MARINA SPICKERMANN – Altersmalerei in Saint Julien-aux-Boix

August 24, 2016
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Vom Mittwoch, 24. August 2016

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MARINA SPICKERMANN in Laporte, August 2016

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Folgendes Kurzinterview mit der Malerin Marina Spickermann und diese Kurzvorstellung in LICHTGESCHWINDIGKEIT, im August 2016, ergaben sich aus Dietmar Moews‘ Ausstellungsbesuch in der Dordogne von Südfrankreich:

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LEONARDO DA VINCI

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PABLO PICASSO

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CLAUDE MONET

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GIOVANNI BELLINI

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EDOUARD MANET

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PAUL KLEE

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Die NAMEN-Reihe ist lang und lässt sich fortsetzen. Marina Spickermann – die Polyglotte, sie spricht viele Sprachen, neben Deutsch, Französisch, English, Niederländisch und viele kulturelle Spracheigenschaften aus aller Welt – kommt ins Rollen, wenn man nachfragt, welche großen Malerei-Werke sie kennt und selbst sich im Laufe ihrer Malerei als „Berufs-Augenmensch“ bis heute vorgenommen zu malen hat.

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Dabei ist eine eigene KUNST entstanden. Denn Spickermann – dieser schönen, sensiblen, hochintelligenten Einzelgängerin – geht es nicht um Kopie oder Replik oder Nachahmung, sondern um anschauliche Nachempfindung eigener Hand als Altersmalerin. Sie bedient sich dazu in ihrer opulenten, das ganze Landhaus füllende Bibliothek mit Weltliteratur und Kunstfolianten, Katalogen und Monografien, und den allgegenwärtigen Kunst-Abbildungen – z. B. in der abonnierten Wochenzeitung DIE ZEIT aus Hamburg – als Malvorlagen.

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ALTERSMALERIN – ich schaffe diesen Begriff hier, der einfach ist und bislang dem Feuilleton fehlte, gemessen an den nach Millionen zählenden künstlerisch Tätigen in der Altersmalerei.

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Ein wertvoller SPICKERMANN-GAUGUIN, Handformat in Acrylmalerei in Laporte

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Eine solche Alterskunst ist immer Ausdruck besonderer Lebenserfahrung, Weisheit und nachlassender Sinnesschärfe und Arbeitskraft. Schließlich verändern sich die Sinne und die Empfindungen im fortschreitenden Lebensbogen. Was daran eigen und beachtlich sein kann, lässt sich prominenter wohl bei Claude Monet Alters-Nympheeas oder Henri Matisse Scherenschnitten überzeugend in den Alterswerken finden. Und man wird diese Beispiele nicht als qualitative Leistungsschwäche eines alten Künstlers beurteilen können. So wenig, wie körperliche Behinderung zwar meist individuelle Sensibilität verfeinert, doch nicht ad hoc als künstlerische Stärke und Schaffenskraft wirken muss.

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CLAUDE MONET als Bezugsvorlage für ein Katzenbild von SPICKERMANN

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CLAUDE MONET, der Lichtmaler der Varianten erhielt von SPICKERMANN Katzengesichter a la SUSAN HERBERT, mit über einem Meter Größe in Acryl auf Leinwand (leider verschwand die Dig-Aufnahme von Geisterhand)

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Doch ich weise auf die qualitative Nuance zwischen „alter Künstler“ und „Alterskünstler“ hin. Letzteres bezeichnet positive Qualität, während erste Verluste andeutet.

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SPICKERMANN-VAN GOGH vor Landhaus Laporte, August 2016

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SPICKERMANN-VAN GOGH – „Kirche von Auvers“, Acryl auf Leinwand,

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Jeder Einzelfall – auch in der Alterskunst – zählt.

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Zigaretten- und Kaffepause beim Interview MARINA SPICKERMANN von DIETMAR MOEWS, August 2016 in Laporte

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Die frühere Berufs-Fotoreporterin und WELT-BILDER-PROFESSIONELLE, wie die Foto-Journalistin MARINA SPICKERMANN, ausgebildet am Münchner „Werner-Friedmann-Institut“, heute „Deutsche Journalistenschule“, als Reporter-Bildjournalistin für DPA und AP, in zahlreichen Kriegsgebieten, von LIBYEN oder dem Münchner Olympia-Massaker 1972, bis in die österreichischen Hohen Tauern zum HELP-Filmset mit den BEATLES, kennt sie alle FLUGHÄFEN der Welt – und hat FOTO-PUBLIKATIONEN in allen und unzähligen Massenmedien, hauptsächlich Zeitungen, und war Auftragslieferantin für alle sonstigen BILDER-Verkäufer und Verwerter, mit und ohne eigene Urheber- und Folgerechte und der VG-BILD-KUNST.

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MARINA SPICKERMANN hat noch gelernt, dass an jedes Foto zumindest die Annotationen von Ort und Datum gehören, wie man eine Notiz und einen Bericht verfasst, eine Reportage strukturiert sein muss, mehr als das obligatorische:

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TITEL: Was, Wo, Wer, Wann, Warum nicht? Zusammenfassung und Ausblick.

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Der normale Mensch weiß überhaupt nicht, wie hoch qualifiziert gute Foto-Reporter und Journalisten meist sind, die uns täglich, fortlaufend versorgen. Dabei werden heute häufig ungelernte Handy-Knipser losgeschickt, weil sie billiger sind.

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Der „irre“ Reiseberuf war für die junge katholische deutsche Ehefrau und Mutter Marina, Familienmensch, Freundin, Kollegen, Teamplayer, Selbstvermarkterin, oft wie ein Arbeits-Rausch. Vom Dauer-Reisetrip als Foto-Reporterin gesättigt, im Jahr 1989, erwarb sie den Landsitz Laporte in der Dordogne und begann mit der zweiten Berufung als Bildnerin, als Altersmalerin, die sich mit den großen, nicht immer namhaften, aber von ihr geschätzten Kollegen, durchweg Meistermalern, einließ. Die im Jahr 2014 gestorbene Malerin Susan Herbert sei besonders zu nennen, die auch Katzen liebte. Marina Spickermanns Haupthaus ist voller gelesener Bücher, die alle Wände füllen – sowie mit zwei Haus- und Wald- und Wiesenkatern, Rosso (schlanker) und Nero (dick), mit eigenen Katzentüren sowie einem wunderbaren elterlichen Stoffteufel aus der Kindheit bei Niederländern.

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Das Kinderspielzeug-Teufelchen aus dem dreijährigen niederländischen Kindheits-Zwischenspiel

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Feininger, Gauguin, Van Gogh, August Macke, Georges Seurat, Edvard Munch, Franz Marc, Zanella, russische Ikonen, Karl Spitzweg, Susanna Herbert, Fernando Botero, Jan Vermeer van Delft – viele selbst gemalte Prototypen hat MARINA SPICKERMANN verschenkt oder verkauft und teilweise wirklich aus den Augen verloren und vergessen. Die große PICASSO-GUERNICA-Replik der MARINA SPICKERMANN befindet sich in einer Münchner Sammlung.

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Unser Interview war spontan und unvorbereitet bereits aus dem Stegreif so pickepacke voll mit Einzelheiten, dass hier viel weitreichender und tiefgründiger zu berichten wäre. Insbesondere was die Auswahl- und Treffkunst eines EXTREM-FOTOGRAFEN angeht, wenn daraus eine Altersmalerin der Schönheit und der Vorlieben wird, so gibt es ein reiches Repertoire an Qualitätskriterien, von denen MARINA SPICKERMANN sagt:

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Wieso? Das mache ich einfach so.“

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SPICKERMANN-VERMEER – Foto vom Foto

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SPICKERMANN-BELLINI – Foto vom Foto

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SPICKERMANN-HERBERT – Foto vom Foto (wegen der extremen Spiegelung sind die Aufnahmen verzogen)

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SPICKERMANN-HERBERT – Foto nach Foto

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SPICKERMANN-HERBERT signiert „Marina“ – Foto nach Foto

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SPICKERMANN-HERBERT signiert „Marina“ – Foto nach Foto

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SPICKERMANN-MANET signiert „Marina“ – Foto Dig.- nach Hochglanz-Papierabzug

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SPICKERMANN-HERBERT – Foto vom Foto

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MARINA SPICKERMANN mit einem „PICASSO“ in Laporte, August 2016

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Maltechnische Schwierigkeiten oder Hemmungen hat sie dabei überhaupt nicht. Warum auch. Denn tatsächlich entsteht eben aus Leichtfertigkeit eine künstlerische Bildwelt, so gut es eben geht. Darin liegt auch Spickermanns unabsichtlicher eigener Abstraktionsgrad. Anders wäre, wenn sie nachahmen, vortäuschen oder camouflieren wollte. Nein, echt und liebevoll, das sind hier die Wahrheiten. SPICKERMANN wäre ja blöde, täte sie sich Zwänge an oder würde sie sich der Lüge, Manipulation oder Trickserei hingegeben, was für eine Foto-Publizistin, die alle Sorten Pferde im Bild- und Repro-Geschäft hat kotzen sehen, langweilig wäre.

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Die im Jahr 1940 in München Sendling geborene und aufgewachsene Bilderfrau und Künstlerin, hatte schon als Schülerin im Publizismusmilleu ihre Erlebnisse und dadurch ihre Förderer gefunden und fand nach ihrem Abitur sehr bald zur kostspieligen „stipendierten“ Hochschulausbildung bei „Werner-Friedmann“, (dem naziverfolgten Gründer der Süddeutschen Zeitung in München). Schon während dieser wichtigen erstklassigen Schule, wo eben auch Schreiben zu lernen war, nicht nur Bildbeschriftung, sondern Alles, was im Journalismus gewusst und gekonnt werden muss, bot das „Werner-Friedmann-Institut“ in München an. Bald ging Marina Spickermann zur DPA (Deutsche Presse Agentur), anschließend ging sie im weltweiten internationalen Foto-Journalismus unter die Spitzen-Bildreporter zur New Yorker A P (Associated Press). Ab Mitte der 1950er Jahre, bis mitte der 1990er Jahre produzierte sie.

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Noch 1992 reiste sie nach Barcelona zu den Olympischen Spielen.

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Heute hat sie keine eigene Fotokamera mehr und sagt, die Photoshop-Bildbearbeitungs-Bedienung auf ihrem Apple-Notebook habe sie inzwischen vergessen (einen eigenen kabellosen Hight Speed-Internetz-Anschluss hat der Landsitz von Laport auf 12.000 Quadratmetern Wald, Wiesen und Katzen als Echtzeit-Verbindung zur Tageswelt dennoch. Die Altersmalerin ist immer dabei – während sie malt, läuft nebenher zur Freude der beiden Kater das lautstarke vielkanalige Fernsehprogramm.

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OLYMPIA-SPORT – hier hatten wir unsere Anknüpfung im Interview zum aktuellen fragwürdigen RIO 2016-Olympia-Geschäft, wozu man nur noch den Kopf des schlechten Geschmacks schütteln kann.

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MARINA SPICKERMANN ist heute eine freie Alterskünstlerin, die auch heute mehr oder weniger täglich ihre Stunden am Maltisch oder an der Staffelei fortsetzt, was sie zuletzt im Auge und in Händen hatte. Ihre Lieblingskater schnurren drumherum und bestimmen durch Fressgier die Pausen. Zufuß-Bewegung tut gut – Leiternklettern überlässt man Jüngeren.

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In Laporte, dem Landsitz in Saint Julien-aux-Boix, einem bezaubernden Ort nahe der Dordogne bei Argentat in Südfrankreich, lebt MARINA SPICKERMANN, Jahrgang 1940, als Altersmalerin.

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SPICKERMANN-PICASSO

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SPICKERMANN-FEININGER (2016 in Laporte gemalt)

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SPICKERMANN-MAGRITTE

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MARINA SPICKERMANN, Altersmalerin mit Armformat, im August 2016 in Laporte fotografiert von DIETMAR MOEWS mit CANON Power Shot SX 240 HS

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Ihr malerisches Werk umfasst inzwischen ungezählte – also nach Hunderten gezählt – Hand- und Armformate der überwiegend Acryl-Malerei eines eigenen bildnerischen Impetus. Manchmal zeichnet sie auch mit Pinsel oder Stift oder malt mit Buntstiften und erreicht damit pastellartige Bildflächen.

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Hier in LICHTGESCHWINDIGKEIT stellt Dr. Dietmar Moews, anlässlich eines Besuches und einer Ausstellung bei Marina Spickermann in Laporte, erstmalig eine MARINA SPICKERMANN Auswahl der intensiven Malerei nach Meisterkünstlern im Internetz vor, die, wie hier, meist von Farbreproduktionen abgemalt, seit beinahe 30 Jahren entstehen.

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Es sind meist gegenständliche Themen und Bilder nach kunsthistorischen Vorbildern, die MARINA SPICKERMANN malt.

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Kurz, sie malt, was sie liebt.

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Das waren bislang hauptsächlich Katzendarstellungen in Räumen oder in die Landschaft gestellt oder in Meisterwerke hineingearbeitet. Ferner liebt sie Blumen- und Blüten-Arrangements. Daneben werden die kleinen darstellerischen Verschiebungen, hin zur Karikatur oder Witz, wie die Schweine-Zeichnung nach Picasso oder .. wir werden sehen, wie es weitergeht und – hier herausgestellt – Spickermanns Zusammen- und Auseinandersetzung mit großen Vorbildern der europäischen Malereigeschichte.

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Marina Spickermann ist nicht Archivarin ihres eigenen Lebenswerkes. Die Schubladen sind voll. Es stapelt sich hintereinander – aus den Augen aus dem Sinn – wer da ein Bisschen in Bilderstapeln hin- und herklappt, wundert sich, was es alles gibt, wie vielfältig hier geschaut, geliebt und gemalt wurde und noch wird. Dabei sind viele Zuckerstücke nicht mehr im Haus. In mehreren regionalen Einzelausstellungen wurde diese Altersmalerin vorgestellt. Hier anzuknüpfen wäre sicher interessant.

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Bildschirmfoto vom 2016-08-24 14-02-02

PICASSOs Kriegsbild GUERNICA, Vorbild der politisch engagierten Altersmalerin

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Künstler + Frieden? – Jede Berufsgruppe kann sich bemerkbar machen, nicht nur die Rüstungsschmiede

Juli 4, 2014

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am 4. Juli 2014

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ZUGINSFELD 27 "Man kann ja nie wissen" DMW 548.2.99, 198cm / 198 cm, Öl auf Leinwand, in Dresden 1999 gemalt

ZUGINSFELD 27 „Man kann nie wissen“ DMW 548.2.99, 198 cm / 198 cm, Öl auf Leinwand, in Dresden 1999 gemalt, auf der Mainzer Straße, Köln Südstadt am 3. Juli 2014

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Die Initiative „Sportler gegen Atomraketen – Sportler für den Frieden“ – Ein Beispiel für allgemeinpolitisches Engagement im Sport.

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Im Jahr 1983 rief ich als bekannter Künstler und Galerist in Hannover alle Künstler an, sich unabhängig ihrer künstlerischen und ästhetischen und geschäftlichen Ambitionen, gemeinsam als EINZELGÄNGER in den RÜSTUNGSWETTLAUF und die ATOMRAKETEN-Verrücktheiten einzumischen.

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Man muss einfach wissen: Die überwiegende Zahl der in Deutschland aufgestellten Atombomben und Trägerraketen hatten lediglich eine Flugreichweite von 20 bis 130 km. Man muss kapieren, dass die US-amerikanische Atombeschützung von Büchel oder sonstwo, technisch dazu eingerichtet ist, in Deutschland, auf deutschem Gebiet, ohne Rücksicht auf die Deutschen, eine US-amerikanische Verteidigung durchzuführen. Ein unfassbarer Wahnsinn und Zynismus. Pershing und SS-20? ALLES in Deutschland.

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DIETMAR MOEWS in der Mainzer Straße der Kölner Südstadt

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Dietmar Moews meint: „Last not least“ – diese Formel gilt oft entschuldigend dem Letzten. Ich möchte dazu auffordern, aktiv zu werden, sich gedanklich auf die absurden Militärfortschritte einzulassen.

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Wenn es, nach Erich Kästner, nichts Gutes gibt, außer dass man es tut, dann wird es auch Frieden in der Kunst, durch Kunst, durch Künstler, wie im Sport, durch Sport, für den Sport nur geben durch die Tätigkeit der vielen Überzeugten.

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Welche Möglichkeiten es gibt und was man tun kann, das soll das Beispiel meiner Initiative ZUGINSFELD in der Mainzer Straße (nördlich Eierplätzchen) Köln Südstadt und der früheren Aktivitäten Künstler + Frieden 1983-1985 und die große internationale Initiative „Sportler gegen Atomraketen – Sportler für den Frieden“ zeigen.

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Wir erkennen den Entstehungszusammenhang solcher Initiativen und aufzeigen und beleuchten ihre Aktivitäten. Einige Schlussfolgerungen daraus gibt es heute schon zu ziehen.

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Die Initiative „Sportler gegen Atomraketen – Sportler für den Frieden“ – Ein Beispiel für allgemeinpolitisches Engagement im Sport

von Margret Beck / Peter Langkopf / Horst Meyer

zit. S. 222 nach Sven Güldenpfennig / Horst Meyer (Hrsg.) „Sportler für den Frieden“, Köln, Pahl-Rugenstein 1983

Last not least“ – diese Formel gilt oft entschuldigend dem Letzten. Der letzte Beitrag dieses Buches versteht sich tatsächlich „not least“. Er will all diejenigen einladen und auffordern, aktiv zu werden, die sich gedanklich auf die vorstehenden Artikel eingelassen haben. Wenn es, nach Erich Kästner, nichts Gutes gibt, außer dass man es tut, dann wird es auch Frieden im Sport, durch Sport, für den Sport nur geben, durch die Tätigkeit der vielen Überzeugten. Welche Möglichkeiten es gibt und was man tun kann, das soll das Beispiel der Initiative „Sportler gegen Atomraketen – Sportler für den Frieden“ zeigen.

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Wir wollen in unserem Beitrag den Entstehungszusammenhang der Initiative aufzeigen und ihre Aktivitäten beleuchten. Einige Schlussfolgerungen daraus gibt es heute schon zu ziehen.

1. Einige Bemerkungen zur Geschichte

Zunächst wäre die Frage zu klären, inwieweit der Sport überhaupt eine Legitimation hat, in gesellschaftliche Fragen einzugreifen. Während heute innerhalb der Sportbewegung häufig die Auffassung vertreten wird, dass Sport von Politik zu trennen ist, wurde diese Frage zu Beginn der deutschen Turn- und Sportbewegung eindeutig anders beantwortet: Friedrich Ludwig Jahn, der Begründer der Turnerbewegung und noch heute als deren geistiger Vater geltend, verstand die Turner immer als politische Kraft in enger Verflechtung mit historischen Zeiterscheinungen wie Nationalbewegung und Romantik.

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Die durch den „Demokratischen Turnerbund“ getragenen politischen Auseinandersetzungen fanden schließlich Eingang in die Beratungen des Gründungsausschusses der späteren deutschen Turnerschaft. 1861 bei seiner Tagung in Gotha und bei den Hanauer Turntagen wurde durch die Mehrheit der Delegierten die Legitimation für allgemeinpolitische Fragen mit der Feststellung festgeschrieben:

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Der einzelne Turner müsse sich mit der Politik befassen, eine Parteinahme der Turnvereine müsse jedoch unterbleiben.“

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Neben der Aufforderung zum politischen Engagement an den Einzelnen zeichnete sich also auch hier bereits die Forderung nach politischer – mindestens parteipolitischer – Enthaltsamkeit der Organisationen ab. Dass damit jedoch für die Zukunft auch allenfalls noch die Rechtfertigungsideologie der deutschen Turnerschaft beschrieben war und nicht ihre reale Politik, zeigte z. B. ihre weitere Entwicklung und ihre Reaktion auf die Entstehung der Arbeitersportbewegung. Im Rahmen der nationalistischen, konservativ bis reaktionären Haltung setze, mit denen die Reichsregierung unter Bismarck die legale Tätigkeit der Sozialdemokratie verbot – war für radikaldemokratische, sozialistische… Kräfte kein Platz. Sie wurden ausgeschlossen bzw. verdrängt und organisierten in der Folge ihre eigene Sportbewegung …“

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Auch historisch und organisatorisch lassen sich demnach die beiden Positionen festmachen, die heute noch diskussionsbestimmend sind: zum einen die Forderung nach politischer Enthaltsamkeit der Sportorganisationen, die in der Praxis dazu führt, dass die jeweilige Regierungspolitik kritiklos nachvollzogen wird, zum anderen die Position, die fordert, dass sich der Sport in allen ihn betreffenden politischen Fragen eine eigene Position erarbeitet und damit notwendigerweise auch in Opposition zu herrschenden politischen Strömungen geraten und Anschluss an parlamentarische Oppositions- und Protestbewegungen erlangen kann.

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Wenn Bundeskanzler Kohl in seiner Festrede zur Eröffnung des Deutschen Turnerfestes 1983 am 26. 6. 1983 in der Frankfurter Paulskirche die Friedensbewegung – wobei er in gezielter Verfälschung der Tatsachen einige Chaoten für das Wesentliche der Friedensbewegung ausgibt – mit ihrer“ Gewalt auf der Straße“ den Turnern gegenüberstellt, die Lebensfreude und Gemeinschaft demonstrieren, dann verweist dies genau diesen Punkt: Die Sport- (in diesem Fall die Turn-)bewegung hat entweder die Chance, sich zur Friedensfrage als der brennendsten gesellschaftlichen Frage zu äußern. Oder sie tut es nicht; dann wird sie von Politikern wie Bundeskanzler Kohl vereinnahmt gegen die Friedensbewegung.

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Die deutsche Sportbewegung tat sich nach Beendigung des zweiten Weltkrieges außerordentlich schwer, sich politisch zu artikulieren, obwohl sie als größte Personenvereinigung der Bundesrepublik mindestens im gesellschafts- und sozialpolitischen Bereich wichtige Aufgaben in unserer Gesellschaft übernommen hatte. Die Erfahrung des ungeheuerlichen politischen Missbrauchs des Sports im deutschen Faschismus, dem seitens der bürgerlichen Sportbewegung kein nennenswerter Widerstand entgegengesetzt worden war – im Gegenteil: viele der damaligen bürgerlichen Sportführer hatten das Terrorregime begrüßt und unterstützt -, hatte dazu geführt, dass die alte Legende vom unpolitischen Sport nach 1945 neue Hochzeiten erlebte. Nicht die Notwendigkeit demokratischen Engagements wurde als Konsequenz formuliert, sondern die Forderung nach Politikfreiheit des Sports.

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Trotz aller gegenteiligen Wünsche und Absichtserklärungen stand der Sport aber u. a. durch die ungeheuere Popularisierung des internationalen Hochleistungssports im Brennpunkt hochbrisanter politischer Ereignisse, von denen nur einige genannt werden können: Die Auseinandersetzung um die nationale Einheit bzw. Spaltung Deutschlands setzte sich in das Terrain des Sports hinein fort (z. B. gemeinsame Olympiamannschaften von BRD und DDR bis in die 1960er Jahre hinein); die Olympischen Spiele wurden zum Aktionsfeld von Protestaktionen gegen Rassendiskriminierung (Montreal 1976), von Studentenunruhen (Mexiko 1968), von Terroranschlägen (München 1972); Moskau 1980 wurde durch einige Länder boykottiert; Proteste gegen Menschenrechtsverletzungen in Argentinien gab es anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 1978.

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Mit einem eigenen Aufruf warb die Initiative unter Sportlerinnen und Spotlern sowie Funktionären, Pädagogen, Übungsleitern, Trainern und Wissenschaftlern für den Krefelder Appell an die Bundesregierung, die Zustimmung zur Stationierung von Pershing II und Cruise Missiles zurückzuziehen, indem sie die besondere Betroffenheit des Sports wie folgt skizzierte:

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Sportler gegen Atomraketen

Sport, vor allem internationale Sportbeziehungen, sind ohne Frieden undenkbar. Die Entspannungspolitik der letzten Jahre hat für uns Sportler viele neue Beziehungen, Kontakte und auch Wettkämpfe gebracht.

Die ständig steigenden Rüstungsausgaben wirken sich schon heute direkt auf den Sport aus: Sie greifen tief in unseren Sportbetrieb ein, wie es sich in den Kürzungen der Sportetats des Bundes, der Länder und Gemeinden ausdrückt.

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Der Atomtod bedroht uns alle – keine Atomraketen in Europa“ – das ist die Forderung der Initiativen des „Krefelder Appells“: Gerd Bastian, Prof. Dr. Dr. h.c. Karl Bechert, Petra Kelly, D. Martin Niemöller, Prof. Dr. Helmut Ridder, Christoph Strässer, Gösta von Uexküll, Josef Weber.

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Wir, aktive und ehemalige Sportler und Sportfunktionäre, schließen uns darum dem Krefelder Appell an die Bundesregierung an, „die Zustimmung zur Stationierung von Pershing-II-Raketen und Marschflugkörpern zurückzuziehen“.

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Ich schließe mich dem Aufruf an: …Unterschriften

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Es mutet heute, dreißig Jahre später, seltsam an, zu lesen, welches gedankliche Niveau der Meinungsstreit damals hatte, in dem es normal war, dass Sportler und Künstler mit Politikern diskutieren konnten. Denn alle hatten das Wissen und Verständnis für die Gesamtproblemstellungen wie für Details sowie für Organisationsdurchblick und Kommunikationsnotwendigkeiten. Was wir damals organisierten wurde quasi ohne großes Geld gemacht. Ich habe meine Ballhof-Galerie Hannover und später den Spielplatz der Künste 7 OPQ am Raschplatz Hannover wochen- und monatelang zu Kommunikations- und Aktionsveranstaltungen eingesetzt und dafür erhebliche Zeit eingesetzt. Und ähnlich taten das viele andere, jeweils mit ihren Mitteln. Dabei waren die Sportler durchdringender als die Künstler, bei denen das Einzelgängertum oft hinderlich war. Und heute, Juli 2014?

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ZUGINSFELD 40 DMW 674.1.11 190 cm / 190 cm, Öl auf Leinwand, in Berlin 2012 gemalt

ZUGINSFELD 40
DMW 674.1.11
190 cm / 190 cm, Öl auf Leinwand, in Berlin 2012 gemalt

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Nachdem nun vor dem Viertelfinale in Brasillien die chilenischen und brasilianischen Spieler bei der Aufführung der Nationalhymne ein unheimliches Mitbrüllen ausbrachten und noch nach Ende der Musik weitere Strophen als Beschwörungs-Kampfgeschrei nicht enden wollte, respondierten die Brasilianer ebenfalls, mit tausendfacher Verstärkung durch das einheimische Publikum.

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Auch die brasilianische Schwung-Musikalität verkalkte bei der Nationalhymne in grobes hysterisches Gebrüll. Und auch die Brasilianer flippten wie die Chilenen nach Schluss des eingespielten Orchesters weiter und weiter aus, die Spieler schrien mit angeschwollenden Halsschlagadern und herausquellenden Augen.

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So erinnere ich also an die deutschen Maler Franz Marc, August Macke oder Heinrich Vogeler, die dem Irrlauf im Krieg zum Opfer fielen – um Eigennutz und Undank bei jedem Einzelkämpfer anzusprechen

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MORD von 1914 in Sarajewo – 100 Jahre Kriegsstimmung mit HURRA

Juni 28, 2014

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am 28. Juni 2014

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Dr. Dietmar MoewsDSCF0320

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Der große Führer, Vordenker und Verkörperer der modernistischen Ironie in EUROPA, Wiens Thronfolger-Ehepaar Franz-Ferdinand samt österreichisch-ungarischer Weltbeglückung fiel quasi im Kampfe: 28. Juni 1914 erschoß ein Waffenhalter in die Kutsche. Das war dann tötlich.

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Dietmar Moews meint: Es lohnt sich schon, einmal nachzuschlagen. Unsere Deutschen – wie der Maler Franz Marc und so weiter (langweilig, die ganzen Typen aufzuzählen) oder der gute Maler August Macke – waren sehr in der Erwartung, den Dünkel des Genieverdachts des deutschen Reichs mit dem Kaiser der Hohenzollern WILHELM ZWO, einer heranwachsenden Marine, einer Fast-Erste-Welt-Industrie, einer Revisionsbedürftigkeit aller Rückständigen in dieser Welt, zum Günstigeren hin zu korrigieren.

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Die Münchner Studenten warfen ihre Tornister weg und rannten zur Einberufungsstelle, wo sie Uniform und Marschgepäck bekamen und auf gings: mit HURRA.

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Worum gings eigentlich? Es ging wie immer um Irrläufe der Triebe – Triebverwirklichung, Triebverzicht, Triebhemmung.

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ZUGINSFELD 35 DMW 667.14.8190 cm / 190 cm Öl auf Leinwand

ZUGINSFELD 35 DMW 667.14.8190 cm / 190 cm Öl auf Leinwand

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Und wir Spätergeborenen wissen, mal wieder spielte Triebhemmung eine harte Rolle: Die bösen Feinde schossen die Triebverwirklicher ab, wie die Fliegen. Der Erste Weltkrieg – international nur „The War“, der große Krieg genannt – nahm Fahrt auf, mit Hurra. Und viele neumodische Fortschritte konnten ausprobiert werden. Tanks, Panzer, die erste dicke Berta, das Kampfgas nebst Gasmasken aus Ölpapier (Supersache, etwas besser als ohne), die Notchirurgie, Flugzeuge und Fesselballons, Panzerkreuzer und Periskope, Peristaltik und Blähungen, Schutzhelme gegen Regen, später aus Stahl gegen Steinschlag usw usfusw. Etc pp.

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RUTH KRANTZ

RUTH KRANTZ

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Heute gibt es in Deutschland endlich wieder den richtigen Berufssoldaten, der von oben mit Drohnen und in seinem Anzug durch Cyber War Kybernetik bzw. Telematik neusinnlich in die Infantrie-Nahkampfsituation gesteuert wird (wenn nicht der Aku leer ist) HURRA. Vor Hundert JAHR.

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Sailly Ardennen 1914-1918

Sailly Ardennen 1914-1918

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Nachdem dieser Krieg von 1914-1918 so grandios gewonnen wurde – eigentlich hatten alle gasiegt, gesiegt, sogar Karl Kraus und Simplizissimus – liefen die arbeitslosen Soldaten in der Weimarer Republik herum, bis wieder ordentliche Anknüpfung an die militärische Korrektur der Geschichte gefunden war. Hitler und seine Freunde waren besonders findig, aber auch die Volksfront vergab sich nichts. HURRA. Düsseldorfer Industrie-Club: HURRA.

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Sailly Ardennen Campagne 1918-1918

Sailly Ardennen Campagne 1918-1918

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Dreigestirm Köln 2014

Dreigestirm Köln 2014

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ZUGINSFELD-Deklamation von Thomas Wipf im Goethe-Institut Dresden

ZUGINSFELD-Deklamation von Thomas Wipf im Goethe-Institut Dresden

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ZUGINSFELD-Deklamation von Thomas Wipf im Goethe-Institut Dresden 2006

ZUGINSFELD-Deklamation von Thomas Wipf im Goethe-Institut Dresden 2006

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