Rose-Maria Gropp AKTUELLE Kunst-Verzerrung

Januar 5, 2016
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Vom Dienstag, 5. Januar 2016

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Heute wird in den Massenmedien diskutiert, dass bei FACEBOOK Gerüchte verbreitet werden und FACEBOOK-Kunden das „Falschgeld kaufen“ und ungeprüft weiter verbreiten. Viele junge Menschen halten die anscheinende Einfachheit von FACEBOOK für gültige Wahrheit.

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Heute wird in den Massenmedien der längst als gefährlich für ein Ministeramt disqualifizierte Bundesinnenminister Thomas de Maiziére zitiert, der erklärte:

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Diejenigen, die tatenlos zugeschaut haben, hätten sich schuldig gemacht“.

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De Maiziére hat damit zur Selbstjustiz aufgefordert – zu Straftaten aufgefordert – das ist Volksverhetzung, versuchte Anstiftung …

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Dabei redet BMI de Maiziére von den angeblich in der Sylvesternacht am Kölner Hauptbahnhof stattgefundenen „Unruhen“, bei denen über 1.000 überwiegend afrikanische Asylanten dort Sylvester feiernde Frauen, überfallen, belästigt, ausgeraubt, vergewaltigt, hätten worüber über 80 Strafanzeigen bei der Polizei vorlägen.

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Anzeigen von Sylvester-Bahnhofs-Frauen gegen unbekannt, sind bei unbelastbarer Beweislage schnell ausermittelt:

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Kölner-Sylvestervergewaltigung am Hauptbahnhof ist als Strafdelikt etwa so informell und privat, dass polizeiliche Ordnungskräfte entweder im Verhältnis eine Polizistin für eine feiernde Frau als staatlicher Personenschutz einzusetzen wären. Oder die ganze Sylvesterparty-Berichterstattung hat vor einem Staatsanwalt etwa so viel Gewicht, wie eine bei FACEBOOK gepostete Vergewaltigung – nämlich keine.

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Dennoch werden solche medienkritischen Geschehnisse für die Auswahl der Massenmedien-Redaktion, auch als Aufklärung und Medienkritik gedacht, gesendet und gedruckt.

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Nicht anders ist es mit der „Zeitgenössische Kunst“, sofern sie als „KUNST“ heute im Kunstbetrieb, im Kunstmarkt und in der Kunstmarkt-Berichterstattung exponiert wird.

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Auch hier wird über die Belastbarkeit von Nachrichten, Nachrichtenauswahl und kritiklosen Geräuschen wenig nachgedacht bzw. etwaigen kunstkritischen Feststellungen kein Raum gegeben.

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ROSE-MARIA GROPP – wie der Name schon sagt – verdient sich Geld damit, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung als Publizistin für den zeitgenössischen Kunstmarkt zu figurieren – FAZ am Samstag, 2. Januar 2016, Seite 11:

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https://lichtgeschwindigkeit.wordpress.com/2016/01/02/freiheit-der-kunst-eine-verkommene-demokratieidee/

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https://lichtgeschwindigkeit.wordpress.com/2014/10/22/schranze-rose-maria-gropp-faz-verwechselt-kultur-und-flachware/

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Wieder ein Giacometti unter lauter Bildern. Es war eine Menge Geld unterwegs in diesem Jahr, vor allem in New York. Doch der immer schärfere Wettbewerb um die teuersten Wandaktien verfälscht das Bild des Hochpreismarktes …“ schreibt Rose-Maria Gropp.

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Diese FAZ-Seite ELF will uns bereits am 2. Januar 2016 zeigen, dass und wie in diesem Jahr eine Menge Geld unterwegs war. Vermutlich ist das ein Fehler im FAZ-Text und Frau Gropp meinte das Jahr 2015. Denn es folgt ein Kurztext zu dieser Darstellung, „Kunstmarkt – Die teuersten Kunstwerke in internationalen Auktionen 2015.“ – Es ist eine mit den „Spitzenlosen“ bebilderte Buntseite 11 der FAZ in dieser ersten Samstag-Ausgabe vom 2. Januar 2016 – es sind die angeblich zwölf teuersten im Jahr 2015 versteigerten Werke abgebildet.

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FAZ-Autorin Gropp erklärt nicht, woher sie ihre „Informationen“ bezogen hat, bei denen die Frage der Verifizierung, der Belastbarkeit, der Wahrheitsgehalt, von ihr selbst konkret geprüft werden konnte und geprüft worden ist – das ist die Frage:

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Warum glauben junge Leute, was bei FACEBOOK verbreitet wird? Warum soll ich glauben, was Frau GROPP schreibt? Bzw. zeigt ihre Kunstmarktpublizistik nicht ohnehin, dass es nicht um Geltung der FAZ bei Berichten über geltungslose Geldgeschäfte geht.

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Wenn es heißt „Kunstmarkt“, wird „Kunst nicht substantiiert“, wird auch „Markt“ nicht qualitativ erörtert (gibt es Zugang zum Angebotsmarkt oder wie funktioniert das Syndikat? welche Qualität hat die Erfolgsware? Welche Beziehung besteht zwischen dieser Kunstqualität und der Nachfrage im Höchstpreis-Segment?)

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Die FAZ lässt Frau Gropp schreiben:

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… Die Kunden dieser Sphäre setzen auf die, jedenfalls erhoffte Nachhaltigkeit von blue chips. Vielleicht haben sie auch nur einfach zu viel Geld, das nicht weiß, wohin. Das ist nicht neu, aber so deutlich war es noch nie. Wer sind sie also?

Gerüchte wollen wissen, dass der Käufer von Picasso „Les Femmes d’Alger (Version , O)“ Hamad bin Jassim bin Jaber Al Thani ist, der frühere Premierminister von Qatar (Zuschlag bei Christies: 160 Millionen US-Dollar). … der Chinese Liu Yiqian für Modigliani 170,4 Millionen bei Christies … der Hedgefonds-Milliardär Steven A. Cohen (sehr lustige Staatsangehörigkeit: „Hedgefonds-Milliardär“) 101 Millionen für Giacometti …die Auktionäre von Christies und Sothebys geben zu ihren Geschäftspartnern keine weiteren genauen Auskünfte.

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Das schon längst hochkomplexe, ohnehin nie wirklich durchschaubare Spiel um die Millionen-Dollar-Babys, ist verdorben. Dieser Markt ist verzerrt. ROSE-MARIA GROPP“.

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Na, prima. Siehste – geht doch sogar blind.

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Es werden überhaupt keinerlei sachliche Kritik-Gegenstände von Frau Gropp genannt:

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Wieso bildet die FAZ Werke in verschiedenen Verkleinerungen so ab, dass vollständige Verzerrung entstehen muss. Das Riesenformat eines multiplen Siebdruckes (quasi so wertlos wie eine Fotokopie) der Marke WARHOL, etwa 3 Meter Fuffzich mal 2 Meter erscheint als bunte „Briefmarke“, während daneben das kleine Bild Marke PICASSO, 65 mal 54 cm, vierfach so groß erscheint, aber in Wirklichkeit zehnfach kleiner ist.

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Dietnar Moews „Kokolastro“, DMW 350.3.83, Öl, 152 / 170cm, 1983 in Hannover gemalt

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Dietmar Moews meint: Rose-Maria Gropp macht sich nicht die Mühe – oder ist dazu nicht fähig oder bereit – das, was hier als „KUNST“ aktuell von „KUNST-AUKTIONÄREN“ gehandelt und bewertet wird, selbst kunstkritisch zu bewerten. Die FAZ hat keine nennbaren Bewertungskriterien für Kunst und vernichtet damit praktisch das Verfassungspostulat der „Freiheit der Kunst“.

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Eine Kunstfreiheit, die aus der Pressefreiheit eine Meinungsfreiheit macht, ignoriert die entscheidenden Qualitätsunterschiede zwischen Pressefreiheit, Meinungsfreiheit, Kunstfeiheit und – was ich hier beanspruche – Freiheit der Wissenschaft und Kritik.

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Mit dem finalen Satz:

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Dieser Markt ist verzerrt“ – ist uns überhaupt nicht gedient. Es wäre wünschenswert, dass sich ein Publizist den professionellen Kriterien der Wahrheit der Information stellt. Wen sollte sonst interessieren, dass es eine Publizistin bei der FAZ gibt, die nicht nur GROPP heißt, sondern sich selbst als Teil der SALONPERSONNAGE, dieser nicht zuletzt fiskalpolitisch, also staatlich, akzellerierten Geldwäsche einordnet und bekennt: Dieser Markt – einschließlich Frau GROPP – ist verzerrt

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WAS FEHLT in der FAZ zu diesem Bericht über „Die teuersten Kunstwerke in internationalen Auktionen 2015?

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Wir erfahren nicht, dass hier keineswegs „zeitgenössische Kunst und zeitgenössischer Kunstmarkt, sondern das Höchstpreissysndikat der „BLUE Chips“ seine qualitative Flohmarktware umschlägt. Die WERKE sind Jahrgang: 1955, 1918, 1964, 1958, 1968, 1947, 1938, 1901, 1888, 1994, 1963, 1905 – zeitgenössisch wären heutige.

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FLOHMARKT-WARE, nicht KUNST-WARE. Die von der FAZ herausgestellten Werke, die zur begrifflichen Schublade des Syndikat-Marktes „Klassische MODERNE“ zu zählen sind, bestehen nie aus hoher oder höchster Kunstqualität. Bei hoher Kunstqualität der Malerei und der Bildhauerei kann man diese Qualität benennen und darauf hinzeigen, weil das sichtbare Qualität ist.

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Hier werden drei verschiedene Werke MARKE PICASSO umgeschlagen, die allesamt von einem normalen Malermeister hinzuschubbern wären, Beltracchi-Qualität (könnte auch von Picasso sein oder von der Marken-Familie Giacometti). Rose-Maria Gropp erklärt nicht die völlig belanglose Malereiqualität aller drei PICASSO genannten Exponate, die sehr verschieden gemalt sind. Was wäre denn die Qualität?

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Ferner haben wir es mit großen und kleinen Werken zu tun. Keines ist zeitgenössisch – alle aus dem 20sten Jahrhundert, Picasso von 1938, 1955 und 1901 – garantiert allesamt mit zertifizierter Provenienz: Aber war die Farbe denn schon getrocknet, Frau GROPP? (ach, so genau konnten Sie das gar nicht sehen – man kommt ja gar nicht ran, an die Dinger)

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Bei den Auflage Multiples, wie Giacometti aus Bronze oder Warhol als Foto-Repro, wird die Auflagen-Stückzahl zwar angegeben. Aber man weiß, dass es unbegrenzt viele verschieden bezeichnete Auflagen gibt. Mal heißt es nur „Siebdruck“ ohne die in Umlauf befindlichen oder noch zu bringende Stückzahl. Mal heißt es bei Giacometti „signiert und numeriert 6/6“, d. h. es gibt insgesamt 6 dieser Bronzefigur-Abgüsse, dieses ist das sechste davon. Es kann aber noch weitere mit z. B. römischen Ziffern geben, z. B. VI/VI usw. die Familie Giacometti hat gute Verträge mit Christies – es können stets „lizensiert“ weitere Bronzem gegossen und bemalt und numerierte und signierte Stücke herausgebracht werden – alle sind echt. Die Giacometti-Fabrik druckt sich die Echtheitszertifikate selbst.

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Selbst bei den Seerosen der MARKE MONET staunt der Laie über die passende Lieferung – immer bringt „Engel Gewünschtes“. Wie viele Seerosen der Monet wohl als fastblinder Maler im hohen Alter noch gemalt haben könnte, interessiert keinen der geldwaschenden Kleinkunden.

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Schön zu wissen, dass es einen „geilen kleinen Schiele“ oder einen Halbakt ohne Schambehaarung von Picasso oder ein leuchtender Himmel von Emil Nolde immer geht. Warhol-Factory hat alle Prominenten mit Fotokopier-Lizenzen ausgestattet, der Künstler heißt dann „Warhol Foundation“.

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Wir erfahren von der FAZ, wer das Lizenzgeld für die bunten Abbildungen von der FAZ bekommt, die ich am Kiosk gegen Bares gekauft habe: Mal ist es VG BILD KUNST, mal ist es Sothebys, mal ist es Christies, das hängt von der verkauften AUFLAGE der FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG vom 2. Januar 2016 ab:

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Soviel Groppes vom Kunstmarkt und der Kulturindustrie. Mir ist das, als heutiger Maler und Künstlergelehrter, im Rahmen der Pressefreiheit zu wenig kritisch gegenüber der fiskalstaatlichen Freigabe des Kunstbegriffes – danach KUNST ist, was Umsatz macht.

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Den von GROPP angeklagten immer schärferen Wettbewerb verhindert das in Deutschland verirrt staatsorganisierte Syndikat: OKF – organiserte Kunstförderung (vgl. MOEWS Bremen 2000).

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Wettlauf um den Höchstpreis? –

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Dem Westkunst-Syndikat von Sotheby’s und Christies geht es vielmehr um Gesamtumsatz und Umschlaggeschwindigkeit.

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Wie kann man einem interessierten Laien begründen, warum ein geschmackloses liebloses Machwerk heute 100 Millionen bringt, während ein herausragendes Meisterwerk seit 20 Jahren unverkauft in meinem Atelier steht?

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ANTWORT: Schwarzgeld, Syndikat und Blue Chips – hier gibt es rigorose vielfach institutionell verbarrikadierte Zugangsbegrenzung zum KUNSTBETRIEB. Daran ist Rose-Maria Gropp für Bezahlgeld tatkräftig beteiligt.

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Ja, können Sie das denn beweisen? oder steht das nur bei FACEBOOK?

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Also die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG ist auch bei FACEBOOK vertreten.

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Beltracchi + Giacometti Kunstfälscher

Juli 2, 2015

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vom Donnerstag, 2. Juli 2015

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Der Absturz der irregeführten Künstler durch verirrte Kunstorganisation und durch Falschkunst für Hochpreise:

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Engel bringt Gewünschtes“.

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Dem Leser dieses (kunstsoziologischen) Bezuges zum Stichwort „Beltracchi“ oder zum Reizwort „Kunstfälschung“ – dahinter stecken dann Anmutungen von Betrug, Kriminalität, Schattenwirtschaft – anhand einer aktuellen Meldung „Giacometti-Fälscher: Millionen ergaunert“ (dpa am 1. Juni 2015),

 

folgt hierzu folgende wertende Fachmeinung des Malers, Künstlergelehrten und Organisationssoziologen, Dr. Dietmar Moews – die Nachricht lautet in Kürze:

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Wegen Hunderter gefälschter Giacometti-Skulpturen steht seit Mittwoch ein Bildhauer vor Gericht. Der 56-Jährige gilt als künstlerischer Kopf einer Bande, die mit wertlosen Metall-Skulpturen in Deutschland Millionen gemacht hat. Laut Anklage geht es um einen Schaden von acht Millionen Euro. Es habe Pläne gegeben, mit Fälschungen weitere 50 Millionen Euro zu erzielen.

Werke des Schweizer Bildhauers Alberto Giacometti (1901-1966) werden auf dem Kunstmarkt hoch gehandelt. Seine Bronzefigur „Zeigender Mann“ wurde im Mai für rund 141,3 Millionen Dollar versteigert und stellte damit einen Rekord der teuersten je versteigerten Skulptur auf.

Das Landgericht Stuttgart hat in dem Fall bereits fünf Urteile gefällt: Die beiden anderen Köpfe der Bande erhielten Haftstrafen von jeweils mehr als sieben Jahren. Der Bildhauer war in Thailand untergetaucht. Das Landgericht hat sieben weitere Termine terminiert.“

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Was ist nun also mit der Kunst?

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Was ist mit den Künstlern?

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Was ist mit den Kunstkonsumenten?

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Wie hängt Kunstinteresse, Kunstgeschäft und Kunstqualität zusammen?

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Dietmar Moews ist selbst Berufskünstler und Künstlergelehrter.

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Im Fremdbild, mit Blick der Gesellschaft auf Dietmar Moews, gehört Dietmar Moews der Berufsgruppe „Künstler“ an – das ist eine fiskalische Zuordnung.

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Zugleich gehört Dietmar Moews im Fremdbild der Gruppe „zeitgenössische Künstler“ an, deren Kennzeichen die anerkannte Produzentenrolle im gesellschaftlichen Kunstprozess ist.

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Betrachtet man nun den empirischen zeitgenössischen Kunstprozess, so liefern Künstler, in der „Produzentenrolle“, in den zeitgenössischen Kunstprozess hinein, „Kunstwerke“. Die „Kunstwerke“ stehen im Mittelpunkt des „Kunstprozesses“, den die Kunstproduzenten, hauptsächlich durch eine dirigistische Salonpersonnage“ den „Kunstkonsumenten“ zum Kunstgebrauch bereitstellen.

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Durch die Kunstwerke im „Kunsterlebnis“ stehen Kunstkonsumenten (Publikum) und Kunstproduzenten (Künstle) in einer sozio-kulturellen Beziehung – im „Kunstprozess“.

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Es ist zweifellos leicht zu erkennen, dass es dabei um unterschiedliche Rollen im Kunstprozess geht –

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um Produzenten und um Konsumenten.

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Und es geht also eindeutig um einen durchaus sozialen „Werkbereich“, unterschieden vom „Wirkbereich“, der Kunstwerke im Kunsterlebnis.

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Wie sind diese greifbaren Sachverhalte einzuorden, wenn es auf möglichst freie lebendige Kunsterlebnisse, sowohl der Kunstkonsumenten wie der Kunstproduzenten, ankommen soll? Jedenfalls sind dies die Werte „Freiheit“, „Pluralität“, „Zugang und Teilnahme“, „Demokratie“, „Zivilität“, „Selbstbestimmung“, „staatliche Bildungsorganisation“, Einsicht durch Poesie, Poesie der Einsicht, und „Kulturhoheit der Bundesländer“, „Kulturgestaltungsmacht des Bundes“ und „Allzuständigkeit der Städte und Gemeinden“ – der Kompetenz-„Generalklausel der Basisdemokratie“, der Lokalpolitik, der „Selbstbestimmung“ und der „Dezentralität“.

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Man muss diese sämtlichen Werte dem Alltagsmenschen, der nicht Staatswissenschaftler ist, mal versammelt vor Augen führen, um die Bedeutung aufleuchten zu lassen, wenn es einfach heißt „Freiheit der Kunst“ (§ 5 GG).

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Dietmar Moews meint: Ich versuche das gegenwärtige „Beltracchi / Giacometti“-Thema – durchdrungen und auf die soziale Wirklichkeit von uns allen entschlüsselt – auf den entscheidenden Punkt zu bringen und stelle das zusammenfassende FAZIT hier voran:

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Entscheidender FEHLER – wenn wertoriert kultiviert entschieden werden sollte – ist:

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Solange unechte Werke von professionellen Artmen (Salonpersonnage) zu echten Werken erklärt werden –

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solange unechte Künstler (Salonpersonnage) als echte Künstler durch den Kunstbetrieb gehyped werden –

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Kopie ist eine Studienmalerei, keine Fälschung

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solange also nicht die Kunstqualität eines jeden Werkes an dem Werk objektiv abgelesen wird (obwohl das möglich ist, wer Augen hat), tritt der längst obsolete Blödheits-Effekt ein: „Des Kaisers neue Kleider“.

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Wir wissen, der Kaiser ist nackt – alle Menschen heucheln Lob über neue Kleider, die der nackte Kaiser gar nicht trägt: Nur ein Kind sagt: Der Kaiser ist ja nackt.

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Es hat also keinen Sinn, gegen teuere Versteigerungslose oder hohe Kaufpreise von Kunstbetriebs-Ware zu sein.

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Es hat also keinen Sinn, wenn ein Kunstinteressent ein DALI kaufen will. Er wendet sich an seinen Agenten oder Händler. Der sucht die bekannten Sammler, die aktuellen Auktionskataloge, das Insiderwissen ab, wo wer, ob da jemand DALI verkaufen möchte – man habe einen potenten Kaufinteressenten an der Hand. Und wenn dann jemand nach dem Motto

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Engel bringt Gewünschtes“ (Hans Platschek) ein DALI-Ölbild zum Kauf bringt, dann sind schließlich alle froh. Wer wollte dagegen was haben? (Dietmar Moews hat sehr viele DALI-Gemälde und unzählige Grafiken gesehen und sagt: NEIN DANKE – es sind meist schlecht gemalte linkische Leinwände, oft langweilige unechte Blätter) – aber, was geht es mich an, wenn sowas jemand gerne kaufen möchte.

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Ob die DALIs im Dali-Museum in Figueras echte oder unechte Dali-Gemälde sind, ändert es nichts daran, dass es leicht erkennbar überwiegend schlecht gemalte Bilder sind. (Wer im James Ensor-Haus in Ostende nicht erkennt, dass dort Photo-Tapeten an den Wänden hängen, hat keine Augen im Kopf und kann Kunstqualität nicht beurteilen):

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Urteilskraft des Betrachters ist allerdings Voraussetzung, Kunst erkennen zu können.

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Wer das nicht kann, ist außerhalb der Kunsterlebnisses – derjenige ist vielmehr im Selbsterlebis seiner Unfähigkeit (das kann ja auch ganz schön sein, sagt der Autist zum Solipsist).

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Das Drama setzt konkret bei der miesen Qualität schlechter unechter Künstler an. (Wenn Schrubber-gerakelte 6-Meter-Flachware von Gerhard Richter nicht vom Estrich einer Messebau-Firma im Akkord sich unterscheiden lässt).

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Sowohl Wolfgang Beltracchi bringt lediglich schlechte Namen, deren schlechte Malerei er „sinngemäß“ variiert.

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Ob sich Wolfgang Beltracchi, der eigentlich eine harmlose Pinselei zu Geld macht und dabei in gepflegtem Metier Bilderbücher durchblättert, noch über die aufgespießten, verfaulenden bzw. vertrocknenden Kartoffeln in der POLKE-ALIBI-Ausstellung sich freut? – Ob sich Beltracchi mit seinen Sonja Delauney-Varianten als Seitenzweig der „Verirrrten Kunstförderung“ erkennt? Vermutlich sitzt er lieber in der Sonne.

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Ob sich ein heutiger Kunststudent der Düsseldorfer-Quatsch-Akademie als Teil dieser „Verirrten Kunstorganisation“ erkennt? Welche Chance hätte er, über die Malerei-Helfer in der Immendorf-Produktion („Schröders Affen-Portrait“) zu diskutieren und eine aktuelle selbstbestimmte Kunstdebatte, frei und demokratisch über den engen Rahmen der Akademie-Öffentlichkeit hinaus anzuregen?

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Mit wem sollten die denn wohl diskutieren?

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Mit den eigenen sogenannten „Professoren“, die ja auf diesem Wege ihr Monatsgehalt erdienen, lässt sich die „Verirrte Kunstorganisation der Bundesrepublik Deutschland“ und die „Salonpersonnage“ nicht diskutieren. (Oft sind diese „Salon-Professoren“, wie Tony Cragg, Ausländer und interessieren sich nicht für die deutsche demokratische Republik – ja, sie wissen dazu fast NICHTS, kassieren nur das Staatsgeld monatlich.

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Man wird von Beltracchi keinen bedeutenden „Picasso“ oder „Matisse“, Monet oder Manet sehen, sondern nur all das Gesoße, das bei der Galerie Thomas aus München noch frischklebrig auf den Kunstmessen erscheint – einer bei Thomas sogenannten „Klassischen Moderne“, große Namen, unbekannte schlechte So-wie-Gemälde im preisgünstigen Geldwasch-Segment (sehr beliebt „Jawlenski“, „Blauer Reiter“, „Max Beckmann“, schlechte „Liebermanns“ (Max Liebermann war ein sehr guter Maler), Delauney, Emil Nolde, Seifert-Watenphul, Campendonck. –

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Ja natürlich – schon die Geschwister von Alberto Giacometti haben bereits zu seinen Lebzeiten den eigenen Ausbau der schlechten Figuren-Fälschungen ins Geschäft gebracht. Nebenbei gesagt sind „Giacometti-Figuren aus Bronze natürlich keine Skulpturen (Bildhauerei vom Material heruntergeschlagen), sondern es sind Güsse, Abgüsse, Schmiedetechnik und Bronze-Güsse Plastiken über verlorene Formen.

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Allerdings – wer wollte es Anbietern und Käufern verhindern: Die Giacometti-Lieferanten wie auch Wolfgang Beltracchi-Foto-Moderne liefern, was Käufer wünschen.

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Der Kunstbetrieb und die riesige Schar unechter Künstler, diese „interessierten“ Akteure, die Kunst von Pseudokunst gar nicht zu unterscheiden wissen – die auch nur auf dieser billigen Schiene selbst als „Künstler“ im Kunstbetrieb und in der Künstlersozialversicherung und in den Künstlerverbänden und sogar schon bei den Studienbewerbern herumhängen (Immendorfs Studenten im Stundenlohn, die solchen Quatsch produziert haben, sind der harte Grund dafür, dass es heutzutage möglich ist, schlechte Kunstfälschung billig zu produzieren (Kunststudenten) überhaupt irgendwo am Markt ab- und durchzusetzen.

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Der Clou sind die Artmen und Salonpersonnage, die oft als studierte „Kunstwissenschaftler“ keine Kenntnisse aber Verwaltungsposten und Parteiengschaftlhuber kennen: Denn diese setzen sich gegenseitig in die sogenannten „hochkarätigen“ Kunstgremien hinein.

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Diese unechten Künstler sorgen dafür, dass unechte Kunst hochgepreist und in die staatlichen Kunstbezeugungs-Plätze, Biennale, Documenta, Museum Ludwig, „Guggenheim usw, durch die WESTKUNST-Welt gekurbelt wird. (Wer so was sehen will, schaue nur die aktuell abgelaufene „Polke-Ausstellung“ „ALIBIS SIGMAR POLKE – RETROSPEKTIVE 14. März 2015 bis 5. Juli 2015 (die noch bis Übermorgen läuft), mit unzähligen belanglosen Nonsense-„Polkes“ im Kölner Museum-Ludwig an: In dieser „Polke-Schau 2015 ist die Werkqualität so schlecht, dass es egal ist, ob es echte schlechte oder gefälschte schlechte Bilderrahmen sind.

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Dann – hoch gelabelt, hochgepreist, in die wichtigsten Museen geliehen und geschenkt (der schlechte ERNST WILHELM NAY) – kaufen Investoren „Wandaktien“ , deren Werthaltigkeit der syndikalisierte Markt des „ersten Kunstmarkts“ – die Verkäufer –  garantieren (einschließlich Rückkaufoptionen / s. Achenbach).

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Schluss: Nicht Beltracchi oder Giacometti machen was falsch – sondern der Staat organisiert eine verirrte Kunstorganisation, in der „Werkqualität nicht beachtet und Kennerschaft ignoriert werden.

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Das nennt man dann „Demokratie“ in der Kunst (jeder Kunstkonsument ist Künstler):

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Im Kunstberuf können heute in allen Belangen Laien und Nichtskönner die begehrliche Mehrheit als Salonpersonnage im Kunstprozess bilden.

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Während Früher Salonkunst dazu diente, dass vor den Werken gesellschaftsrelevante Abendveranstaltungen stattfinden konnten – Salonkünstler dienten zur Belustigung da („der röhrende Hirsch“ – den musste immerhin jemand malen können) – kümmert man sich heute in der verirrten Kunstorganisation eben um die Qualität der gemalten „Hirsche“ nicht (warum auch).

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Sondern heute hat man statt Salonmaler oder Salonkünstler nunmehr (professionelle Salonpersonnage), die sich als unechte Künstler mit unechten Machwerken im Kunstbetrieb verankert haben bzw. verankert wurden.

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Darüber stimmt nun die steuerzahlende Wählermehrheit täglich ab:

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Wenn die lustigen 1,30 min Kunstklamauk in der Tagesschau kommen, wo Gerhard Richter sagt: „Ich finde die Preise sehr hoch“ – oder Schlingensief sagt „Ich bin wichtig“ oder Beltracchi sagt: „Ich kann jeden Maler“ – kann man das prüfen:

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Beltracchi kann leider nur die grobe Schlechtware liefern (Beispiel seine grottenschlechte „Primavera-Variante“ nach Botticelli – egal, wenn dazu „Gutachten“, „Expertisen“, „Provenienz“ mitgeliefert, wenns gekauft wird) und für Giacometti fehlt Beltracchi die Kundschaft – das könnte Beltracchi sicher auch hinkriegen.

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Was sollte Dietmar Moews dagegen haben, dass jemand Giacometti sofort erkennt, unmittelbar nach betreten der neuesten Kunstmesse? Was spricht dagegen, dass jemand anderes sofort Micky Mouse und Donald Duck erkennt? Dafür hat Walt Disney ja gearbeitet. Disney hat völlig legitim seine Kundschaft beliefert.

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Von Kunst hätten wir mit Beltracchi, Giacometti und dem neuen Kölner Kölner Ludwig-Leiter Yilmaz Dziewior nichts zu reden. Und mit dem ganzen Beuys-Gerümpel auch nicht.

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Dass der Biennale-Leiter von Venedig, Okwui Enwesor, nicht „Das Kapital“ von Karl Marx, als staatlicher Kunstbetrieb, vorlesen ließe, von vorne bis zur letzten Seite – aber er selbst hat von dem Inhalt keine Ahnung. Und niemand wird sich die Vorlesung monatelang anhören. Wird Sowas gerade der Belanglosigkeit halber durchgezogen, wie die MEW-Bände ungelesen in den Grüften der SED-Haushalte unaufgeschnitten vergammelt waren, so wird es jetzt in Venedig laut vorgelesen (egal, wer da zuhört – egal, ob Qualität).

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Von denen wird permanent gegen das Gute, Schöne, Wahre, polemisiert – sie sagen, das Gute ist nicht gut, das Schöne nicht schön, das Wahre nicht wahr, das Gute ist nicht schön, das Wahre nicht gut und bis sie schwindelig sind, kommen sie dann damit heraus, dass das Unschöne das Wahre sei, das Böse usw. usf.:

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Was nur hat das mit deren Begehrlichkeit zu tun, von Wahr oder Unwahr, von Schön oder Hässlich auf Kunst oder Nichtkunst zu schließen?

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Wieso ist das Hässliche Kunst?

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Wie ist das Schöne nicht Kunst? – etwa, weil es schön ist?

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UNSERE WOHLHABENDE GESELLSCHAFT verzichtet auf die sistierfähige Übernahme der Verantwortung dafür, heute, als „Demokratie“, die jetzt anstelle der historischen Vorgänger, Kunstbesteller, Kunstentscheider (auch der Kirche und Kulturreiter anderer Kulturherrschaften) die Kunstqualität zu sichern hätten.

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Sie versagen vor der Pflicht, echte Künstler zu berufen, die hochbegabt sind und das Billige, Zufällige und Chaotische vom menschengemachten Wunder unterscheiden können.

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DIETMAR  MOEWS "Mexikano" DMW 567.7.0,140 cm / 140 cm, Öl auf Textil, in Dresden im Jahr 2000 gemalt

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Olli Dittrich spielt Franz Beckenbauer und Elisabeth Käsemann als Schorsch Aigner

Juni 4, 2015
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vom Donnerstag, 4. Juni 2015

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Bildschirmfoto vom 2015-05-21 02:35:02

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Dittsche“ steht nicht nur für Wigald Boning und „Die Doofen“. Olli Dittrich wird nicht nur selbst von dem Double-Spieler Matze Knop immitiert, Dittsche nimmt die Aura der entspannten Lichtgestalt Franz an und zieht eine sinnliche Exposition durch unser kollektives Gedächtnis:

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Olli Dittrich bringt den Fall Beckenbauer nun in einer vertrackten Banalität. Dittrich macht mit „“Schorsch“ Aigner – der Mann der Franz Beckenbauer war“, Donnerstag, 4. Juni 2015, 23.30 Uhr im ARD-Fernsehen, aus „Kaiser Franz“ ein „Wackelbild“ des anrührenden Doppelgängerspiels (ARD-Mediathek in der Vorschau).

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Die Bildschnipsel stellen sämtlich wahre oder für wahr haltbare Szenerien zusammen, die den Werbe- und Fernsehzuschauern im Prinzip vertraut sind.

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Das Beckenbauer-Publikum kennt die politisch ignoranten, bauernschlauen Seichtigkeiten des Fußball-Promi-Privatiers Beckenbauer und nimmt es – egal was der sich an Stereotypien als FIFA-DFB-ADIDAS-Star leistet – so hin, wie es die Sport-Unterhaltungsjournalisten häppchenweise bereitstellen.

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Die Deutsche Elisabeth Käsemann wurde in Buenos Aires, während Beckenbauer Fußball-WM 1978 spielte, staatlich ermordet. Alt-Bundesinnenminister Hans-Dietrich G. und Olli Dittrich lebten in Deutschland.

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Hier nun, mit „Schorsch“ Aigner, im ARD-Konglomerat ausgewählter Stereotypien einzelner Plots aus Beckenbauers Biografie, könnte Dittrichs Kunst in die Zone des Publikum-Merkens bringen. Als Spätsendezeitfüller von Dittsche würde die Majorität der Beckenbauer-Kunden weder reklamieren noch Buh rufen.

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In der gezielten Stoffsammlung zur „Schorsch“Aigner-Doppelgänger-Verdichtung rücken indes Seichtheit, Nichtigkeit, Mobgebaren und Verantwortungslosigkeit der Unterhaltungsverkäufer-„Lichtgestalt“ in die bezahlte Rolle des Platzhalters der Zersetzung für Alles und Jedes:

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Sowie sich Franz Beckenbauer als unser aller Zeitzeuge konkret und seinsgebunden zur Wirklichkeit äußert, wird daraus „Trivialroman“ und Verantwortungsentkopplung.

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Malerische Übernachtung auf dem Weg einer Überführung nach Sizilien

Malerische Übernachtung auf dem Weg einer Überführung nach Sizilien

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Dietmar Moews meint: Die in der aktiven Fußballzeit Beckenbauers und der Fußball-WM 1978 in Argentinien ermordete Deutsche Elisabeth Käsemann wurde von Dittrich „vergessen“. Der Mord an Käsemann und die Ignoranz Beckenbauers hierzu waren „Schorsch“ Aigner offenbar zu heiß. Elisabeth Käsemann, von 1978, möchte den Autoren dieses „kleinen Fernsehspiels“ im Zusammenhang mit dem Beckenbauer-Double „Schorsch“ Aigner, von 2015, zumindest durch einen Auftritt als „special Guest“ in Form der noch lebenden Elisabeth Käsemann-Doppelgängerin Anke Engelke, eingefallen sein – war es aber nicht.

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Beckenbauers Ex-Fußball-Kollege Paul Breitner jedenfalls zeigte sich nach Aufdeckung der Käsemann-Ermordung darüber empört, vom DFB und von Mercedes Benz irregeführt worden zu sein – „Schorsch“ Aigners Lampenladen dagegen schwieg und schweigt: Blenden und Funzeln statt Beleuchten.

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Wie seltsam ist die Erinnerung an einen außergewöhnlichen Fußballspieler, wie der Münchner Franz Beckenbauer einer war, ein künstlerischer Einzelstern, während der nach seiner Leistungs-Sportkarriere eine Rolle als Exklusiv-A-Prominenter in der seichten Unterhaltungsindustrie annahm.

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Wie eine neue Sinnlichkeit verkam die Fußballerinnerung zum Wertzeichen, aber die konkrete Person Franz Beckenbauer zur Peinlichkeit. Dabei muss einfach anerkannt werden, dass genialer Fußballer sein, einschließlich der erheblichen praktischen sozialen Kompetenz, nicht gleichgewichtig dazu befähigt, in sonstigen Werbe-Milieus der heutigen Kulturindustrie ähnlich brillant zu spielen:

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Nicht jeder Postbote ist Sherlock Holmes.

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Bruno Pezzey, Fußball-Libero bei Eintracht Frankfurt und Dietmar Moews, 1978 im ZDF

Bruno Pezzey, Fußball-Libero bei Eintracht Frankfurt und Dietmar Moews, 1978 im ZDF

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Franz Beckenbauer kam unter dem Lable „Kaiser Franz“ „Krrrraft auf den Teller, Knorr auf den Tisch“ und „Gute Frrrreunde kann niemand trrrennen“, „Schaunmer mal“ und „Isdenn scho Weihnachten?“ und ließ sich dafür herumreichen, dass er für alle fragwürdigen Reizthemen verbale Blankoscheine unterschrieb.

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Superkleber beim Fußball beobachtet von DIETMAR MOEWS

Superkleber beim Fußball beobachtet von DIETMAR MOEWS

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Mit ein paar Briefumschlägen und anschließendem Austritt aus dem FIFA-Kreis war es nicht getan. Der fußballpolitischen Pflicht eines prominenten DFB-Fußballers (und jahrelang Vereinspräsident des FC Bayern München) gerecht zu werden, verlangt mehr Kritikvermögen und -bereitschaft als Beckenbauer zu Markte trägt.

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Hitlerschlaue Selbsterleichterer wie Beckenbauer sind der maßgebliche Ursprung als „gültiges“ Vorbild, warum es sich jeder normale Fußballer schamlos erlaubt, seine persönliche fußballpolitische Verantwortung abzuweisen und zu sagen:

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„Die sind alle sehr gute Leute und haben große Verdienste – da kann der kleine Mann sowieso nichts machen“. Genauso funktioniert der Mob: FUCK THE FIFA.

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Dittrich vermeidet, was Beckenbauer aus Geldgier unvermeidlich fand, er bringt weder politische Kritik oder Realsatire auf „Kaiser Franz“. Er wagt auch keine moralische Einordnung, wo sie verlangt ist. Sondern Dittrich stellt sich als Schauspieler der komischen Rolle. Er lockert dadurch Beckenbauers Profit-Stärke durch Beckenbauers Fragwürdigkeits-Schwäche an, wie man Gartenerde mit der Hacke bearbeitet.

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Dittrich hat Franz Beckenbauer und das aus den Bildmedien bekannte Franz-Image Franz Beckenbauers so intensiv beobachtet und abstrahiert, dass er in Auftritten, die der Zuschauer im Prinzip kennt, so detailgenau agiert, eine glaubhafte Kopie eines möglichen Doppelgängers zu geben, die  nicht – was billig wäre – eine Karikatur ist.

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Getragen werden Dittrichs „Schorsch“ Aigner Doppelgänger-Darstellungen davon, dass er ja als echter Doppelgänger annonciert wird. Folglich treffen dann typische Beckenbauer-Ungeist-Wortwechsel so, dass man eben nicht Fälschung/Kopie oder Echtheit, sondern Bullshit (Harry Frankfurter) oder Wahrheit erkennt.

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Damit ist bereits der nächste Real-Life-Beckenbauer-Lichtgestalt-Auftritt vorgezeichnet. Denn in genau dieser Masche entertaint A-Promi „Kaiser Franz“ sein Publikum: Wahrheit als Bullshit. Für Elisabeth Käsemann waren es Tod und Leben.

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Letztlich muss nicht der Schauspieler und Poet Olli Dittrich, sondern sollten mal politische Redakteure, Wissenschaftler und Sportjournalisten eine gehörige Idolzertrümmerung an Franz Beckenbauer vornehmen, denn: Noch lauern Blindgänger – noch schillern falsche Vorbilder.

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Ich finde es unglaublich, wie sich diese Geschäftstypen gegenseitig die Bälle zuschieben und dabei wie die Politikschranzen bedenkenlos Unsinn reden: Netzer über Hoeneß, Beckenbauer über Blatter, Rummenigge über Klopp und Klopp über sich selbst, Fritz Walter über Kosic. Das ist der DFB, das ist die FIFA.

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