bis zum Majakowski-Ring die von innenangerauhten Arbeitshemden den freien Atem ersticken, weil die Karl-Marx-Allee einen Privilegien-Mob verkörperte, wem die imperialistischen Botschaftsgebäude am Pariser Platz unsympathisch sind, wer sich 70 Jahre lang die bundesrepublikanischen Preussen-Elogen hat antun lassen, um dann im Potsdamer „Sanssouci“ auf Filzschuhen rumzurutschen, wen das schwarz-weiße Dress der Gesamtdeutschen Fußballer nicht an Hohenzollern erinnert, wer mehr in Kant die weltbedeutenden Universalien Leibniz‘ erkennt als beim beamtischen Hegel und trotzdem Berlin, das „Berliner Schloss“ und ein „Humboldt-Forum“ sich wünscht, wird sich auch zukünftig mit dialektischen Ereignissen abzufinden haben – die dann als „Paradoxien“ dekonstruiert werden werden.

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Die Vordenker und inhaltlichen Ansager für die zukünftige Nutzung des „Humboldt-Forums“ können einem nur das gerechte Grausen überstülpen.

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Weder der nominierte Intendant, der Brite Neil McGregor, noch der Wissenschafts-Simulant Horst Bredekamp kommen zu mehr als zu leeren Behauptungen:

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Das Humboldt-Forum ist keine zeitgenössische Wunderkammer, und das Humboldt-Forum wird das gestohlene Ehrenwort „Wunderkammer“ nicht lange missbrauchen können.

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Sowie die ersten Müllhalten der Artists in Residence als „Wunderkammer-Inhalte“ zur Schau gestellt werden und dazu, statt Leibniz‘ Genialität, Humboldtsche Romantik auf dem inferioren Versammlungsort des preussischen „Ordens pour le merite“, von Günther Ücker bis Durs Grünbein, als Falschgeld aufläuft, wird sich das internationale Interesse abwenden: Di hamma ooch – wird der stolze Sachse sagen. (Das Grüne Gewölbe im Dresdner Schloss enthält die Wunderkammer von August dem Starken Liebhaber).

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POSTSKRIPTUM: Bereits bei der Neugestaltung des ehemaligen Reichstagsgebäudes – jetzt der „Deutsche Bundestag“ im Berliner Regierungsviertel, wurde, mit geradezu mafiotischer Härte durchgesetzt, dass alle die Zerstörung von 1945 überstandenen Innenausbauten, Sekundärarchitektur, Holzpaneele, Dekorationen, Wandgestaltungen, – einst von Paul Wallot und Otto Gussmann geschaffenn – die noch heute existieren, verheimlicht wurden.

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Alle diese harten Fakten in die Fach-Diskussion über die neue Ausgestaltung (nach 1990) des Reichstags überhaupt, die erwogen und diskutiert werden konnten, wurden von der Bundesregierung unterdrückt, Die denkmalgeschützten Auslegungen des Architekten Paul Wallot und des Innenarchitekten Otto Gussmann blieben  – natürlich –  in den 1990er Jahren mit staatlicher Gewalt spurlos beseitigt.

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So ist es mit der gesamten Innengestaltung des „Berliner Schlosses“ ebenfalls. Es wurden viele original erhaltene Elemente der Innenarchitektur unterdrückt und überhaupt nicht zur Diskussion zugelassen. Was wir jetzt bekommen, ist ein amorpher Stahlbetonklotz – außen wie innen ohne Geist. Wer es so möchte – bitteschön – auch ohne deutschen Geist: Wer in Deutschland nicht Geist abmahnt, kommt gar nicht erst zu Fragen eines deutschen Geistes (was das ist?)

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DIETMAR MOEWS auf der Augustusbrücke vor der Dresdner Frauenkirche

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Ich eröffne die Diskussion zur Frage, was ist deutscher Geist bei Leibniz? Was ist sächsischer Geist bei Leibniz? Was ist hannoverscher Geist bei Leibniz? Was ist preussischer Geist bei Leibniz? Was ist Geist zu Stadtentwicklung und Architektur?

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Was die „beste aller Welten“ bei Leibniz im „Satz vom zureichenden Grunde“ ist, wird auch der Laie nachempfinden können: Eine Honigsaugung.

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Lichtgeschwindigkeit 27

Oktober 3, 2009

Ortstermin

Samstag, ca. 13 Uhr wird die nächste

Lichtgeschwindigkeit produziert.

Ort, Berlin, das älteste erhaltene Bauwerk –

eine Überraschung zum Feiertag:

Berlin jetzt freue dich

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