Autokratische Führer als Fortschrittstypus der Erfolgspolitik

September 21, 2019

Lichtgeschwindigkeit 9562

am Sonntag, 22. September 2019

.

Der sensible Trump latscht der Queen vor die Füße

.

Meine Tageskraft reicht nicht in wenigen Minuten einen zureichenden Essay als LICHTGESCHWINDIGKEIT abzufassen, eine systematische Erfassung der Fragestellung, die sich zu Führertum und heutigen Aspekten gesellschaftlicher Relevanz schon gar nicht.

.

Dennoch will ich kurz meine Selbst-Stichprobe zu „Autokratische Führer als Fortschrittstypus der Erfolgspolitik“ exponieren und etwas schillern lassen.

.

Nur folgende Vorbedingung möchte ich in die Vorstellung der lieben Benutzer der LICHTGESCHWINDIGKEIT rufen, wenn ich dann Namen nenne. Zu jedem Führererfolg, gehören vier harte Fakten in der aktuellen Zeitgeistdisposition:

.

EINS Der geeignete Führungserstreber,

.

ZWEI seine zu schwachen Antagonisten,

.

DREI die kommunikative Öffentlichkeitskraft der Menschen im Staat,

.

VIER die ökonomische Spannung

.

Ich beziehe nicht bekannte historische „Führer“ hier hinein, deren Ermöglichung jeweils vergangene Prädispositionen hatten und als Beispiele nur zur vorurteilsbedingten Einsichtshemmung führen würde.

.

Ich nehme also hier das aktuelle BREXIT-AGGREGAT des BORIS JOHNSON und das aktuelle POLARISIERUNGS-Marketing des DONALD TRUMP zur Betrachtung hersan:

.

Beide benutzen das gleiche Textbuch: das des autokratischen Führers. Bolsonaro, Putin, Erdogan – alle machen das Gleiche. Wir müssen hochsensibel sein für diesen Unsinn.

.

Woher kommt also die Attraktivität des BORIS JOHNSON für seine Wähler, seine Konservative Partei und für die vier UK-Mitgliedstaaten (ungeachtet, dass Johnson, so wie er heute amtshandelt, bei den Briten keine Mehrheit hat – allerdings durchaus scharenweise wahre Anhänger hat, die sich auch öffentlich zeigen).

.

Welches Problem haben die Briten eigentlich mit Europa, um so ein BREXIT-AGGREGAT zu akzellerieren?

.

Hat Brüssel wirklich das Image eines bürokratischen Monsters?

.

Das geht zurück auf jahrelanges Unterminieren der EU. Es wurden nie die positiven Seiten betont, nie darauf hingewiesen, dass zum Beispiel viele unserer Infrastruktur-Projekte von Europa finanziert werden, dass ein großer Teil unserer Universitäten von europäischer Projektfinanzierung abhängig ist. Im Gegenteil: Alles, was hier schief läuft, wird der EU in die Schuhe geschoben, oft ohne irgendwelche Belege. Großbritannien sieht die EU als interessantes Projekt, um Handel zu treiben. Nicht als Friedensprojekt. Es ging in der EU-Debatte immer nur darum:

.

Gibt es einen ökonomischen Vorteil für uns oder nicht? Die Ideale und Werte der EU fallen in Großbritannien nicht hinreichend auf fruchtbaren Boden.

.

Ansprechbar sind dabei „negative“ Werte, wie Selbstvertrauen, Prestige, Selbstbestimmung, Unabhängigkeit, unmittelbar-sinnliche eigene Abgeordnete zur politischen Interessenwahrnehmung – das heißt, immer unter dem Aspekt, Haben wir Briten davon vielleicht zu wenig? Wünschen wir uns mehr davon? wollen wir uns von den anderen lieber trennen?

.

Doch schaut man genauer hin, sind diese negativen Aspekte nicht derart aufgeladen, dass daraus eine soziale öffentlich-politische Gestaltungsmacht entstünde. Besonders nicht, solange vorhandene Ordnungsmächte, wie die eigene Militärnomenklatura, die eigenen kulturindustriellen Kommunikationsführer, die geführte allgemeine organisierte Sozio-Kultur von Sitte und Gebrauch (wie benimmt man sich in der Nachbarschaft, wie freundlich und höflich sind die anerzogenen Sozialformen usw.), und – ganz wichtig – wie anständig benimmt sich die Dienstklasse gegenüber den alltäglichen organisationsstaatlichen Sozialkontakten mit den Kunden.

.

Also etwa: Fühlt sich ein UK-Brite als EU-Bürger durch EU-Sozio-Kultur in seinem Selbstgefühl angefasst oder ist es ihm ein gutes Gemeinschaftsgefühl? (Dabei ist der normale EU-Kontakt ja lokal bzw. regional auf die eigenen Leute bezogen – Londoner hat mit Engländern zu tun; Nordire hat mit Belfaster zu tun; Ire hat mit Dubliner zu tun).

.

Hier kommt es zu einem beachtlichen Phänomen:

.

Jede Kritik oder Aufforderung nach Organisationsverbesserung, Steuerung und Kontrolle, die an der regionalen Basis vorgebracht wird, kann sehr leicht von dem eigenen EU-Abgeordneten (der keineswegs die Eigenmacht verfügt, konkret Besserung zu bringen) gegenüber dem Landsmann der „abgekoppelten“ EU-Kommission in Brüssel in die Schuhe geschoben werden. EU-Rat und EU-Kommission sind inzwischen zu einer Art Wahlkampf-Sündenbock für Alles erklärt worden. Ein EU-Parlamentarier spielt dieses Schwarze-Peter-Spiel eigennützig, sich vor seinen Wählern ins bessere Licht zu bringen.

.

Mir scheint, dass die BORIS JOHNSON-Betrachtung keineswegs einfach in eine TRUMP-Schublade gehört – denn JOHNSONS derzeitige Position als legaler britischer Prime Minister ist sehr wesentlich anders disponiert als die TRUMP-Szenerie eines angehenden US-Präsidentschafts-Wahlkampf 2020.

.

Zweifellos konnte dieser TORY-JOHNSON reüssieren, weil die LABOUR-Party heute nur noch ein Schatten früherer sozialer Parteikraft ist. Dass dazu ZWEI nur relativ nichtbegeisternde ANTAGONISTEN als TORY-Mitbewerber und personelle Alternative zu JOHNSON den Briten im Unterhaus entgegengekommen sind, erleichtert JOHNSON ohne Frage den Schritt ins Führungsamt.

.

.

Nächster Aspekt ist DREI – die sozio-kulturelle Dürftigkeit der politischen Urteilskraft eines quasi englischen Mehrheitsmobs, der in der ehrwürdigen britischen UK-Demokratie hemmungslos auf Schotten, Katholiken, Nordiren rücksichtslose Politik auf der Agenda behandeln.

.

Diese Demokratie-Unmündigkeit konnte in England von einer extra gegründeten UKIP-Partei in eine zu nichts verpflichtenden Anti-EU-Position der Unterschicht-Engländer geführt werden, denen so gesehen England nahe geht, aber die britische Gemeinschaft ziemlich am Arsch vorbeigeht. Betrachtet man das Backstop-Problem ist eine englische NO-DEAL-Forderung sowohl dumm wie rücksichtslos.

.

Nun ist sehr wohl die FÜHRER-Fragestellung auf die empirische öffentliche Aufklärung und ein verantwortungsfähiges sozio-politisches Staatsbürger-Vermögen bezogen und kein Wunschkonzert.

.

Führt man die allgemeine Öffentlichkeit nicht in demokratische Kompetenz, hat man es mit Blinden verführungsfreudigeren Folkloristen und Dekadenten zu tun. Was also die JOHNSON-Engländer nicht einsehe wollen ist, dass heutige Schotten keine englischen Mündel sind und nicht sein mögen.

.

Zu VIER möchte ich nur sagen. Es ist in einer profitorientierten vulgärkapitalistischen Lebenswelt nicht ausreichend für Aufklärung und Durchblick für das strukturell-funktionale SYMBOL-Unwesen der gelebten Demokratie gesorgt:

.

Das allgemeine Schulwesen kann die gesamte Warenästhetik nicht hinreichend dekouvrieren. Dass die Menschen schließlich nur noch in soziale Beziehungen gesteuert werden, die aus Kaufvertrag und Geld sowie im Konflikt auf Gerichtsstreit abgestellt sind. Außerhalb des Kaufvertrages kommt es zum Kirchgang und zur Fußballtribüne. Politik macht der Bürger, indem er sein Geld ausgibt. Wer viel Geld hat, macht viel Politik.

.

Sehr lustig ist augenblicklich das Fridays-Mädchen GRETA aus Stockholm, sie sagte gestern: Wir sind so stark, wir können Slles durchsetzen.

.

Sie scheint nicht zu wissen, wie sehr sie eine Micky Mouse der Kulturindustrie ist, die jederzeit mit einem Segelboot fahren darf – nur dass vielleicht keiner ihre SELFIES mehr druckt oder sendet – weiß sie das?

.

Ob also GRETA in NEW YORK Vorne steht oder Michael Jackson exhumiert würde – viele glauben ELVIS ist nicht tot. Wenn REUTERS übermorgen ELVIS vor der UN-Vollversammlung ankündigt, aber den Namen GRETA nicht erwähnt, ließe sich ein ELVIS-HYPE um die Welt funken, für die selbst Peking und Moskau die Zensur aufhöben.

.

FAZIT: JOHNSON ist nicht ein DONALD TRUMP-Epigone (Johnson ist auch gar nicht so originell wie John Lennon war) – ich sehe keine neue FÜHRER- und DESPOTENZEIT heraufdämmern.

.

Ob Bolsonaro, Putin, Erdogan – diverse Volkstribunen, die sich noch anfügen ließen – sie zeigen lediglich eine Bedürftigkeit der jeweils eigenen Lage im Selbstbild an:

.

.

Also die Türken – als moderne Menschen oder als analphabetische Anatolier mir ruralen rassistischen Rückständigkeiten, gegen Thraker, Kurden, Armenier, Sunniten und sonstige Kampfhennen, die im ziellosen Gegeneinander, in der Hoffnung das Selbstgefühl der „Gruppe“ zu bessern, alle mittelalterlichen Blödheiten mitzumachen bereit sind, die entsprechend „Familienanführer“ stiften.

.

Wie rückständig die Türkei von Militärputsch zu Militärputsch nicht zu einem türkischen Selbst finden konnte, stolperte über osmanische Vorurteile, wurden dann vom modernisierenden KEMAL ATATÜRK aufgescheucht – so gesehen der heutige ERDOGAN seinen Rang hat, dadurch dass er Fähigkeiten einbringen konnte, und damit konkurrenzlos dastand.

.

.

ERDOGAN ist also weder TRUMP noch BORIS JOHNSON.

.

Eine TRUMP-Analyse mache ich jetzt hier nicht. Doch ist klar, dass TRUMP polarisierend auf seine Zielgruppe hinarbeitet, jedoch mit schlechten Wirtschaftsdaten und sozialem Abstieg seiner Wähler vorzeitig zum Golf spielen gehen kann – womit ich rechne:

.

Ich glaube, TRUMP wird nicht zum US-Präsident No 46 vordringen. ich glaube, TRUMP wird vorzeitig erklären, dass er die Lust dazu verloren habe.

.

Ich sehe keinen Zusammenhang zwischen dem Heraufkommen dieser TRUMP-JOHNSON-TYPEN und den sogenannten neuen Rechten in allen möglichen Staaten. Ich halte dass mehr für sozio-grafisch bestimmte Intelligenzverteilung zwischen den mehr poetisch orientierten Menschen und den auf Rationalität gerichteten.

.

.

Ich sehe auch die schlaffe Gesellschaftsdämmerung des zaristischen Stalin-Russlands, sich aufzuraffen, sozio-politische Führungsfähigkeit zu generieren, die nicht auf einen Polizeistaat-PUTIN angewiesen ist. Will sagen, wiederum sind weder TRUMP mit ERDOGAN oder PUTIN ähnlich disponiert, PUTIN muss einen weltpolitischen Wettbewerb mit einem relativ speziellen Staatsvolk und einem relativ speziellen Militärkomplex („Rote Armee“) bestehen. Wodka als Volkshochschule ist nicht besonders belastbar.

.

Wer alle wählen lässt, erhält einen Bildungsauftrag und eine Mediokratie. Daraus Sylvesterfeuerwerk oder offene Aufruhr durch Flash-Mob aufzuziehen ist nur eine technische Frage.

.

.

FINE E COMPATTO

.

WARNUNG: recommended posts (Zusätze, die als Empfehlungen oder Beziehungen von WordPress hier eingestellt werden)

 

auf dem Dietmar Moews‘ Blog eingeblendete „Recommended Posts“ oder sonstige „Pseudoempfehlungen“ werden von WordPress

.

gegen das Einverständnis des Eigentümers Dr. Dietmar Moews

.

hier gezeigt und sind keine Empfehlungen von Dr. Dietmar Moews. Nichts davon wird i.S.d.P. von Dr. Dietmar Moews verantwortet. Dietmar Moews klickt diese „recommendends“ nicht an und liest nichts davon.

.

Ab jetzt werden alle Dietmar Moews‘ Blog-Beiträge mit dem SLOGAN

 

FINE E COMPATTO deutlich beendet.

.

WARNUNG: recommended posts

.

und BESTELLEN

subscription to Dietmar Moews Abonnement von Dietmar Moews un abonnement à Dietmar Moews

Blätter für Kunst und Kultur erscheinen in loser Folge im Verlag Pandora-Kunst-Projekt Köln

Blätter Neue Sinnlichkeit

.

.

Indem ich Ihnen ein langes Leben wünsche, sparen Sie auf diese Weise ganz erheblich.

Abonnement auf Lebenszeit für EURO 500,- (oder entsprechender Landeswährung)

Einzelpreis oder Abonnement inkl. Versand EURO 12.-, Schüler bei Selbstabholung EURO 4.-

Abonnieren Sie mit Namen, Postanschrift, Ort, Datum, Unterschrift sowie EURO 500 zur Verrechnung bei:

PANDORA KUNST PROJEKT

zu Händen Dr. Dietmar Moews

Mainzer Straße 28

D-50678 Köln am Rhein

Werbeanzeigen