Anarchie und Sozialität

Juli 6, 2015
Lichtgeschwindigkeit 5718

vom Montag, 6. Juli 2015

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Die Volksabstimmung der Griechen am 5. Juli 2015 fixiert zwei historische Gegenwarts-Wahrheiten – dabei bedeuten die Stimmenanteile für JA und NEIN keineswegs eine Spaltung der Griechen als politische Interessengemenschaft:

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ANARCHIE bedeutet hier: „Herrschaftslos“ – in dem Sinn: Griechen in Griechenland leben von allgemeinen privaten Regeln und verhalten sich willkürlich gegen formalisierte Herrschaft, die normaler Weise aus Staatsordnung und Kauf-Vertrag zu ziehen ist.

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EINS Die 62 Prozent OXI / NEIN-Stimmen lehnen gesteigerte Armut als Sanierungsweg für Griechenland in der EU und im EURO und in der NATO ab.

Die 38 Prozent NAI / JA-Stimmen wünschen EURO-Bonität ohne konkrete eigene Verhaltensänderung.

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Beide Hoffnungen kommen vom WÜNSCHEN und HOFFEN – sind aber gar nicht auf das WISSEN, das wir schon von Konfuzius und Immanuel Kant her kennen können, gestützt: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Wie ist der Mensch? – die VIER FRAGEN DES IMMANUEL KANT – die jeder Grieche und jede Griechin kennen und verwenden muss, genau wie Verständnis für die GOLDENE REGEL und die feineren Aspekte von FAIRNESS.

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WISSEN muss jeder Grieche, dass das heutige Griechenland überschuldet ist und

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WISSEN muss jeder Grieche, dass das heutige Griechenland von Leihgeld und Diebstahl lebt (leihen und nicht zurückzahlen).

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Es werden sich die Griechen und die EU nicht aus der heutigen Lage heraushelfen können, wenn sie das eigene Wissen ignorieren und notwendiges Tun unterlassen und dann zur Frage:

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Was darf ich hoffen? – übersehen, zu erkennen, zu unterscheiden und anzuerkennen, Was darf ich hoffen? Und was darf ich nicht hoffen?

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Es dürfte jedem klar sein, dass in einer derart zersetzten sozialen Lage der nationalen Griechen in Griechenland, wie heute, das WÜNSCHEN nur fratzenhafte Selbsttäuschung bedeutet, wenn überhaupt keine Änderung zur Verbesserung geschaffen wird.

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Zersetzung – zwischen Oligarchen und Millionarios, Dienstklasse/Staatsplünderern und den Armen – wird über den MODUS ANARCHIE eine Selbstheilung für die Griechen bringen, die man auch „ROSSKUR“ nennen kann: Wers nicht aushält, geht drauf – wer die Rosskur überlebt, wird gestärkt.

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ZWEI Die griechischen Staatsbürger zeigen sich nicht darauf einstimmbar, den eigenen heutigen Zersetzungszustand des nationalen Gemeinschaftswesens zu erkennen und darauf konkrete Selbsthilfe-Schritte zu gehen.

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(Der Rücktritt des griechischen Finanzministers Varoufakis, heute, ist nicht Anarchie, sondern lediglich ein Stilmittel).

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Diese anarchische Situation steht in einem unvermittelbaren inneren Konflikt:

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Die privilegierten Griechen verteidigen ihre PFRÜNDE – nur die leidenden Armen wollen RETTUNG durch Änderung.

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Aber die Armen sind politisch nicht stark genug, die heruntergekommene Sozialität im anarchischen Griechenland gegen die gesetzte TRADITION, gegen die ABHÄNGIGKEITEN, im Rahmen der vorhandenen VERÄNDERUNGS-SPIELRÄUME, hin zu mehr Gemeinwesenorientierung der griechischen Gesellschaftsplünderer, zu klären und durch politische Entscheidungen zu bessern.

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DIETMAR MOEWS DMW 640.9.4 Strohfeld Öl auf Leinwand in Dresden gemalt

DIETMAR MOEWS „Erntenoten“ DMW 640.9.4 Strohfeld Öl auf Leinwand in Dresden gemalt

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Dietmar Moews meint: Demokratische Mandatsträger, wie die aktuelle Tsipras-Regierung, können die offizialen und regulativen privaten Lebenshandlungen der Griechen in Griechenland lediglich moderieren.

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Die Regierungsspitze kann weder die Griechen noch sich selbst ausreichend koordinieren, noch steuern und kontrollieren, selbst gezielte materielle, personelle und rechtliche Staatseingriffe werden auf der sozialen Ebene unverzüglich durch alte Gewohnheiten sabotiert.

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Wenn die Anarchie bestimmte Schmerzgrenzen übertritt und / oder, wenn von außen Waffengewalt inszeniert wird („Majdan“), werden die Privilegierten in „Urlaub gehen“. Einen Bürgerkrieg anzuzetteln wird ein Leichtes sein.

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Die griechische Dienstklasse-(Staatsquoten-Griechen) wird zu Haus bleiben und von den 80 Milliarden Euro aus den Bankomaten von der Hand in Mund versuchen zu leben.

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Die notleidenden Griechen werden zu Demonstranten und für „Aufruhr“ von der Staatsgewalt behandelt. – Bürgerkrieg in der EU, so weit die Energie reicht.

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Schließlich steht dahinter der militärische Komplex der USA. Die NATO wird nicht umhin kommen, der griechischen Polizei zu helfen, das staatliche Gewaltmonopol und die öffentliche Ordnung zu stabilisieren.

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Mikis Theodorakis – fast 90 Jahre alt – geriet als Rollstuhlfahrer in der Menge angeblich kürzlich in Tränengas-Anwendung und wartet nun auf seinen Tod.

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Theodorakis-Demonstrations-Kräfte sind damit aufgezehrt.

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Es wird den USA, den EURO-Technokraten, den Merkels und Schulzen klar sein, dass hier mit Organisationsgewalt wenig zu helfen ist – man kann die Anarchie brodeln lassen.

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Man sollte keine administrative Energie mehr zusätzlich hineinzwingen.

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Wir sehen in Griechenland in der heutigen Anarchie einen residualen Rest an sozialer Fähigkeit:

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Die Familiensolidarität in der Art eines „Blut und Boden“-Bezuges wird in der armen Bevölkerung als „öffentlicher“ Wert gezeigt. Unöffentlich-privat und informell basiert diese „Sozialität“ vollkommen auf Freiwilligkeit und wenig aus sozialem Druck, Pflicht oder Zwang.

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Ferner sehen wir heute, wie die Ärmsten helfen. Arme Griechen retten Mittelmeer-Flüchtlinge, die an griechischen Inseln anlanden, und leisten Nothilfe und Überlebenshilfe.

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Sowie man dort Lebensmittel und Medikamente hinschickt, wird dadurch geholfen. Sowie man Geld schickt, finden sich ohne Schrecksekunde Kriminelle, die das Geld für sich wegnehmen.

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