BORIS GROYS und die Wahrheit der neuen Sinnlichkeit in der NZZ

August 30, 2016
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Vom Mittwoch, 31. August 2016

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DIETMAR MOEWS im Louvre, Paris, August 2016

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These zur Neuen Sinnlichkeit:

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Künstler stellt mit Absicht das Kunstwerk her. Das Werk ist ein Ding.

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Das Werk kann zwischen Kunstproduzent und Kunstkonsument zu einem Kunsterlebnis werden. Jedes Kunsterlebnis ist Wirkung von Wahrheit.

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Kunstfortschritt, Innovation oder gar „Avantgardismus“, bestehen in der Werkabsicht des Künstlers, mögliche Fortschritte der allgemeinen Kultur und Technik zur Produktion neuer besserer Werke anzuwenden. Werke entstehen in Werkabsicht. Künstlers Wirkabsichten stehen in Funktion des Werkes.

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Kunstschaffen besteht weitreichend aus der banalen Verwechslung banaler Künstler eigener Werkabsichten mit Werkqualität. Künstlers Irrlauf über die Werkqualität wird im Wirkbereich der Kunsterlebnisse als die grausige Wahrheit banaler Kunstrezeption zur Kultur.

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Künstlerwerke sind wahre Dinge, die in den Lebenszusammenhang gestellt werden. Kunstwert ist die dem Werk eignende sinnliche Wahrheit im möglichen Kunsterlebnis. Kunst ist unmittelbare Wahrheit und nicht eine sonstige vermittlungsbedürftige Wahrheit oder „Mediatisierung“.

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Beiläufiger Kunstkonsum ist die sozio-kulturelle Vernichtung etwaiger Geniewerke, bewirkt die Verhackstückung durch Blindschreiber wie Boris Groys und macht aus Hochkunst Gesellschaftsmüll.

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Matisse spitzte wohlwissend zu: Was zur Malerei mit Worten gesagt werden kann, gehört eventuell zur Semantik, zur Philosophie oder zur Literatur, nicht zu den wesentlichen Qualitäten der Malerei-Kunst. Von Matisse her lässt sich eine kleine Theorie der Neuen Sinnlichkeit auf alle anderen Künste übertragen.

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Und nun zur Gunst in der heutigen Kulturindustrie, die Kunst genannt wird, hier die Kunst, sich der NZZ als kompetenter Autor zur „Wahrheit der Kunst“ schreiben zu können, hervorzukämpfen, wie Boris Groys.

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WIE DAS NICHT KLAPPT, ZEIGE ICH AM FOLGENDEN BEISPIEL:

Der Modereporter in Weltanschauungsfragen und dem leichtfertig angehefteten Etikett „Philosophiegeschichte“ und „Vorstellungsorientierung“, Russe aus Berlin und angeblich Lehrer in New York, Boris Groys, gelangt immer wieder mal nach vorne, wie jetzt in der NEUE ZÜRCHER ZEITUNG, – Dietmar Moews wundert das seit dreißig Jahren (ich halte Groys für einen Obrigkeits-L‘art pour l‘art-Willfährigen und Agenten), NZZ vom Samstag, 13. August 2016, Seite 26 , also Boris Groys:

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Titel des NZZ-Artikels „Die Wahrheit der Kunst –

Untertitel -: Können Künstler noch immer darauf hoffen, die Welt zu verändern – oder wenn nicht diese, dann immerhin ihr Publikum?“

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Öde kommt Groys daher – seine abgehalfterte Methode, überhaupt ein Thema, eine Problemstellung, Fragen oder Hypothesen zu exponieren, indem eine leere Behauptung aufgestellt wird, die dann gleich wieder weggewischt wird, um Leser zu gewinnen, funktioniert nicht, wenn die Leere gähnt.

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Wahrheit der Kunst?

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Weltveränderungs-Ambition?

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Publikums- bzw. Kommunikations-Design?

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Es ist kein ernsthafter heutiger Künstler von solchen Zielen oder Hoffnungen erfüllt. Was soll das?

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BORIS GROYS eröffnet dann:

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Die zentrale Frage in Bezug auf die Kunst lautet: Ist die Kunst fähig, Medium der Wahrheit zu sein? Bei dieser Frage geht es um nicht weniger als um die Existenz und das Überleben der Kunst, denn wenn die Kunst nicht Medium der Wahrheit sein kann, dann ist sie bloss eine Angelegenheit des Geschmacks. Die Wahrheit muss man akzeptieren auch wenn man sie nicht mag. Aber wenn die Kunst lediglich eine Frage des Geschmacks sein soll, wird der Kunstbetrachter wichtiger als der Kunstproduzent. In diesem Fall kann man über Kunst nur soziologisch oder in Begriffen des Kunstmarkts sprechen – sie hat dann keine Unabhängigkeit, keine Macht. Kunst wird dann identisch mit Design. …“

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Dietmar Moews meint: Die Schaumschlägerei in der Kunst-Feuilleton-Abteilung wird immer beliebiger.

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Es ist zu dumm und langweilig, den Artikel des Boris Groys in Gänze vorzustellen – weil einfach das Schwimmen in der Buttermilch keine Butter ergeben kann. Es fehlt an Fett!

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Nur vom hier komplett zitierten ersten Absatz, der als Exposition dient, für den der wirre Text dem Autor Groys als Bezugswert dient bzw. eben gar nicht dienen kann, möchte ich meine zerschmetternde Kritik wie folgt kurzfassen:

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Groys schreibt nämlich zu seiner Vorstellung von A) „KUNST als Medium für Wahrheit“ und B) „Kunst als designtes DING in der Welt“ sowie

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großkotzig das Wort „HEGEL“.

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Mit HEGEL geht’s wie meist mit MARX oder ADORNO – keiner hats gelesen. Keiner kanns sinnvoll zitieren, keiner muss danach irgendwie selbst leben. Nein, Hegel ist hier das NULLWORT, der LÜCKENFÜLLER, das MACHTWORT. Man schreibt HEGEL und alle Leser kuschen.

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Also HEGEL – was nun?

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Groys schreibt:

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Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erkannte Hegel in diesem Verlust des gemeinsamen Glaubens an verkörperte, sichtbare Gottheiten den Grund dafür, dass die Kunst ihre Wahrheit verloren hatte: Nach HEGEL IST DIE Wahrheit der Kunst ein Vergangenes. …“

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Der russendeutsche Groys in USA kann sich nicht auf seine fehlerhafte Übersetzerin zurückziehen – er schreibt vom Anfang her:

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…Ist die Kunst fähig, Medium der Wahrheit zu sein?…“

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Und jetzt – weiter unten, bei Hegel – macht er die designte Ungenauigkeit:

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Nach Hegel ist die Wahrheit der Kunst ein Vergangenes…

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denn wenn die Kunst nicht Medium der Wahrheit sein kann, dann ist sie bloss eine Angelegenheit des Geschmacks. …“

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In der Überschrift, Seite 26, in der NZZ heißt es zu Beginn noch:

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Die Wahrheit der Kunst…“

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dann verschiebt der Autor die Ansage „Kunst als Wahrheit“ hin zu Kunst als Medium der Wahrheit“.

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Das merken alle Blinden (die Breugel je gemalt hat) ob Künstlerkunst als ein Stück Wahrheit dahergebracht wird oder ob durch die Kunst, wie in der Sprache, irgendeine Wahrheit vermittelt / mitgeteilt werden soll.

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Muss ich also die Ästhetik des Künstlers, die er in seinem Werk zu mir sprechen lässt, verstehen? Wie Groys meint (Was will der Künstler denn sagen?)

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oder

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muss ich das Werk als Kunsterlebnis wahrnehmen? – es verstehen, ohne es auf weitere semantische Implikationen abzusuchen. Denn, hätte der Künstler irgendeine explizite Aussage zu geben gehabt, hätte er es gesagt und sei es BLABLA BLA LABERlaberLABER.

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Nein – das Werk ist das Werk.

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Und wer über Wahrheit was sagen oder fragen möchte, kann es ja tun. Es ist durchaus möglich, jeder Physik, jeder Metayphysik und jeder Negativen Dialektik FRAGEN zu STELLEN. MAN MUSS ES ABER TUN. GROYS TUT ES JA ABER GAR NICHT.

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Also, was soll die leere Behauptung an die KUNST – an ein einzelnes Kunstwerk – heranzutragen, ob es „nur“ ein MEDIUM zur Wahrheit oder ein „wahres WERK“ ist.

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Diese Frage muss der Kritiker und Analyst – wenn er denn GROYS heißt – mit dem Werk erfassen und interpretieren. Wie weit er dann seine möglichen These als WAHRHEIT bezeichnen will, ohne zu definieren, was denn nun noch WAHRHEIT wäre (Heuristik? Erkenntnis? Orientierung? Innovationsfindung? Redundanzbestätigung? usw.)

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SCHLIEßLICH: Wie unsinnig ist GROYS Einleitungsbehauptung:

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denn wenn die Kunst nicht Medium der Wahrheit sein kann, dann ist sie bloss eine Angelegenheit des Geschmacks. …“

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und

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…sie hat dann keine Unabhängigkeit, keine Macht. Kunst wird dann identisch mit Design. …“

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KURZ zusammengefasst:

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NZZ-Autor Boris Groys fehlen in diesem KUNST/WAHRHEITS-Bericht jegliche Grundkenntnisse – ihm fehlt der Forschungsstand – ihm fehlt „State of the Art“.

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Wer nicht kennt, was mit Immanuel Kant als „Ding“ (menschliche Sinnlichkeit) und „Ding an sich“ (totale Wahrheit, nicht in Gänze vom Menschen erkennbar) bezeichnet wird, der sollte nicht von dem, was ein Künstler machte, was immer der Künstler selbst dazu sagt, Wahrheit zu beziehen versuchen. Es führt nicht zur Offenbarung einer Werkwahrheit, sondern immer nur zum Kunsterlebnis im sinnlichen Bezug zu einem Werk. Wer Kunstwahrheit zu erleben erhofft, die QUALITÄTSUNTERSCHIEDE von Künstlers Absicht oder Unabsichtlichkeit oder genial unbewusste Qualitäten, nichtverbale Subtexte zu erleben, wird allein auf sein eigenes Konsumentengenie zurückgeworfen – der Kunstkritiker (oder Kunstwahrheitsforscher) darf nicht so tun, als sei „by Design“ maßgeblich dafür, ob wir im Kunsterlebnis vermittlungsbedürftige Wahrheitswerte oder mögliche Wahrheitswerte gewahr werden oder nur Irritation.

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Jedes Werk eines Künstlers folgt aus seiner festen Absicht, dieses WERK so zu machen und dann als fertig herauszugeben. Wer damit was im Kunsterlebnis erlebt, kann darüber einen sozio-kulturellen Umgang anzufachen versuchen. Meist entsteht dadurch allerdings keine bessere Kunstwahrheits-Erkenntnis, sondern sonstige Sprachspiele über Gott und die Welt, nicht anders als im Gespräch zwischen Künstler und Kunstkonsument. Für einen Kunstproduzenten kann – auf ein Werk bezogen – ein Gespräch mit einem Gegenüber produktiv werden, was ausnahmsweise auch über den „normalen“ inneren Monolog beim Kunstschaffen hinauszuführen vermag.

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DIETMAR MOEWS DMW 1977, Öl auf Leinwand, 155cm / 287cm in Springe gemalt

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Hätte der Künstler nicht diese (in seinem Werk manifestierte), sondern eine andere Absicht gehabt, hätte er sein Werk geändert, weitergearbeitet oder weggeworfen, kurz, jedes WERK ist ABSICHT. Auch die schlechten Werke lassen die Absicht erkennen und wie weit es dem Künstler gelungen war, was er beabsichtigte.

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Wie blöde sind die Redakteure der Neue Zürcher Zeitung, solches Gesülze – wie vorstehend von BORIS GROYS – ins Blatt zu stellen?

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Wenn man schon unterstellt, dass Verständlichkeit unserer Sprache die Sprachvereinbarung und das Sprachspiel sind, dann hat es keine sprachlich-semantische Verständlichkeit, von

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Die Künstler der historischen Avantgarde teilten mit ihrem Publikum zwar die Welt – aber nicht die Sprache..“

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zu reden, wie Groys in diesem NZZ-Artikel.

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Wieso sollte man noch von angeblich vergangenen Avantgardemachenschaften und Avantgarde-Publika schwadronieren, wenn die REDE von KUNST, von WERKEN und von MENSCHEN sein muss – nicht von Spezialavantgarde-Publika. Wie weit kämen wir denn, hier in der NZZ von der Rezeption ausgeschlossen zu werden, indem Autor GROYS sich selbst als Avantgarde, nur lesbar für sein GROYS-Publikum verständlich, rezipierbar gerierte?

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Wogegen es um PERZEPTION geht:

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PERZEPTION der Neuen Zürcher Zeitung

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PERZEPTION eines wichtigtuerischen Schwätzers

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PERZEPTION der angängigen kollabierten Kultursprache, die der Vorstellungsorientierung halber zur Sozio-Kultur der gesellschaftlichen Gültigkeit und Seinsbindung gelangen soll. Ansonsten wäre es Irrlauf.

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GROYS ist ein IRRLÄUFER, den sich die KULTURINDUSTRIE für den gesteuerten Kunstbetrieb finanziert.

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