Julian Bream 1933 – 2020 Kurznachruf

Lichtgeschwindigkeit 10077

am Dienstag, 18. August 2020

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Julian Alexander Bream, (OBE Träger des Britischen Ordens) wurde am 15. Juli 1933 in London Battersea geboren, ist jetzt 87-jährig, am 14. August 2020 in Wiltshire, zuhause, gestorben. Bream war weltweit der beste (britische) klassische Gitarrist und Lautenist  im 20sten Jahrhundert, so weit es die Musikgeschichte überhaupt weiß.

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Seine Ehen mit Margaret Wilkinson (1968-73) und Isabel Sanchez (1980-83) endeten mit Scheidung. Julian Bream wird von seiner jüngeren Schwester Janice und seinem Bruder Anthony überlebt. Die Todesursache ist nicht besonders publiziert worden, aber Bream meinte:  a few “tubes of narcotic joy” (as he called his endless stream of Gauloises), the odd packet of Smith’s crisps, and the cricket.

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 He had first met the luthier David Rubio  in New York in 1965, and had asked him to “make me a guitar that will do what I want it to, not one that tells me what I may do”. Thus was born “the English sound”, one of clarity and balance, as opposed to the then-prevalent Spanish one with a “candle-flame” treble and “fruit-salad” bass – higher sounds quickly swelling to a maximum volume before dying away, and big, overpowering lower sounds, giving an overall bass-heavy effect ideal for displaying heart-on-sleeve “emotion”. Rubio worked for 18 months in premises near Bream’s home.

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Bream wuchs in einer sehr musikalischen Familie auf. Sein Vater, Henry George Bream, spielte Jazzgitarre, und der junge Julian Bream war beeindruckt, als er Musik von Django Reinhardt hörte. Er begann früh Klavier, aber auch Gitarre zu lernen. Nachdem er eine von seinem Vater besorgte Aufnahme von Tárregas Recuerdos de la Alhambra, gespielt von Segovia, gehört hatte, beschloss er, nicht Cricket-Spieler, sondern Gitarrist zu werden. An seinem 11. Geburtstag erhielt Bream von seinem Vater eine  Konzertgitarre geschenkt, deren Spiel er als Autodidakt erlernte. Er gewann mit 12 Jahren einen Juniorenwettbewerb auf dem Klavier, was ihm ermöglichte, Klavier und Cello an der Königlichen Hochschule für Musik in London zu studieren. Sein erstes Konzert mit der Gitarre gab er 13-jährig 1947 in Cheltenham. Schon als Teenager spielte er als klassischer Gitarrist Filmmusik.

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Sein Debüt gab er 1951 in der Wigmore Hall  in London. Nach dem Militärdienst, währenddessen er in einer Bigband E-Gitarre gespielt hatte, nahm er seine berufliche Karriere wieder auf und gab für einige Jahre Konzerte auf der ganzen Welt. Zum Programm gehörte eine jährliche Tournee durch die USA und durch Europa.

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Als Autodidakt lernte Bream auch das klassische Lautenspiel, auf einer Laute, die sein Vater 1947 von einem Matrosen auf der Londoner Charing Cross Road kaufte, und spielte in Radio-Tanzbands.

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Nach seinem Klavier- und Kompositionsstudium am Royal College of Music und dem Abschluss des Wehrdienstes wurde er zu einem der produktivsten und meistverkauften Aufnahmekünstler der klassischen Musik.

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In den 1960er Jahren gründete er außerdem das Julian Bream Consort, ein Ensemble für historische Instrumente mit Bream als Lautenisten, das das Instrument wieder in den Mittelpunkt rückte.

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Während eines Meisterkurses in Kalifornien 1991 erzählte er den Studenten: „Die Gitarre war nur ein Hobby, aber es schien mir, dass das Instrument Möglichkeiten hatte, nicht zuletzt, weil niemand sonst es spielte.

„Ich könnte sozusagen der beste Junge in einer reinen Mädchenschule sein“.

2008 gründete er den The Julian Bream Trust, um den weniger wohlhabenden, jungen und begabten Musikstudenten finanziell zu helfen und die Arbeit an der Auftragsvergabe neuer Kompositionen für Gitarre fortzusetzen.

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Mit dem Tenor Peter Pears gab Bream als Lautenist in den 1950er- und 60er-Jahren zahlreiche Liederabende mit Werken englischer Renaissance-Komponisten (John DowlandThomas Morley usw.); durch diese Zusammenarbeit und als Lautensolist hat Bream einem großen Publikum die Musik des 16. Jahrhunderts, der Elisabethanischen Zeit, nahegebracht. 1960 gründete er das Julian Bream Consort, in dem er Laute spielte, als eine der ersten Musikgruppen zur Aufführung alter Musik auf Originalinstrumenten. (Ein weiterer Lautenist des Julian Bream Consorts war ab 1975 James Tyler). 1963 musizierte er, live übertragen von der BBC, mit dem indischen Musiker Ali Akbar Khan und bereiste anschließend Indien. 1964 wurde er Officer of the British Empire. Seine Themenabende waren sehr weitreichend. Er spielte Stücke aus dem 17. Jahrhundert, Werke von Johann Sebastian Bach, die für Gitarre arrangiert wurden, Werke des brasilianischen Komponisten Heitor Villa-Lobos, aber auch populäre spanische Stücke.

Viele Komponisten arbeiteten eng mit ihm zusammen und schrieben ihm Werke auf den Leib, darunter Malcolm ArnoldBenjamin BrittenLeo Brouwer,  Michael Tippett und William Walton. Ein Beispiel ist Brittens 1963 komponiertes Nocturnal after John Dowland, das John Dowlands Come Heavy Sleep  weiterentwickelt, eines der bedeutendsten Stücke für klassische Gitarre. Der Komponist Benjamin Britten hatte bei seiner Arbeit an Nocturnal immer Bream im Hinterkopf. Ein weiteres herausragendes für Bream komponiertes Werk sind die Sonaten der Royal Winter Music von Hans Werner Henze.  Breams auf die Gitarre übertragene Interpretationen der Klavierwerke Suite española von Isaac Albéniz und Danza No. 5 aus den Danzas españolas von Enrique Granados gelten als Meilensteine der Interpretationsgeschichte.

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Der virtuose Musiker trat während seiner Blütezeit weltweit auf und war bekannt für seine Aufnahmen neuer Kompositionen und Meisterkurse.

Er gewann vier Grammy Awards und erhielt 20 Nominierungen zwischen 1960 und 1985.

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A motoring accident in 1984, in which no one else was involved, nearly ended Bream’s career – and even his life. His right elbow was shattered, and it was due only to prolonged and expert surgery and rehabilitation that he was able to resume his activities. Bream sagte 2013 gegenüber The Guardian, dass er 2011 „ernsthaft auf das Musikmachen verzichten“ müsse, nachdem er beim Spaziergang von einem Nachbarshund von den Füßen gestoßen wurde. Er habe sich bei dem Sturz beide Hüften gebrochen und seine linke Hand verletzt, sagte aber: „Es ist nicht traurig, nicht mehr zu spielen. Was mich ein wenig ärgert, ist, dass ich weiß, dass ich ein besserer Musiker bin als mit 70 Jahren, aber ich kann es nicht beweisen“.

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Er fügte hinzu, dass er noch in der Lage sei, einige Tonleitern und Arpeggien zu beherrschen, denn „es ist sehr gut für das Gehirn und die Muskulatur, wenn sie harmonisch zusammenarbeiten. Wenn man weiterspielt, hält es die Dinge einfach am Laufen“. Zu seiner Karriere sagte er: „Es ist sehr gut für das Gehirn und die Muskulatur, wenn man weiter spielt: „Ich habe mein Leben aus einem bestimmten Grund der Musik gewidmet, und der Grund war nicht, dass ich weiterkommen oder Geld verdienen wollte, sondern um zu versuchen, mich selbst zu verwirklichen und den Menschen Freude zu bereiten. Das ist mein Credo gewesen.“

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Im Londoner Verlag Faber Music gab er die Faber Guitar Series mit Notenausgaben für die Klassische Gitarre heraus. Durch seine zahlreichen Auftritte, Fernseh- und Radioübertragungen wurde Bream zu einer Leitfigur für klassische Gitarrenmusik im 20. Jahrhundert. 1967 veröffentlichte er sein Album 20th Century Guitar.

Für das Fernsehen produzierte Bream 1985 „Guitarra! – A musical Journey through Spain“. Diese Filmserie in acht Teilen über die gesamte Geschichte des Instrumentes wurde in mehreren Ländern gesendet und ist auch auf DVD erhältlich. In diesen Filmen spielt Bream außer der klassischen Gitarre auch Vihuela, Renaissance- und Barockgitarre.

Eine ausführliche DVD erschien 2003 mit My Life In Music von Regisseur Paul Bahner, die drei Stunden Interviews und Konzerte enthält. Graham Wade bezeichnete sie als „den schönsten Filmbeitrag zur klassischen Gitarre überhaupt“.

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Sein letztes Konzert gab Julian Bream 2002 in Norwich.

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Dietmar Moews meint: Ich danke den Quellen für die Angaben dieses Kurznachrufes auf Julian Bream, die ich in Süddeutsche Zeitung, BBC, The Guardian und Wikipedia gefunden habe (übersetzt D. M.)

Als ich Julian Bream in den 1960er Jahren erstmalig von Schallplatten Gitarrespielen hörte, war ich schockiert. Er konnte sehr gut spielen. Bream brachte alte britische Musik zu Ohren, auch mit Lautenspiel, wie es niemand sonst bieten konnte. Heute weiß ich, dass er sich spezielle Instrumente für seine Klangvorstellungen „auf den Leib“ bauen gelassen hatte.

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