Von der Unermeßlichkeit des Schönen

April 19, 2014

Von der Unermeßlichkeit des Schönen

Lichtgeschwindigkeit 4317

am 19. April 2014

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VI,10

Die Vielfalt im Schönen ist jene innewohnende Bedeutungsfülle des Formguten einer sinnmehrenden Gefügeordnung, die Werkeinheit wurde.

Mit dem Schöpferischen wird dem Deutungstriebe beträchtlicher Spielraum, doch zugleich heilsamer Einhalt geboten, somit einer wilden Willkür des Auslegens der Befunde eine Abwehrgrenze gesetzt: – bloßem Vernünfteln nämlich ist beseeltes Innewerden nicht möglich.

Auch vor dem Schönen erweist sich Vermeinen als folgenschweres Verkennen.

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Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979