Lügenpresse für Aleppo: Drohnen Bomber ISIS Rebellen und Desinformation

August 8, 2016
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Vom Dienstag, 9. August 2016

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Nennen wir es Kampfmoral, Blutrunst und kollektive Intelligenz.

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Die allgemeine Öffentlichkeit wird schlecht informiert. Die bereitgestellten Informationen werden verheerend kommunikativ geführt. Folge ist:

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Blutrunst und eine kollektive Intelligenz, die nie die Höhe der Probleme erreicht, nie eine Friedensordnung zu konstituieren sucht und stets zu schlechten politischen Entscheidungen sich führen lässt.

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Süddeutsche Zeitung, Montag, 8. August 2016, titelt:

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Rebellen melden Erfolg in Aleppo“

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WOHER soll ein deutscher ZIVILIST sichere Informationen über Kriegsgeschehnisse beziehen, die von vielfältigen Desinformanden und unklaren militärpolitischen Ambitionen der Kriegsparteien bestimmt werden?

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WOHER? – wenn man den eigenen nationalen OFFIZIAL-REPRÄSENTANTEN und den deutschen BÜNDNISPARTNERN keineswegs noch irgendetwas glauben kann?

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300.000 wehrlose Zivilisten in der syrischen Stadt ALEPPO sind angeblich eingekesselt.

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Süddeutsche Zeitung also:

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…Kämpfer durchbrechen offenbar den Belagerungsring um die Stadt. Kairo – Syrische Regierungstruppen und Rebellen haben sich am Wochenende schwere Gefechte um Aleppo geliefert. Kämpfe islamistischer Brigaden hatten am Samstag erklärt, sie hätten den Belagerungsring um den von den Rebellen kontrollierten Ostteil der Stadt durchbrochen und die Artillerieschule im südwestlich gelegenen Stadtteil Ramousah eingenommen … Das Regime bestritt, dass die Rebellen … Das US-Außenministerium teilte mit, die Situation sei zu sehr im Fluss, um eine Aussage treffen zu können …“

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Deutschlandfunk 2016 zur LÜGENPRESSE

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Süddeutsche Zeitung, Montag, 8. August 2016, Seite 2 von Paul-Anton Krüger:

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„“Sorry, gleiche Scheiße wie gestern … Nicht jedes Detail … Schilderungen lässt sich prüfen, doch sie stimmen überein mit dem., was Hilfsorganisationen, Menschenrechtler und auch die UN berichten … versucht nur zu überleben in seiner Stadt, die eingeschlossen ist von der syrischen Armee, von schiitischen Milizionären und Hisbollah und irakischen Gruppen, die von Offizieren der iranischen Revolutionsgarden befehligt werden … der seit 2013 zwischen Rebellen und Regierung geteilten Stadt … daneben gibt es … russische Luftwaffe ist an den Bombardements seitens der Regierung beteiligt … daneben gibt es ISIS-kontrollierte Gebiete von Aleppo sowie kurdische Kontrolle … Kriegsverwundete werden zur medizinischen Versorgung in die nördlich nahe gelegene Türkei abtransportiert …“

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Süddeutsche Zeitung am 8. August 2016

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Die Türkei unterstützt also die Rebellen gegen die syrische Assad-Armee und die Russen.

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Auf die internationale Presseagentur AFP bezogen titelt neues deutschland, Montag, 8. August 2016:

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Heftige Kämpfe um Aleppo. Rebellen melden Durchbruch des Belagerungsrings der Armee. … syrische Medien bestreiten einen Durchbruch des Belagerungsrings und erklären, die Kämpfe dauerten an. / Die islamistische Miliz Ahrar a-Scham – ehemals Nusra-Front – hatte über Twitter mitgeteilt, die Rebellen hätten den Weg nach Aleppo frei gemacht. Die Londoner Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von bedeutenden Geländegewinnen der islamistischen Armee der Eroberung zusammengeschlossenen Milizen …“

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Dietmar Moews meint: Ich halte die Berichterstattung über die Zuspitzung in Aleppo für mutwillige Desinformation.

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DIE LAGE:

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Die für Damaskus und ganz Syrien wichtige Millionenstadt ALEPPO wurde von ISIS – das sind orthodox-sunnitische Kampfverbände – gewaltsam besetzt und werden jetzt von der syrischen Armee ASSADS, mit Hilfe Russlands und mit Hilfe diverser schiitischer und iranisch-orientierter Kampfverbände zurückerobert. 300.000 eingeschlossene syrische Zivilisten in Aleppo üben dabei starken Glauben an den Kriegs- und Liebesgott.

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Der Westen, zu dem als NATO-Mitglied zumindest die Türkei zählt, unterstützt die ALEPPO-Besetzer ISIS, ganz egal wie die jetzt in unseren westlichen Medien genannt werden. Da machte man mal schnell aus ISIS IS und aus ISIS in der New York Times machte man IS in der Süddeutschen Zeitung und aus ISIS machte man jetzt „REBELLEN“.

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Es sind also REBELLEN im weiteren Sinne Sunniten, die in der westlichen Lügenpresse immer „ISLAMISTEN“ genannt werden – kurz, ISIS ist in ALEPPO eingeschlossen.

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Draußen drängen nun SCHIITEN aus Persien, aus Irak aus Hisbollah, drinnen als Al-NUSRA bzw. AL QAIDA und REBELLEN sind die ISIS-SUNNITEN. Was da Kurden machen (Peschmerga?), ist nun auch nicht klar – auch die Kurden bekommen westliche Waffen.

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Was uns verheimlicht wird:

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Welche Waffen werden in ALEPPO benutzt? Wer hat dort russische und iranische Waffen? Wer hat NATO-Waffen?

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Und heraus kommt die LÜGENPRESSE und die WAHRHEIT der Waffenherkünfte:

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ISIS ist fundamentalistisch ISLAMISCH /Islamistisch und ISIS hat westliche Waffen. ISIS hat japanische Toyota-Pickups, ISIS hat westliche Panzer (aus Deutschland über Saudi-Arabien und Qatar eventuell?)

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Die deutschen Politikformationen und die deutschen Leitmedien haben alle ihre Vertreter in der Atlantik-Brücke, einem eingetragenen Verein ((e. V.), der international als NGO bekannt ist. Da hilft es wenig, wenn dazu die UNO angerufen wird, die ebenfalls Alles durchwinkt, was die Ober-Militaristen anzetteln. Und was tragen die US-Militaristen an eigennütziger Desinformation und Propaganda vor?

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Und die westliche LÜGENPRESSE – der DLF gestern – spricht von den „ungelenkten Bomben des Zweiten Weltkriegs der Russen, die wahllos Alles zertrümmern. Anders dagegen die westlichen Lenkwaffen, die präzise TRALALA- es ist so peinlich, wenn man

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Tausende von KOLATERALSCHÄDEN durch US-DROHNEN anrichtet – wie im ERSTEN WELTKRIEG mit GAS und RADIOAKTIVITÄT (liegen die giftigen Splitter in Bosnien wie in Libanon, überall, wo US-AMERIKA präzise bombt.

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Das lautet dann so (DLF am 7. August 2016):

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…Propaganda von Rebellen und Terroristen? Nein, Videos des russischen Verteidigungsministeriums belegen, dass Moskaus Flugzeuge ihre Bombenschächte hoch oben am syrischen Himmel öffnen und ihre tödliche Fracht abwerfen…“

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Wohl gemerkt:

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„…Das sind keine klugen Lenkwaffen, mit denen sich ein Panzer oder ein Bunker präzise treffen lässt, sondern ungelenkte Bomben wie im Zweiten Weltkrieg, die nicht zwischen militärischen Zielen und Zivilisten unterscheiden können. Dass Putins Flugzeuge zusammen mit der syrischen Luftwaffe Wohngebiete im Osten von Aleppo und anderswo in Schutt und Asche legen, dass dabei zahlreiche Krankenhäuser in den aus der Luft offenbar gezielt zerstört oder beschädigt wurden, sind Kriegsverbrechen, für die letztlich auch Putin die Verantwortung trägt.“ (DLF am 7. August 2016).

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Man überlässt das Handeln lieber weiter anderen. Darunter befinden sich nicht nur Russland, sondern auch die iranischen Mullahs, die dem Schlächter Assad von Damaskus mit ganzen Armee-Einheiten, schiitischen Söldnern und Waffenlieferungen unter die Arme greifen. Die ausgezehrte syrische Armee wäre ohne die vom Iran ausgerüsteten und besoldeten Dschihadisten-Heere schon längst verloren.

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Die Ironie der Geschichte ist es jetzt aber, dass es die Rebellen der sogenannten Eroberungsarmee, einer Koalition von mehr als zwei Dutzend Kampfgruppen, unter denen Islamisten und vor allem die syrische Filiale von Al Kaida den Ton anzugeben scheinen – also ISIS wird von den Russen bekämpft und von USA, Saudi-Arabien, Israel und Türkei unterstützt. Gleichzeitig bezichtigt Erdogan gerade die USA, seinen Feind Gülen zu fördern und während er Putins Jagdflugzeug anschießt sucht er Gastfreundschaft in Moskau, die er in Aleppo zu bekämpfen hilft.

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Wie gut, dass zumindest 3 Millionen Türken zu wissen glauben, der Anatolier Erdogan habe eine zielführende Kampflinie. Erdogan ist in der NATO, unterstützt ISIS und trifft sich mit Putin.

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Wir erleben den TRUMPISMUS aller Seiten. Hier fehlen jetzt AfD und PEGIDA und LUX-LEAKist Jean-Claude Juncker, der Steuerhinterzieher. Edward Snowden freut sich über Moskau als sicherer Ort, besser als die equadorianische Botschaft in London für Julian Assenge, Während es der gechlechtsumgewandelte MANNINGS mit Selbstmord probiert.

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Man sieht, US-Gefängnisse sind die sichersten Orte von allen.

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CHRONIK, Rückblick, Jahresrückblick 2014 – und was fehlt

Dezember 29, 2014

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am Montag, 29. Dezember 2014

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Einzelheiten des Jahresrückblickes mit persönlichem Bezug und in allgemeiner Wichtigkeit?

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Dietmar Moews meint: Im Jahr 2014 sind ganz schwerwiegende Zeugen des 20sten Jahrhunderts – aus meiner Wertschätzung – gestorben: Wolfgang Leonhard (aus der Gruppe Ulbricht von 1945), Peter Scholl-Latour (der die verwertungsbezweckten Ammenmärchen unserer Parteipolitik-Geschichtsfälscher aufmischen konnte, weil er Zeuge war), Mario Götze, der junge Fußballsportler, der wunderbare Spielzüge und Tore vorgeschossen hat (das Siegtor in Brasilien zum WM-Titel zählt dazu), Ariel Scharon, der israelische Massakerpolitiker (1982 Massaker von Sabra und Schatila, das Vorbild für Sebrenica).

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Die in Deutschland verbreiteten Presse-Jahresrückblicke 2014, die jetzt am Ende des Jahres herausgekommen sind, zeigen eine bemerkenswerte Leistung, die sich dem Stichwort LÜGENPRESSE zuordnen lassen:

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Der 51 Tage-Massakerkrieg Israels gegen den Gazastreifen, der noch jetzt, Ende des Jahres, nach wie vor blockiert und abgeriegelt ist, wird nicht mit einem Wort in den CHRONIKEN erwähnt oder abgebildet oder überhaupt dokumentiert. Die Zeitungen fälschen die Geschichte.

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Ich zeige hier nur als Draufsichten den Jahresrückblick der Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Titelseite des Kölner-Stadt-Anzeiger, die CHRONIK-Titelseite der Neuen Zürcher Zeitung –

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Überall fehlt der 51-Tage Massakerkrieg, den das israelische Militär gegen die wehrlosen Bewohner des Gazastreifens – es sind etwa 1,5 Millionen Menschen mit einem Altersdurchschnitt von 15 Jahren, also ein erheblicher Anteil arabischer Kinder, die bis an ihr Lebensende traumatisiert und zu Todfeinden Israels gebombt worden sind. Verantwortlich? – die Dummheit des Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der nur durch eine absurde Koalition mit Fundamentalisten sich an der Regierung hält: ISRAEL schafft sich ab – so lautet die Kritik von Gershom Gorenberg.

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Im März 2015 werden Parlamentswahlen in Israel durchgeführt werden – wir freuen uns schon auf die unabhängige internationale Überwachung der „freien Wahlen“ und der „freien Atombomben“.

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Schlecht finde ich diese Art von BLOCKWART-Presse. Und was machte das „neue deutschland“, Tom Strohschneider? Das neue deutschland bastelte eine Stallgeruch-Beilage für alte SED-Abonnenten, druckte einen Augenstaub der Aufzählung aller im Jahr 2014 Verstorbenen – aber einen wichtigen Zeugen hat das neue deutschland unterschlagen:

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WOLFGANG LEONHARD, der mit 91 Jahren in der Eifel lebte und den das neue deutschland seinen Lesern besser nicht unterschlüge. Das wird hoffentlich zukünftig nachgebessert.

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TÜRKEN-Reflexe vor Musa Dagh

August 6, 2014

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am Mittwoch, 6. August 2014

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Deutschland muss seine Türkeipolitik korrigieren:

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In Deutschland wird seit der Nazizeit politisch unterschätzt, wie groß der Führungs- und Fühlungsbedarf in den gesellschaftlichen Gruppen unterernährt wird und als Stress leistungsmindernd sich auswirkt.

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Mit Leistungsminderung wird hier aus soziologischer Sicht gesagt, dass die tägliche Integration und Reproduktion auf soziale Dynamik und Aktivitätskraft angewiesen ist. Das gesamte soziale Geschehen muss in seinen Potentialen analysiert und organisatorisch koordiniert werden. Freundlichkeit, Stimulation und  Inspiration sind jeder Wertverwirklichung vorausgesetzt. Angst und Druck sind immer bedenkliche Kosten. Hierauf sind die organisatorischen Steuerungsmaßnahmen einzustellen. Es reicht also nicht Drogen oder Schlaftabletten zu verteilen, Volksbelustigung und Zersetzung zu organisieren und schon in der Kindererziehung für Irritation und Bindungsschwächen hin Gift und Minenfelder unterzumischen.

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Es muss Animation und Bildung durch Meister und Vorbilder, durch zuverlässige Eltern und verlässliche offiziale Information sowie durch kommunikationsfreundliche Leitbilder und Symbole geprägt werden.

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Staatsorganisation kann das Leben lebendig stimulieren oder lähmen und vergiften. Hierfür ist das Führen und Fühlen stärker auf Tradition und Gewohnheiten angewiesen, als es der moderne Sozio-Kulturler gerne glauben möchte. Hierin liegt, warum sich neudeutsche Türken – völlig normal – als Orientalen einzurichten wünschen. (Wir sehen, in aller Welt bilden Einwanderer Kolonien).

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Dietmar Moews meint: Ich möchte einen kleinen Textauszug vorstellen, der die Führungs- und Fühlungsdynamik von Menschen zeigt:

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Gabriel – er wendet den lauschenden Blick noch immer von der Villa nicht ab – hat den Großvater gekannt. Er wurde ja unten in dem Hause geboren und hat so manchen langen Kindheitsmonat dort verbracht. Bis zu seinem zwölften Jahr. Und doch, dieses frühere Leben, das einst das Seinige war, berührt ihn unwirklich bis zur Schmerzhaftigkeit. Es gleicht einem vorgeburtlichen Dasein, dessen Erinnerungen mit unwillkommenen Schauern die Seele ritzen. Hat er den Großvater tatsächlich gekannt oder ihn nur in einem Knabenbuch gelesen oder abgebildet gesehen? Ein kleiner Mann mit weißem Spitzbart in einem langen, gelb-schwarz gestreiften Seidenrock. Der goldene Kneifer hängt an einer Kette auf die Brust herab. Mit roten Schuhen geht er durch das Gras des Gartens. Alle Menschen verbeugen sich tief. Zierliche Greisenfinger berühren die Wange des Kindes. War es so, oder ist es nur eine leere Träumerei? Mit dem Großvater ergeht es Gabriel Bagradian ähnlich wie mit dem Musa Dagh. Als er vor einigen Wochen den Kindheitsberg zum erstenmal wiedersah, die dunkelnde Kammlinie gegen den Abendhimmel, da durchflutete ihn eine unbeschreibliche Empfindung, schreckhaft und angenehm zugleich. Ihre Tiefe ließ sich nicht ergrübeln. Er gab es sofort auf. War es der erste Atemzug einer Ahnung? Waren es dreiundzwanzig Jahre?

Dreiundzwanzig Jahre Europa, Paris! Dreiundzwanzig Jahre der völligen Assimilation! Sie gelten doppelt und dreifach. Sie löschen alles aus. Nach dem Tode des Alten liebt die Familie, vom Lokalpatriotismus des Oberhauses erlöst, diesen orientalischen Winkel. Der Hauptsitz der Firma bleibt nach wie vor in Stambul. Doch Gabriels Eltern leben mit ihren beiden Söhnen jetzt in Paris. Der Bruder, auch er heißt Awetis, um fünfzehn Jahre älter als Gabriel, verschwindet aber rasch. Als Mitchef des Importhauses kehrt er in die Türkei zurück. Nicht zu Unrecht trägt er den Vornamen des Großvaters. Ihn zieht es nicht nach Europa. Er ist ein einsamkeitssüchtiger Sonderling. Die Villa in Yoghonoluk kommt nach mehrjähriger Verlassenheit durch ihn wieder zu Ehren. Seine einzige Liebhaberei ist die Jagd, und von Yoghonoluk aus unternimmt er seine Weidfahrten ins Taurusgebirge und in den Hauran. Gabriel, der von dem Bruder kaum etwas weiß, geht in Paris aufs Gymnasium und studiert an der Sorbonne. Niemand zwingt ihm den kaufmännischen Beruf auf, zu dem er, eine wunderliche Ausnahme seines Stammes, nicht im geringsten taugt. Er darf als Gelehrter und Schöngeist leben, als Archäologe, Kunsthistoriker, Philosoph, und empfängt im übrigen eine Jahresrente, die ihn zum freien, ja wohlhabenden Mann macht. Sehr jung noch heiratet er Juliette. Diese Ehe bringt eine tiefere Wandlung. Die Französin zieht ihn auf ihre Seite. Nun ist Gabriel Franzose mehr denn je. Armenier ist er nur mehr im akademischen Sinn gewissermaßen. Dennoch vergisst er sich nicht ganz und veröffentlicht einen oder den anderen seiner wissenschaftlichen Aufsätze in armenischen Zeitschriften. Auch bekommt sein Sohn Stephan mit zehn Jahren einen armenischen Studenten zum Hofmeister, damit ihn dieser in der Sprache seiner Väter ausbilde. Juliette hält das anfangs für höchst überflüssig, ja sogar schädlich. Da ihr aber das Wesen des jungen Samuel Awakian angenehm ist, gibt sie nach einigen Rückzugskämpfen ihren Widerstand auf. Die Zwistigkeiten der Gatten wurzeln immer in ein und demselben Gegensatz. Wie sehr sich aber Gabriel auch bemüht, im Fremden aufzugehen, er wird dennoch von Zeit zu Zeit in die Politik seines Volkes hineingezogen. Da er einen guten Namen trägt, suchen ihn etliche der armenischen Führer auf, wenn sie in Paris sind. Man bietet ihm sogar ein Mandat der Daschnakzagan-Partei an. Wenn er auch diese Zumutung mit Schreck von sich weist, so nimmt er doch an dem bekannten Kongress teil, der im Jahre 1907 die Jungtürken mit der armenischen Nationalpartei vereinigt. Ein neues Reich soll geschaffen werden, in dem die Rassen friedlich und ohne Entehrung nebeneinander Leben. Für ein solches Ziel begeistert sich auch der Entfremdete. Die Türken machen in diesen Tagen den Armeniern die schönsten Komplimente und Liebeserklärungen. Gabriel Bagradian nimmt nach seiner Art den Treueschwur ernster als andere. Dies ist der Grund, weshalb er sich bei Ausbruch des Balkankrieges freiwillig zu den Waffen meldet. Er wird an der Reserveoffiziersschule zu Stambul im Eilverfahren ausgebildet und kommt noch zurecht,um als Offizier einer Haubitzbatterie die Schlacht bei Bulair mitzukämpfen. Diese einzige große Trennung von den seinigen währt länger als ein halbes Jahr. Er leidet tief unter ihr. Vielleicht fürchtet er, Juliette könnte ihm entgleiten. Irgend etwas in ihrer Beziehung zu ihm fühlt er gefährdet, obgleich er keinen wirklichen Anlass zu diesem Gefühl hat.

Nach Paris zurückgekehrt, schwört er allen Dingen ab, die nicht allein dem inneren Leben gelten. Er ist ein Denker, ein abstrakter Mensch, ein Mensch an sich. Was gehen ihn die Türken an, was die Armenier? Er denkt daran, die französische Staatsbürgerschaft zu erwerben. Damit würde er vor allem Juliette glücklich machen. Zuletzt hält ihn immer wieder ein Missgefühl davon ab. Er ist freiwillig in den Krieg gegangen. Wenn er auch in seinem Vaterland nicht lebt, so kann er es doch nicht widerrufen. Es ist sein Väter-Land. Die Väter haben Ungeheures dort erlitten und es dennoch nicht aufgegeben. Gabriel hat nichts erlitten. Er weiß von Mord und Metzelei nur durch Erzählungen und Bücher. Ist es nicht gleichgültig, wohin ein abstrakter Mensch zuständig ist, denkt er, und bleibt ottomanischer Untertan. Zwei glückliche Jahre in einer hübschen Wohnung der Avenue Kleber. Es sieht so aus, als seien alle Probleme gelöst und die endgültige Lebensform gefunden. Gabriel ist fünfunddreißig alt. Juliette vierunddreißig, Stephan dreizehn. Man hat ein sorgloses Dasein, keinen besonderen Ehrgeiz, geistige Arbeit und einen angenehmen Freundeskreis. Was letzteres anbetrifft, ist Juliette tonangebend. Dies zeigt sich hauptsächlich darin, dass der Verkehr mit Gabriels alten armenischen Bekannten – seine Eltern sind längst verstorben – immer mehr einschrumpft. Juliette setzt gleichsam ihr Blut unnachgiebig durch. Nur die Augen ihres Sohnes kann sie freilich nicht ändern. Gabriel aber scheint von alledem nichts zu merken. Ein Eilbrief Awetis Bagradians bringt den Umschwung des Schicksals. Der ältere Bruder fordert Gabriel auf, nach Stambul zu kommen. Er sei ein schwerkranker Mann und nicht mehr fähig, das Unternehmen zu leiten. Darum habe er seit Wochen schon alle Vorbereitungen getroffen, um die Firma in eine Aktiengesellschaft zu verwandeln. Gabriel möge erscheinen, um seine Interessen wahrzunehmen. Juliette, die auf ihren Weltsinn nicht wenig pocht, erklärt sogleich, sie wolle Gabriel begleiten und während der Verhandlungen unterstützen. Es gehe ja um sehr große Dinge. Er aber sei von harmloser Natur und den armenischen Kniffen der anderen keineswegs gewachsen. Juni 1914. Unheimliche Welt. Gabriel entschließt sich, nicht nur Juliette, sondern auch Stephan und Awakian mit auf die Reise zu nehmen. Das Schuljahr ist ja so gut wie zu Ende. Die Angelegenheit kann sich lange hinausziehen und der Lauf der Welt lässt sich nicht berechnen. In der zweiten Juliwoche kommt die Familie in Konstantinopel an. Awetis Bagradian jedoch hat sie nicht erwarten können. Er ist mit einem italienischen Schiff nach Beirut abgereist. Sein Lungenleiden hat sich in den letzten Tagen mit grausamer Schnelligkeit verschlechtert und er konnte die Luft von Stambul nicht länger ertragen. (Merkwürdig, der Bruder des Europäers Gabriel geht nicht in die Schweiz, sondern nach Syrien, um zu sterben.) Anstatt mit Awetis verhandelt Gabriel nun mit Direktoren, Rechtsanwälten und Notaren. Er muss aber erkennen, dass der unbekannte Bruder für ihn auf die zarteste und umsichtigste Art vorgesorgt hat. Da kommt es ihm das erstemal ganz stark zu Bewusstsein, dass es dieser kranke ältliche Awetis ist, der für ihn arbeitet, dem er sein Wohlergehen verdankt. Welch ein Widersinn, dass Brüder einander so fremd bleiben müssen. Gabrieler schrickt vor dem Hochmut, den er in sich gegen den „Geschäftsmann“, gegen den „Orientalen“ nicht immer unterdrückt hat. Jetzt erfasst ihn der Wunsch, ein Unrecht gutzumachen, ehe es zu spät ist, ja eine leichte Sehnsucht. Die Hitze in Stambul ist wirklich nicht auszuhalten. Nach dem Westen zurückzukehren scheint jetzt nicht ratsam. Lassen wir den Sturm vorübergehen. Hingegen ist schon der Gedanke an eine kleine Seefahrt eine Erquickung. Einer der neuesten Dampfer des Khedival Mail läuft auf dem Wege nach Alexandria Beirut an. Auf den westlichen Hängen des Libanon sind moderne Villen zu mieten, die den unbescheidensten Ansprüchen genügen. Die Kenner wissen, dass keine Landschaft der Erde schöner ist als diese. Gabriel aber hat es gar nicht nötig, mit solchen Überredungskünsten aufzuwarten, denn Juliette ist sogleich einverstanden. In ihr lebt schon seit langer Zeit eine dumpfe Ungeduld. Die Aussicht auf etwas Neues lockt sie an. Während sie auf hoher See sind, prasseln die Kriegserklärungen der Staaten aufeinander. Als sie den Landungsquai von Beirut betreten, haben in Belgien, auf dem Balkan und in Galizien schon die ersten Kämpfe begonnen. An eine Heimkehr nach Frankreich ist nicht mehr zu denken. Sie sitzen fest. Die Zeitungen berichten, dass die Hohe Pforte in den Bund der Mittelmächte treten werde. Paris ist Feindesland geworden. Der tiefere Zweck der Reise entpuppt sich als verfehlt. Awetis Bagradian ist dem Bruder zum zweitenmal entronnen. Er hat Beirut vor ein paar Tagen verlassen und die beschwerliche Reise über Aleppo und Antiochia nach Yoghonoluk gewagt. Auch der Libanon genügt ihm nicht für den Tod. Der Musa Dagh muss es sein. Der Brief aber, in dem der Bruder diesen seinen Tod selbst ankündigt, trifft erst im Herbst ein….“

aus „Die vierzig Tage des Musa Dagh“ von Franz Werfel , 1947,

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