Karl Dall 1941 – 2020 Kurznachruf

Lichtgeschwindigkeit 10123

am Dienstag, 24. November 2020

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Karl Bernhard Dall wurde am 1. Februar 1941 in Emden geboren und ist jetzt 79-jährig am 23. November 2020 in Hamburg gestorben. Karl Dall war ein künstlerischer Autodidakt als Sänger, 1967 bis 1979 berühmt als Mitglied des musizierendem Blödel-Quartetts Insterburg und Co, die nach britischen Vorbildern die deutsche Aufführungsgattung der „Blödelbarden“ schufen, Komiker, Schauspieler und deutscher Fernsehmoderator. Angeblich erlitt Karl Dall am 11. November einen Schlaganfall, in dessen Folgen er jetzt zu hause einschlief.

Karl Dall lebte mit seiner langjährigen Ehepartnerin im Altersruhestand in Ostfriesland

Karl Dalls Eltern waren Lehrer in Ostfriesland, er machte eine Schriftsetzer-Lehre in Leer, war bei der Bundeswehr und landete im West-Berliner Ausnahmezustand der 1960er Jahre. Ein Bruder Dalls war Professor für Didaktik an der Universität Dortmund.

Insterburg & Co kamen als West-Berliner 68er daher, gehörten aber zu der West-Berliner Zugewanderten-Szenerien, waren die intelligenten Multiinstrumentalisten Ingo Insterburg (gest. 2018), Jürgen Bartsch, Peter Ehlebracht und Karl Dall. Sie gingen in Straßenklamotten auf die Bühne, machten keinerlei Ausstattung und Licht-Dramaturgie, sangen einzeln, auch im Quartett und bevorzugt in den genialen Duetten von Insterburg mit Bartsch und Ehlebracht mit Karl Dall.

Die Live-Auftritte von Insterburg & Co anfang der 1970er Jahre waren sensationelle Erlebnisse. Beeinflusst waren die musikantischen Sketch-Formen von zeitgenössischen britischen Vorbildern wie der Monty Python’s Flying Circus, Bonzo Dog Doo-Dah Band und Bob Kerr’s Whoopee Band.

Das Programm bestand aus komischen Musikstücken und spontaner. Bei den Sketchen nahmen sich die vier oft gegenseitig auf die Schippe. Sie vertonten ihre Lieder in der Regel mit häufig von Ingo Insterburg selbstgebauten Instrumenten, von denen viele aus umfunktionierten Küchen-, Garten- und sonstigen Alltagsgeräten bestanden. Während der Auftritte forderte Karl Dall Ingo Insterburg häufig scherzhaft auf, die ungewöhnlichen Instrumente zu „erklären“.

Karl Dall wurde mit Insterburg & Co allein mit seiner phänomenalen Ausstrahlung selbst zur Kultfigur. „Diese Scheibe ist ein Hit. Wann kriegt ihr das endlich mit? Diese Scheibe müsst ihr koofen. Es ist die Scheibe für die Doofen“. Sein hängendes rechtes Augenlied (als Sehbehinderung von Geburt her) verwendete der schlaksige Dall geradezu formgebend für seine Körperhaltungen, Kopfbewegungen und Blickwendungen (ähnlich der rothaarigen Perücke des einzigartige Helge Schneider, der viele Jahre allein schon mit seinem Bühnen-Auftritt als Figur sein Publikum begeisterte).

Karl Dall trat unter anderem als Interpret von Hans Albers-Lieder hervor, wobei er stets Spielräume des Parodistischen nutzte, durchaus mit Herz und im Feld von höherem Blödsinn: „Der Mensch muss eine Heimat haben ..“ und „Mein Alphorn, das war mein ganzes Glück“, noch und noch Hymnen des Handgemachten, meist mit Schlagzeugen und Gitarre, Geige und Klarinette, Ballhupen, Klavier und Singende Sägen.

Insterburg & Co haben einen erheblich erfolgreichen Katalog von Schallplatten von Studioproduktionen und Live-Auftritten, als Autoren und Komponisten, auch mit Ewigkeitsgültigkeit, wie: „Ich liebte ein Mädchen in Wannsee, die konnte kein‘ nackten Mann seh’n“.

Nach seiner Großkarriere als wirklich geschichtsträchtiger Bühnenkünstler mit Insterburg & Co schloss Karl Dall ab den 1980er Jahren eine geschäftlich sehr erfolgreiche B-Prominenz im kleinbürgerlichen Kommerz-Fernsehen der seichten Geschmacklosigkeiten an. Bei RTL und Sat 1 hatte Karl Dall plumpe Show-Serien mit sonstigen Allerwelts-B-Promis. Wobei Dall als Autor durchaus dümmliche Sprüche, Klamauk und Anbiederungen von sich gab, die niemals mehr den Rang des „höheren Blödsinns“ mit Insterburg & Co erreichten, sondern eher peinlich waren.

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