Von der Unermeßlichkeit des Schönen

Mai 11, 2014

 

Lichtgeschwindigkeit 4397

am 11. Mai 2014

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VIII,9

Der Zeuge im Schönen ist der geläuterte Zweckwille bei gewissenhafter Anwendung der formzeugenden Kraft auf bestimmtes Erfindegut.

Mit dem Siege über das Übelwollen erreicht das vernünftige Vermögen im Willen, dass beseeltes Werkgut als Sinnsage wahrgenommen werde.

Der Wille als Nutzwirker wird zum Zeugen seines Vollbringens.

…“

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Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

Mai 7, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4382

am 7. Mai 2014

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VIII,5

Der Richter im Schönen ist der Meister-Entscheid des sinnmehrenden Könnens, Erschaffenem jeweils zuinnerst Wertrang und Unanfechtbarkeit eines Endurteils zu sichern.

Mit Vollzugsbeispielen erster Ordnung klärt und schirmt Werkweisheit vorsorglich die Wirkbereiche des Vollbrachten.

Im Maßgeblichen waltet die Überlegenheit allgültigen Entsprechens.

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Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979

 


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

April 23, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4328

am 23. April 2014

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VII,2

Der Verstand im Schönen ist jener Merker des Zeugerischen, der dem vollbringenden Werkwillen durch Prüfsamkeit dienlich bleibt.

Mit solcher Hilfsbereitschaft erst verliert das Verstandesmäßige die vernünftlerische Torheit, die dem Schöpferischen zuwiderläuft, das Sinnzuwachs schenkt.

Gemeistertes entstammt und entspricht tiefstem Verstehen.

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Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979

 


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

April 11, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4293

am 11. April 2014

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VI,2

Die Weisheit im Schönen ist die Sinndichte des Inhaltswahren einer Gefüge-Einheit: also die Herrschaft des Geistwerks über die Wirkmittel.

Mit dem Erfinden des Erfüllbaren beginnt die Klugheit des Gestaltens; mit dem Sinnmehren im Formguten beginnt die Weisheit des Erfüllens.

Unweise Bewirktes kann nicht zur Vollendung gedeihen.

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Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979


Von der Unermeßlichkeit des Schönen

März 20, 2014

Lichtgeschwindigkeit 4230

am 20. März 2014

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IV,4

Der Hort im Schönen ist der erzielte Gewinn an Beseelkraft in einer wohlgestalten Sinngefüge-Einheit aus Inhaltswahrem und Formgutem.

Ohne solchen Zuwachs an innerstem Geistwerks-Nutzen aus frischem Inhaltswahrem läßt sich durch Formenreize allein nichts Sinnmehrendes im Schönen horten.

Folglich geschieht im Schaffen von Schönem wahrhaft Neues niemals durch äußeren Formenwandel, sondern stetsfort nur durch Einstrahlungen aus zusätzlich erforschten Innenschau-Bereichen.

…“

Zitiert nach: Otto Nebel, Von der Unermeßlichkeit des Schönen (1961-63) in Frühwerke, Schriften zur Sprache und zur Kunst – Das dichterische Werk Band 3 in Frühe Texte der Moderne, herausgegeben von René Radrizzani der edition text+kritik herausgegeben von Jörg Drews, Hartmut Geerken und Klaus Ramm, München 1979