Türken wählen AKP-Pleitesultan auch lokal

März 28, 2019

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am Freitag, den 29. März 2019

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Atatürk Kemal

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Der türkische Staatspräsident ERDOGAN hat nach der Faschisierung der Türkei jetzt zwei ungelöste Probleme:

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EINS ERDOGAN weiß, dass Machtausübung gegen die Bürger schlecht geht und den Geist vernichtet, den eine Gesellschaft braicht, um erfolgreoch zu leben.

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ZWEI ERDOGAN weiß, dass seine Partei AKP inzwischen überall in den Kommunen, wo jetzt die Gemeindeparlamente zu wählen sind, durch rigide Polizeistaat-Praktiken sehr unbeliebt geworden ist.

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DREI in den türkischen Kommunen sind alle möglichen lokalen Bewerber, die nicht zur AKP gehören, beliebter als die ERDOGAN-Statthalter; denn die Türkei ist keine osmanische oder islamistische oder militaristische Gesellschaft, sondern es sind zahlreiche regionale Kulturgruppen, wie die KURDEN oder ARMENIER oder moderne säkulare Thrakier in Istanbul oder Anatolier, die allesamt viel von Selbstbestimmung und wenig von Bevormundung halten.

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In der großen alten südosttürkisch-anatolischen Stadt Diyarbarkir soll ein kurdischer Kandidat Bürgermeister werden, aber ERDOGAN hat bereits vorangekündigt, sollte dieser Kurde die Wahl gewinnen, würde der unverzüglich verhaftet werden. Derart unsensibel glaubt ERDOGAN den Hammer kreisen lassen zu können; aber Diyarbakir ist eine würdevolle kurdische Hauptstadt – wie soll denn die AKP dort regiere, nachdem sie noch vor kurzer Zeit mit schwersten türkischen Panzern durch die engen historischen Altstadtstraßen gefahren waren, um Häuser und wertvolle Lebensräume geradezu zu vernichten.

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Das kann kein Türke gut finden. Wer wollte darauf noch AKP wählen, wenn es gar keine Wahl gibt?

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Wie gesagt, Inflation und Absturz der Kaufkraft, Absatzeinbrüche der türkischen Exporte und der staatlich schwächelnden Binnenkonjunktur.

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Dietmar Moews meint: 20 Prozent Inflation, schrumpfende Konjunktur, dazu die äußerst rückständigen autoritären Selbstdarstellungen ERDOGANS, weg vom modernen EUROPA, hin zu den panarabischen Kleingeistern, die zwischen Militarismus, Regionalorthodoxien und Despotien stagnieren.

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Kurz, ERDOGAN kann den Türken nicht sagen, wo er denn hin will, wenn alle seine Angriffspunkte erfolgreich wären – was soll dann werden, zwischen Kopftuch und Männerrunden, anstatt die Frauen freizulassen und auf die gesellschaftliche Intelligenz loszulassen – will die Türkei bei Tourismus und Naturalienwirtschaft stehen bleiben? – oder sollen nicht doch Wissenschaft und Emanzipation einen geistig-sozialen Impuls starten?

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NATO TRUMP KURDISTAN im Merkel-Wahlkampf

August 26, 2017
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Vom Sonntag, 27. August 2017

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MARINA SPICKERMANN malte Katzensoldat nach SUSAN HERBERT

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Die TRUMP-NATO kämpft mit den kurdischen Peschmerga im „syrischen Bürgerkrieg“ gegen die ERDOGAN-NATO. Deutsche NATO-Patriot-Raketen stehen an der syrischen Grenze der Türkei.

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Da droht nun der Knall. Und wie absurd sind die deutschen SPD-Bundestags-Wahlkämpfer Schulz. der Erdogan als paranoisch beschimpft, ähnlich der deutsche SPD-Außenminister Gabriel – das kann anbetracht des unverlässlichen TRUMP überhaupt nur schaden.

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Die USA stehen gemeinsam mit den irakischen Peschmerga, die Kurden sind, angeblich auf ISIS-Jagd im Bürger-Krieg in Syrien, auch gegen ERDOGAN, diesen türkischen Spalter, der die Kurden vernichten will.

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Die große Militärgemeinschaft NATO (nordatlantischer Verteidigungspakt), die unter dem Führungsanspruch der USA weltweit militärisch zu dominieren versucht, steht somit im Krieg um Syrien – mit den USA auf Seiten der Kurden und dagegen mit der Türkei auf Seiten der syrischen Regierung Assad (angeblich ebenfalls gegen ISIS) – quasi mit sich selbst im Krieg:

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USA gegen TÜRKEI.

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Die USA haben mit dem neuen US-Präsident TRUMP keinen souveränen Führer, sondern einen Heiopei, auf dessen Ansagen sich inzwischen kaum ein Nato-Partner rückhaltlos verlässt. Auch Nato-Generäle oder die Nato-Führung können sich nicht darauf verlassen, dass unter TRUMP eine konsistente Nato-Linie befohlen wird. TRUMP beliebt prinzipiell jegliche Konvenienzen schroff und widersinnig – quasi als Ausdruck seiner Allmacht – umzuwerfen, so lange er damit seine USA-Mobwähler mobilisieren und dadurch an sich binden kann.

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Die Türkei – aktuell Mitglied der OECD, NATO, UNO, G 20 und Antragskandidat zur EU – wird momentan ebenfalls, wie die USA, von einem Dunkelmann geführt – Erdogan. Dieser Staatspräsident hat bislang nicht erklärt, welche Ziele und Motive, welche Werte oder welche Probleme der Türkei er mit seiner Militärpolitik verfolgt.

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Es steht nicht ausreichend dafür, wenn Erdogan Geschäfte mit der EU machen will, wenn er Mitglied der Nato ist, wenn er die Türkei auf Weltniveau heben will, dass er Europa, Nato, USA oder die türkischen Gastarbeiter in Deutschland usw. brüskiert und Verträge bricht.

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Allein die Vertreibung und Vernichtung der Kurden oder die islamische Mission über die Türkei hinaus oder etwaiger OSMANEN-Größenwahn, können die Wähler Erdogans nur mittelfristig begeistern, bis es zu gravierenden ökonomischen Einbrüchen kommt.

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Besonders seltsam ist die Waffenbrüderschaft Erdogan mit Russland und Putin, der selbst ein Problem mit Turkvölkern und Islam in den ehemaligen Sowjetstaaten hat.

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Auch Erdogans Militärbeziehungen zu Iran, gemeinsam auf Seiten Assads, ist unter religiösen Dispositionen keine Gemeinschaft. Denn türkische Sunniten, Aleviten, Alawiten, Jesiden, Wahabiter oder syrische oder iranische Schiiten, können nicht einmal für alle türkischen Bürger sprechen. Man achte mal auf folgende Zahlen:

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Flagge für Kurdistan

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Die heutigen KURDEN, die traditionell den Südosten von Anatolien schon im Osmanenreich besiedelten, zählen etwa

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40 MILLIONEN MENSCHEN,

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die in Anatolien, in Iran, in Syrien und Irak, kurdisch sind, kurdisch sprechen und kurdisch leben. Also leben neben den Kurden in Anatolien, die heute die türkische Staatsangehörigkeit haben, Kurden ebenso traditionell im IRAN, im heutigen Syrien und im Norden des ehemaligen Irak.

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40 Millionen Kurden wollen Kurdistan konstituieren und werden bereits von zahlreichen UN-Staaten völkerrechtlich anerkannt – Erdogan hat Angst den kurdischen Teil Anatoliens zu verlieren.

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Die Türkei wurde, bald nach Zusammenbruch des Osmanischen Reichs, erst im Jahr 1923 von Kemal Atatürk, als laizistischer Staat, nicht als islamischer Staat, gegründet und hatte zur Gründung etwa

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14 MILLIONEN MENSCHEN,

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diese 14 Millionen Atatürk-Türken, die ja weder traditionsrechtlich noch politisch Nachfolge-Staat des Osmanischen Reiches werden wollten und nicht wurden (man betrachte nur das palästinensische Mandatsgebiet), erheben heute mit Erdogan einen Generalanspruch.

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Die Türkei, die 1923 gegründet worden war, hatte ein ethnisch-gemischtes Staatsvolk mit türkischer Staatsbürgerschaft. Es waren und sind noch heute abstammungsmäßig Aramäer, Aleviten, Armenier, Assyrer, Griechen, Kurden, Juden, Jesiden, Zaza, also Araber und Türken. Gesprochen werden von all diesen Menschen viele regionale TURK-Sprachen, außerdem Arabisch-Semitisch, Aramäisch, Persisch, Kurdisch und die Türkei ist keineswegs Erdogan-Monokultur.

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Heute, im Jahr 2017, zählt die türkische Staat etwa 80 Millionen Staatsbürger vielfältiger Ethnien, Sprachen und Religionen. Allerdings beansprucht der türkisch-sunnitische Erdogan die absolute Dominanz der Religion, der Sprache und der Kultur und Abstammung.

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Dietmar Moews meint: Es ist ein Übel, dass die deutsche LÜGENPRESSE, besonders auch jetzt im Bundestagswahlkampf, nicht die Parteienführer durch klare Ansprache herausfordert zum oben beschriebenen NATO-DRAMA klare Stellung zu beziehen und sich empathisch und geduldig auf Erdogans Propaganda zu beziehen, sondern eher in Erdogan-Temperatur zu hetzen.

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In den täglichen Wiederholungen in den Staatssender-Nachrichten wird vom Häuserkampf in RAKKA, zwischen Rebellen, syrischer Befreiungsarmee, US-Luftangriffen, ISIS-Feinden aus aller Welt, also auch syrische Armee, iranische Militärhilfe, russische Luftangriffe, türkische Einmischungen, berichtet.

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Inzwischen gibt es, seit letzter Woche, die weltöffentliche Ansage von Erdogan, dass die türkische Armee gegen die irakische KURDEN-Peschmerga vorgehen wird.

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Erdogan sieht den Zusammenschluss der türkischen PKK, der syrischen Kurden und der iranischen und irakischen Peschmerga-Kurden, die im Falle des Erfolges auf die kurdischen Gebiete in Anatolien übergreifen könnten, um ein gesamtes KURDISTAN bilden zu wollen.

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Weder der Rückzug TRUMPS von der Waffenbrüderschaft mit den irakischen Peschmerga, um den Norden Iraks und die kurdischen Gebiete Syriens von Assad, von ISIS, von Iran und auch Putin zurückzudrängen – dieser Rückzug nicht zu erwarten ist. Noch die von den USA oft gerne angerufene Bereitschaft der Willigen (NATO-Mitglieder), die Lust haben die Militärziele der USA zu unterstützen (ohne, dass der NATO-Beistandsfall ausgerufen werden müsste), ist geeignet, den Riss in der NATO zu heilen.

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So sind auch die willigen Freunde Erdogans, Putin und Chamenei, weniger für Erdogans Kriegsziele eingenommen, als dafür, die USA und die NATO zu spalten.

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Ich erwarte nun, dass die deutschen BLOCKPARTEIEN, insbesondere die Wahlkämpfer der SPD beginnen, diese Kriegsdisposition USA/ERDOGAN in ihre Positionen aufnehmen und ab sofort kein Benzin mehr ins Feuer gießen.

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Kanzlerin MERKELS kleinlautere Einlassungen gegenüber Erdogan sind wenig gegen die Türken gewendet und mehr einer Hetzerei im laufenden Wahlkampf, von SPD-Gabriel und SPD-Schulz, „gedankt“.

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ERDOGANs MILITARISMUS flirtet wieder mit den Generälen des ERGENEKON-Prozess

Mai 10, 2016
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Vom Mittwoch, 11. Mai 2016

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Der türkische Staatspräsident ERDOGAN muss sein Wählervolk bedienen.

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ERDOGANs Wählervolk sind überwiegend geringgebildete, anatolische Menschen der Unterklasse eines überwiegend folkloristisch definierten sunnitischen Glaubens, nebst allen traditionellen Rückständigkeiten und Beharrlichkeiten auf überbrachte familiäre Lebensformen, wie das verschärfte Patriarchat, rigide sexuelle Rollenteilung, Alltagsregeln, Frauenkleidung, extreme Trennung zwischen öffentlichem und häuslichem Leben u. v. a.m.

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Neue Zürcher Zeitung, Seite 3, schrieb Samstag, 23. April 2016 INTERNATIONALmit INGA ROGG und DANIEL STEINVORTH:

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Erdogan flirtet wieder mit den Generälen – Ein türkisches Gericht hat die Urteile gegen angebliche Putschisten aufgehoben“.

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NZZ: „… Mit den Generälen des ERGENEKON-Prozess haben wir es teils mit früheren ERDOGAN-INTIMFEINDEN zu tun. Mehr als 200 mutmaßliche Verschwörer, unter ihnen viele Militärs, waren im „ERGENEKON-Prozess“ zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Nun befanden Richter, dass es dafür keine Beweise gab. Erdogans einstige Gegner sind rehabilitiert.

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ERGENEKON ist ein angeblicher Geheimbund, der hinter der Verschwörung gesteckt haben soll. …“

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Man nannte es „Jahrhundertprozess“, als 275 Verdächtigte über fünf Jahre lang vor Gericht standen, die versucht haben sollen, die islamisch-konservative AKP-Regierung des damaligen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan zu stürzen. Viele wurden 2013 zu langen Haftstrafen verurteilt.

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Nun hat das höchste türkische Berufungsgericht die Urteile aufgehoben.

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Das bedeutet, ERDOGANs Repräsentanz ist seinen Wählern, nicht seinen Gegnern verpflichtet.

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Dietmar Moews meint: Wir müssen entweder Interesse für die zeitgenössische soziale Lage der sehr heterogenen türkischen Gesellschaft und die FÜHRUNGS- und FÜHLUNGS-Anforderungen, denen ERDOGAN gerecht werden muss, wenn er die Wünche seiner Wählermehrheit erfüllen will, verstehen. Oder wir können einfach nicht mitreden.

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Die Türkei hat eine verwegene Geschichte der Umstürze, der Militärputsche und eine spezifisch militaristische Tradition. Die türkischen Militärs sind für Erdogan besonders beachtlich, da es um die Macht geht.

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Angesichts der angängigen Bürgerkriegslage im kurdischen Teil der anatolischen Türkei, wo die nicht ERDOGAN-Türken aufbegehren und von der Staatsmacht gewaltsam zerdrückt werden – man nehme nur die bedeutende Stadt Dyarbakir, die von türkischen Panzern attackiert wird – sucht ERDOGAN offenbar den Schulterschluss, zumindest die Calmierung der UMSTURZ-MILITÄRS, gegen die KURDEN.

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Bildschirmfoto vom 2015-09-04 12:07:32

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Mit ERDOGANS notwendiger Wählerorientierung, seinen Wählern als FÜHRER zu entsprechen, kommen folglich die Opposition und die Nichterdoganwähler zweifellos zu kurz, auch weil das so die Erdoganwähler der Ausgrenzung halber so verlangen.

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Die diskrimierten türkischen Bürger sind folglich alle Oppositionelle, alle nichtislamische Türken, alle schiitische Türken, weite teile der  thrakischen Bevölkerung, hauptsächlich in und um Istanbul, alle kurdischen Türken, desgleichen Armenier, Syrer, Christen, Aleviten und Jesiden. Außerdem genießt Minderheitenschutz und Toleranz unter eher autoritär eingestellten Erdoganwählern nicht das Ansehen, wie in Deutschland.

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Eine Besonderheit der tradierten und autoritativen Grundhaltungen des „einfachen Volks“, so ist es auch bei den Erdogan-Anatoliern, haben eine affirmative Einstellung zu Autoritarismus, zu Gewaltmächtigen, zur Obrigkeit, zum Stärkeren, glauben auch an die Unterwerfung Schwächerer gegen Stärkere, schließlich haben das MILITÄR, die STAATSGEWALT, SOLDATEN und POLIZEI sowie die heroischen türkischen Kregsgeschichten ein großes Ansehen. Die türkischen Kriegsverbrechen und Niederlagendagegen werden vehement verleugnet und als historische Tatsachen abgestritten.

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Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat seine staatsrepräsentierende Rolle der stärksten Wählergruppe der Türkei gemäß ausgelegt – es ist zweifellos eine grundproletarische.

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Die Wählermehrheit ist das Prinzip einer Demokratie.

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Dagegen kann niemand etwas einwenden, der selbst dem Prinzip DEMOKRATIE, MAJORITÄT über MINORITÄT und ZUGANG zu den WAHLEN befürwortet.

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In der Demokratie wird nicht danach gefragt, ob der Minderheit die Mehrheit gefällt oder behagt. Was die demokratischen türkische Mehrheit und die von der Mehrheit gewählten politischen und staatlich-obrigkeitlichen Repräsentanten wollen, kann nicht vom Ausland geändert werden. Deutschland kann nicht ernsthaft auf die selbstbestimmte Rollenauslegung ERDOGANS und der gewählten türkischen Politiker durchgreifenden Einfluss begehren. Die E U kann an die Türken und ihren Führer Erdogan appellieren.

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Letztlich bemisst sich eine Demokratie dann an weiteren staatsorganisatorischen Strukturen, wie die geltenden Verfassung.

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Die Türkei ist nicht Deutschland. Man wird sich über Stilfragen kaum einig werden können, wenn E U-Maßstäbe auf ERDOGANS Führungsmaßnahmen stoßen. Denn selbst konkrete Vertragstexte, wie die Pressefreiheit, die Menschenrechte, die Glaubensspiele mit Imamen und Mullahs können semantisch nicht festgenagelt werden, wenn man mit der heutigen Mehrheitstürkei kommunizieren möchte.

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In Dulce Jubilo: Es kommt ein Schiff geladen

Dezember 24, 2015
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Vom Donnerstag, 24. Dezember 2015

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Aktueller Innenblick der Leipziger Nikolaikirche

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Es schneiete heftig, es hatte fast den ganzen Tag hindurch geschneit. Als es Abend werden wollte, verstärkte sich die Heftigkeit des Sturmes; das Gestäube und Gewirbel um die Hütten des Dorfes schien nimmer ein Ende nehmen zu wollen; verweht wurden Weg und Steg. Im wilden Harzwald, nicht weit von dessen Rande die armen Hütten in einem Häuflein zusammengekauert lagen, sauste und brauste es mächtig. Es knackte das Gezweig, es knarrten die Stämme; der Wolf heulte, wenn die Windsbraut eine kurze Minute lang Atem schöpfte; – man schrieb den vierundzwanzigsten Decembris im Jahr Eintausendsechzehnhundertundachtundvierzig.

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Dominus Magister Friedemann Leutenbacher, der Pfarrherr zu Wallrode im Elend, hatte den ganzen Tag über an seiner Weihnachtspredigt gearbeitet, und Speise und Trank, ja schier jegliches Aufblicken darob versäumt; das irdische Leben war so bitter, dass man es nur ertragen konnte, indem man es vergaß; aber der Prediger im Elend konnte es nicht vergessen; eine solche Weihnachtsrede hatte er noch nicht schreiben müssen. Er war nicht alt, der Pfarrherr zu Wallrode; er war im Jahre Sechzehnhundertzehn geboren; allein dreißig Jahre seines Daseins mochten dreifach und vierfach gerechnet werden; eine solche Zeit des Greuels und der Verwüstung hatte die Welt nicht gesehen, seit das Imperium Romanum versank vor den wandernden Völkern. Nun war das zweite Imperium, das römische Reich deutscher Nation auch zerbrochen, und wenngleich die Ruine zur Verwunderung aller Welt noch durch hundertundfünfzig Jahre aufrecht stand, so lösten sich doch bei jedem Sturm und Wind verwitterte, morsche Teile ab und stürzten mit Gekrach hernieder. So war es geschehen, als man den Frieden zu Münster und Osnabrück schloss, und zwei Drittel der Nation waren verschüttet worden durch den Dreißigjährigen Krieg …

Es schneiete heftig, und es schien nimmer ein Ende nehmen zu können; die Dämmerung aber nahm wohl eine Stunde zu früh dem schreibenden Magister die Feder aus der Hand; es war ihm, als ob sie auch leise und unmerklich in sein Hirn gekrochen sei, als er aufblickte und einen Blick um sich her und durch das Fenster warf. … (aus „Else von der Tanne“ von Wilhelm Raabe).

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https://www.youtube.com/watch?v=DkPnrjPII5A.

 

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In der türkischen Demokratie schlägt die gewählte parlamentarische Mehrheit des Staatspräsident Tayi Erdogan zu Weihnachten 2015 die christlichen und nichtsunnitischen Teile der türkischen Staatsbürger mit Panzern und Bomben und 10.000 Soldaten.

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Die Opfer sind Kurden, überwiegend folkloristischer säkulärer Ideologie sowie auch heidnischer und verschiedener monotheistischer Glaubensarten islamischer, christlicher, jüdischer Prägung.

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Türkische Staatsbürger in Ostanatolien und Kurdistan sind oft auch armenisch-christlicher Orientierung, sowohl orthodox wie koptischer Richtung.

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Etwa ein Viertel aller türkischen Bürger in der Türkei sind Schiiten bzw. Aleviten, gehören also der mit den mehrheitlich türkischen Sunniten des Erdogan-Islam (auch Wahhabiten und Salafisten) befeindeten persischen Moslemen zu.

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Neue Zürcher Zeitung, Montag, 21. Dezember 2015 auf Seite 4, von Inga Rogg, Istanbul:

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Mit Panzern gegen eine Handvoll junger Kurden. Im Südosten der Türkei dreht sich die Spirale der Gewalt … Eingeschlossene Zivilisten … Neue Generation von Kämpfern … Diyarbakir, Mardin, Cizre, Simak, Silopi … nach Angaben von Innenminister Efkan .. haben Sicherheitskräfte 2240 Waffen, 10.000 Molotowcocktails und zehn Tonnen Sprengstoff konfisziert …“

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Neue Zürcher Zeitung, Dienstag, 22. Dezember 2015 berichtet auf Seite 2 in der internationalen Ausgabe, nach der Agentur REUTERS:

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Demonstration in Istanbul aufgelöst“ „… Am Freitag war die Polizei schon in Diyarbakir mit Wasserwerfern und Tränengas gegen Tausende kurdischer Demonstranten vorgegangen, die gegen den Militäreinsatz protestierten.

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Nach Angaben aus Sicherheitskreisen sind in den vergangenen sechs Tagen bei der Offensive im Gebiet der südostanatolischen Städte Silopi und Cizre 110 Kämpfer der Arbeitspartei Kurdistans getötet worden. In den beiden Städten gilt seit Montag vergangener Woche eine Ausgangssperre. An dem Einsatz der Sicherheitskräfte sind nach Medienberichten 10.000 Soldaten und Polizisten beteiligt. Auch Panzer kamen zum Einsatz und beschossen die Stadt Cizre an der syrischen Grenze von umliegenden Hügeln. Rund 300 Gebäude in Cizre seien durch die Kämpfe beschädigt worden. In vielen Häusern lägen noch Blindgeänger, da nicht alle Panzergranaten explodiert seien, berichteten Zeuge,“ …

„… Die Polizei in Istanbul ist am Sonntag mit Tränengas gegen Demonstranten vorgegangen, die gegen den türkischen Militäreinsatz in den Kurdengebieten im Südosten des Landes protestierten. Hunderte von Menschen hatten sich auf dem zentralen Taksim-Platz versammelt, um gegen das Vorgehen der Sicherheitskräfte zu demonstrieren. In Sprechchören nannten Demonstranten Präsident Erdogan einen Mörder. Sie wurden von Polizisten aber auseinandergetrieben und bis in Seitenstraßen hinein verfolgt…“

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Für die von der türkischen Mehrheit zu Weihnachten bebombten Türken im ostanatolischen Kurdistan gilt der Glaube und die Hoffnung,

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dass Gott das Böse und die Bösen bestrafen wird.“

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Sie meinen, Gott, an den sie glauben, werde Erdogan und die militaristischen Mehrheitstürken STRAFEN.

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Dietmar Moews meint: Der Glaube an Gottesstrafe ist eine gute Sache, wenn sie hilft, zu verstehen, was man nicht verstehen kann. Bei den Comicfreunden des Asterix hieß das früher auch:

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O Baby Baby Balla Balla, der Wein ist leider Allah Allah (es singen und spielen „Die Rainbows“ aus Berlin):

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Wer an einen strafenden Gott glaubt, müsste ganz eigentlich die türkischen Panzer im ostanatolischen Diyabakir als Gottesstrafe verstehen, so, als strafe Gott die orthodoxen Armenier mit türkischem Krieg.

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Wer an Allah glaubt und im KORAN liest, könnte darin Anweisungen Mohammeds finden, wie man die Kriegsgewalt vermeidet.

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Wer an einen Christengott glaubt und die BIBEL kennt, kann darin finden, wie sich die Gläubigen zu Weihnachten friedlich verhalten können (besonders die strikte Unterordnung unter die Obrigkeit scheint den armenischen Christen in Ostanatolien nicht so geläufig).

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O Baby Baby Balla Balla, der Wein ist leider Alla Alla.

Nun singet und seid froh hoho. In dulce jubilo hoho – es kommt ein Schiff geladen.

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TÜRKEN-Reflexe vor Musa Dagh

August 6, 2014

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am Mittwoch, 6. August 2014

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Deutschland muss seine Türkeipolitik korrigieren:

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In Deutschland wird seit der Nazizeit politisch unterschätzt, wie groß der Führungs- und Fühlungsbedarf in den gesellschaftlichen Gruppen unterernährt wird und als Stress leistungsmindernd sich auswirkt.

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Mit Leistungsminderung wird hier aus soziologischer Sicht gesagt, dass die tägliche Integration und Reproduktion auf soziale Dynamik und Aktivitätskraft angewiesen ist. Das gesamte soziale Geschehen muss in seinen Potentialen analysiert und organisatorisch koordiniert werden. Freundlichkeit, Stimulation und  Inspiration sind jeder Wertverwirklichung vorausgesetzt. Angst und Druck sind immer bedenkliche Kosten. Hierauf sind die organisatorischen Steuerungsmaßnahmen einzustellen. Es reicht also nicht Drogen oder Schlaftabletten zu verteilen, Volksbelustigung und Zersetzung zu organisieren und schon in der Kindererziehung für Irritation und Bindungsschwächen hin Gift und Minenfelder unterzumischen.

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Es muss Animation und Bildung durch Meister und Vorbilder, durch zuverlässige Eltern und verlässliche offiziale Information sowie durch kommunikationsfreundliche Leitbilder und Symbole geprägt werden.

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Staatsorganisation kann das Leben lebendig stimulieren oder lähmen und vergiften. Hierfür ist das Führen und Fühlen stärker auf Tradition und Gewohnheiten angewiesen, als es der moderne Sozio-Kulturler gerne glauben möchte. Hierin liegt, warum sich neudeutsche Türken – völlig normal – als Orientalen einzurichten wünschen. (Wir sehen, in aller Welt bilden Einwanderer Kolonien).

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Dietmar Moews meint: Ich möchte einen kleinen Textauszug vorstellen, der die Führungs- und Fühlungsdynamik von Menschen zeigt:

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Gabriel – er wendet den lauschenden Blick noch immer von der Villa nicht ab – hat den Großvater gekannt. Er wurde ja unten in dem Hause geboren und hat so manchen langen Kindheitsmonat dort verbracht. Bis zu seinem zwölften Jahr. Und doch, dieses frühere Leben, das einst das Seinige war, berührt ihn unwirklich bis zur Schmerzhaftigkeit. Es gleicht einem vorgeburtlichen Dasein, dessen Erinnerungen mit unwillkommenen Schauern die Seele ritzen. Hat er den Großvater tatsächlich gekannt oder ihn nur in einem Knabenbuch gelesen oder abgebildet gesehen? Ein kleiner Mann mit weißem Spitzbart in einem langen, gelb-schwarz gestreiften Seidenrock. Der goldene Kneifer hängt an einer Kette auf die Brust herab. Mit roten Schuhen geht er durch das Gras des Gartens. Alle Menschen verbeugen sich tief. Zierliche Greisenfinger berühren die Wange des Kindes. War es so, oder ist es nur eine leere Träumerei? Mit dem Großvater ergeht es Gabriel Bagradian ähnlich wie mit dem Musa Dagh. Als er vor einigen Wochen den Kindheitsberg zum erstenmal wiedersah, die dunkelnde Kammlinie gegen den Abendhimmel, da durchflutete ihn eine unbeschreibliche Empfindung, schreckhaft und angenehm zugleich. Ihre Tiefe ließ sich nicht ergrübeln. Er gab es sofort auf. War es der erste Atemzug einer Ahnung? Waren es dreiundzwanzig Jahre?

Dreiundzwanzig Jahre Europa, Paris! Dreiundzwanzig Jahre der völligen Assimilation! Sie gelten doppelt und dreifach. Sie löschen alles aus. Nach dem Tode des Alten liebt die Familie, vom Lokalpatriotismus des Oberhauses erlöst, diesen orientalischen Winkel. Der Hauptsitz der Firma bleibt nach wie vor in Stambul. Doch Gabriels Eltern leben mit ihren beiden Söhnen jetzt in Paris. Der Bruder, auch er heißt Awetis, um fünfzehn Jahre älter als Gabriel, verschwindet aber rasch. Als Mitchef des Importhauses kehrt er in die Türkei zurück. Nicht zu Unrecht trägt er den Vornamen des Großvaters. Ihn zieht es nicht nach Europa. Er ist ein einsamkeitssüchtiger Sonderling. Die Villa in Yoghonoluk kommt nach mehrjähriger Verlassenheit durch ihn wieder zu Ehren. Seine einzige Liebhaberei ist die Jagd, und von Yoghonoluk aus unternimmt er seine Weidfahrten ins Taurusgebirge und in den Hauran. Gabriel, der von dem Bruder kaum etwas weiß, geht in Paris aufs Gymnasium und studiert an der Sorbonne. Niemand zwingt ihm den kaufmännischen Beruf auf, zu dem er, eine wunderliche Ausnahme seines Stammes, nicht im geringsten taugt. Er darf als Gelehrter und Schöngeist leben, als Archäologe, Kunsthistoriker, Philosoph, und empfängt im übrigen eine Jahresrente, die ihn zum freien, ja wohlhabenden Mann macht. Sehr jung noch heiratet er Juliette. Diese Ehe bringt eine tiefere Wandlung. Die Französin zieht ihn auf ihre Seite. Nun ist Gabriel Franzose mehr denn je. Armenier ist er nur mehr im akademischen Sinn gewissermaßen. Dennoch vergisst er sich nicht ganz und veröffentlicht einen oder den anderen seiner wissenschaftlichen Aufsätze in armenischen Zeitschriften. Auch bekommt sein Sohn Stephan mit zehn Jahren einen armenischen Studenten zum Hofmeister, damit ihn dieser in der Sprache seiner Väter ausbilde. Juliette hält das anfangs für höchst überflüssig, ja sogar schädlich. Da ihr aber das Wesen des jungen Samuel Awakian angenehm ist, gibt sie nach einigen Rückzugskämpfen ihren Widerstand auf. Die Zwistigkeiten der Gatten wurzeln immer in ein und demselben Gegensatz. Wie sehr sich aber Gabriel auch bemüht, im Fremden aufzugehen, er wird dennoch von Zeit zu Zeit in die Politik seines Volkes hineingezogen. Da er einen guten Namen trägt, suchen ihn etliche der armenischen Führer auf, wenn sie in Paris sind. Man bietet ihm sogar ein Mandat der Daschnakzagan-Partei an. Wenn er auch diese Zumutung mit Schreck von sich weist, so nimmt er doch an dem bekannten Kongress teil, der im Jahre 1907 die Jungtürken mit der armenischen Nationalpartei vereinigt. Ein neues Reich soll geschaffen werden, in dem die Rassen friedlich und ohne Entehrung nebeneinander Leben. Für ein solches Ziel begeistert sich auch der Entfremdete. Die Türken machen in diesen Tagen den Armeniern die schönsten Komplimente und Liebeserklärungen. Gabriel Bagradian nimmt nach seiner Art den Treueschwur ernster als andere. Dies ist der Grund, weshalb er sich bei Ausbruch des Balkankrieges freiwillig zu den Waffen meldet. Er wird an der Reserveoffiziersschule zu Stambul im Eilverfahren ausgebildet und kommt noch zurecht,um als Offizier einer Haubitzbatterie die Schlacht bei Bulair mitzukämpfen. Diese einzige große Trennung von den seinigen währt länger als ein halbes Jahr. Er leidet tief unter ihr. Vielleicht fürchtet er, Juliette könnte ihm entgleiten. Irgend etwas in ihrer Beziehung zu ihm fühlt er gefährdet, obgleich er keinen wirklichen Anlass zu diesem Gefühl hat.

Nach Paris zurückgekehrt, schwört er allen Dingen ab, die nicht allein dem inneren Leben gelten. Er ist ein Denker, ein abstrakter Mensch, ein Mensch an sich. Was gehen ihn die Türken an, was die Armenier? Er denkt daran, die französische Staatsbürgerschaft zu erwerben. Damit würde er vor allem Juliette glücklich machen. Zuletzt hält ihn immer wieder ein Missgefühl davon ab. Er ist freiwillig in den Krieg gegangen. Wenn er auch in seinem Vaterland nicht lebt, so kann er es doch nicht widerrufen. Es ist sein Väter-Land. Die Väter haben Ungeheures dort erlitten und es dennoch nicht aufgegeben. Gabriel hat nichts erlitten. Er weiß von Mord und Metzelei nur durch Erzählungen und Bücher. Ist es nicht gleichgültig, wohin ein abstrakter Mensch zuständig ist, denkt er, und bleibt ottomanischer Untertan. Zwei glückliche Jahre in einer hübschen Wohnung der Avenue Kleber. Es sieht so aus, als seien alle Probleme gelöst und die endgültige Lebensform gefunden. Gabriel ist fünfunddreißig alt. Juliette vierunddreißig, Stephan dreizehn. Man hat ein sorgloses Dasein, keinen besonderen Ehrgeiz, geistige Arbeit und einen angenehmen Freundeskreis. Was letzteres anbetrifft, ist Juliette tonangebend. Dies zeigt sich hauptsächlich darin, dass der Verkehr mit Gabriels alten armenischen Bekannten – seine Eltern sind längst verstorben – immer mehr einschrumpft. Juliette setzt gleichsam ihr Blut unnachgiebig durch. Nur die Augen ihres Sohnes kann sie freilich nicht ändern. Gabriel aber scheint von alledem nichts zu merken. Ein Eilbrief Awetis Bagradians bringt den Umschwung des Schicksals. Der ältere Bruder fordert Gabriel auf, nach Stambul zu kommen. Er sei ein schwerkranker Mann und nicht mehr fähig, das Unternehmen zu leiten. Darum habe er seit Wochen schon alle Vorbereitungen getroffen, um die Firma in eine Aktiengesellschaft zu verwandeln. Gabriel möge erscheinen, um seine Interessen wahrzunehmen. Juliette, die auf ihren Weltsinn nicht wenig pocht, erklärt sogleich, sie wolle Gabriel begleiten und während der Verhandlungen unterstützen. Es gehe ja um sehr große Dinge. Er aber sei von harmloser Natur und den armenischen Kniffen der anderen keineswegs gewachsen. Juni 1914. Unheimliche Welt. Gabriel entschließt sich, nicht nur Juliette, sondern auch Stephan und Awakian mit auf die Reise zu nehmen. Das Schuljahr ist ja so gut wie zu Ende. Die Angelegenheit kann sich lange hinausziehen und der Lauf der Welt lässt sich nicht berechnen. In der zweiten Juliwoche kommt die Familie in Konstantinopel an. Awetis Bagradian jedoch hat sie nicht erwarten können. Er ist mit einem italienischen Schiff nach Beirut abgereist. Sein Lungenleiden hat sich in den letzten Tagen mit grausamer Schnelligkeit verschlechtert und er konnte die Luft von Stambul nicht länger ertragen. (Merkwürdig, der Bruder des Europäers Gabriel geht nicht in die Schweiz, sondern nach Syrien, um zu sterben.) Anstatt mit Awetis verhandelt Gabriel nun mit Direktoren, Rechtsanwälten und Notaren. Er muss aber erkennen, dass der unbekannte Bruder für ihn auf die zarteste und umsichtigste Art vorgesorgt hat. Da kommt es ihm das erstemal ganz stark zu Bewusstsein, dass es dieser kranke ältliche Awetis ist, der für ihn arbeitet, dem er sein Wohlergehen verdankt. Welch ein Widersinn, dass Brüder einander so fremd bleiben müssen. Gabrieler schrickt vor dem Hochmut, den er in sich gegen den „Geschäftsmann“, gegen den „Orientalen“ nicht immer unterdrückt hat. Jetzt erfasst ihn der Wunsch, ein Unrecht gutzumachen, ehe es zu spät ist, ja eine leichte Sehnsucht. Die Hitze in Stambul ist wirklich nicht auszuhalten. Nach dem Westen zurückzukehren scheint jetzt nicht ratsam. Lassen wir den Sturm vorübergehen. Hingegen ist schon der Gedanke an eine kleine Seefahrt eine Erquickung. Einer der neuesten Dampfer des Khedival Mail läuft auf dem Wege nach Alexandria Beirut an. Auf den westlichen Hängen des Libanon sind moderne Villen zu mieten, die den unbescheidensten Ansprüchen genügen. Die Kenner wissen, dass keine Landschaft der Erde schöner ist als diese. Gabriel aber hat es gar nicht nötig, mit solchen Überredungskünsten aufzuwarten, denn Juliette ist sogleich einverstanden. In ihr lebt schon seit langer Zeit eine dumpfe Ungeduld. Die Aussicht auf etwas Neues lockt sie an. Während sie auf hoher See sind, prasseln die Kriegserklärungen der Staaten aufeinander. Als sie den Landungsquai von Beirut betreten, haben in Belgien, auf dem Balkan und in Galizien schon die ersten Kämpfe begonnen. An eine Heimkehr nach Frankreich ist nicht mehr zu denken. Sie sitzen fest. Die Zeitungen berichten, dass die Hohe Pforte in den Bund der Mittelmächte treten werde. Paris ist Feindesland geworden. Der tiefere Zweck der Reise entpuppt sich als verfehlt. Awetis Bagradian ist dem Bruder zum zweitenmal entronnen. Er hat Beirut vor ein paar Tagen verlassen und die beschwerliche Reise über Aleppo und Antiochia nach Yoghonoluk gewagt. Auch der Libanon genügt ihm nicht für den Tod. Der Musa Dagh muss es sein. Der Brief aber, in dem der Bruder diesen seinen Tod selbst ankündigt, trifft erst im Herbst ein….“

aus „Die vierzig Tage des Musa Dagh“ von Franz Werfel , 1947,

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