Philosophie für Sophia mit Bougeoisie, Bohéme, Jeunesse dorée, Dienstklasse, Adel und Militär

Januar 27, 2019

Lichtgeschwindigkeit 8888

am Montag, den 28. Januar 2019

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Jeder weiß, dass der Tod kommt, auch ungerufen, oder sollte man den Tod abwehren wollen – Tod gehört eben einfach dazu.

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Dabei ist ein Leben eine flüchtige Sache, die man besser oder schlechter einrichten kann, je nachdem, wie man es ausrichtet. Doch – unverhofft kommt oft. Und Glück ist nicht nur mit den Dummen.

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Was selten in Schulen gelehrt wird, sind die Abkünfte und Zugehörigkeiten, wie sie von Eltern, von Familien, von Wohlstand und Bildung, von Kampf und Geist und Kampfgeist, von den Kunstfertigkeiten zum Sozialen und den zugewiesenen Wertbezeugungen für herausgehobene Fähigkeiten und Leistungen bezogen sind.

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Jede und Jeder merkt früher oder später, wo er sich abstützen kann und wie ihn seine Anbindungen verhindern können. Und es ist bald klar, wie das Mitschwimmen irgendwie mit dem Fluss ins Meer führt, jedoch gegen den Strom es äußerst anstrengend riskant und doch aussichtslos geht. Wenngleich Selberdenken unabdingbar ist, falls man nicht völlig den Boden unter den Füßen verlieren, sondern eigenen Tritt fassen möchte.

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So ist Teil der PHILOSOPHIE auch die Nutzung des eigenen Individuums, als Eigenheiten, und die eigene Persönlichkeit, als Ausfaltung von Urteilskraft für Innen- und Außenwelt. Achtung: Individualität ist nicht Persönlichkeit. Individualität hat jedes Kaninchen. Persönlichkeit ist auch bei Menschen seltener.

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Und kommt auch SOPHIA aus dem Universum der Weltgeschichte auf den Boden von Tatsachen und Ausblicken, wo immer die Fragen:

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Was kann ich wissen?

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Was soll ich tun?

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Was darf ich hoffen?

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Und wie bin ich individuell veranlagt? wie ist der Mensch?

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Und hier kommen die Betten in denen man mit Leuten schläft, die man sich vielleicht gar nicht aussuchen konnte – ein Abkömmling eines Generals, eine Tochter einer verarmten Adelsfamilie, ein Kind eines Amtmannes der Dienstklasse, der Nachwuchs der von Kapitalzinsen lebenden Bourgeoisie, schließlich ein Bastard aus einer Bohémepaarung oder die „goldene“ Jeunesse Dorée – wie um das Jahr 1850 in Paris, als es noch Zukunft und falsche Hoffnungen gab.

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Gut. Heute haben wir das Virtuelle. Ein bisschen Strom oder Akku kriegt man leicht – und die heutige Netzneutralität sorgt für GLEICHHEIT der USER im Internetz.

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Wer geerbt hat, lernt nicht Selberleben. Unterarme ritzen, O-versetzten Canabis oder Champagner am Nachmittag – Lebensart der Selbstvernichtung, dazu Gelegenheiten, leichtes Geld vom Caféhaustisch per Smart-Elektrik? – Stellen wir uns einfach vor, Touristen kämen nach Paris um bleiche Jugendgesichter mit den Loosern zuhause zu vergleichen. Wer die Mittel dazu hat, bewahre seine Tugend ebenso wie seine Illusionen. Das ganze Geschwätz von der Tugend ist ein Ammenmärchen, gut für die bewachten Töchter der Reichen – als Entschuldigung für mangelnde Gelegenheit. Am Ende tut ja doch jeder, was er will. Wer wollte nicht frei sein – wußten schon die Gebrüder Goncourt.

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Viele unserer ausländischen Besucher begnügen sich nicht damit, die Schönheiten unserer Stadt zu bewundern. Sie wollen auch etwas von dem Leben der Bewohner von Paris zu sehen bekommen. Vielfach wird in diesem Sinne an den Einheimischen das Ansinnen gestellt: „Zeigen sie mir doch man die Bohémiens. Wo kann man sie finden? Diese Neugierde zu befriedigen, ist nicht einfach; denn erstens ist dieses modische Wort „Bohéme“ ein sehr weitgehender Begriff, und zweitens findet sich niemand, der, während er durch die Straßen von Paris flaniert, ein Zeichen auf dem Rücken trägt mit der Aufschrift: „Ich bin ein Bohémien!“ Bohéme ist nämlich nicht etwa eine Sekte oder, wie man heute sagt, eine Klasse von Menschen, sondern mehr oder weniger eine Lebensanschauung, die als Gegensatz zur Anschauung des Bourgeois existiert.

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Wer nun Kind aus seiner Herkunft ist, aber eigene Wege einschlägt – ob nun aus einem Familienbetrieb, einer Militärfamilie, einem Adelszweig in der zweiten Reihe eines Königshofes, oder von Lehrern – kann die Leiter erklettern, die die Familie für den Weg der Adulterie und Vollwertigkeit hinhält. Doch sind dann immer ungefragte Ratschläge, auch Vorschriften oder Forderungen, die eine freie Gesinnung des Abkömmlings verstimmen. Auf den Rat der Familie muss man pfeifen; jeder von uns, muss man einsehen, hat sein eigenes Leben zu führen, und nicht das Leben seiner Eltern. Wenn man so weit ist, sind die Entscheidungen aus eigenem Gewissen zu treffen

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Mit dem Jung- und Schönsein bieten sich unbegrenzte Eigenmächte, sodass nicht erst das neunzehnte Jahrhundert die Jeunesse Dorée erfinden musste, um doch die erstaunliche Sensation ohne viel Gegenwehr zu bringen. Wer heute als unbeschwerte Prinzessin hochgelobt überall freudig begrüßt wird, und erlebt dann soziale Interdependenzen, diese Rolle zu erfüllen, merkt: Das ist schon in wenigen Runden leicht langweilig, wenn es immer wieder darum geht, ins Feuer zu fliegen und zu verbrennen. Und schon im kommenden Frühjahr werden die neuen Jahrgänge zuhause abhauen und sich bei den Abenteuerlustigen von Paris einfinden.

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Wer damit das Ufer des Festlandes der Erwachsenen betritt, hat ein ambivalentes Dasein vor sich – als Bourgeois. Bourgeoisie lebt von Kapitalerträgen und Erbschaften und hat ein gesichertes Dasein, ein Dasein, von dem man sagen kann, dass es in vorgelegten Schienen verläuft, die denen ähneln, die jetzt für die neuen Eisenbahnlinien in unendlicher Gradlinigkeit weiter in den Boden geschraubt werden. Beim Bourgeois, generell gesprochen, verläuft ein Tag wie der andere. Regeln, gewisse feststehende Ideen, nachgeahmte Gebräuche, selbstauferlegte Einschränkungen bilden die Grundlage für ein Leben, bei dem Monotonie und Wohlergehen als höchster Gipfel der Glückseligkeit gelten.

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Genau als Gegenteil einer solchen mechanischen Existenz tritt die abwechslungsreiche Mannigfaltigkeit des bohemischen Lebens in Erscheinung. Das Unvorhergesehene wird hier zum Charme der Freiheit. Man arbeitet ohne festgesetzte Regularität, lässt sich von Phantasie und den Capricen der Inspiration leiten, und daher ist es nur allzu verständlich, dass sich eine solche Haltung gegenüber dem Leben am häufigsten bei der Jugend – und insbesondere bei der künstlerisch schaffenden – beobachten lässt. Mit Freunden durchplaudert man die Nächte, feiert die Feste, wie sie fallen, isst mal Hühnerbrust, mal trockenes Brot und stellt das Lachen neben das Weinen. Auch eine zu nichts verpflichtende Tändelei mit einer Midinette stellt sich zu gegebener Zeit ein. Über dem Ganzen schwebt das wunderbare Gefühl der Unabhängigkeit, und mehr als alles andere ist es gerade dieses Gefühl, welches den Bourgeois das bohemische Leben verachten lässt. Ist der Boheme für den Besucher vielleicht ein Unikum, das man wie einen Elefanten – neuerdings im Hamburger Zoologischen Garten – betrachten kann, so ist er für den Pariser Bürger ein lästiges und betrübendes Überbleibsel aus vergangenen Jahren, das den Auffassungen unseres modernen Zeitalters als Anachronismus widerspricht.

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Was nämlich der Pariser als Boheme empfindet und bezeichnet, sind heute nicht mehr jene jungen, munteren Künstler, welche die paar Groschen, die sie besitzen oder sich erwerben, in einen Topf werfen, um – ausgehungert, aber stets künstlerisch beseelt – singend durch die Straßen zu ziehen, sondern es sind jene armseligen Künstler, bei denen eine durch Notlage bedingte Lebensweise zum Lebensinhalt des permanenten Elends geworden ist. Es ist eine Karawane von wahrhaft Unglücklichen, die fanatisch bereit sind, ihr ganzes Sein einer Kunst zu opfern, fühlend und manchmal sogar wissend, dass sich bei ihnen nie und nimmer Tatkraft und Disziplin zu künstlerischem Geben aufschwingen werden. Man nennt sie hier die Miseren-Boheme, und diese hat nichts mit jenen jungen Menschen gemeinsam, die heute noch nach Paris ziehen, indem sie ausrufen: „J’y vais faire ma bohème“. Solche vom Glück und den Strahlen der Hoffnung beseelte Jugendliche würden sich nie die Miseren-Boheme zum Vorbild nehmen. Vor diesen Abenteuerlustigen steht das Exempel einer „Bohème-dorée“, einer vergoldeten Boheme, so wie sie noch vor einigen Jahren in voller Blüte in Erscheinung trat.

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Die meisten Mitglieder dieser lustigen und ungezwungenen Bande, die dazumal durch die Extravaganz ihrer Bekleidung, ihrer Haartracht und ihres Benehmens Aufsehen erregte, sind heute angesehene Dichter, Schriftsteller, Maler oder Journalisten. Keiner von ihnen frequentiert mehr das Quartier Latin, und nur selten sieht man sie noch im Cabaret der Mère Saguet oder bei Graziano am Schlagbaum. Vorbei sind die Zeiten, wo diese Unternehmungslustigen plötzlich die Mille Colonnes in der Rue de la Gaité unsicher machten, wo Pistolenschüsse und das Krachen zerbrochener Stühle erschallten und dann alles im infernalen Lärm eines wilden Galopps unterging.

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Wer heute die Mitglieder dieser goldenen Boheme treffen und sprechen will, der begebe sich besser auf die großen Boulevards. Dort findet er jetzt Théophile Gautier, Dichter und Journalist, dessen faszinierende spanische Reisebeschreibung „Tra los montes“ im Augenblick viel gelesen wird. Er trifft dort den Literaten Arséne Houssaye, einst in den Kreisen der Boheme berühmt für seine mimische Darstellung aller Perioden des Lebens Napoleons (von Toulon bis Sankt-Helena); ferner Roger de Beauvoir, den Chansonnier; von Zeit zu Zeit den Dichter Gérard de Nerval, dessen unglückliche Liebe zur Sängerin Jenny Colon das Tagesgespräch des Boulevards war; gar nicht zu sprechen von Alexandre Dumas, von Champfleury und dem erfolgreichen Maler Eugéne Delacroix. Es würde zu weit führen, alle die illustren Namen aufzuzählen, die, aus der erstens berüchtigten Boheme stammend, durch ihre Gegenwart heute eine moderne, eine mehr unserer Zeit angepasste Boheme, nämlich die der Boulevards begründet haben.

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Die Schönheit unserer großen Boulevards und ihre Zentralstellung inmitten der kulturellen und politischen Aktivitäten unserer Stadt ist schwer zu verstehen, wenn nicht bedacht wird, dass die augenblickliche Regierung ihre Aufmerksamkeit der Verschönerung vieler Teile von Paris schenkt. So beendet man unter großem Kostenaufwand den Bau der Kirche Madeleine, des Palais du Quai d’Orsay und des Palais des Beaux-Arts, alles prunkvolle Gebäude, die, schon vor vielen Jahren begonnen, nur zum Teil fertiggestellt waren. Auch andere Monumente, so der Luxembourg, der Justizpalast, die Abgeordnetenkammer und vor allem das Rathaus werden restauriert und vergrößert. Jede große Straße erhält jetzt ein Trottoir, und auch die moderne Gasbeleuchtung wird bald die Straßen von Paris verschönern. Bleibt noch zu erwähnen, dass die Anlage von Kloaken, von neuen Brücken, von Eisenbahnen und den dazugehörenden Bahnhöfen eine gewaltige Veränderung im gesamten Stadtbild hervorrufen. Überall wird gebaut, und inmitten von allem erstrecken sich die Arterien der Boulevards.

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Mehr denn je trifft sich dieser Tage hier, zwischen der Madeleine und dem Boulevard du Crime, ein Gemenge von Menschen, das in seiner Zusammenstellung von vornehmen Aristokraten über schaulustige Bürger, Literaten, Dandys, Musiker, Politiker, Journalisten bis zur charmantesten Lorette reicht. Man flaniert, betrachtet die Vorübergehenden, begrüßt Bekannte, schwätzt und achtet vor allem darauf, selber gesehen zu werden – all dies selbstverständlich erst von 4 Uhr nachmittags an, bei Regen oder Sonnenschein. Neben den Uniformen unserer Soldaten glänzen die Roben der hübschen Pariserinnen, verziert mit zahllosen Bändern und Schleifen in allen Farben, so wie es jetzt die Mode verlangt, nicht zu vergessen die manchmal recht originelle Bekleidung der eleganten Jeunesse-dorée und der Mitglieder des bekannten Jockey-Clubs. Nach wie vor stempelt man diese zur Konsumtion der Früchte unserer Erde bestimmten wohlhabenden Müßiggänger um ihrer exaggerierten Manieren und ihren affektierten Kleidung willen zu den Dandys von Paris.

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Wichtiger jedoch als alles andere auf den Pariser Boulevards sind die zahlreichen Cafés, über deren prunkvolle Ausstattung in diesen Blättern bereits mehrfach berichtet worden ist. Hier spielt sich in der Tat vieles ab, was dem Auge des Nichteingeweihten nur allzu leicht entgeht. Erstaunt über die Pracht der glitzernden Spiegel und die Reichhaltigkeit der ausgestellten Delikatessen, bemerkt er kaum, wie hier in manchmal ruhigen, manchmal hitzigen Debatten die letzten Ereignisse politischer, wirtschaftlicher und künstlerischer Art vorbereitet und nekrologisiert werden. Der geneigte Leser möge uns verzeihen, wenn wir hier nicht jedes der wohlbekannten Rendezvous aufzählen können, sondern nur kurz ein Weniges aus dem Leben im Café de Paris berichten, dem unter all den vielen die Krone gebührt.

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Errichtet in dem Gebäude, das früher die Appartments des Prinzen Demidoff beherbergte, eröffnet das Café de Paris mit seinen hohen, breiten Fenstern einen weiten Blick auf den Boulevard. Geschmackvolle Gemälde und wertvolle Spiegel schmücken die Wände, gegen die sich mit rotem Velours bezogene Lehnbänke rangieren. Neben dem eleganten Schwarm der Stammgäste und Passanten sind es die arrivierten Künstler (und solche, die vorgeben, es zu sein), die den Fond seiner Klientel bilden. Fast jeder der erfolgreichen Schriftsteller von Paris, die sei es durch das Theater oder durch ihre Romanfeuilletons bekannt geworden sind, hat hier seinen reservierten Tisch.

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Blickt man nach links hinten in den Saal, so erkennt man, umgeben von einer Gruppe von Angebern, die dicke, joviale Figur des einflussreichen Dr. Véron, ehemals Direktor der Zeitung „Constitutionel“. Von seinem Tisch her dringen infernales Gelächter und Brocken bissiger Bemerkungen an unser Ohr. Roger de Beauvoir, der elegante Verfasser zahlloser Vierzeiler und Epigramme, drängt sich an diesen Tisch, ebenso wie der charmante Causeur Nestor Roqueplan, der vom Journalisten am „Figaro“ zum Direktor des „Théatre des Variétes“ avanciert ist. Ihm, diesem geistreichen Mann, Ihrem Chroniqueur persönlich wohlbekannt, ist es zu verdanken, dass man in unseren Kreisen von den Damen des Vergnügens als von den „Loretten“ spricht. Es fiel ihm nämlich auf, dass viele dieser leichtfüßigen Wesen in den neuen Häusern wohnen, die jetzt in der direkten Umgebung der Kirche Notre-Dame-de-Lorette errichtet werden, und spricht Roqueplan von ihnen – und wer spricht nicht von ihnen? – so prononciert er mit der ihm eigenen Delikatesse lieber das Wort Lorette, als eines der vielen anderen Worte, die der Vulgarität nur allzu nahe kommen.

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Mit Roqueplan, an seinem eigenen Tisch, sitzt meistens der Schriftsteller und Journalist Malitourne, bekannt für seinen geistvollen, aber auch sehr bissigen Witz und seinen unerbittlichen Hass gegenüber dem Journalisten Coco Romien, dessen lustige Streiche uns seit Jahren amüsieren. Als ich eines Abends mit ihm im Café zu den „Deux Magots“ (zu deutsch: „Die zwei türkischen Affen“) saß, ließ er sich den Wirt kommen.

– Mein Herr, so sagte er, ich möchte gerne ihren Teilhaber sprechen.

– Ich habe keinen, war die Antwort.

– Aber mein Herr, erwiderte Romien, dann frage ich Sie, warum sprechen Sie auf Ihrem Aushängeschild von zwei türkischen Affen!

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Doch durchschreiten wir weiter die Räume des Café de Paris, und wir sehen den Grafen von Courchamp, wie er, stets allein, vor seinem Tische thront, auf dem, immer bereit, ein für ihn speziell hergestelltes Brot sowie Feder, Tintenfass und Schreibmappe liegen. Gegen 10 Uhr abends erscheint er, meistens um zu soupieren, und nur selten verlässt er das Café vor 2 Uhr morgens. Als man ihm einmal von unserm Tisch aus zurief, man sei doch besser zu zweit, um einen Truthahn zu verzehren, antwortete er:

„Meine Herren, wir sind zu zweit: der Truthahn und ich!“

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Und plötzlich erklingt dann aus dem Saal ein lauter Disput. Die beiden Dichter Alexandre Dumas und Honoré de Balzac, wohlbekannt auch in Deutschland, streiten sich. Man spitzt die Ohren, glaubt einer literarischen Fehde beizuwohnen – aber keineswegs: die Herren sind sich nur uneinig über die Zubereitung eines Kalbfrikassees; denn jeder von ihnen nimmt für sich selbst in Anspruch, der vollendetste Gastronom zu sein.

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Eilen wir jetzt noch schnell in den rechten Teil des Cafés, und wir sehen eine Bande lustiger Burschen, von denen uns einer, der so begabte Poet Alfred de Musset, durch seinen blauen, mit goldenen Knöpfen besetzten Frack, das Ganze getragen mit einer weißen Weste und grauen Hosen, besonders auffällt. Die traurigen Einzelheiten seiner unglücklichen Liebschaft mit der Dichterin George Sand sind uns allen durch sein Büchlein „Souvenir“ wohlbekannt.

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Noch viele Seiten könnte ihr Chroniqueur anfüllen mit der Aufzählung all derjenigen, die Tag für Tag dem Boulevard und seinen Cafés durch ihre Persönlichkeit, ihr Gehabe und ihr künstlerisches Schaffen den Glanz eines eleganten, eines geistigen und geistreichen Zentrums verleihen. Doch wozu? Ist es uns doch heute dank der Eisenbahn gegeben, von einem Ort zum anderen mit Siebenmeilenstiefeln zu rasen und alles dasjenige selbst in „Chair et os“ zu sehen, von dem wir dem geneigten Leser nur den Geist haben andeuten können. Einmal miterlebt, wird man sicherlich mit uns ausrufen:

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„Vivent les Boulevards de Paris!“

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Dietmar Moews meint: Aber wozu?

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20. Juli 1944 – ERINNERN und VERGESSEN

Juli 20, 2016

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Vom Mittwoch, 20. Juli 2016

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Wer keine Ahnung hat, ahnt doch hin und wieder, dass da was abgeht.

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20. JULI“ wird in Deutschland als Gedenktag offizial gepredigt – doch wen juckt das?

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Bei Zufallsbefragungen auf der Straße wissen NULL PROZENTder Befragten irgendwas mit diesem Datum zu verbinden.

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Jede Gesellachaft, jede Gruppe, Gemeinschaft, Körperschaft, Kollektiv, hat eine unendliche Vielfalt von Einzelerlebnissen und individuellen Erinnerungen.

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Auf Hauptgeschehnisse erinnern sich viele Menschen.

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Wenn Geschehnisse als bedeutsam und für die Gesellschaft wichtig oder gar lebenswichtig angesehen werden, können daraus Symbole und jährliche ERINNERUNGS-Tage gemacht werden.

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Jede Gruppe ist begrenzt leistungsfähig, zu erinnern, zu merken, zu vergessen oder im Stoffdrang überfordert zu werden.

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Dietmar Moews meint: Der „20. Juli 1944“ wird als der Tag in der dunklen deutschen Geschichte geführt, an dem hochstehende Personen der Zeitgeschichte, insbesondere hochrangige Militärs der Nazi-Wehrmacht, einen gewaltsamen Putsch gegen die Nazi-Staatsführung durchführen wollten.

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Doch der Vorgang scheiterte bereits mit der ersten Attacke. Der Oberst Stauffenberg persönlich brachte einen Sprengsatz in Hitlers Führerstand, Wolfsschanze in Ostpreußen. Das Ganze explodierte – aber Hitler wurde nur leicht verletzt. Stauffenberg flog anschließend zu Putschzwecken nach Berlin, wo bereits bewaffnete Militärs die Führung zu übernehmen versuchten, im Glauben, Hitler sei getötet. Wenige Stunden später waren die meisten am Hitleranschlag beteiligten Führungspersonen tot oder dem Scharfrichter überstellt.

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Hitler zeigte sich sofort, noch am 20. Juli, mit Armbinde, im Rundfunk, Wochenschau und Fernsehen – der Putsch war gescheitert.

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ERINNERN und VERGESSEN soll nun stets am 20. Juli jeden Jahres geehrt werden – weil die Attentäter ihr Leben für ihren Putsch eingesetzt hatten.

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DOCH: Wer da geputscht hatte, waren sämtlich nazideutsche Kader, Militär, Adel, Wirtschaft, Intelligenz, die bis zum 20. Juli 1944 den Nazi-Furor erfolgreich mitgemacht hatten.

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Selbst, wenn sie bereits einige Zeit Hitler und den deutschen Krieg ablehnten oder nicht mit Überschaum und Hurra unterstützt hatten, tritt ihr seltsam gescheiterter Bombenanschlag in der „Wolfschanze“ nicht etwa 1934 oder 1939 oder 1941, sondern erst im Sommer 1944 hervor, wo jeder wusste, dass die HITLEREI auch für jeden  selbst der UNTERGANG war.

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Als nichts mehr zu gewinnen war, verließen diese „Helden“ und ihre noch bis vor Kurzem, 50 Jahre später, in Dauerinterviews auftretenden Heldenwitwen als WIDERSTAND auf.

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Und peinlicher Weise behaupten die selbstsignierenden Ehrenpromotoren des Nazideutschlands, heute, jene „GRUPPE vom 20. Juli 1944“, habe mit dem Putschversuch die Ehre der Deutschen und die Ehre der Wehrmacht und die Ehre des Adels gerettet.

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KURZ:

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Wir dürfen die soziologische Kategorie ERINNERN und VERGESSEN durchaus als belastbare Seinsbindung verstehen:

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Dieser gescheiterte ZUSPÄT-Widerstand vom 20. Juli 1944 wird zu recht von der Gesellschaft nicht länger erinnert. Er war damals Nichts und lässt sich nicht künstlich ins Lebenszentrum lebenswichtiger Wahrnehmung und Erinnerung hochjazzen. Wen interessiert schon eine mediokre Biografie vom nicht so scharfsinnigen Claus Schenk Graf von Stauffenberg mit seiner Aktentasche?

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