Im Londoner THE GUARDIAN NACHRUF auf Charlie Watts 1941-2021

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am Donnerstag, den 26. August 2021

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Im Londoner THE GUARDIAN NACHRUF auf Charlie Watts 1941-2021 - featured image

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Charlie Watts, geboren am 2. Juni 1941 in Kingsbury, Middlesex, am 24. August 2021 80-jährig in London gestorben. Charlie Watts war mit seiner Band The Rolling Stones ein Weltstar als Schlagzeuger. Er spielte von Kindheit an Musik, besonders Schlagzeug, bevorzugt Jazz.

Watts war seit 1964 verheiratet und hinterlässt Frau Shirley, Tochter und Enkelin.

Die internationale Nachruf-Resonanz in den massenmedialen Publikationen ist außergewöhnlich. In den deutschen Radio- und Fernsehprogrammen wurde zwei Tage anhaltend in allen Nachrichten Charlie Watts‘ Tod als redaktionellen Reizwert anerkannt. Dazu wurden umfangreiche Nachrufe verfasst. Die großen deutschen Tageszeitungen brachten eine Todesnotiz auf der Titelseite, teils sogar im Kopf der Seite Eins mit Abbildung. Außerdem haben gewichtige Musiker ihre persönliche. Anteilnahme publiziert. Der inzwischen 85-jährige Stones-Bassspieler Bill Wyman, der im Band-Zusammenspiel (bis 1993) mit Charlie Watts die unvergleichliche rhythmische Wucht in der sensationellen 1960er Beatmusik spielen konnte, die von allen relevanten Leuten, von Pete Townshend von The Who bis Brian Wilson von den californischen Beach Boys, zeitlebens immer wieder als herausragend nennen, postete zur Todesnachricht am 24. August 2021:

Posting on Instagram, Wyman shared a picture of Watts with the caption: “Charlie, you were like a brother to me. In the band and in life. Rest in peace.”

Für die gemeinsam mit Charlie Watts bis heute musizierenden Rolling Stones, die weiterhin die Kulturindustrie als „Top-Act“ beliefern, besonders die beiden Bandgründer, Keith Richards und Mick Jagger, haben in angemessener Wortlosigkeit den Verlust durch diesen Tod im Leben im Internetz gepostet – während sie in der Vorbereitung einer wegen Corona verschobenen Live-Konzert-Tournee, noch in gemeinsam mit Charlie Watts vor zwei Wochen mitgeteilten Aushilfe durch den Schlagzeuger Steve Jordan, inmitten der Probenarbeit sind.

Die besten Zeugen der Rolling Stones, The Beatles, Paul McCartney wie auch Ringo Starr, publizierten ihre Verbundenheit. Zum Stones-Erfinder, dem Manager Andrew Loog Oldham, der Watts der Maulfaulheit etikettierte, der die Band im Alter von 19 erstmals live sah und sofort dem Impressario Giorgio Gomelsky wegschnappte, erwiderte Charlie Watts folgende Respektsbekundung als Liebeserklärung – mit einem vollständigen Satz: „Auf den würde ich nicht mal pissen, wenn er brennt.“

Man darf zur Kenntnis nehmen, wie apart dieser Charlie Watts als Rolling Stone den öffentlichen Zirkus für sehr viel Bezahlgeld mitmachte:

“Wherever he is with the Stones, he lives in constant hope of being allowed to catch the next plane home.” Indeed, when the Rolling Stones were inducted into the Rock and Roll Hall of Fame in 1989, Charlie stayed home.

Watts didn’t particularly like touring. “I hate leaving home,” he once said. “I love what I do, but I’d love to go home every night.” He wasn’t a fan of festivals either. “I don’t want to do it,” he said in 2013, during the approach to that year’s Glastonbury headline set. “Everyone else does. I don’t like playing outdoors, and I certainly don’t like festivals. I’ve always thought they’re nothing to do with playing. Glastonbury, it’s old hat really. I never liked the hippy thing to start with. It’s not what I’d like to do for a weekend, I can tell you…”

In der Londoner Tageszeitung >THE GUARDIAN< erschien gestern ein Nachruf von Richard Wilson auf den Musiker Charlie Watts, der wirklich ein besonderes individuelles historisches Lebenswerk, am Rande von annähernd 60 Jahren Beat-, Rock-, Pop- und Bluesmusik der Rolling Stones bis zuletzt, kommerziell aufgeführt hat:

„Charlie Watts: eine Rock’n’Roll-Legende, deren wahre Liebe dem Jazz galt

Er mag die erfolgreichste Rockband der Welt unterstützt haben, aber der verstorbene Schlagzeuger verehrte seine Jazz-Helden in Big Bands und anderen Projekten

Jeder wusste, dass Charlie Watts‘ Herz immer dem Jazz gehörte. Selbst als er sich die Haare lang wachsen ließ und sich in Hippie-Klamotten kleidete, während die Rolling Stones ihre Satanic Majesties-Phase durchliefen, war er immer noch der coole Bebopper, der den Unsinn, der seine Gruppe umgab, und die wütenden Egos in ihrem Herzen durchschaute.

In weiser Voraussicht ließ er seine wahre musikalische Zugehörigkeit in seinem Spiel mit den Stones nie erkennen. Als sie ihn im Januar 1963 von Alexis Korner’s Blues Incorporated rekrutierten, hörte er sich die Platten von Jimmy Reed, Howlin‘ Wolf und Muddy Waters an, um die Art und Weise zu verinnerlichen, in der die Meister des Chicagoer Blues wie Earl Phillips, Fred Below und Elgin Evans die Dinge einfach hielten, und erkannte bald, dass Einfachheit oft das Schwierigste ist, was man erreichen kann.

Seine persönliche Adaption ihres diskreten Ansatzes, der sich auf einen festen Backbeat konzentrierte und jede Form von Dekoration vermied, erwies sich als perfekt für die Stones, als die Lautstärke stieg und die Veranstaltungsorte größer wurden, aber sie hätte kaum weiter entfernt sein können von den Stilen der großen modernen Jazz-Schlagzeuger, die er als Kind verehrt hatte. Max Roach, Art Blakey, Philly Joe Jones und Elvin Jones hatten das Schlagzeug aus seiner untergeordneten Rolle befreit, so dass es zu einem vollwertigen Bestandteil der Musik wurde und die Improvisationen von Bläsern wie Miles Davis und John Coltrane kommentierte, manchmal sogar als gleichberechtigter Partner..

Watts wuchs in einem Plattenbau der Nachkriegszeit in Wembley auf und hatte Geld gespart, um 78er Platten von Jelly Roll Morton und Johnny Dodds, Charlie Parker und Dizzy Gillespie zu kaufen. Als er sein erstes eigenes komplettes Schlagzeug bekam, zerlegte er zunächst ein Banjo, um den Korpus und das Pergament als provisorische Trommel zu verwenden, und malte den Namen „Chico“ auf das vordere Fell der damals so genannten Basstrommel. Dies war eine Hommage an Chico Hamilton, einen Schlagzeuger aus Los Angeles, der in den frühen 1950er Jahren in einem berühmten Quartett mit Gerry Mulligan und Chet Baker gespielt hatte, bevor er sein eigenes abenteuerliches Quintett gründete, das Ende jenes Jahrzehnts in Mode kam und 1957 in dem Film Sweet Smell of Success zu sehen war.

Watts, der sich seiner Neigung zur Heldenverehrung nie schämte, zeigte in seinem ersten Akt unabhängiger Kreativität Flagge. Ode to a Highflying Bird, veröffentlicht 1964, als die Stones mit It’s All Over Now und Little Red Rooster auf Platz 1 der britischen Charts landeten, war ein schmaler Band mit Texten und Cartoons, in dem er seine Fähigkeiten als ausgebildeter Grafiker nutzte, um die Geschichte von Parker (den er später mit seinem Quintett coverte) zu illustrieren, die charmant als eine Art Kinderfabel dargestellt wurde.

Sein Seelenverwandter in der ersten Inkarnation der Stones war Ian Stewart, ein Pianist, der Boogie-Woogie und andere Formen des Jazz liebte, der aber bald wegen seines Aussehens aus der Band herausgenommen und stattdessen als Roadmanager eingesetzt wurde. In den späten 70er Jahren spielte Watts zusammen mit Stewart in Rocket 88, einer Boogie- und Jump-Blues-Band, zu deren wechselnder Besetzung Gäste wie Chris Farlowe, Zoot Money und Jack Bruce gehörten.

Da er Jazzclubs schon immer sympathischer fand als die Stadien, in denen die Stones jetzt spielten, füllte er 1985 die Bühne des Ronnie Scott’s mit einer 32-köpfigen Big Band, die aus der Crème der Londoner Jazzmusiker bestand. Die außergewöhnlich eklektische Besetzung reichte von Veteranen der Bop-Ära bis zu Courtney Pine, einem unbekannten 21-Jährigen am Anfang seiner Karriere, der neben seinen Kollegen Danny Moss, Bobby Wellins, Don Weller und Alan Skidmore am Tenorsaxophon saß. Jack Bruce spielte Cello – sein erstes Instrument – und Stan Tracey saß am Klavier. Watts saß fröhlich an seinem Schlagzeug zwischen zwei anderen Schlagzeugern, dem älteren Bill Eyden und dem jüngeren John Stevens, als sie Arrangements von Klassikern wie Lester Leaps In, Stompin‘ at the Savoy und Prelude to a Kiss spielten. Mick Jagger und Keith Richards waren anwesend und bejubelten das, was Watts die Erfüllung eines Kindheitstraums nannte.

Er konnte das Projekt, das im folgenden Jahr durch die USA tourte, mit seinen Einnahmen als Stone finanzieren. In späteren Jahren nutzte er die beträchtliche Auszeit der Band, um mit bescheideneren Gruppen ins Ronnie Scott’s und andere Veranstaltungsorte zurückzukehren und 1996 ein wunderschönes Album mit Standards aufzunehmen, Long Ago and Far Away, gespielt von seinem Quintett, einem kleinen Orchester und dem Sänger Bernard Fowler. Diese warmen, entspannten Versionen von Liedern wie Stairway to the Stars und In a Sentimental Mood, bei denen Watts‘ Anwesenheit nur durch das sanfte Rascheln von Drahtbürsten im Hintergrund wahrgenommen wurde, waren so weit von Sympathy for the Devil und Street Fighting Man entfernt, wie es für Musik nur möglich ist, aber sie waren eindeutig von Herzen.

Die Musik, die er mit seinen Stones-Kollegen spielte, kommentierte er nie herablassend, desungeachtet waren seine langen und treuen Freundschaften mit anderen Jazzmusikern, wie dem Saxophonisten Peter King und dem Bassisten Dave Green, die er seit seiner Kindheit kannte, für ihn von großer Bedeutung. Ein weiterer enger Freund war der amerikanische Schlagzeuger Jim Keltner, mit dem er im Jahr 2000, wiederum zwischen den Stones-Tourneen, ein Schlagzeug-Album aufnahm. Jeder der neun Titel des Albums wurde nach den Namen der Schlagzeuger benannt, die er verehrte: Roach, Blakey, Kenny Clarke, Roy Haynes und so weiter. Wieder einmal zollte er den Musikern, die sein Leben bereichert hatten, ungezwungen und mit tiefem Gefühl Tribut, so wie er auf eine andere Art und Weise das Leben anderer bereichert hatte.“

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Charlie Watts hat Jahrzehnte lang neben der Stones-Musik eigene Session-Formationen initiiert, die Jazz spielten, so als Musik-Studio-Alben publiziert:

The Charlie Watts Orchestra – Live at Fullham Town Hall (1986, Columbia Records)

  • The Charlie Watts Quintet – From One Charlie (1991, Continuum Records)
  • The Charlie Watts Quintet – A Tribute to Charlie Parker with Strings (1992, Continuum Records)
  • The Charlie Watts Quintet – Warm and Tender (1993, Continuum Records)
  • The Charlie Watts Quintet – Long Ago and Far Away (1996, Virgin Records)
  • The Charlie Watts-Jim Keltner Project (2000, Cyber Octave Records)
  • The Charlie Watts Tentet – Watts at Scott’s (2004, Sanctuary Records)
  • The ABC&D of Boogie Woogie – The Magic of Boogie Woogie (2010, Vagabond Records)
  • The ABC&D of Boogie Woogie – Live in Paris (2012, Eagle Records)
  • Charlie Watts meets the Danish Radio Big Band (Live at the Danish Radio Concert Hall, Copenhagen 2010) (2017, Impulse! Records) .
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  • Dietmar Moews meint:  Nach Brian Jones, Ian Stewart, Bobby Keys, Nicky Hopkins, senken sich die Lebensbögen der Rolling Stones weiter – Charlie Watts war nun dran.

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