Crossfire Hurricane – ARTE +7 Mediathek neuer Rolling Stones-Film

September 7, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4865

am Sonntag, 7. September 2014

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Layos Dayatos sagt: „In der Kunst gibt es keine Pause“.

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Nach zahllosen Materialzusammenschnitten, die man in unzähligen Einzelteilen bei Youtube studieren kann, hat MICK JAGGER selbst nunmehr zum 50-Jährigen ROLLING STONES-Band-Bestehen eine Foodage-Parade erstellen lassen und mit umfangreichen Kurzstatements der Musiker zu diesen Collage-Stücken angeregt: Das ist wirklich super geworden (abgesehen davon, dass riesiger Aufwand betrieben worden ist, um schlechte Livemusik nachträglich zu hinterlegen, z. B. erscheint aus 1968 „Rolling Stones Rock’n Roll Circus“ ein „Sympathy for the devil“ mit der Qualität von der „Beggars Banquet-LP“, während die echten Live-Töne wirklich „mittel“ sind, wie man aus den Original-CDs kennt): EGAL: DER SCHREIBER MACHT DAS BUCH.

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Dietmar Moews meint: Nachdem ich den Anfang der Sendung „Crossfire Hurricane“ auf Arte-TV um einige Minuten verpasst hatte. Konnte ich das Ganze auf der Heimkinoanlage sehr genießen, um es dann hinterher noch mal im Stream auf LENOVO durchzuheizen (zweimal hält besser). Es ist zauberhaft, wie die Stones 1963/64 den Anfang ihrer Eigenkompositionen „Sitting on a fence“ und „Tell me“ zeigen und fünfzig Jahre später kommentieren.

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Sympathisch war erstmals eine wirklich empathische Darstellung des Rausschmisses von Brian Jones (wenngleich ich von Charlie Watts härtere Stellungnahmen kenne, der sich hier nicht an mehr als „sehr unangenehm“ erinnern wollte). Und Mick Jagger räsonniert – aus heutigem Rückblick hätten die beiden, Jagger/Richards, mehr tun können, Brian Jones, mitzunehmen, statt ihn so frei zu lassen, wie er es sehr wohl wollte bzw. Brian Jones hätte Führung gebraucht, statt seinem zerstörerischen Genie-Impuls die Zügel zu geben. Denn drei Wochen später war er ersoffen.

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Keith Richards sagte: Die besondere Klasse bei den frühen Studioplatten kam stets als Detailideen, Geschmacksbestimmungen und virtuosen Instrumentenbeiträgen von Brian Jones. Dass er hauptsächlich in der Pop-Star-Drogenpraxis durch „Krankheit“ ausfiel, Rolling Stones Musik machen zu können, sei ein totaler Verlust gewesen – man hat sich gewehrt, dass die Stones aufhören, also verließ Brian Jones die Band.

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Der Gitarrist Mick Taylor stieg 1969 ein und die Stones gingen als neue Rockband mit Honky Tonk Women nach zweijähriger Pause wieder auf Tourneen, und spielten fortan in großen Arenen.

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Schließlich Ron Wood gab die sozio-kulturelle Abrundung der Stones, die mal vom jungen Brian Epstein-Manager Andrew Loog Oldham als „böse Buben“ plaziert worden waren, seit 1978 als „Faces-bunte-Positivhelden“, die allen gefallen können.

Stones-Erfinder Andrew Loog ldham wurde unterschlagen – das ist entstellende Geschichtsfälschung.

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Den hervorragenden Zusatzbassspieler Darryl Jones konnte man viel hören aber fast gar nicht sehen. Der Stones Bassist Bill Wyman wurde gezeigt, durfte aber fast keine neuen Kommentare beisteuern. Schlagzeuger Charly Watts kann in einer Entwicklung über 50 Jahre als inzwischen furioser Rock-Drummer beobachtet werden, der kurze aber sehr dezente Wertvorstellungen äußert und anscheinend das extrovertierte Geschäft den anderen überlassen konnte, weil es ihm nicht liegt. Jimmy Miller war zu sehen – er war der Kick für „Jumping Jack Flash“ kam super gut – „Start me Up“ wurde ausgelassen – so kann man es sehen. Die seit 1972 ständig mitwirkenden Bobby Keys, Jim Horn, Price, die Background Sängergruppe Lisa Fisher, Bernhard Fowler sowie der Pianobar-Totalspieler Chuck Leavell, auch Ian Stewart und Nicky Hopkins werden ausgelassen.

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Mick Jagger erklärt, wie er sich sieht, nicht der ewige Jungsänger sein zu können und nicht sein zu wollen, sondern wie mit dem älter werden eine Rock- und Blues-angehauchte Musik durchaus passt und sogar Generationen übergreifend anspricht.

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Mit 50 Jahren Bandegeschichten schließt „Crossfire Hurricane“.

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Singen kann Jagger heute tatsächlich immer noch mit guten Kräften – wenngleich die 2014-Auftritte nun Einbußen der Stimme zeigen. Der Zusammenschnitt „Crossfire … I was born in a crossfire hurricane“ aus Jumping Jack flash ist „historisch“ tragend, in extrem guten schnellen Schnitten, heftiger Substanz, alle Generationen Publikum, Polizisten und Journalisten, stets im Haarschnitt der Zeit, keine Familien- oder Ehefrauen-Groupie-Geschichten, keine Musikinstrumente oder Fragen des Line-Ups, keine Gewinnrechnungen, keine Steuer- oder Managementproblematik, kaum ein Toningenieur, keine Designer der Plattenhüllen, der Plakate, der Bühnendeko, der Kleidung, nur ein John-Lennon-Zitat, keinerlei Beatles (I wanna be your man: der erste Stones-Erfolg auf Platte, gedichtet von Lennon / McCartney), keine sonstigen Popmusiker, dafür die Flughäfen und Flugzeugentwicklung mit den Rolling Stones aus London.

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Lichtgeschwindigkeit 42

November 16, 2009

Lichtgeschwindigkeit 42 von Dr. Dietmar Moews im Alphons-Silbermann-Institut

Berlin mit der täglichen Piraten-Presseschau, am Samstag, den 24. Oktober 2009;

Aufnahmezeit 16.45 Uhr.

Piratenthema heute: Schäuble, Mielke, Bob Dylans Poetologie, ferner die Taz Berlin,

Neues Deutschland, BILD Berlin/Brandenburg, Frankfurter Allgemeine Zeitung und

FAZ vom 27. August 2009 Produktion,

Performance, Autor, Direktion: Dr. Dietmare Moews;

Aufnahmetechnik und Admin: Piraten-Crew Berlin

&



Flaschenpost 42

zu Lichtgeschwindigkeit 42, von Dr. Dietmar Moews

im Alphons-Silbermann-Zentrum Berlin, dem ungeschnittenen

Auswendigformat der täglichen Presseschau in Lichtgeschwindigkeit,

am 24. Oktober 2009, Aufnahmezeit um 16.30 Uhr;

Piratenthema hier: Schäuble, Mielke und Bob Dylan, ferner Taz

Berlin, Neues Deutschland, BILD Berlin/Brandenburg und Frankfurter

Allgemeine Zeitung sowie FAZ vom 27. August 2009

Themen:

Ich möchte gerne allen, die sich bei den Piraten für Kulturförderung

einsetzen wollen, zu bedenken geben: Wisst Ihr, welche Wege die

Kulturfördergelder fließen? Wer sie empfängt? Wer sie verschwinden lässt? –

Und möchte deshalb auffordern, keine Kulturgelder mehr in die dunklen

Kanäle der Salonpersonnage der unechten Künstler und Funktionäre fließen

zu lassen. Eine Gegenüberstellung der staatlichen Kulturgelder in den Budgets

mit den geringen Summen, die am Ende tatsächliche

Künstler oder dem Kauf von Kunstwerken zugute kommen,

lassen nur einen kunst- , künstler, und kulturfreundlichen Standpunkt zu:

Die Streichung aller dieser Mittel, die allein dazu dienen, dem Staat die

Legitimation zu beschaffen, als sei für die Kunst gesorgt. Es besteht ein

Bedarf an Selbstaufklärung bei den Piraten – alle

anderen Parteien glauben ja, dass diese Salonpersonnage als

Klientelisierungswerkzeug des kreativen Kerns ein kluges

Herrschaftsmittel sei.

Doch ist es eine verirrte Kunstorganisation aus dem Hause

Bundesrepublik Deutschland, das nicht ganz unähnlich der

DDR-Staatskunst ist.

Traratrara die Pest ist da (Heinz Erhard).

Weiterer Nachtrag zu Lichtgeschwindigkeit 41 ist meine kleine

Poetologie zu Bob Dylan, hier aus neue Sinnlichkeit 57, Seite 17: …

Der noch sehr junge Bob Dylan dichtete, wenn die Verheißungen

der Freiheit wie Glockenspiele aufklingeln – wer an sie glaubt,

weil sie schön sind, der habe recht?

Wer glaubt, dass sie einfache Freiheit verheißen, sitzt einer

Täuschung auf, wenn er glaubt, die Verheißung meine: Freiheit käme.

Freiheit wäre mehr als eine Veheißung. Bob Dylan sagt gar nicht

mehr zur Freiheit als – er von seinem Staunen über das Aufblitzen

dieses Glockenspiels der Freiheit staunt.

Er redet nicht von der Freiheit. Er redet und singt vom Staunen. …

es ist nicht ein Staunen des Kindes, das alle Sekunde staunen muss,

weil es laufend interessanteste Neuigkeiten gibt, die erstaunen.

Das Staunen über die aufblitzende Freiheit ist komplizierter – wir staunen,

weil etwas völlig Absurdes, an das kein erwachsener Leser mehr glaubt:

Freiheit, erstaunliche Freiheit, aufgleißende, auftrumpfende Freiheit, die

noch aufblitzt, obwohl alle wissen, es gibt sie nicht, sie ist eine faule

Verheißung – kurz, wir staunen nicht über das Aufblitzen der

glockenspielhaften Freiheit, wir staunen über uns, die wir

staunen wollen, so, wie wir lachen wollen, wie wir belogen

werden wollen, wie wir heucheln und geheuchelt bekommen wollen,

so staunen wir über unser Staunen über das Glockenspiel der Freiheit

im Dreivierteltakt bei Bob Dylan.

Die Medienlage, Radio, Fernsehen und Internetz sowie die

deuschsprachige Tagespresse zu weiten Teilen, bietet als

Hauptnachricht die mehr oder weniger Pleiteverhandlungen

um die Schwarz-Gelb-Regierungskoalition in Berlin,

Die Tageszeitung Taz aus Berlin vom 24. Oktober 2009

macht auf: Merkels erstes Wahlverbrechen/Wahlversprechen

und Schäuble zum Finanzminister

Das Neue Deutschland vom 24. Oktober 2009 bringt auf dem Titel:

Kopfpauschale kommt auf leisen Sohlen. Die Kostensteigerung für die

Armen für Krankenversicherung und Soziales nach der Landtagswahl

in Nordrhein-Westfalen.

BILD Berlin/Brandenburg vom 24. Oktober 2009 bringt auf Seite Eins

die gesamte neue Kabinetts-Bundesministerschaft des in der Vornacht

veröffentlichten Koalitionsvereinbarung zwischen den Unionsparteien

und der FDP:

Alles ist entschieden – Das ist unsere neue Regierung! Dazu die

Portraitfotos von Kanzlerin Dr. Merkel, 55, CDU; Außenminister

und Vize-Kanzler Westerwelle, 47, FDP; Finanzen Schäuble, 67, CDU;

Verteidigung zu Guttenberg, 37, CSU;

Gesundheit Rösler, 36, FDP; Justiz Leutheusser-Schnarrenberger, 58, FDP;

Innen de Maiziere, 55, CDU; Wirtschaft Brüderle, 64, FDP;

Familie von der Leyen, 51, CDU; Arbeit/Soziales Jung, 60, CDU;

Umwelt Röttgen, 44, CDU; Verkehr Ramsauer, 55, CSU; Bildung Schavan, 54, CDU;

Landwirtschaft Aigner, 44, CSU; Entwicklung Niebel, 46, FDP;

Kanzleramt Pofalla, 50, CDU;

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 24. Oktober 2009 titelt:

Schwarz-Gelb gestärkt sowie: Wolfgang Schäuble soll

Finanzminister werden.

Die heutigen Tageszeitungen hängen der Aktualität dieser neuen

Ministerriege nach, bis auf BILD, die es mit viel Bild eben einfacher hat.

Weil alle Finanzminister Schäuble titeln, und weil es eines der wichtigsten

Billionenschulden-Ministerien ist, das voraussichtlich die innenpolitischen

Krisenentwicklungen in Deutschland ausstehen muss, ist ein ehemaliger

Innenminister eine treffliche Wahl.

Schäuble-Überwachungsstaat wird nun von dem stillen de Maiziere

versteckt werden.

Der Sachse Thomas De Maiziere wird ab sofort, als Bundesinnenminister,

der Hauptadressat für die Apo-Piraten sein.

Wir haben das große Glück, dass nicht wie zu DDR-Zeiten,

als der DDR-Innenpolitiker Erich Mielke, der wohl als Tschekist

schießen gelernt hatte, aber ansonsten zu wenig soziale Kompetenz

besaß, unser Dr. Wolfgang Schäuble für mich keine Überraschung ist,

denn der ist tatsächlich vom Fach.

Und wir können froh sein, über Bundeskanzlerin Merkels

Fingerspitzengefühl und Schlauheit in der Personalpolitik.

Nicht nur, dass Schäuble nicht mehr

Innenminister ist, sondern eine kompetente Besetzung ist,

wie ich jetzt an einen Aufsatz von Schäuble ablese: Ohne Maß ist

die Freiheit der Ruin – in der FAZ vom 27. August 2009 – aus dem

ich Fundamentales zitieren will:

…das sozialpolitisch gewollte Anheizen des amerikanischen

Immobilienmarktes, die verhängnivolle Entscheidung der Securities

and Exchange Commission zur Aufhebung der Verschuldungsgrenzen

für Wertpapierhandelshäuser, die refinanzierungs und weltweite Verteilung

eines gigantischen Hypothekenrisikos durch Verbriefung und sogenannte

Finanzinnovationen. Was den deutschen Kontext angeht, wird man einige

Punkte ergänzen müssen. Zum Beispiel das Aufblähen der Landesbanken

mit öffentlichen Geldern. Unter dem Damoklesschwert

künftiger Beschränkungen durch die EU-Kommission wollten einige

Landesbanken ein letztes Mal ein großes Rad drehen. Dabei wurden

Risiken eingegangen, die nicht vernünftig waren und offenbar auch

von den Aufsehern kaum verstanden wurden. Auch die immer weiter

gehende Liberalisierung der Regularien für die Finanzindustrie war im

Nachhinein betrachtet ein Fehler. Kommentar

dietmarmowes: Daran war Schäuble als Regierungsmitglied

mit beteiligt und mitverantwortlich. …

Aufnahmezeit um 20.45 Uhr;

Produktion, Performance, Autor, Direktion: Dr. Dietmar Moews;

Aufnahmetechnik und Admin: Piratencrew Berlin

&


Lichtgeschwindigkeit 42 Schäuble Finanzminister + Bob Dylan

November 14, 2009

Lichtgeschwindigkeit 42 Piraten-Presseschau

am Sa, 24. Okt. 2009, von Dr. Dietmar Moews im Alphons-Silbermann-Zentrum Berlin; Aufnahmezeit um 16.30 Uhr;

Piratenthema hier: Schäuble, neuer Finanzminister, Mielke und Bob Dylan

ferner Taz Berlin, Neues Deutschland, BILD Berlin/Brandenburg und Frankfurter Allgemeine Zeitung sowie FAZ vom 27. August 2009

Produktion, Performance, Autor, Direktion: Dr. Dietmar Moews; Aufnahmetechnik und Admin: Piratencrew Berlin

Flaschenpost 42

zu Lichtgeschwindigkeit 42, von Dr. Dietmar Moews im Alphons-Silbermann-Zentrum Berlin, dem ungeschnittenen Auswendigformat der täglichen Presseschau in Lichtgeschwindigkeit, am 24. Oktober 2009, Aufnahmezeit um 16.30 Uhr;

Piratenthema hier: Schäuble, Mielke und Bob Dylan, ferner Taz Berlin, Neues Deutschland, BILD Berlin/Brandenburg und Frankfurter Allgemeine Zeitung sowie FAZ vom 27. August 2009

Themen:

Ich möchte gerne allen, die sich bei den Piraten für Kulturförderung einsetzen wollen, zu bedenken geben: Wisst Ihr, welche Wege die Kulturfördergelder fließen? Wer sie empfängt? Wer sie verschwinden lässt? – Und möchte deshalb auffordern, keine Kulturgelder mehr in die dunklen Kanäle der Salonpersonnage der unechten Künstler und Funktionäre fließen zu lassen. Eine Gegenüberstellung der staatlichen Kulturgelder in den Budgets mit den geringen Summen, die am Ende tatsächliche Künstler oder dem Kauf von Kunstwerken zugute kommen, lassen nur einen kunst- , künstler, und kulturfreundlichen Standpunkt zu: Die Streichung aller dieser Mittel, die allein dazu dienen, dem Staat die Legitimation zu beschaffen, als sei für die Kunst gesorgt. Es besteht ein Bedarf an Selbstaufklärung bei den Piraten – alle anderen Parteien glauben ja, dass diese Salonpersonnage als Klientelisierungswerkzeug des kreativen Kerns ein kluges Herrschaftsmittel sei. Doch ist es eine verirrte Kunstorganisation aus dem Hause Bundesrepublik Deutschland, das nicht ganz unähnlich der DDR-Staatskunst ist. Traratrara die Pest ist da (Heinz Erhard).

Weiterer Nachtrag zu Lichtgeschwindigkeit 41 ist meine kleine Poetologie zu Bob Dylan, hier aus neue Sinnlichkeit 57, Seite 17: …Der noch sehr junge Bob Dylan dichtete, wenn die Verheißungen der Freiheit wie Glockenspiele aufklingeln – wer an sie glaubt, weil sie schön sind, der habe recht? Wer glaubt, dass sie einfache Freiheit verheißen, sitzt einer Täuschung auf, wenn er glaubt, die Verheißung meine: Freiheit käne. Freiheit wäre mehr als eine Veheißung. Bob Dylan sagt gar nicht mehr zur Freiheit als – er von seinem Staunen über das Aufblitzen dieses Glockenspiels der Freiheit staunt. Er redet nicht von der Freiheit. Er redet und singt vom Staunen. … es ist nicht ein Staunen des Kindes, das alle Sekunde staunen muss, weil es laufend interessanteste Neuigkeiten gibt, die erstaunen. Das Staunen über die aufblitzende Freiheit ist komplizierter – wir staunen, weil etwas völlig Absurdes, an das kein erwachsener Leser mehr glaubt: Freiheit, erstaunliche Freiheit, aufgleißende, auftrumpfende Freiheit, die noch aufblitzt, obwohl alle wissen, es gibt sie nicht, sie ist eine faule Verheißung – kurz, wir staunen nicht über das Aufblitzen der glockenspielhaften Freiheit, wir staunen über uns, die wir staunen wollen, so, wie wir lachen wollen, wie wir belogen werden wollen, wie wir heucheln und geheuchelt bekommen wollen, so staunen wir über unser Staunen über das Glockenspiel der Freiheit im Dreivierteltakt bei Bob Dylan.

Die Medienlage, Radio, Fernsehen und Internetz sowie die deuschsprachige Tagespresse zu weiten Teilen, bietet als Hauptnachricht die mehr oder weniger Pleiteverhandlungen um die Schwarz-Gelb-Regierungskoalition in Berlin,

Die Tageszeitung Taz aus Berlin vom 24. Oktober 2009 macht auf: Merkels erstes Wahlverbrechen/Wahlversprechen und Schäuble zum Finanzminister

Das Neue Deutschland vom 24. Oktober 2009 bringt auf dem Titel: Kopfpauschale kommt auf leisen Sohlen. Die Kostensteigerung für die Armen für Krankenversicherung und Soziales nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen.

BILD Berlin/Brandenburg vom 24. Oktober 2009 bringt auf Seite Eins die gesamte neue Kabinetts-Bundesministerschaft des in der Vornacht veröffentlichten Koalitionsvereinbarung zwischen den Unionsparteien und der FDP: Alles ist entschieden – Das ist unsere neue Regierung! Dazu die Portraitfotos von Kanzlerin Dr. Merkel, 55, CDU; Außenminister und Vize-Kanzler Westerwelle, 47, FDP; Finanzen Schäuble, 67, CDU; Verteidigung zu Guttenberg, 37, CSU; Gesundheit Rösler, 36, FDP; Justiz Leutheusser-Schnarrenberger, 58, FDP; Innen de Maiziere, 55, CDU; Wirtschaft Brüderle, 64, FDP; Familie von der Leyen, 51, CDU; Arbeit/Soziales Jung, 60, CDU; Umwelt Röttgen, 44, CDU; Verkehr Ramsauer, 55, CSU; Bildung Schavan, 54, CDU; Landwirtschaft Aigner, 44, CSU; Entwicklung Niebel, 46, FDP; Kanzleramt Pofalla, 50, CDU;

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 24. Oktober 2009 titelt: Schwarz-Gelb gestärkt sowie: Wolfgang Schäuble soll Finanzminister werden.

Die heutigen Tageszeitungen hängen der Aktualität dieser neuen Ministerriege nach, bis auf BILD, die es mit viel Bild eben einfacher hat. Weil alle Finanzminister Schäuble titeln, und weil es eines der wichtigsten Billionenschulden-Ministerien ist, das voraussichtlich die innenpolitischen Krisenentwicklungen in Deutschland ausstehen muss, ist ein ehemaliger Innenminister eine treffliche Wahl. Schäuble-Überwachungsstaat wird nun von dem stillen de Maiziere versteckt werden. Der Sachse Thomas De Maiziere wird ab sofort, als Bundesinnenminister, der Hauptadressat für die Apo-Piraten sein.

Wir haben das große Glück, dass nicht wie zu DDR-Zeiten, als der DDR-Innenpolitiker Erich Mielke, der wohl als Tschekist schießen gelernt hatte, aber ansonsten zu wenig soziale Kompetenz besaß, unser Dr. Wolfgang Schäuble für mich keine Überraschung ist, denn der ist tatsächlich vom Fach. Und wir können froh sein, über Bundeskanzlerin Merkels Fingerspitzengefühl und Schlauheit in der Personalpolitik. Nicht nur, dass Schäuble nicht mehr Innenminister ist, sondern eine kompetente Besetzung ist, wie ich jetzt an einen Aufsatz von Schäuble ablese: Ohne Maß ist die Freiheit der Ruin – in der FAZ vom 27. August 2009 – aus dem ich Fundamentales zitieren will:

…das sozialpolitisch gewollte Anheizen des amerikanischen Immobilienmarktes, die verhängnivolle Entscheidung der Securities and Exchange Commission zur Aufhebung der Verschuldungsgrenzen für Wertpapierhandelshäuser, die refinanzierungs und weltweite Verteilung eines gigantischen Hypothekenrisikos durch Verbriefung und sogenannte Finanzinnovationen. Was den deutschen Kontext angeht, wird man einige Punkte ergänzen müssen. Zum Beispiel das Aufblähen der Landesbanken mit öffentlichen Geldern. Unter dem Damoklesschwert künftiger Beschränkungen durch die EU-Kommission wollten einige Landesbanken ein letztes Mal ein großes Rad drehen. Dabei wurden Risiken eingegangen, die nicht vernünftig waren und offenbar auch von den Aufsehern kaum verstanden wurden. Auch die immer weiter gehende Liberalisierung der Regularien für die Finanzindustrie war im Nachhinein betrachtet ein Fehler. Kommentar dietmarmowes: Daran war Schäuble als Regierungsmitglied mit beteiligt und mitverantwortlich. …

Aufnahmezeit um 20.45 Uhr;

Produktion, Performance, Autor, Direktion: Dr. Dietmar Moews; Aufnahmetechnik und Admin: Piratencrew Berlin