Frohe Weihnachten mit Arno Schmidt und Krakatau-Katastrophe

Dezember 25, 2018

Lichtgeschwindigkeit 8788

am Mittwoch, an Weihnachten, den 26. Dezember 2018

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Tsunami in Indonesien – viele Todesopfer – heute 430, aber bis zu 1500 Menschen werden vermisst. Wir feiern in Deutschland traditionell Weihnachten, während gleichzeitig die minütliche Gießkanne der neuesten Weltnachrichten über uns ausgeschüttet wird. Der Papst Franz leistete verlässlich den Weihnachtsdienst: Urbi et Orbi – er ist bei fester Stimme, geduldig auf wackeligen Beinen.

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Der erneute Tsunami in Indonesien, ausgelöst durch einen Vulkanausbruch, hat die arglosen Menschen tödlich überrascht – unzureichende Besetzung der zuständigen Behörde und politische Druckverhältnisse vor Ort hätten die Katastrophe begünstigt.

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DLF lässt Peter Sawicki am 25. Dezember 2018 übers Radio sagen:

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„…Am Tag genau vor 14 Jahren blickte die Welt mit Entsetzen unter anderem nach Südostasien: Ein mächtiger Tsunami fegte damals über den Indischen Ozean, eine Viertel Million Menschen wurde getötet, und erst die Hälfte davon in Indonesien alleine. Und das Land wurde jetzt wieder von einem Tsunami erfasst, wieder sind Menschen ums Leben gekommen – zwar nicht in diesem Ausmaß wie 2004, aber die Anfälligkeit des Inselstaats für diese schweren Ereignisse wurde erneut offengelegt….“

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Thematische Anknüpfung – so heißt die rhetorische Technik – in kürzester Zeit durch Anknüpfungs-Stichworte für den Zuhörer aus einer Neuigkeit, über die Anknüpfung an bereits Erlebtes, Beteiligung herzustellen.

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Wir wissen – TSUNAMI! – da sind Erdbeben unter dem Ozean möglich, die eine Energieexplosion erzeugen können, die an der Meeresoberfläche zu einer flutenden Welle in alle Himmelsrichtungen werden kann.

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TEPKO – die vier SUPERGAUS von FUKUSHIMA – als die ungesicherten und ungekühlten japanischen ATOMKRAFTWERKE hochgingen – und seitdem die ganze Welt vergiften – war von einem Unterwassererdbeben zu einem Seebeben geworden: TSUNAMI.

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Inzwischen gibt es sehr feinnervige Erdbeben-Vorwarn-Alarmanlagen, die den bedrohten Menschen zumindest etwas Zeit einräumen, vor einer Riesenwelle zu fliehen.

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Dietmar Moews meint: Aktuell in Indonesien entstand der TSUNAMI, der allemal erwartbar war – nicht primär durch „Erdbeben“ unter Wasser, sondern durch einen immensen Vulkanausbruch des berüchtigen Vulkans KRAKATAU: Krakatau hatte Überdruck angesammelt, bis Alles in die Höhe flog, ins Meer stürzte und die Welle auslöste, die dann das indonesische Inselland und seine Menschen traf. Aktuell sprudelt KRAKATAU locker weiter mit heißen Gesteinsmassen in das Meer – und man weiß nicht, ob diese Gewichtsverteilung am Meeresgrund Brüche auslösen wird, wodurch weitere TSUNAMIS entstehen können.

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Ich stelle im Folgenden eine meisterliche REALNOVELLE von ARNO SCHMIDT vor „KRAKATAU“, die er etwa 1958 verfasste. Arno Schmidt schreibt den Berichtsfaden und die eigene Texttechnik derart dicht, dass es keine sinnvollen Kürzungen geben kann.

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Es gab also bereits eine KRAKATAU-Katastrophe, die auf der ganzen Welt (nicht nur durch Massenmedien) wahrgenommen wurde. Das war im Jahr 1883. Davon schreibt ARNO SCHMIDT. Ich zerlege KRAKATAU deshalb der Kürzung halber und empfehle ARNO SCHMIDT selbst zu lesen:

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„… Nunmehr, fast genau 100 Jahre später, erinnerte man sich, dass damals, zwischen Ende Mai 1783 und dem 18. Juni, der Vulkan Skaptar Jökull auf Island in einer Kette maßloser Explosionen in die Luft geflogen war, worauf sich – … 75 Jahre sind es jetzt her (Anm. DM 1958), dass dort, fern unterm Äquator, der Berg zerbarst; Wasser und Winde um die Erde pendelten; Schiffe mühsam durch Bimsteinfelder pflügten; und der Schall bis zu den Antipoden reiste.

Dass 50 Tausende starben; während die Magnetnadeln verzückt tanzten, und die Gestirne erröteten und ergrünten – ein Tag, wohl wert, dass die Menschheit seiner gedenke: des 27. August 1883 – und des donnernden Namens: KRAKATAU!!

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Und es steht bei ARNO SCHMIDT, mehr am Beginn dieser KRAKATAU-Novelle:

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„…Atmet auf. Atmet auf —: bis um 5 Uhr 30 des 27. August es über die Wasser her rollt, mit einer bisher unvernommenen Lautstärke; sich wiederholt um 6 Uhr 44; – betäubt, mit aufnahmeunfähigem Trommelfell, stehen die wetterharten Seeleute …. Um 10 Uhr 2 Minuten Ortszeit weckt sie – die schon nicht mehr hören zu können vermeinten – ein Schall, einzigartig in der Geschichte unseres Planeten, als bräche das Firmament zusammen ! .. der sich 50 Minuten später noch einmal, jedoch wesentlich schwächer, wiederholt. –

Um 10 Uhr 2 Minute also, am 27. August 1883, erfolgte jenes Ereignis, jene Katastrofe größten Ausmaßen, von der die von Menschen niedergeschriebene Geschichte weiß – das einzige bisher bekannte, globale Geschehnis, das der gesamte Erdball verspürte. – Immer noch das größte; trotz aller unserer Atombombenversuche.

Was war geschehen? –

Längst hatte man gewusst, dass sich, über Java als Zentrum hinweg, ein großer sogenannter „Grabenbruch der Erdrinde“ hinziehe,

Auf der Insel Java kennt man 49 Vulkane, darunter diverse „Viertausender“ : mehr als die Hälfte davon hat man in der relativ kurzen Zeit der europäischen Ansiedlung – was sind im Geologischen schon 300 Jahre – in Ausbrüchen beobachtet; ein Teil davon befindet sich in ständiger Tätigkeit. heiße Quellen, Schlamm- und Dampf-Ausbrüche überall; Erdbeben sind nichts weniger als selten, und diese Kette von tätigen Vulkanen setzt sich fort, nach Westen über Sumatra; nach Osten bis Flores und Timor.

Und senkrecht zu dieser Ost-West-Linie unterirdischer Tätigkeit verläuft von Nord nach Süd eine zweite tiefe Spalte, längs deren sich die unterirdischen Kräfte manifestieren – beide kreuzen sich inmitten der flachen, selten über 200 Meter tiefen, Sunda-Straße in einem Punkt

KRAKATAU !!! —- Und es war praktisch das erstemal, dass der wohlklingende Namen … (wie kostend): „KRAKATAU“ … der Menschheit geläufigt wurde. …

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Bis eben zu jener Mammutexplosion vom Morgen des 27. August 1883! – Da muss, geologisch betrachtet, folgendes geschehen sein : –

Die Ausbrüche vom Nachmittag des 26. waren von heftigen Lavaflüssen begleitet gewesen. Und, im Gegensatz zu den meisten sonst bekannten Vulkanen, lag Krakatau ziemlich niedrig; wurde also unschwer von Seewasser überflutet.

Das heißt : die Lava, die ohnehin dazu tendiert, sich leicht oberflächlich abzukühlen – während im Innern die Rotglut noch lange erhalten bleibt – war durch den Einbruch des Meeres oberflächlich erstarrt: und hatte über dem Riesenschlot des Krakatau eine Art Propfen gebildet : daher die Pause im Ausbruch während des größten Teils der Nacht.

Inzwischen aber hatte die Spannung der inneren Dämpfe stetig zugenommen; bis sie, in den Vormittagsstunden stetig zugenommen; bis sie, in den Vormittagsstunden des 27., so stark geworden war, besagten Pfropfen zu lüften; erst anzuheben – und endlich, in einer letzten überdimensionalen Kraftanstrengung abzuschleudern.

Das eben war der letzte, der entscheidende, Stoß von 10 Uhr 2 Minuten des 27. August 1883. Er, der alle die globalen Folgen verursachtem von denen im Folgenden die Rede sein wird.

(wie nachdenkend): 10 Uhr Ortszeit Krakatau ? : da ist es in Europa, um sagen wir, Mitteleuropäische Zeit, rund 2 Uhr Morgens; also noch tiefe Nacht liegt über Berlin, Paris, London.

Aber durch die Sunda-Straße rennt bereits die riesige Wasserwand ! –

In Merak, 50 Kilometer entfernt, war sie höher, als die Bauten unserer westlichen Großstädte : 45 Meter hoch überrannte sie Strand und Ortschaften; bis 30 Meter Höhe wurden die Ufer rasiert : 36 380 Menschen ertranken; sämtliche Städte und Orte längs der angrenzenden Küsten, bis tief nach Nordaustralien hinein, wurden zerstört; die Leuchttürme weggeschwemmt – wochenlang danach noch war die Sunda-Straße, schon aus Mangel an Orientierungsmöglichkeiten, unpassierbar.

In Batavia, 250 km entfernt, erlosch am hellen Mittag die Sonne, und Lampen mußten angezündet werden. Fenster und Türen barsten; die Mauern bekamen Risse; sämtliche Gas- und Wasserleitungen setzten aus. In Buitenzorg sprang ein ganzer Gasometer aus seinem Stahlgehäuse!

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Auf Ceylon, 3000 Kilometer entfernt, begann das Wasser im Hafen zu schäumen; Boote und Schiffe wurden an den Strand geworfen; der Hafenintendant verfasste einen entsetzten Bericht.

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In Rodriguez, 4500 km entfernt heißt es : „Hauptwachtmeister Wallis beobachtete am 27. August um 13 uhr 30 im Hafenbecken eine höchst merkwürdige Erscheinung : die See sah aus, als kochte sie heftig auf; und die im Wasser befindlichen Boote kreiselten in allen denkbaren Richtungen. An sich war Ebbezeit, aber unversehens stieg das Wasser um 2 Meter; und floß mit einer Geschwindigkeit von gut 20 Km in der Stunde – ich habe es dergestalt nur über Mühlenwehre hinschießen sehen ! Gleich drauf sank der Wasserspiegel um den gleichen Betrag; und alle Riffe erschienen in einem Maße, wie ich mich nicht erinnern kann, es je während meiner zwanzigjährigen Dienstzeit wahrgenommen zu haben !“

Aus port Elizabeth in Südafrika – also auf der anderen Seite des Indischen Ozeans ! – berichtet der Kapitän eines der großen Postdampfer, die dort vor Anker lagen : „Mein Schiff, die HAWARDEN CASTLE, lag in der Algoa Bay. gegen 8 Uhr 30, am 27. August, bemerkte ich, dass sich plötzlich die Ankerkette bis zum Reißen spannte, so dass ich sofort in aller Eile einen zweiten Anker auswerfen ließ. Der Pegel zeigte eine Schwankung, von mehr als 4 Fuß; und sie wiederholte sich viermal.“

Das war die große Flutwelle des Krakatau, die spürbar wurde, bis nach Europa hon, und den Pegeln des Ärmelkanals.

Zuvor jedoch noch war der Schall um den Erdball gereist ! – In SIngapore“ war keinerlei telefonische Verständigung mehr möglich; sobald man den Hörer abhob, vernahm man ein Brausen, wie von einem Wasserfall, wenn man aus Leibeskräften schrie, hörte man zwar, dass jemand am anderen Ende sprach, verstand jedoch kein Wort. … Staub fiel allerorten vom Himmel – unverkennbar vom Krakatau … die größte Entfernung, bis zu welcher die Aschen- und Bimsteinschauer reichten, betrug 6000 Kilometer in Richtung West-Nord-West … Zur gleichen Zeit ging, vom Krakatau als Zentrum aus, eine Luftdruckwelle um den Erdball : mit einer Geschwindigkeit von 1200 Kilometeren pro Stunde schnellten allerorten die Barometer hoch um 63 Millimeter; und fielen Herzkranke um; bis zu den Antipoden … Aber das war Alles nichts, gegen das, was folgte. – Nie noch hatte auf der Erdoberfläche eine auch nur annährend ähnlich starke Explosion stattgefunden; nie noch waren Staub- und Aschenteilchen in gleiche Höhe getragen worden : 700 km weit hatte man die Rauchsäule wahrgenommen “ Und der Himmel selbst entzündete sich; verfinsterte sich ; erzeugte Farben wie sie nie zuvor ein Menschenauge gesehen hatte ! …“

 

„…

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