Jogi Löw DFB-Pressekonferenz zur Fußball-WM in Russland 2018

August 29, 2018

Lichtgeschwindigkeit 8403

am Mittwoch, 29. August 2018

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Fußball ist wichtig. Fußball ist neben Auto und Mord und Totschlag, über die Wirkkräfte für künstliche öffentliche Aufregung und Angst, eine vorrangige politische Tatsache. Über Fußball kommuniziert eine der größten sozialen Schnittmengen unserer deutschen Gesellschaft. Das betrifft auch übergreifend europäische und weltweite Reizbereitschaft.

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Im Juni 2018 wurden in Russland die FIFA-WM-Turnier-Spielrunden ausgespielt. Die deutsche DFB-Auswahl durfte als Weltmeister von 2014 bei dieser Russland-WM teilnehmen, schied aber nach nur drei enttäuschenden Spielen in der Vorrunde aus.

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Kritik und Ursachenforschung, Schuldzuweisungen und Sündenböcke – was Alles in einer solchen Misserfolgslage anschließend zur Massenmedien-Lage kampagnenartig bis zum Bullshit und zum Überdruß hochgejazzt wird, liefert dadurch nicht ein Verständnis des Misserfolges. Folglich wird man mit dem Anspruch, aus etwaigen Fehlern zu lernen, an sich nicht gerecht.

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Zumindest müssen die für das DFB-Team verantwortliche Leiter, also der DFB-Vorstand, der Bundestrainer, der Manager, ihre persönlichen Anmutungen mitteilen – aber auch die Reflexionen der Spieler des damaligen DFB-Aufgebotes sind beachtlich.

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ACHTUNG: Es geht zunächst immer nur um das, was die Leute sagen, was sie glauben, weiß man dann noch nicht (Erklärungsnorm vs. Verhaltensnorm)  – Was wirklich an dem war, bedarf einer weiteren Tiefeninterpretation.

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Was in den bisherigen Publikationen zur „Analyse der Krise“ völlig fehlt, ist eine soziale Analyse. Kein DFB-Team war allein im WM-Turnier. Immer hatte man es mit anderen Konkurrenten zu tun, deren Tun und Lassen schließlich bedingt, was die deutschen Sportler so erfolglos hat aussehen lassen – also:

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Was haben die Gegner gemacht? – die die DFB-Elf sportlich besiegten oder durch Vorverabredungen besiegen konnten?

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An gekauften Schiedsrichtern hat diese WM nach Aussage der Fußballer nicht gelitten.

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HEUTE trat also Bundestrainer Jogi Löw in München vor die Presse, um seine Überlegungen der Kritik und Selbstkritik mitzuteilen – dpa, schreibt heute:

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„Löw zeigt sich selbstkritisch: Das Ausscheiden sei ein „absoluter Tiefschlag“ gewesen, Löw selbst sagte über seine Taktik: „Sie war fast schon arrogant“. Auch der Fall Mesut Özil wird nochmals thematisiert. Veränderungen gibt es auch im Kader und auf der Trainerbank. …

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Es gebe nichts zu beschönigen, sagte Löw auf einer Pressekonferenz in München und fügte hinzu: „Wir sind weit unter unseren Möglichkeiten geblieben und haben zu Recht die Quittung dafür bekommen.“ Die ersten zwei, drei Tage nach dem Ausscheiden seien von Frust, Niedergeschlagenheit und einer großen Portion Wut geprägt gewesen.

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Zudem gestand Joachim Löw auch eigene Fehleinschätzungen ein: „Mein allergrößter Fehler war, dass ich geglaubt habe, dass wir mit unserem dominanten Stil durch die Vorrunde kommen. Wenn wir dieses Spiel spielen, müssen alle Rahmenbedingungen stimmen, damit wir dieses hohe Risiko auch tolerieren können. Diese Rahmenbedingungen haben in diesen Spielen bei uns nicht gepasst“, sagte der Bundestrainer am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in München.

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„Es war fast schon arrogant. Ich wollte das auf die Spitze treiben und es noch mehr perfektionieren. Ich hätte die Mannschaft vorbereiten müssen so wie es 2014 der Fall war, als es eine Ausgewogenheit gab zwischen Offensive und Defensive.“

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Auch Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff hat harsche Kritik am Auftritt des DFB-Teams bei der Fußball-WM in Russland geäußert. „Uns hat die richtige Einstellung gefehlt. Wir sind selbstgefällig aufgetreten, wir haben die Unterstützung der Fans für zu selbstverständlich gehalten“, sagte Bierhoff auf einer Pressekonferenz am Mittwoch in München.

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Man habe gedacht, dass das ein Selbstläufer sei, ergänzte Bierhoff. Deutschland hatte sich als amtierender Weltmeister bei der WM-Endrunde in Russland mit dem Vorrunden-Aus blamiert.

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Löw und Bierhoff äußerten sich zudem zum Rücktritt von Mesut Özil. Löw gab an, die Situation um den Ex-Nationalspieler „unterschätzt“ zu haben und erläuterte, wie er vom Rücktritt erfahren habe. Mesut Özils Manager habe Löw kurz vor dem Rücktritt des Spielers kontaktiert. Bis heute habe der Bundestrainer den Ex-Nationalspieler allerdings „nicht persönlich ans Telefon bekommen“.

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Löw und Bierhoff traten für die Präsentation seiner WM-Analyse und anlässlich der Bekanntgabe des Aufgebots für die Länderspiele am 6. September in München in der neuen Nationenliga gegen Weltmeister Frankreich sowie drei Tage später in Sinsheim beim Test gegen Peru erstmals seit dem WM-Aus vor die Presse.

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Dabei sprach Löw auch über den Kader für die anstehenden Länderspiele in der Nations League. Nicht mehr mit dabei sein wird Weltmeister Sami Khedira. Eine Chance erhalten dagegen Thilo Kehrer (Paris Saint-Germain), Nico Schulz (1899 Hoffenheim) und Kai Havertz (Bayer Leverkusen). Auch die kurz vor der WM aus dem Kader gestrichenen Leroy Sané (Manchester City), Nils Petersen (SC Freiburg) und Jonathan Tah (Bayer Leverkusen) sind von Löw wieder berufen worden.

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Dass Khedira nicht mehr dabei ist, hatte sich bereits angedeutet. Der Mittelfeldspieler von Juventus Turin hatte dafür im Vorfeld bereits Verständnis gezeigt. „Wenn es aktuell Bessere gibt, dann werde ich das akzeptieren“, hatte sich Khedira zuletzt in seinen sozialen Kanälen geäußert. Löw sagte zu seiner Entscheidung gegen Khedira: „Ich habe ihm gesagt, dass ich jetzt Raum und Platz schaffen möchte auf dieser Position. Wir sprechen zu gegebener Zeit weiter.“

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Eine Veränderung gibt es auch auf der Trainerbank. Thomas Schneider wird nicht mehr als Co-Trainer der Nationalmannschaft fungieren. Er soll zukünftig die Leitung der Scouting-Abteilung des DFB übernehmen. (mgb/szu/dpa)“

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Dietmar Moews meint: Das lange Hinauszögern der offiziellen Interpretation des WM-Erfolges und der daraus folgenden Lehren hat sich für den DFB schon mal gelohnt.

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EINS Es fehlt die Anerkenntnis der enormen fußballerischen Vorbereitungen der Endrundenmannschaften, speziell auch der deutschen Gegner. Man muss doch aussprechen, dass sich die deutschen Gegner hervorragend trainiert und eingestellt vorstellten und überzeugend um den Fußballerfolg kämpften. Ob die Zaubertrank, Doping oder Verhexungen anwandten, ist nicht bekannt.

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Die deutschen Gegner brauchten eine auf Sieg gerichtete Einstellung. Die deutsche Mannschaft fand in der sozialen Konsonanz eher zögerliche als mimetische Einschwingung miteinander. Fitness, Zutrauen, Willen, Mitspieler-Zugewandtheit, Antizipation – Alles war zögerlich und schwächelnd. So wurde folglich auch in technischer Perfektion erheblich unter den gewohnten und erwarteten Fähigkeiten wirklich schlecht zugespielt, schlecht gelaufen, schlecht abgeschlossen.

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ZWEI Über dem gesamten Misserfolg schwebt eine übermächtige Fehlstruktur im deutschen Erwerbsfußball, die erneut von Jogi Löw nicht angesprochen wurde: Die Erwerbssportler werden mit den Dollarzeichen in ihren jugendlichen Augen (das muss kein Nachteil sein) körperlich vollkommen ausgepowert (das ist ein objektiver Mangel). Also kommen ehrenvolle Berufungen in die Nationalelf, an Stelle von lebensnotwendigen Erholungsurlaub, nicht mit besonderem Schwung und Begeisterung zustande.

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Die Spieler sind vollkommen fertig und spielen dann auch sozial „defensiv“ (nimm du ihn, ich hab‘ ihn gesehen).

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Wer die Geldmaschine „Erwerbsfußball im internationalen Unterhaltungs-Marketing“ derart ausreizt, wie es die internationalen Kader in der DFL/DFB-Liga mitmachen, schindet sich, aber das geht auf Dauer nicht auf und man spielt nicht konstant stark.

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DREI Der Trainer Löw, der immer unausgeruhte Auswahlspieler und viel zu wenig Vorbereitungszeit im Trainingslager zur Verfügung hat, arbeitet in dem Bewusstsein, dass man ihn einfach rausschmeißt, wenn er analytisch nachhaltig für Spitzenleistungen in der DFB-Nationalauswahl einträte. Denn er müsste gegen die DFB-Vorstände und gleichzeitig gegen die Erwerbsfußball-Organisationen (Vereine, AGs sowie UEFA und FIFA) antreten.

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Oder anders –  sowie Jogi Löw FC Bayern, Hoeness und Rummenigge, BVB Dortmund und Watzke, Schalke 04 usw. kritisieren würde, weil die noch in der Sommerpause in weit entfernten Erdteilen „neue Märkte“ bespielen, anstatt Spieler für ein DFB-Trainingslager freizustellen – serviert man ihn aus seinem Bundestrainer-Amt ab –  ja. Löw schweigt.

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VIER Sowie ein Konflikt, ein Streit, dass die Fetzen fliegen, möglich wird, macht die Kulturindustrie über die Verkaufsmedien die Hölle los (warum haben sie wochenlang auf Boris Beckers Scheidung und auf Jan Ullrichs dicken Augen rumgeritten? – vielleicht, weil Jogi Löw nicht gegen Rummenigge gezürnt hat und zu Merkel lächelt).

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FÜNF Erst nachrangig stellen sich Fragen, wie, Wie hätte man gegen Südkorea rausgehen müssen? wie hätte man Mexiko ausgespielt? wie hätte man Schweden weggeputzt?

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Welche Spieler wären frischer und ehrgeiziger gewesen als Müller, Özil, Khedira usw.? – In Russland hätte jede Bundesliga-Auswahl besser ausgesehen als diese LÖW-Equipe 2018.

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Abschließend meine ich, kann das Gespiele der deutschen Auswahl gegen Mexiko oder Südkorea nicht als enttäuschend oder frustrierend hingestellt werden. Denn es entsprach dem eigenen Spielvermögen im offenen Wettbewerb mit den Gegnern. Ich finde es auch widersinnig, es jetzt so hinzustellen, taktische Fehler oder die falsche Spielanlage mit dem „dominanten“ Ballbesitz-Stil versucht zu haben – man hat es nicht gekonnt. Das war der Fehler. Wenn man die statistischen Werte sieht (gelaufene Kilometer usw.), werden die vergleichsweisen Schwächen ganz klar. Wer einen bekannt sensationellen Stürmer, wie den Koreaner ZON, verteidigen will, muss schon eine geniale Stimmung dagegen setzen, aber nicht antrittsschwache Boateng und Hummels.

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Dass der Trainer eine solche optimale Gruppen-Stimmung hätte erwecken sollen (wie in den Jahren zuvor), war wirklich nicht möglich. Hierfür braucht er die Begeisterung eines neuen Trainers und die Begeisterungsfähigkeit seiner Spieler. Das war bei der großen Zahl der abgenutzten Weltmeister nicht zu erwarten. Was soll ein Löw einem schwächelnden Toni Kroos denn sagen?

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Entweder man hätte all die Weltmeister von 2014 zur Titelverteidigung in Russland aufgeboten (einschließlich Kevin Großkreutz) – die hätten sich die Ärsche aufgerissen – aber hier ein in den Testspielen erwiesener Maßen nicht harmonierenden Kader in die WM zu schicken, war aussichtslos.

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Dass der Bundestrainer es ablehnt, in die Personalien der DFB-Spitze hineinzureden, ist in seinem Gesamtprofil eine erhebliche persönliche Schwäche.

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Ich meine, insgesamt, Löw war sehr erfolgreich und darf gehen. Bierhof ist ein silberzüngiger Zweitklassler, kann von jedem Rechtsanwalt ersetzt werden. Das Gleiche gilt für den peinlichen DFB-Präsident, mit seinen peinlichen Seitenblicken zur UEFA und zur FIFA.

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Oktober 6, 2009

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