Lichtgeschwindigkeit 442

Juli 4, 2010

LICHTGESCHWINDIGKEIT 442

CHAOSRADIO mit STAATSVERTRAG und Kommentar aus Sicht der

IT-Soziologie zur Medienlage von dem Künstlergelehrten

Dr. Dietmar Moews – live und ungeschnitten – muss auch immer die

Werte der Primaten berücksichtigen: Offenheit, Transparenz, Freiheit,

Piraterie und Rechtsstaatlichkeit, im Globus mit Vorgarten am

Donnerstag, 1. Juli 2010, mit Frankfurter Allgemeine Zeitung, Neues

Deutschland, Berliner Morgenpost, taz vom 30. Mai 2010, und vom

16. Juni 2010, Piratenpartei Deutschland.de, RP.de, heise.de sowie

Phoenix, ARD, ZDF, DLF,

Piratenthema hier: Chaos Computer Club und Chaosradio-Sendung

(monatlich zwei Stundenals Gast der RBB Radio Fritz) am

30. Juni 2010 zu den 14 Punkten des BMI De Maiziére zur IT-Politik.

Der Chaos Computer Club ist die größte europäische Hackervereinigung

und seit über 25 Jahren Vermittler im Spannungsfeld technischer und

sozialer Entwicklungen. Die Aktivitäten des Clubs reichen von

technischer Forschung und Erkundung am Rande des

Technologieuniversums über Kampagnen, Veranstaltungen,

Politikberatung und Publikationen bis zum Betrieb von

Anonymisierungsdiensten und Kommunikationsmitteln. Der Club

besteht aus einer Reihe dezentraler lokaler Vereine und Gruppen.

Diese organisieren regelmäßige Veranstaltungen und Treffen in

vielen Städten des deutschsprachigen Raums. Der CCC vermittelt

seine Anliegen über vielfältige Publikationswege und sucht stets

das Gespräch mit technisch und sozial Interessierten und Gleichgesinnten.

Außerdem fordert und fördert er den Spaß am Gerät und lebt

damit die Grundsätze der Hackerethik.

Der CCC ist also nicht nur ein Zweckverband, er ist auch ein

hochwertiger Teilnehmer an der Öffentlichkleit und der politischen

Kommunikation: z. B. Chaosradio live hören.

Chaosradio ist eine Live-Sendung auf Fritz, der leichten Sender

des RBB, kurz: so eingebettet ist Chaosradio Bestandteil des

Rundfunk-Staatsvertrages der gebührenfinanzierten Vollprogramm-

Bereitsstellungsverpflichtung. Über folgende Wege man der Sendung

live lauschen. Wer möchte kann auch live teilnehmen. Daneben wird

Live-Empfang via UKW und Satellit vorgehalten. Fritz ist ein

Radiosender für Berlin und Brandenburg und ist in der Region via

UKW und im Kabelnetz zu empfangen. Auf der Übersicht der

Empfangsfrequenzen auf der Fritz-Webseite könnt ihr die aktuell

gültigen Frequenzen für UKW, Kabel und Satellit nachschlagen.

Live-Streaming via Internet. Wer Chaosradio live via Internet verfolgen

möchte kann aus einer Reihe von Streams auswählen, die die Sendung

in verschiedenen Formaten, Bandbreiten und Protokollen liefern.

Die Liste der gültigen Streams findet sich auf der Streaming-Seite

im Chaosradio Wiki. Wenn Ihr einen eigenen Stream anbietet,

könnt ihr den auch gerne dort eintragen. Fritz Livestream Fritz streamt

sein Programm selbst in RealAudio- und Windows Media-Format ins

Netz. Wer mit den anderen Streams nichts anfangen kann, kann es

mit diesen Formaten probieren. http://www.fritz.de/livestream/livest… .

So viel hier aus der Online-Selbstdarstellung des Chaosradios.

Die Sendung am 30. Juni 2010 bezog auch Anrufer in die Sendung

ein. Einer aus Leipzig nannte sich Geisteswissenschaftler und

wünschte sich eine Software, die dem weniger kompetenten

Teilnehmern es leicht machen solle, politische Entscheidungen

zu trefen, ohne sich den komplizierten kritischen Bemühungen

eines Immanuel Kant zu unterziehen. Bzw. denjenigen, die nicht

die notwendige Höhe der Diskursfähigkeit haben, die Mitbestimmung

zu ermöglichen. Chaosradio-Redakteure reagierten mit Gackern

und Kichern. Aber sie erwiderten nicht mit bescheidener Darlegung

ihrer Auffassung, dass kritische Urteilskraft, also Kompetenz und

die Mühe des Erlernens unerlässlich seien.

Hier liegt aber ein Konflikt ziwschen dem Mob der Erleichterung

und der Peter-Kruse-Prosumtion -und Nachfrageschlüssel, statt

Expertise und Kritik der Urteilskraft.

Ich möchte auf meinen Vortrag bei Datenspuren ccc 2004 in Dresden

hinweisen „Mut Mensch MacIntosh“, wo die Forderung der IT-ler

zurückgewiesen wird, dass sich alle Leute T-Kompetenz aneignen

sollen oder für blöd gehalten werden. Stattdessen sollten sich die

IT-ler verständlich machen und die Anwendungen vereinfachen.

Exklusivität ist die rechte Grundposition, die sich dem CCC verbietet.

Inklusion lautet das Motto für den emanzipativen Citoyen.

Produktion, Idee, Autor, Direktion, Dr. Dietmar Moews;

Aufnahmetechnik und Admin, Piratencrew Berlin;


Lichtgeschwindigkeit 437

Juli 1, 2010

LICHTGESCHWINDIGKEIT 437

Der Vollweise der FAZ 6 und Kommentar aus Sicht der

IT-Soziologie zur Medienlage von dem Künstlergelehrten

Dr. Dietmar Moews – live und ungeschnitten – muss auch immer

die Werte der Primaten berücksichtigen: Offenheit, Transparenz,

Freiheit, Piraterie und Rechtsstaatlichkeit, aus Globus mit

Vorgarten Berlin Pankow, am Montag, 28. Juni 2010, mit

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 15. Mai 2010, und

vom 16. Juni 2010, Piratenpartei Deutschland.de, RP.de, heise.de

sowie Phoenix, ARD, ZDF, DLF,

Piratenthema hier: Wie kommen wir zur Diskursfähigkeit? Ohne

Diskurskompetenz keine virtuelle Kommunikation. In dieser Folge 6

DER VOLLWEISE von EDO REENTS in FAZ 111 geht es um

empirische Tatsachen: Was will der VOLLWEISE PETER KLUGE

ohne Expertenwissen und mit dem diffusem Mitmachoptimismus,

das die Piraten verwirrt? Was ist piratig?

Will man in den bescheidenen Schritten des Immanuel Kant zur

Urteilskraft gelangen, muss man den Fragen folgen: Was kann

ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Wie ist der

Mensch? Dann kommen wir an eine Bedingung für jede kollektive

Intelligenzbestrebung: Will man basisdemokratischen Zugang

und Offenheit der Entscheidungen gewähren, müssen die Teilnehmer

Sprachkompetenz und Diskursfähigkeit mitbringen oder dahingehend

geschult werden.

Hier beginnt nun eine neue Erkenntnis: Die digitale, virtuelle

Schriftkultur fördert nicht die reflektierte kritische Urteilskraft,

wie die klassische Schriftlichkeit. Sondern die Teilnehmer

am Netz verzichten auf Logik, Kritik und Responsibilität und

entfalten nicht Wissen, sondern eine Vermischung von Konsumtion

und Produktion, nämlich Prosumtion.

Charles Ess wird von Manuela Lenzen in der FAZ

vom 16. Juni 2010, Nr. 136, S. N3 zitiert:

„mit der Kultur der klassischen Schriftlichkeit verschwinden

Fähigkeiten, die das reflektierte und kritische Selbst ausmachen.

Ja, aber es kann nicht Etwas verschwinden, was gar nicht da ist.

Denn die klassische Schriftlichkeit ist eine Kulturtechnik, die

jeweils von jeder Generation neue erlernt werden muss, aber

am E-Mail nicht verlangt wird und nicht mehr entsteht.

Web 2.0 oder Social Media bieten unbegrenzten Zugang und

bieten vollkommen unverbindliche Teilnahme. Geistige Teilhabe

entsteht allerdings nicht. Es ergibt lediglich eine schmierige

Prosumtion ohne qualitative Produktion. Es ergibt also kein

Konsumerlebnis des Produktes, wenn vorher kein Produzent

produziert hat. Charles Ess von der Drury University in

Springfield/Missouri /Brave New World? The Once and

Future of Information Ethics), interessiert sich für das Selbstbild

der Nutzer, er sieht die Tendenz zum „verschmierten Selbst“

mit Unbehagen. Nachdem er anfangs hoffte, die sekundäre

Oralität des Cyberspace, das schriftliche Gespräch wie es

durch das E-Mail und Netz möglich wurde, werde neben die

klassische Schriftlichkeit treten, sieht er Letztere bei der

jungen Generation nun auf verlorenem Posten. … Ausbildung,

Individualität, Wissenschaft, Demokratie wird durch diese

virtuelle Scheinschriftlichkeit nicht entfaltet. Ess behauptet:

Mit der klassischen Schriftlichkeit verschwinden jene Fähigkeiten,

die das reflektierte und kritische Selbst ausmachen …Am Ende

bringt uns das Netz gerade nicht die Demokratisierung von

Wissen, flache Hierarchien und interkulturellen Austausch,

sondern ertränkt uns in irrelevanten Informationsmassen,

macht uns passiv und unreflektiert und ruiniert so die Art

von Individuum, die liberale Demokratien für ihr Fortbestehen

benötigen.

Dietmarmoews meint: Für die Piratenpartei ist es nicht möglich

Basisdemokratie und direkte Demokratie zu verwirklichen,

indem einfach jeder Nachfrager zu quantitativen Abstimmungen

zugelassen wird. Es ist notwendig, von Experten auf höchstem

Niveau politiktaugliche Sätze zu erarbeiten, die auf der Höhe

der Probleme Lösungswege eröffnen, über die dann Aufklärung

und Abstimmungen erarbeitet werden können. Am Anfang steht

also die Frage: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Antwort:

Schulung der Piraten.

Produktion, Idee, Autor, Direktion, Dr. Dietmar Moews;

Aufnahmetechnik und Admin, Piratencrew Berlin;


IT-Soziologie für Prosumenten in Lichtgeschwindigkeit 423

Juni 25, 2010

LICHTGESCHWINDIGKEIT 423

Der Vollweise der FAZ 5 und Kommentar aus Sicht der

IT-Soziologie zur Medienlage von dem Künstlergelehrten

Dr. Dietmar Moews – live und ungeschnitten – muss auch immer

die Werte der Primaten berücksichtigen: Offenheit, Transparenz,

Freiheit, Piraterie und Rechtsstaatlichkeit, aus Globus mit Vorgarten

Berlin Pankow, am Montag, 21. Juni 2010, mit Frankfurter

Allgemeine Zeitung vom 15. Mai 2010, und vom 16. Juni 2010,

dazu Hans Stilett: Wanderungen durch Montaignes Welten, Bild.de,

dradio.de, Piratenpartei Deutschland.de, RP.de, heise.de, ARD,

ZDF, DLF,

.

Piratenthema hier: Rationale Konfliktkultur und die Kritik der

Urteilskraft in klaren Antinomien, nach Immanuel Kant, wie

Ralf Dahrendorf ausführte; der VOLLWEISE Peter KRUSE (Edo

Reents in FAZ 111) spielt den falschen Propheten für die

IT-Gemeinde und und bietet gewissen Anschluss an den Pyrrhon

nach Michel de Montaigne.

.

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 16. Juni 2010, S. N3,

Manuela Lenzen: Was dürfen wir im Netz hoffen?:

.

Informationsethik ist eine neue Teildisziplin, erfordert von

den neuen Möglichkeiten des Netzes. Tritt das „verschmierte

Selbst“ an die Stelle des alten? … aus Ansätzen der

Bibliotheksethik und Ethikkodizes mit den Informationstech-

nologien befasster Berufsgruppen entwickelt. Ihre Vertreter sind

sich einig, es mit einem ganz neuen Phänomen zu tun zu haben.

Hier geht es nicht einfach um eine Ausweitung der klassischen

Medienethik, denn das Internet ist längst nicht mehr in erster

Linie Informationsquelle. Web 2.0 oder Social Media stehen

vielmehr für einen Marktplatz der Kommunikation und Interaktion.

Konsument und Produzent sind Im Internet längst zum

Prosumenten verschmolzen, der ebenso einstellt wie herunterlädt. ..“

.

.

Dietmar Moews meint: So ist es Müll, denn Konsumtion ohne

Produzenten ergibt nichts, außer Geräusche. Die Prosumtion ist

ein Irrglaube. Eine prosumtive Produktion kommt nicht zustande,

wenn kein Produzent Qualität hineingibt, wenn nur Konsumenten

daran nuckeln und Prosumtionsgeräusche machen. Hier sehen wir

Peter Kruses Verkehrung von Anbieter und Nachfrager, Kruses

Behauptung: Versuche es nicht mit Expertengremien, Aufschaukelung,

ohne individuelle Anstrengung. Man muss nur fröhlich mitmachen

und die Macht ergreifen. Der Nachfrager wird stark, der Anbieter

schwach. Dieses What Next von Kruse bei Re:Publica 2010 ist

Unfug, denn: Man kann sich an einen Tisch setzen und schmatzen.

Wenn keine Produzent gekocht hat, werden die Konsumenten

vertrocknen und verhungern. Dies ist der sozio-geistige Grund,

warum Liquid-Feedback-Tools nicht als Honigsaugmaschine

geistige Ergebnisse hervorbringen können.

.

Pyrrhon bei Montaigne und Stilett: „Pyrrhon und andere Skeptiker …

inwieweit unser Vermögen ausreiche, die Schwierigkeit der Dinge

zu erkennen und zu beurteilen, verlange ein großes, ein

außerordentliches Wissen, und sie bezweifeln, dass der Mensch

es je erwerben könne./ Die Unwissenheit, die sich kennt, über

sich zu Gericht sitzt und sich verurteilt, ist in der Tat keine

völlige Unwissenheit; um es zu sein, dürfte sie nicht wissen,

dass sie nichts weiß. Deshalb lautet das Urteil der Pyrrhonisten:

keinen festen Standpunkt beziehen, zweifeln und nachforschen,

nichts als sicher betrachten und für nichts einstehen. … Jene

geistige Einstellung der Pyrrhonisten, gradlinig und unbeirrbar,

mit der sie alle Dinge zur Kenntnis nehmen, ohne ein Urteil

darüber abzugeben oder sie für wahr zu halten, ebnet ihnen den

Weg zur „Ataraxie“, einer friedsamen und gleichmütigen Lebensweise,

frei von den Erregungen, die unser Meinen und das Wissen, das wir

von den Dingen zu haben wähnen, in uns auslösen … was nun das

tätige Leben angeht, sind die Pyrrhonisten allen anderen gleich.

Sie folgen ihren natürlichen Neigungen sowie dem Drang und

Zwang der Leidenschaften und halten sich dabei an Gesetz und

Ordnung, an den Brauch und die kulturelle Tradition „Nicht dass

wir die Dinge ergründen wollte Gott, sondern dass wir sie nutzen.“

So lassen sie ihr übliches Tun durchaus von ihnen leiten, nur eben

ohne Meinung und Urteil.“

.

Montaignes Frage, im Anschluss des Nichtwissens lautet:

.

Was weiß ich?

.

Und ich weise auf Immanuel Kants „Ding an sich“ hin. Uns

Menschen reicht, zu wissen, dass wir das Ding an sich nicht

wissen können, uns reicht unser menschliches Ding. Was

soll uns Menschen das „Ding an sich“? Es reicht das

menschliche (menschlich beschränkte Ding), die

sprachliche Orientierung dazu, die Kritik der Urteilskraft,

das Argumentieren in klaren Antinomien, statt in Hegels

schwimmender Dialektik.

.

Hier ist die rationale Konfliktkultur, auch bei Ralf Dahrendorf,

wir können ohne letzte Wahrheit Plan B, unterschiedliche Ziele,

Wege und verschiedene Strategien rational aushandeln. Wir

können eine Aushandlung verifizieren und falsifizieren. Und

wer es nicht  kann, soll Kant und Hannah Arendt studieren.

Produktion, Idee, Autor, Direktion, Dr. Dietmar Moews;

Aufnahmetechnik und Admin, Piratencrew Berlin;