Michael Wolffsohn sieht Atomabkommen mit Iran

Juli 19, 2015
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vom Sonntag, 18. Juli 2015

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Titelseite, oben links: „Verfilmung der Historikerin beim Kampf gegen die Schoa-Leugnung“ – das ganze in Zeitlupe, als Buch und als Comic? – da ist noch was drin, wenn die kulturperistaltische Walze erstmal in Wallung gebracht worden ist! – aber was ist es? –

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werden die Dummen lernen? –

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werden die Skrupelosen moralisch?

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JÜDISCHE ALLGEMEINE Wochenzeitung für Politik, Kultur, Religion und jüdisches Leben, Berlin, den 16. Juli 2015 29. TAMUS 5775, titelt:

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EINSPRUCH: Michael Wolffsohn sieht im Atomabkommen mit Iran eine große Gefahr für Europa.

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ÜBERSCHRIFT: An Abrüstung ist nicht gedacht

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Das Atomabkommen mit dem Iran mag gut gemeint sein. Aber es ist schlecht gedacht und gemacht, das sind, jenseits der Gefühle, die Fakten. Erfreulich ist:

Der Ölpreis wird sinken, denn der Iran kann wieder Erdöl und Erdgas exportieren. Viele Iraner werden reich. Sie kaufen dann deutsche Autos. Irans Regierung wird Waffen kaufen. Abkommen mit Russland und China sind unterschriftsreif. Erste Lieferungen werden wohl bis Ende 2015 folgen. Diese Waffen wird Teheran auch seinen Nahostfreunden weiterleiten: der libanesischen Hisbollah, Syriens Diktator Assad, der Hamas, dem IS in Ägypten, den Schiiten im Jemen und wohl auch den Schiiten in der östlichen Ölprovinz Saudi-Arabiens.

Irans Atomanlagen werden nicht abgebaut, sondern begrenzt und kontrolliert. Daraus folgt: der Iran ist Atommacht. Jederzeit kann der Iran im Konfliktfall seine Atomanlagen von Zivil auf Militär umschalten. Gewonnen ist also nichts Grundsätzliches.

Jeder atomare Erstschlag ist Selbstmord. Das gilt für einen iranischen ebenso wie für einen israelischen. Der Angegriffene würde nämlich seinerseits atomar zurückschlagen. Wer atomar tötet, wird getötet, begeht also Selbstmord. Da keiner der politischen Nahostkonflikte durch das Atomabkommen gelöst wird, bleibt es bei Kriegen und Bürgerkriegen in der Region. … Langfristig kann Israel dieses Wettrüsten nur verlieren: wirtschaftlich, demografisch, politisch, militärisch … dass der Iran seine Raketen ab- oder wegrüstet, ist im Wiener Abkommen offensichtlich nicht vorgesehen … Europa jubelt. Wie lange noch? (Der Autor ist israelischer Historiker und Autor des Buches „Zum Weltfrieden“ (2015)“.

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Dr. DIETMAR MOEWS von FOKKO VON VELDE fotografiert

Dr. DIETMAR MOEWS
von FOKKO VON VELDE
fotografiert

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Dietmar Moews meint: Es ist ein Jammer, immer muss man Wissenschaft von israelischer Wissenschaft unterscheiden. Ständig treten die Propagandisten mit der selben Schlagseite auf, wie hier Michael Wolffsohn aus München.

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Überschrift lautet: „An Abrüstung ist nicht gedacht“.

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Die Rede ist von einem Abkommen, dass der Iran und die USA auf Bestreben von US-Präsident Obama und dem iranischen Staatspräsident Ruhani in Wien ausgehandelt haben. Mit verhandelt haben die UN-Veto-Staaten und die EU. Bei den USA sitzt immer Israel mit am Tisch, weil die Hardliner Israels immer eine Mehrheit im US-Kongress erzwingen können.

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Die Kritik Wolffsohns in der JÜDISCHEN ALLGEMEINEN beläuft sich auf das Vertragsergebnis, das in gegenseitiger Übereinstimmung herausgekommen ist – auch ohne Beteiligung der Palästinenser.

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Sofort hat Israel nachgeschlagen. Sofort hat Premier Netanjahu mit einseitigem israelischen Militärschlag gegen Iran gedroht, wenns dem militärischen Massaker-Komplex Israels so beliebt.

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Wolffsohn beschwört vermutlich nicht israelische Abrüstung, nicht amerikanische Abrüstung.

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Wolffsohn vermisst Lösung des Nahostkonfliktes.

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Welch ein öder Quatsch: Immer schlägt Israel den eigenen Annexions- und Vertreibungskrieg, die Gaza-Massaker, die Apartheids-Politik gegen Araber, gegen rassisch unwillkommene Juden aus Eritrea, bei Wahlrechtsbeschränkungen in der sogenannten Demokratie, das Fehlen einer Verfassung eines Staates Israels und – natürlich – der willkürliche Umgang mit dem Recht, der keinesfalls „rechtsstaatlich“ genannt werden kann.

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Und deshalb ist nicht ausdrücklich Europa von den Persern bedroht. Zum Glück gibt es eine historisch fundierte Freundschaft zwischen Deutschland und Iran. Zum Glück sind die Perser ein sehr gebildetes, kultiviertes Volk, was auf die beim israelischen Militär eingejudeten Wirtschaftsflüchtlinge aus Russland leider nicht so weit zutrifft, dass die die eigene Landessprache Hebräisch beherrschen.

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Wie chancenlos die Zukunft des Massaker-Staates Israel sein wird, hängt von den politischen Künsten Israels ab. Das beginnt mit EINSPRÜCHEN der Wolffsohnschen Staatskunst in der JÜDISCHEN ALLGEMEINEN und endet mit dem Weltmacht-Militarismus Israels als Cyber War, als Drohnentechnik, als Atombomben auf Dolphin-U-Booten, als globale Propagandamaschine, als Kampfflugzeugtechnik und als diplomatische Staatskunst auf Gegenseitigkeit.

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ZUGINSFELD 26 DMW 198 cm / 198 cm von DIETMAR MOEWS 1999 in Dresden gemalt

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Atomstreit auf UN-Ebene mit Iran in Wien ausverhandelt

Juli 14, 2015
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vom Dienstag, 14. Juli 2015

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Heute morgen, am 14. Juli 2015, wurde der Weltöffentlichkeit mitgeteilt, dass zwischen den wochenlang im österreichischen Wien streitenden USA / ISRAEL und IRAN ein gemeinsamer Text ausverhandelt worden ist, der nun vom US-Kongress und in Teheran staatsrechtlich zertifiziert werden soll.

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Das Abkommen soll auf 15 Jahre gelten.

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The New York Times schreibt heute:

IRAN AND 6 WORLD POWERS REACH DEAL TO CURB ITS NUCLEAR PLANS

Die Betonung der NYT liegt auf „VERIFICATION“ „NO TRUST“.

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Im jahrelangen Atomstreit ist dem Iran und den fünf UN-Vetomächten und Deutschland in Wien eine historische Einigung auf ein langfristiges Abkommen gelungen. Die EU-Außenbeauftragte Frederica Mogherini und der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif haben am Dienstagnachmittag offiziell die Einigung im Atomstreit bei einer gemeinsamen Presseerklärung im Wiener Austria Center bekannt gegeben. Mogherini sprach von einem „historischen Tag“. Das Abkommen sei wichtig, weil es helfe, das Vertrauen zu stärken. Zarif verlas denselben Text auf Persisch.

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Verhandlungsziel von US-Präsident Obama ist eine vertragliche Regelung zwischen den USA und dem Iran, dass amerikanische Kontrolleure zur Überwachung iranischer Einrichtungen der Atomtechnik freien Zugang haben sollen.

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Verhandlungsziel des Iran ist die Aufhebung aller durch die USA gegen den Iran praktizierten Wirtschafts- und Finanzsanktionen und -blockaden, insbesondere dem unterbundenen Ölexport, mit der Öffnung des westlichen Marktes für iranischen Außenhandel und dem Zugang zur Modernisierung des iranischen Wirtschaftslebens und der besseren Nutzung der iranischen Wirtschaftspotenziale.

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Dietmar Moews meint: Der jetzt in Wien auf dem Tisch liegende Vertragstext enthält weder die Absicht der USA, zukünftig faire Politik statt Despotie in der Welt zu treiben oder Völkerrecht, Verträge oder die Souveränität anderer Staaten zu respektieren.

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Dass der Iran damit seine Zweitklassigkeit hinsichtlich der Freiheit der Wissenschaft, auf dem Forschungs- und Entwicklungsfeld der Atomtechnologie, eingewilligt oder zugestanden hat, darf nicht herausgelesen werden. Es muss wohl unstrittig „gleiches Recht für Alle“ gelten.

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Es betreiben nach wie vor Israel, USA, Indien, Russland, China, Nordkorea, Pakistan und andere Staaten, die die Atom-Ächtung ausdrücklich nicht anerkennen, ungeachtet aller jetzt in Wien diskutierten Werte, völlig unkontrollierte Militärpolitik auf dem Forschungs- und Entwicklungsfeld der Atomtechnologie.

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Noch ist die Absicht der schiitischen Mullahs in Teheran zu erkennen, eine offene Kommunikation der iranischen Menschen zuzulassen und zu eröffnen. Ein Zugang zum Westen ohne geöffnete Kommunikation wird weiterhin ein Klotz am iranischen Bein sein.

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Ein willkürlicher Militärschlag seitens Israels gegen Iran, wie schon verschiedentlich durchgeführt, muss stets zu den Verlautbarungen Israels zu diesem Atomstreit mitgedacht werden.

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Dennoch ist die Beteiligung der UN-Veto-Staaten an diesem Atomstreit eine gewisse machtpolitische Integration der praktizierten Militärdespotie von USA / Israel.

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Die deutsche Beteiligung am „Kindertisch“ der Wiener Verhandlungen bringt zumindest nützliche Kommunikation und aktuelle Information über die von den Mächtigen initiierten Machtarrangements.

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Das sind praktische Optionen für wirtschaftliche Zusammenarbeit für Deutschland mit den beteiligten Russen und den Chinesen sowie Einblick in die abstimmungsbedürftigen Sprachregelungen auf der Ebene der UN-Sprachöffentlichkeit.

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Für die Perser und iranischen Staatsbürger ist durch dieses Atomabkommen eine informelle emanzipatorische  „Stoffveränderung“ zu erhoffen.

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