Neue Sinnlichkeit 75 ERFOLGSKINDER

Lichtgeschwindigkeit 10070

am Sonnabend, 1. August 2020

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Erster August im siebzigsten Jahr meiner Zeitrechnung, das wir das Jahr 2020 nennen. Beim Hinweis auf den eigenen Lebensabriss werden vom Abgelebten her einige Ordnungsbegriffe gesehen, z. B. Kindheit, Familie, Wohnorte, Krankheiten, Orientierungen, Erwerb, Publikationen, Glücks- und Unglücksfälle – ein Einschnitt ist jetzt unweigerlich CORONA.

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Meine Blätter Neue Sinnlichkeit sind als Blätter für Kunst und Kultur so weitreichend angelegt, dass auch CORONA behandelt werden muss, dazu soziologische Bedenken, die bei der Alltagsarbeit eines empirischen Soziologen Dietmar Moews entstehen.

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Das Blatt Numero 75 beinhaltet keinen CORONA-Schwerpunkt. Es erschien anfang Juli 2020.

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Wenn doch gerade heute, am ersten August, wo die Bilder aus Berlin zeigen, wie zehntausende mittelalterlich verwirrte junge Menschen gegen das VIRUS demonstrieren, weil ihre Bildung und Urteilskraft so schwach ist, dass sie PEST und CHOLERA für Märchen oder Mythen halten – dass sie an Sündenböcke und Hexenverbrennung als Remedur gegen CORONA glauben – wenn nicht gar an Sündenböcke*innen, möchte ich doch gerade die hier folgenden ERFOLGSKINDER zur gemächlichen Lektüre empfehlen. Denn man muss auch immer noch was NEUES erfahren, während die tägliche PERISTALTIK im Treiben des CORONA-MOBS Überdruss ruft.

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ISSN 1432-5268

21. Jahrgang

Preis Euro 20,-

Juli 2020

Blätter für Intelligenz im Einsatz von „Künstliche Intelligenz“ – daraus:

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Erfolgskinder

Liebere Leserin, lieber Leser, Grüß Gott – Blätter für Informationen und Reden in Abkrzngnnun ausgeschrieben, soll es besser BLÄTTER FÜR INTELLIGENZ IM EINSATZ VON „KÜNSTLICHE INTELLIGENZ“ lauten.

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Wo denn lebte man sonst auf Erden „wie die Lilien auf dem Felde“? – Antwort: Bei mir: In Abessinien. Man hatte einen hochintelligenten Hailé Sélassié und wurde doch von italienischen Revanchegelüsten in Zivilisationseinbrüche verdammt. Heute heißt Abessinien Äthiopien. Und der zum Roten Meer hin abgetrennte souveräne Nordteil Äthiopiens heißt Eritrea.

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Ein Vogel steigt niemals zu hoch, solange er seine eigenen Flügel benutzt“ – finde ich William Blake zugeschrieben. Schwer, als Mensch im Bilde Blakes Vogel, zu verstehen: Was ist „hoch“? was „die eigenen Flügel“? Michael meint: Die Erde gilt. Die Erde sei zu respektieren.

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Was bietet dieses neue Heft Numero 75? – wie ist es komponiert? vorab ist – wie stets – der Untertitel, BLÄTTER FÜR INTELLIGENZ IM EINSATZ VON „KÜNSTLICHE INTELLIGENZ“ – nur eine Paraphrase der Gesinnung im Blatt: Das weiße Engelchenhemd und das Prinzip des Ja-Sagens. Die Leseriene darf also mit der Nummer 75 kein Themenheft erwarten. Aber Neue Sinnlichkeit bleibt am Ball, also mit Kunstpause und Malerei, mit der getarnten staatlichen OKF, die über die Personalpolitik eine verdeckte Kunstdirektion ist. Als Technikkritik zählen auch unsere Computerwelt, das Internetz, die Telematik, das Algorithmenspiel und das Ende des Habeas Corpus. Mein Recht am Körper und an den persönlichen Daten ist auch der rote Faden von Ausgabe zu Ausgabe in den Abkrzngn der Neuen Sinnlichkeit.

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Neue Sinnlichkeit 75 enthält den bekannten inhaltlichen Aufbau. Das Geleit kündigt zugespitzt an, wo wir gerade – also im Frühjahr 2020 – standen. Corona und Endemie, Isolation und Risikominimierung haben auf einen bohèmiennen Künstlergelehrten wenig Änderungszwang – ob jetzt Einzel-Isolationshaft in der JVA oder im Klosterwesen der Studierstube oder in der Malerwerkstatt. Die Erfolgskinder sind ausgewählte Belege für das Thema der Zeitschrift insgesamt und für das aktuelle Thema, hier die immer wieder neue Ansprache der Einfachheit als demokratische Kunstqualität wortloser Malerei und die Idiotie der modernen Stalinisten, und deren willkürliche Narrative, was man denn für Künstler und Kunst zu halten habe. Dies ist hier – zum Beweis gibt es verlässlich ein schönes Wort von Goethen (weil ich kürzlich Jacobi, den Goethefreund, in meinen Büchern mit seinen Mendelssohn-Briefen entdeckte), der an Jacobi geschrieben haben soll: „Was machst du alter Metaphysikus? Wenn dir mit Infusionstierchen gedient wäre könnte ich dir einige Millionen verabfolgen lassen … Dagegen hat dich aber auch Gott mit der Metaphysik gestraft und dir einen Pfahl ins Fleisch gesetzt, mich dagegen mit der Physik gesegnet, damit mir es im Anschauen seiner Werke wohl werde.“ Ja, von Goethe färbt es in die Neue Sinnlichkeit, und Kenner wissen, dass die Außen-Umschläge jeder Ausgabe aus eigens zugeschnittener Makulatur gemacht werden. Dazu muss die nötige Stückzahl (bis zu 500 Stück Auflage) greifbar sein und das Papier muss störungsfrei durch die heutigen hochsensiblen Fotokopier-Geräte laufen – hier ist es ein Rest aus meinem Siebdruck des Jahres 1974 – „Reliquiar“. Im Inhaltsverzeichnis lassen sich aufgebotenen Autoren und Themen finden. Meiner leider längst verblassten Freundin, der hannoverschen Malerin und Lyrikerin ROSA ALBERT, widme ich eine Wiedergabe Ihres Gedichts mit dem Titel >m.< und einer Zeichnung von Rosa, der Maria – jener unter den Künstlern in Hannover bekannten obdachlosen Insiderin, die mit Plastiktüten und Einkaufswagen immer wieder auch in der Stadt herumgeisterte, die von Timm Ullrichs erzählte, der in der Gretchenstraße mal zu ihren Freunden gehört hatte. STAAT und KUNST – der epochale Vortrag von Georg Meistermann vor den kunstpolitischen Staatsoberen des Jahres 1980; hier spüren wir die KUNST in Deutschland vom Hohenzollernkaiser zur Weimarer internationalen Moderne, zum Reichskunstwart, zur OKF der Verbände-Salonpersonnage mit Multifunktionsrollen und diskreten Rollenwechseln der KUNSTPAUSE. Georg Meistermann der legitime Künstlersprecher, der jahrzehntelang gekämpft hatte, dass sich Parlamente und Regierungen den freischaffenden deutschen Künstlern, der Präsentation derer Werke und deren sozialer Lage widmen sollten, distanzierte sich in seinem Vortrag von der völlig misslungenen OKF – organisierten Kunst Förderung. Denn über den selbststeuernden Modus „Freiheit der Kunst“ §5.3 GG, hat sich eine scheinbare legale Übernahme der Künstler-Fördermittel durch eine SALONPERSONNAGE von unechten Künstler erzwingen lassen. Damit werden die echten Künstler entmündigt und dieser Staatsform eines Kunstfreiheits-Postulates wird dem Anschein nach gedient. Doch es ist Betrug und die demokratische Vervollkommnung unseres föderalen Verbändesystems in der Bundesrepublik hat die ressourcelosen echten Künstler durch massenhafte unechte Künstler in den falschen Künstlerverbänden im deutschen Kulturrat faschisiert, gedeckelt, untergebuttert und noch berufsrechtlich vernichtet. Die OKF ist SPD-Werk. Unechte Verbandskünstler wählen mit „demokratischer Mehrheit“ ihre Vorstände. Sie bedienen die Herrschaft staatlicher Bürokraten. Das sind sehr wenige kaufbare Künstlerverbände-Vorstandsfunktionäre, nebenbei SPDisten. Im Ergebnis ist es Künstlermarginalisierung (strategisch von der Kulturpolitischen Gesellschaft e. V. Hagen, Olaf Schwencke, Alfons Spielhoff und Norbert Sievers so gemacht). So wird es inzwischen von den anderen Parteien als sehr nützlich angenommen. Man ist die freien Künstler los – muss nur noch die angefütterten Staatskünstler und die unechten Verbändekünstler führen: KUNSTPAUSE – Wie sag‘ ich das nur einfach? Mit WALTER BÖCKH – wird ein bedeutender Heidelberger Maler bezeugt. Dr. Hans Böckh, sein Sohn, der Edeluhren- und Edelsteinfachmann, schrieb ein anrührendes Lebenszeichen für einen Böckh-Katalog. Mit WALTHER SCHMIEDING zitiere ich einen unvergessenen Autor, der ZDF-aspekte, was er im KUNSTREPORT von Gerd Winkler 1975 auf der großen STAAT und KUNST-Tagung des Deutschen Künstlerbundes in Berlin beitrug: „… kulturpolitische Lebenslüge, die Ibsen vor Neid erblassen lassen würde – diese ganzen Tricks. Da steht immer drin: das macht ja gar nicht der Staat, das macht nämlich eine Institution, die unglücklicher – oder glücklicher Weise zu 110% in staatlichen Händen ist. Es werden auch alle, die dort vertreten sind, vom Staat berufen…“ (>Wir lügen uns was in die Tasche, in Kunstreport 1981<). Alsdann weitere KUNST-PAUSE-Beispiele der modernen Banalitäten im Geiste Erwin Panofskis und Aby Warburgs; dafür ist ein Siebdruck-„Pinselstrich“ auf dem bekannten ROY LICHTENSTEIN-Raster für jeden Kunstinteressenten auf „Qualität“ der Unsinnlichkeit zu erkennen. So einen Siebdruck könnte auch ein Blinder produzieren. Mit einer Auswahl von Motiven aus der OKF-Macht „Deutsche Bank“ soll es in Neue Sinnlichkeit 75 getan sein; was da mit Einrichtung der Twin-Towers der Deutschen Bank in Frankfurt am Main ab 1980 auf den ersten Kunstmarkt gepusht wurde, zeigt die Unfreiheit im Spannungsfeld von OKF-dirigierter Lage der Künstler in Deutschland (dabei ist Kunstkauf zunächst als Kunstgewerbe zulässig – allerdings kapitalisiert hat die Deutsche Bank ihren Kunsterwerb nie). Mit Folge 23 erfolgt die weitere Lieferung ADOLPH FREIHERR KNIGGE: ÜBER EIGENNUTZ UND UNDANK von 1796. Mit einem Artikel im LEXIKON des KUNSTWESENS kommt Georg Meistermann zu Ehren. Eine Portrait-Zeichnung des heutigen Peter Handke fehlte längst. Der Benutzer sieht, dass die Beiträge zum Heftende hin immer kürzer geschnitten sind. Mein Nachruf auf den Ruder-Olympiasieger und Friedenspolitiker HORST MEYER, der überraschend im Januar verstarb und damit auch als früherer Autor in der Neuen Sinnlichkeit fehlen wird, bringt einige großartige Fotoaufnahmen von den Olympia.Goldmedaillengewinnern des Deutschland-Achters in Mexico-City. Schließlich die obligatorische Kinderseite der Epoche (wovon inzwischen Hunderte herangewachsen sind, wie sie auch in den 1990er Jahren vom MDR-Radio als Morgenglosse gesendet wurden) – die für jedes kommende Heft erst neu geschrieben werden. Und zuletzt das Qualitätsrätsel. Mit einer kurzen Textprobe zum guten Schluss im Blatt 75 darf wieder geraten werden. Das sehr schöne Rätsel aus Numero 74 wurde dem Johann Heinrich Jung-Stilling entlehnt, dessen Jugend- „Lebensgeschichte“ Goethe eigenmächtig durch Cotta verlegen gelassen hatte. So soll diese Ausgabe Numero 75 mit Meistermann und seinem Lexikon-Eintrag abgerundet sein. So komme ich erneut auf Eike-Christian Hirsch zurück, der mich mit seiner Leibniz-Lebensgeschichte enttäuscht hatte. In „Schlimme Einfälle und schöne Reinfälle“ (C.H.Beck 2019) finden sich Beobachtungen, mit „Bürger*innenmeister*innen“ , der alten Säuerlichkeit. Und hierzu gleich eine Belustigung über kurzmodische Sprachverhunzung durch junge Publizisten, z. B. auf Sendung beim Deutschlandfunk Köln, die nun immer beim Formulieren ein gedacht geschriebenes Sternchen – natürlich – nicht mitsprechen. Sodaß dann aus gesprochenem Radiosermon ein ungewollt humorvoller Demokratiegeist wird. Sieht man doch die ungesprochenen Sternchen beim Radiohören nicht, wenn es lautet „… nicht nur unakzeptabel für die Bürgeri*nnen, sondern auch für die Rechtsextremist*innen …“ . Wenn man das hört (immer, wenn ich Sowas höre) vermittelt sich der Pseudo-Genderismus als Kampfmoral. Indes geht dabei die Wahrnehmungsökonomie nicht mit: Von Was war da die Rede? – Rechtsextremist*innen? – müsste es nicht eleganter lauten, wie es DLF-Meister Christoph Heinemann gelegentlich ausdrückt: Rechtsextremisten und deren Kolleginnen?

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Walther Schmieding beim ZDF

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Wer in Neue Sinnlichkeit 75 Anschluss findet, darf munter hineinlesen. Der Spaß ist mit den überholten Kunstsalonnisten des Gequalles (Eckhard Henscheid), Ursula Bode, Ludwig Zerull und Günter Grass, nicht mehr als Elitewesen hin zu verdächtigen. Der Meister der Glasbilder, Georg Meistermann (1911-1990), Freund von Alphons Silbermann (1909-2000), erklärte – als Neu-Mitgründer langjähriger Vorsitzender des Deutschen Künstlerbunds – anlässlich seiner Würdigung als Künstler im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg, in Gegenwart von Ministerpräsident, Alt-Bundespräsident und DKB-Ehrenpäsident Walter Scheel, im Jahr 1980 zum Thema Staat und Kunst (etwas gekürzt):

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„Herr Ministerpräsident (das war CSU-Franz Josef Strauß)

Sie werden mir nachsehen, wenn ich bekenne, dass nach der ersten Euphorie über ihre Einladung, vor einem Kreis zu sprechen, der sich aus Personen zusammensetzt, deren ganz viele zum Thema „Staat und Kunst“ ebenso viel zu sagen wüssten wie ich, den sie ehrenvoller Weise einem solchen Thema gegenüberstellen, das ich mir auch noch selber ausgesucht habe – wenn ich also bekenne, dass mich nach der Empfindung schmeichelhafter Ehrung nicht viel später einfach ziemliche Verzweiflung überkam.

Denn über Staat und Kunst sollte man einfach überhaupt nicht mehr reden. Die Politiker sind dieses Motto ebenso leid wie die Künstler, die etwas auf sich halten. Es darf dann auch nur zu hoffen sein, dass die Parteien ihre sogenannten Gespräche mit Künstlern endgültig einstellen …“

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Der Nachfolger von meinem Freund und Lehrer Prof. Peter Weyert Tamme Janssen an der HdK Berlin, der deutsche Maler Prof. Klaus Fußmann (geb. 1938) schrieb 1985 (Siedler) die lesenswerte Textsammlung: Die verschwundene Malerei. Wer hinschaut, kann sehen, dass die moderne KUNSTPAUSE enden sollte. Ich meine, es soll nicht Imamen und Mullahs der Idiotenpartei die Deutung überlassen bleiben, was Kunst ist. Erwin Panofsky und Abi Warburg gehören in die Peinlichkeits-Walhalla der minderbegabten Millionärs-Erben oder aufs Therapiesofa. Wer meint sinnliche Anmerkungen als plumpen Materialismus abtun zu dürfen, weil es der modernen Mode gelungen ist, Schusselei und Ungenauigkeiten als Toleranz zu werten, wird zumindest um psychologische Erkennnis oder Ungewissheit nicht herumkommen. Nämlich, ist etwas zu erkennen? oder ist etwas ambivalent? Bei Fyodor Dostojewskij (1821-1881), einem der frühen großen Psychologen der Romankunst, lesen wir den Rat: „Vergessen wir nicht, dass die Gründe aller menschlichen Handlungen gewöhnlich zahllose , sehr verwickelte und so verschiedenartige sind, dass der Autor viel besser tut, wenn er sich nur mit der einfachen Auslegung der Tatsachen begnügt.“ Jemand soll bei der Berührung von Christos Reichstagsverpackung eine Gänsehaut durch Aura gespürt haben – ja, dann, wenn es alle sagen.

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Walter Boeckh / Böckh "Selbstportrait" Ölmalerei

Walter Boeckh – Maler aus Heidelberg

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Leichter ist da das Werbeangebot unter „Belissima“ auf sich zu beziehen: „Claude Monet „Das Mohnfeld bei Argenteuil“, 1878 (gemalt), limitiert auf 980 Exemplare gedruckt, Maße 60/75cm, Preis: 440 Euro: „Der Wegbereiter der Moderne zeigt eine Landschaft in ihrem natürlich wechselnden Licht. Auf echter Künstlerleinwand (Baumwolle) fühl- und sichtbare Pinselstruktur, edle Massivholzrahmung in Weiß mit Goldkante, grau patiniert.“ (Bestellcoupon im Kölner Stadt-Anzeiger am 23. Mai 2020, auch http://www.ksta/shop.de. Und – von vorstehender Peinlichkeit abzulenken – keineswegs auf Beleidigung etwaiger „Monet-Kitsch-Käufer“ zu zie-len, ist dann der Londoner William Blake (1757-1827) ein englischer Dichter, Maler, Erfinder der Reliefradierung. Sein künstlerisches als auch sein literarisches Werk wurde von seinen Zeitgenossen weitgehend abgelehnt. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurden seine sehr innovativen Arbeiten von den Präraffaeliten entdeckt, fanden allgemein Anerkennung und später auch in der Popkultur Verbreitung. Die erste Gesamtausgabe der Werke Blakes wurde 1893 von dem irischen Dichter William Butler Yeats und dem englischen Maler Edwin Ellis ediert.

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Bei der Einbalancierung meines Lebensrhythmus‘ in Köln, wo ich als Bohème (freizügig- selbstbestimmter Nachtmensch) auch mit Organisationssorgen zu tun habe, ordne ich – im wahrsten Sinne des Wortes – meinen „Wanderzirkus“ an verschiedenen Gewerken, von Malereiwerkstatt, universeller Handbibliothek von einigen tausenden Bänden und dem gesamten eigenen Schriftwerk und kistenweisen wissenschaftlich sortierten Quellentexten, der aktuellen Korrespondenz (ohne einen persönlichen Sekretär und ohne Atelierdiener) neu.

Das ist noch kein Vorlass. Alles was zur Selbstorganisation der täglichen Reproduktion gehört, einschließlich den sportlichen Regelmäßigkeiten im Laufen am Rhein und dem Yoga, der Geschmeidigkeit halber, meine Tage zu genießen, will ich doch viel lieber ins Offene denken und arbeiten, als den unbezahlten Archivar eines Genies zu geben.

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Ich danke für die Komplimente, wenn jemand mal wieder zufällig oder spontan ein besonders anregendes, freundliches Gespräch mit mir hatte – ja, Danke – aber ich bin wirklich sehr beschäftigt und brauche viel subalterne Hilfe, anstatt redundante Eitelkeiten abzuleisten.

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Es kommt also ständig zu komplexen Begegnungen mit Dietmar-Möws und Dietmar-Moews-Vorgeschichte und all den Freundschaften und Kollegialitäten, und zunehmend, die Neuigkeiten der täglichen Kommunikation, die das vielfältige Internetz bietet – einschließlich der Botschaften, wenn jemand Wichtiges gestorben ist und der Tapferkeitsfrage, weil nicht alle menschlichen Beziehungen so lebendig gepflegt werden können, ob Die- und Derjenige, mit dem mal Inspiration und Stoffveränderungen betrieben worden waren, überhaupt noch lebt. Meine echte Verlustliste – in nah und fern – beeindruckt mich täglich, just starb Phil May 1944- 19. Mai 2020, Musiker der Pretty Things aus Dartford. Und eine Schuld, zumindest hier in der Neuen Sinnlichkeit den Zeugen von vordem eine Erinnerungsehre zu geben, soll die zukünftigen Leser informieren, aber nicht anöden (wann waren noch ROSA ALBERT 1950-1990 und JOB CROGIER 1948-2006 gestorben? wann BERNHARD VON DER GOLTZ 1934-2017? wie schön, dass Lothar Lange noch zu leben scheint.

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Gustav René Hocke  (1908-1985), der deutsche Journalist und Kulturhistoriker schrieb im „Narrenschiff im Labyrinth“, zur gleichen Zeit der Erstausgabe Neue Sinnlichkeit, 1979: „… die Grenzen unserer bloßen Verstandeserkenntnisse .. in Kulturstaaten wächst der Hunger nicht nach einem stets bedenklichen Irrationalismus und nach alogischem Verhalten, sondern vielmehr nach einer ganz neuen Kombination von Vernunft und Phantasie, von technisiertem Kalkül und subjektiver Imagination. Man spricht heute schon von einer neo-manieristischen Mathematik. Die sogenannte Gödel-Probe hat uns klar gemacht, dass die Mathematik (auch die kybernetische Anwendung) die menschliche Intuition und individuelle Initiative nie ersetzen kann. // Das würde auch bedeuten, dass auch die sogenannte „bildende“ Kunst von Morgen, schon angeregt durch die subjektive (manieristische) Seh- und Gestaltungsart seit der Spät-Renaissance, noch wichtigste weitere Beiträge zu einer enormen Bereicherung des verflachten „eindimensionalen“ Menschen von heute zu leisten vermöchte. Während des heutigen Menschen materielles Verhalten (Technisierung, Mechanisierung, Expansions-, und Konsum-zwangs z. B.) sein physisches So-Sein und seine natürlichen Umwelten immer gefährden, könnte, ja müsste die Kunst, die stets mit Imaginationskräften und realen Gegebenheiten zu tun hat, durch neue spirituelle Substanzbilder das Rettende in der wachsenden Gefahr nun de facto in einem neuen Sinne „bilden“ können, d. h. vor allem durch die Kombination von grenzenloser Imaginationsfreiheit und realistischer Struktur …“

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Das im Blatt Numero 74 proklamierte Ende der modernen KUNSTPAUSE – es löste sehr prägnante Reaktionsweisen aus. Wer in seinem biedermeierlichen Privatleben auch gerne mal so ein Bisschen Volkshochschule-Malerei und -Bildnerei zur eigenen „Künstlerrolle mit Joseph Beuys“ etabliert hat, seine Familie auch in den Beuys-Quatsch eingewöhnt hat und plötzlich als „Punkt-Punkt-Komma-Strich-fertig-ist-das Mondgesicht-Fraktion“ hineinbeleidigt wird, kann natürlich jetzt nicht Viel sagen. Ich will aber noch ein Beispiel nachschieben:

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Man kennt bzw. hat schon mal gehört oder gesehen, wie mit weichen Zeichenpinseln asiatische Maler locker gestische Tuschmalereien mit schwarzer Tusche auf Reispapier herstellen. Ja, chinesische Schriftzeichen, japanische Naturmotive, wie Schilf im Wind, eine sinnliche Wahrhaftigkeit ausdrücken, die den fühlenden sehenden Menschen anspricht, wie eine Naturkatastrophe, die Pinselstriche sitzen, wie die Haut unter der abstrakten Aktzeichnung.

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Zweifellos gab und gibt es zu dieser Tusche-Malerei eine streng tradierte Kunst und Meisterschaft. Und hier greift nun das Beispiel, das jede „Künstleriene“ und jeder Liebhaber akzeptieren muss. Auch wenn ein „Künstlerprestige“ zweifellos besser kommt, als nur „Hausfrau“ (und wenn die Hausfrau geigt, aber zu wenig übt, dann ist sie eine Nervensäge). Denn nimmt nun also der Hobbyist das Reispapier her, die schwarze Tusche, macht einige gestische Schwünge mit Körper, Arm und Hand durch die Luft, um dann in einem mutigen Entspannungsakt ihren oder seinen asiatischen Wurf abzugeben, produziert man doch nur armseligen Müll. Selbst ein hingekotztes japanisches Schriftzeichen ZEN oder FRIEDEN wirkt nicht, nicht mal anmutig wie ein Kinderbild und schon gar nicht, wie eine Maus durch den Innenhof des ZEN-Klosters läuft, bei der Suche nach dem ZEN-LÖSUNGSWORT im HARA.

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Also – lasst es sein! Und klatscht nicht Beifall zu einer Musik, die euch anödet – erklärte der Komponist Ladislav Kupkovic. Balsam für Alleinstellungsmüdigkeit sind immer wieder Fundstellen, wo Meister des Lebens was Wahres pointieren konnten. Guter Wein – wie GOTTFRIED BENN bei Wein-Wolf in Hannover sehr schätzte:

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„Überall dies wabernde, schwafelnde, fast könnte man sagen: vielfach unsaubere Geschwätz.“

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Der Herausgeber der Neuen Sinnlichkeit, Dietmar Moews, ist Künstlergelehrter. Er stellt dem Thema „KUNSTPAUSE“ keine Checkliste bei, ermuntert stets zum Selberdenken, die Gedanken und die Sinnesfreuden auf die eigenen Affinitäten und gar nicht auf ein Bildungssollen, einen individuellen Geschmack auszuleben – „Was beliebt, ist auch erlaubt“ – frei nach WILHELM BUSCH und „Kunstfreiheit als Freiheit für Künstler wie Kunstkonsumenten“ zu pflegen und – das meine ich ganz ernst: Machen Sie ruhig japanische und chinesische Pinseltusch-Orgien oder zaghafte Herantastungen; da ist Jeder sein eigener kleiner Hoffer, immer für den ganz kleinen „Self Hug“, wie es Abby Cadabby bei Sesame Street beschreibt, gut:

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JEDER DARF SEINE SCHLECHTEN MALEREIEN in seinen Räumen kreuzigen – wer da verliebt schaut, wird sich schon was denken. Gute Kunst ist nicht unerschwinglich – aber an sich gar nicht als Eigenproduktion zu haben. Kennerschaft und gutachterliche Urteilskraft oder Liebhaberei stehen jedem Kunstkonsumenten frei – eine Meisterschaft als Kunstproduzent erreicht man nicht mit Marktkäuflichkeit, sondern es gehören viel Ehrgeiz und Hingabe, Fleiß und individuelles Talent dazu, die außerdem bei viel Übung noch zu „meistern“ wären. Niemand wird durch ein Hochschulstudium „Künstler“. Aber dass die unechten Kunstprofessoren von heute, die meist ihrer Klasse gar nicht vorstehen, ihren Kunststudenten empfehlen, zu EXPERIMENTIEREN. Erstes Semester EXPERIMENTIEREN – dann mit paint brush und Laptop, Fotokopie und echtem Bleistift avantgardistische Mixed Media-Werke maschinell zu produzieren sich selbst beibringen, damit sie anschließend mal Kunsterzieher oder Crossover-Kunstwissenschaftler„das Analoge und das Digitale erfahrbar machen„, so kürzlich eine Professoriene der Münchner KUNSTPAUSE in der SZ. Da soll nun auch promoviert werden. Nur ist noch nicht ganz klar, wie den Studenten-Prüfungen Internetz-Betrug nachgewiesen werden kann. Und die Professoriene Mohr erklärt doch tatsächlich: „immer noch gelte die Magie des Originals“.

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Ich kann es kurz so zuspitzen: Die Kunstpause der 20sten Jahrhundert-Moderne wird von mir nicht als „ästhetische Qualität“ reklamiert. Die Kunstpause ist durch die verirrte staatliche Organisation in sofern entstanden, dass sehr viele unechte Künstlern in Deutschland (aus einer Pressure-Group der deutschen Sozialdemokratie, von verbandsorganisierten Kunsterziehern und Gewerkschaftlern (und der extra gegründeten „Kulturpolitischen Gesellschaft e. V. Hagen“) in die verwaschenen Rollen der echten Künstler hineindrängten und – über den „Modus Freiheit der Kunst“ – sich dort in Verbandsmehrheiten im Deutschen Kulturrat über-mächtig formiert haben. „OKF“ („Organisierte Kunst Förderung“) ist eine banale Strategie eines „Bolschewismus“ – unechte Künstler als quasi Kunstkonsumenten dominieren mit überwältigender Verbände-Mehrheit die echten Künstler, die unter der Käseglocke des Deutschen Kulturrats nunmehr von berufspolitischer Mitbestimmung wie von der Kunstfreiheit ausgesperrt sind. Jeder ausgegrenzte darf selbstverständlich zuhause malen was er will. Was man wissen muss – der ganze „Spitzenmarkt“ hängt an den etwa 90 Prozent mittelbar hineindirigierten Staatsgeldern für „Spitzenlose“ und bei der Segregation der Marktzulassung (bei ausprozessiertem Verbot für den Staat, Kunst zu beurteilen).

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In dieser Weise war es möglich, Alles und Jedes (mit Beuys und anderen Blindfischen) ästhetisch einzubringen, wenn nur das konkrete Kampfpersonal dahinter steckte. Es ist leicht zu prüfen, welche Selbstförderungs-Familien die Preise, Stipendien, Reisen, Studienaufenthalte, Katalogpublikationen und Kunstprofessuren erlangten – wo keinesfalls über Ästhetik, Meisterschaft oder Qualität verhandelt worden war, sondern ausschließlich nach dem Prinzip „Folgeförderung“ (s. Worpswede/ Gerd Grabenhorst): „Wir haben uns gefunden, an den Händen gefasst und lassen nie wieder los“; nur selten werden da Sonderfälle exkommuniziert – die Salonpersonnage verhält sich weitgehend „apolitisch“.

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Nun ja – und inzwischen hat dieses OKF-System der Verfügbarkeit eines Kunstbegriffes, einer nichtswertigen „Freiheit der Kunst“, angeblich Grundgesetz bezogen, dem Genderstreben gemäß, in zunehmenden Maße der „Pressure Politics“ des Frauen-Bolschewismus‘ nachgegeben. Postenhuberienen und Preisträgerienen drängen zu, wo man hinschaut. Vinzenz Müller, ehedem Hitlers Stellvertreter, und nach 1948 DDR-General und Verteidigungsminister der SED – was sollen wir also mit Globke oder Albert Speers Legionen der Hitler-Architekten, von Rudolf Hillebrecht bis … ohne Zweifel hatten nach 1945 Adenauer, Carlo Schmid und Theodor Heuss nicht im Sinn den Reichskunstwart und die Reichskulturkammer fortzusetzen. Doch „Verbändestaat“ auf Künstler auszubauen, ohne darauf zu schauen, ob in Verbänden kollektivierte Gruppen wirklich geistige und materielle Ressourcen haben, in den politischen Prozess, und gegeneinander, Interessen reinzudrücken („Pressure Politics“)? das hatte man nicht groß gefragt. Als dann die 68er Generation, Willy Brandt, Werner Maihofer und Gerhard Rudolf Baum die OKF anleierten, – wussten sie, was sie taten? Sie machten korrupte Künstlervorstände zu den Ansprechpartnern der Staatssekretäre in Ministerien. Wer gewöhnlich von Verbände-Lobbyisten bedrängt wird – ob von Arbeitgebern, Mittelstand, Kirchen oder IG-Metall – hört nunmehr VERBÄNDE-Funktionäre, die angeblich Künstler-Interessen vertreten. Und siehe da, diese Amateur-Stellvertreter ließen sich preisgünstig OKF-dirigistisch kaufen. Bald gab es sieben, acht neue Verbände, die in zauberhafter Definitionskosmetik als Künstler-Lobby zugelassen wurden. Kunst und Kultur-Verbände, die überwiegend aus Nichtkünstlern und unechten Künstlern bestehen. Man lese nur, was Georg Meistermann über die 40 000 Putzfrauen und Beleuchter, Theater-Assistenten und Sonntagsmaler, sagt, hobbymalende „Ärzte“ und „Rechtsanwälte“, alle Künstlerverbandsmitgieder durch Vereinsbeitritt zur Macht gelangt, die den Funktionären die praktische Auslegung der OKF überließen. Heute herrscht Salonpersonnage – aber was heißt herrschen – wenn heute Kunst als Kulturbetrieb verstanden werden soll? – Kultur ist schließlich, wie und was wir miteinander leben. Man versteht den individuellen Umgang mit dem persönlichen, privaten Erwerbsalltag, den Ferienhöhepunkten und Anschluss an die geliebten Hobbies und Freizeitinteressen. Schon Leidenschaften als Ventilsitte fehlen meist die sozio-kulturelle Akzeptanz von Weltläufigkeit, Philanthropie, von Körperpflege, Modekleidung und Hygiene, von Anpassungsfreude und Exzentrik.

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Und dann noch Kunst? Und dann Kunstbetrieb im alltäglichen Massenmedienangebot? Wer kauft eine Zeitschrift für Kunst? Wer hört Kulturbetriebssendungen im Radioprogramm? Wer nutzt Podcast oder besucht Ausstellungen? Wer reist nach Basel zur Weltkunst-Messe? Was macht man mit seinen Kunst-Bildbänden der Malerei-Weltgeschichte, wenn der Kunstverein mit virtueller Digitalkunst kommt? Mit wem kann man darüber sprechen, wenn das Museum den Digital-Ausstellungsrundgang mit Virtual-Internetz-Formaten einen sozio-künstlerischen Real-Life-Ausstellungsbesuch ganz eigentlich überflüssig macht? Man liest im FAZ-Feuilleton:

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Die aktuelle Kunst-Avantgarde /Wer wäre das? – macht wegen des weltweiten CORONA-STOPPS nun endlich die Nutzung des Digitalen als neue Medien? ZEIT, WELT und Süddeutsche Zeitung echoen dazu. Die leere Kunstzeitschrift MONOPOL behauptet aktuell, dass CORONA die Künstler akzelleriert, sich digital zu formulieren. Denn – jetzt sähe man auch den Vorteil: Der CORONA-Kostendruck zwänge die Salonpersonnage um die Staatsgelder zu kannibalisieren; so spart Digitalkunst aus Südkorea die Transportkosten und Versicherungen.

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Bezeugung beim ZDF-Köln mit Dietmar Moews, Axel Milberg, Marie Bäumer

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Inhalt

Umschlag: Plakatausschnitt „Reliquiar“, 1974, Ausstellung Dietmar Möws in Hannover                                  1

Zum Geleit 2

INHALT 3

IMPRESSUM 3

ERFOLGSKINDER                                                                                                                                                                        4

ROSA ALBERT: „m.“ und als Zeichnung „Maria“ in Hannover 22

GEORG MEISTERMANN: STAAT UND KUNST                                                                                                                  23

WALTHER SCHMIEDING: >Kunst und Staat – WIR LÜGEN UNS WAS IN DIE TASCHE< 42

DIETMAR MOEWS: Die KUNSTPAUSE in der Moderne 42

DIETMAR MOEWS: Lexikon des Kunstwesens: Georg Meistermann 47

HANS BOECKH: Mein Vater 48

ABONNEMENT NEUE SINNLICHKEIT AUF LEBENSZEIT FÜR 500 EURO

ADOLPH FREIHERR KNIGGE: ÜBER EIGENNUTZ UND UNDANK 1796

Knigge setzt Kants kategorischen Imperativ in allgemeinverständliche Klarheit: Fortsetzungen XXIII     50

DIETMAR MOEWS: Zum Tod von Horst Meyer 1941 – 2020 54

PETER HANDKE: Portrait: Die Linie von Dietmar Moews 60

DIETMAR MOEWS: Die Kinderseiten der Epoche: Königsweg ohne Aufregung 61

Auflösung Qualitätsrätsel 74: HENRICH JUNG-STILLING >Lebensgeschichte<

QUALITÄTSRÄTSEL 75: Wer hats geschrieben?                                                                                                                63

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Impressum

Neue Sinnlichkeit Blätter für Kunst und Kultur seit 1979 erscheinen in loser Folge im Pandora-Kunst-Verlag, Springe, Hannover, München, Leipzig, Magdeburg, Dresden, Berlin, Köln

E-Mail dietmarmoews@gmx.de Verlagsanschrift und Abonnement auf Lebenszeit bei:

Dr. Dietmar Moews Mainzer Straße 28, D-50678 Köln ISSN 1432-5268

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Dietmar Moews‘

LEXIKON DES KUNSTWESENS

Georg Meistermann

Georg Meistermann, M. Deutscher Maler, Zeichner und Glasgestalter (geb. 16. Juni 1911 in Solingen, gest. 12. Juni 1990 in Köln, schuf über eintausend Glasfenster an rund 250 Orten in Europa, überwiegend für evangelisch-lutherische und katholische Auftraggeber und Kirchen. M. studierte Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf bei Werner Heuser, Heinrich Nauen und Ewald Mataré. 1947 heiratete er die Psychoanalytikerin Edeltrud Meistermann-Seeger (1906-1999). Im Jahr 1955 nahm M. an der documenta 1, teil. M. lehrte als Professor an der Frankfurter Städelschule, an der Akademie der Bildenden Künste München und an der Kunstakademie Düsseldorf. M. war 1953 Mit-Wiedergründer des von den Nazis verbotenen Deutschen Künstlerbunds, wurde Vorsitzender (1968-1972) und setzte sich für die Entwicklung der Selbstbestimmung in der Künstlerpolitik gegen Verbändebevormundung sowie gegenüber Altnazis in der Bundesrepublik ein. Es entstand die Künstler-Sozialversicherung (KSV), die alle möglichen Nichtkünstlerberufler aufnahm. M. hatte sehr früh die Klientelisierung der echten Berufskünstler durch Nichtkünstlerverbände gegenüber den Parlamenten verstanden, die durch das neugeschaffene Dachverbändesystem, mit dem Deutschen Kunstrat im Deutschen Kulturrat, offiziös als Berufsverbände und Pseudolobby im Feld von Kunst und Kultur agieren. Die „Freiheit der Kunst“ § 5.3 GG wurde dirigistisch umgewidmet. Den Austausch der Künstler durch unechte Künstler und die Umbenennung der Kunst und Kunstförderung in Kulturförderung, Kulturbetrieb und eine sozialdemokratische „Salonpersonnage“ in allen OKF-Schlüsselrollen der Künstler-Berufspolitik, quittierte M. schließlich mit Rückzug: „über Staat und Kunst sollte man einfach überhaupt nicht mehr reden. Die Politiker sind dieses Motto ebenso leid wie die Künstler, die etwas auf sich halten. Es darf dann auch nur zu hoffen sein, dass die Parteien ihre sogenannten Gespräche mit Künstlern endgültig einstellen…“. M.s Werk, weitgegend figürlich abstrakte Kompositionen, werden im Georg-Meistermann-Museum in Wittlich gezeigt. Auf Wunsch von Alt-Bundeskanzler Willy Brandt porträtierte M. ihn 1977 für die Galerie der Bundeskanzler im Bundeskanzleramt. Das Porträt wurde von Bundeskanzler Kohl abgelehnt und durch ein naturnäheres Portrait im Staatsauftrag, des Malerkollegen aus Düsseldorf, Oswald Petersen, ersetzt.

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KUNST UND STAAT

Georg Meistermann

Georg Meistermann (1911-1990), anerkannter Deutscher Künstler (Rede im Jahr 1980 vor den deutschen Kunstoberen in Berlin), erklärt vor der deutschen Führung, Staatskunst höfisch, republikanisch-modern, nazitotal und jetzt totorganisiert – wie?

Staat und Kunst (etwas gekürzt):

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Herr Ministerpräsident (das war CSU-Franz Josef Strauß)

Sie werden mir nachsehen, wenn ich bekenne, dass nach der ersten Euphorie über ihre Einladung, vor einem Kreis zu sprechen, der sich aus Personen zusammensetzt, deren ganz viele zum Thema „Staat und Kunst“ ebenso viel zu sagen wüssten wie ich, den sie ehrenvoller Weise einem solchen Thema gegenüberstellen, das ich mir auch noch selber ausgesucht habe – wenn ich also bekenne, dass mich nach der Empfindung schmeichelhafter Ehrung nicht viel später einfach ziemliche Verzweiflung überkam.

Denn über Staat und Kunst sollte man einfach überhaupt nicht mehr reden. Die Politiker sind dieses Motto ebenso leid wie die Künstler, die etwas auf sich halten. Es darf dann auch nur zu hoffen sein, dass die Parteien ihre sogenannten Gespräche mit Künstlern endgültig einstellen – nach einem Boom an Wettbewerbungen oder vielversprechenden Hoffnungserwartungen, die sich doch als so eine Art abgeleisteter Verpflichtungen herausstellten, bei denen es sich ja leider nur um wirtschaftliche Belange handelt, dem Zeit-Trend sehr entsprechend.

Aus diesem Grunde habe ich das Thema auch etwas variiert, so dass das Motto sich zu einem Satz fügt, den ich vor Ihnen, meine Damen und Herren, so formulieren möchte:

„Betrachtungen und Fragen eines Staatsbürgers, welcher Maler ist, zu diesen Sachen: Staat und Kunst in 30 Jahren BRD.“ Vielerlei Staat und noch mehrerlei Kunst haben wir, je nach Alter, erduldet, ertragen oder auch getragen; und dies wiederum ein jeder auf seine Weise von Leidenschaft bis gar nicht.

Die Frage, was der Staat denn ist, ist nicht mit Argumenten der Ökonomie zu klären, sie gehören lediglich zu seiner Art des Verwaltens, wie auch die so vordergründige Erscheinung der juristischen Bezüge.

Auch die Lexika tragen nicht zur Klärung bei. Wenn man den Definitionen zur Zeit ihrer Ersterscheinung mit den jeweiligen Neuauflagen vergleicht, etwa um 1850, 1935 und um 1960, so muss man hilflos bleiben, was dieses Staatswesen nun ganz eigentlich ist und nicht nur sein kann. 1911 geboren, habe ich schon eigentlich etwas zu viele Staatswesen kennen lernen müssen, Monarchie in Preußen und Reich; Weimar, Drittes Reich, und den Staaten, in denen wir nun leben: Bundesrepublik, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, in denen ich nach 1950 tätig war oder bin. Sie kennen alle die Probleme, die vor unseren Augen abgehandelt werden – Koalitionen ganz verschiedener Artung, Bundesrat, Bundestag – die im Grundgesetz verschriebene Neuordnung der Länder, aus deren elf sechs werden zu lassen, Versuche, föderative Eigenarten wieder mehr zu betonen, wie z. B. Baden-Württemberg noch vor 10 Jahren das Gefüge zweier Stämme – Badenser und Schwaben zu eigenen Staatsgebilden zu trennen – oder hierzulande leise, aber doch immer wieder mal vernehmbar die Frage, ob die Pfalz nicht eigentlich gut bayerisch zu sein hätte.

Die Autorität der Staatswesen, vom Bürger ganz unsicher mit der Frage gestellt, ob er selber nun Teilhaber, mitverantwortlich also, überhaupt noch sein kann – wieviel Autorität hat der Staat denn eigentlich? Ist das Ganze des Staates (verpflichtete Teilhabe am Wehrdienst oder Verweigerung) ins Belieben des Einzelnen gestellt?

Wie stellt er sich dar, wenn seine Repräsentanten kaum etwas als unter Polizeischutz gesehen werden – oder andersherum: Stehen wir alle, wenn es denn stimmt, dass wir alle Repräsentanten des Staates sind, unter Polizeischutz und Gesetzen, deren so viele zu viel Staat um uns stellen, dass von Unbehagen oder gar Staatsverdruss gesprochen wird? Bürgerinitiativen ja oder nein, sind sie nicht auch Äußerungen von Verdrossenheit, müssten ihre Tätigkeiten nicht vielmehr Grundhaltungen der Parlamentarier sein? Und dass es nicht so ist, zeigten Äußerungen derer, die nicht mehr in den Parlamenten sein wollen.

Ich bin sehr damit einverstanden, alles dies sei Staat unterwegs, Merkmale lebendiger Demokratie. Man muss dies nicht als wesensfremd zum demokratischen Staatswesen sehen. Aber dann bleibt doch die Frage, wie ernst muss man das Wort von einer Krise der parlamentarischen Demokratie nehmen?

Eine Frage, die mich beunruhigt, ist aber diese: Wir wissen, dass Marx die Sozialisierung der Produktionsmittel wollte. Hitler erfand dagegen die Vergesellschaftung des Menschen.

Und nun: Sind wir nicht meilenweit auf dem Hitlerschen Wege weitergegangen, ohne dessen bewusst zu sein?

Nun können Sie, meine Damen und Herren, fragen, warum sich ein Maler Gedanken macht dieser Art, Fragen stellt nach dem Wesen des Staates.

Sie werden es verstehen können aus dem Verhältnis, dass die in der Zeit seit meiner Geburt erfahrenen Staatsverständnisse einen erheblichen Einfluss auszuüben versuchten und ausgeübt haben auf die jeweils zeitgenössische Kunst. Wilhelm, der Kaiser, nahm, sehr persönlich in seiner Majestät verletzt, Stellung, wenn er etwa äußerte: die ganze Richtung passt mir nicht. Damit meinte er von Liebermann, Slevogt, Munch an alles, was außerhalb seiner Hofmaler tätig war. In der Weimarer Epoche änderte sich das Verhältnis in der Weise, dass alle in Opposition gewesenen öffentlichen und privaten Dinge eine grundsätzliche Toleranz gegenseitig übten. Und da die politischen Instanzen sich bewusst waren, dass sie in den überaus vielfältigen Erscheinungsweisen von neuer Musik, Literatur und Kunst keinen Sachverstand besaßen (nicht zuletzt deshalb, weil die res publica alle ihre Kräfte gebrauchte und verzehrte im Kampf gegen eine ungeheure Macht und gegen die Intrigen einer allzu großzügig tolerierten Reaktion), wurde ein Reichskunstwart bestellt, dem es gelang, die Beziehungen zwischen dem neuen Staat als einem Wesen bisher bei uns nie gekannter Freiheit und den sich entfaltenden Kräften in den Künstlern zu fördern, und die Einsicht in die gemeinsamen freiheitlichen Grundlagen und menschlichen Herkünfte zu vermitteln. In die Kunstakademien wurden die besten Künstler geholt, das Bauhaus wurde gegründet, die Museen brachten ihren Anteil auf, private Sammler errichteten Stiftungen ihrer Schätze.

Theater und Musik hatten Erfolge mit neuen, teils schockierenden Stücken,- man kann sich heute nicht mehr vorstellen, wie sehr zurecht diese Zeit geistigen Aufschwungs die goldenen 20er genannt wird mit den Gründungen von Volkshochschulen, öffentlichen Büchereien, die zum Teil in erbitterten lokalparlamentarischen Auseinandersetzungen im wahrsten Sinne erkämpft werden mussten. Ich sehe noch heute die Überschrift einer Zeitung vor Augen: >Wenn wir die Gründung solcher Institute zulassen, haben wir bald keine Privilegien mehr gegenüber den Proleten.<

Die reaktionären Elemente im Staat, z. B. Gerichtswesen, in der Verwaltung, in der Großindustrie und die im neuen Heer verwendeten insgeheim nationalistischen Offiziere bohrten indes sehr bald im Verein mit einer neuen, erschreckend terroristischen Organisation an der Untergrabung von Staat und Kultur. So muss bereits 1927 das Bauhaus Weimar geschlossen werden, seine Lehrer Gropius, Marcks , Klee, Kandinsky, Schlemmer gründeten es in Dessau neu – bis es endgültig bereits 1932 verschwand. Aufträge in die Hände der Künstler, die sich diesem Staate mit Begeisterung zu einer hohen kulturellen Repräsentation in Dienst gestellt hatten, wurden selten, auch wegen der wirtschaftlichen Misere jener späten 20er Jahre, aber vor allem wegen der penetranten Hetze rechtsradikaler Medien. Der von Schmidt-R. entworfene neue Reichsadler in den Farben Schwarz-Rot-Gold hieß bald >Pleitegeier<. Die Filmanstalten spielten nationalistische Themen – und als dann 1933 ein Konglomerat reaktionärer Parteien Reichstag und Länderparlamente hinwegfegte, die Gewerkschaften und alle öffentlich-rechtlichen Verbände auflöste oder >gleichschaltete<, wie die Parole hieß, war eine verängstigte Nation und verruchterweise ein großer Teil der Intellektuellen und Künstler zu Widerstand im Namen der Würde des Menschen nicht mehr fähig. Die Ausrottung der größeren menschlichen Aspekte begann unter der Marke der Entartetheit und wurde radikal zu Ende gebracht.

Wer will darüber rechten, dass Goebbels‘ Aufruf zur Erneuerung im ersten Jahr der Unterschriften trug von Barlach, Nolde, Benn, Niemöller und vielen anderen? beinahe niemand hatte Hitlers programmatische Infamie gelesen, in der er alle Verbrechen des folgenden Jahrzehnts angekündigt hatte. Hitlers >Mein Kampf< war bereits in der Mitte der zwanziger Jahre erschienen. Thomas Mann hatte 1930 öffentlich gewarnt vor dem, was da heraufzog. Ossietzky schrieb sich die Finger wund – aber sie wurden nicht mehr getragen von einem Staat, von einem Volk. Wahrscheinlich hat es nie Bürgerkriege aus kultureller Not gegeben – die Kapitulation der Deutschen vor dem Verbrecher Hitler war perfekt, zumal ein vorausschauender Teil das Land verließ.

Ich brauche das nicht weiter darzustellen. 1945 war nur ganz wenigen klar, dass mit dem Ende des Krieges nicht alles ausgeräumt war, was einem Aufbau neuer, innerlicher Staatlichkeit auch weiterhin entgegenstand.

Mit enormem Schwung brach erneut und erneuernd hervor, was in der Tiefe erhalten war oder trotz schlimmster Bedrohung unter Druck und Belastungen getan worden war, um an ein wahrhaftigeres Bild des Deutschen anzuknüpfen, wie es ein Volk von Dichtern und Denkern gestiftet hatte. Aber sehr kurze Zeit später begann der dringende materielle Aufbau des zerstörten Landes. Es blieb unbekannt, dass in den ersten Rechenschaftsberichten des neuen Staates die geistigen, erneuernden Ströme noch immer von allzu konservativen Berichterstattern mit offensichtlichem Unwillen dargestellt wurden.

Im Deutschlandjahrbuch 1953 heißt es z. B. über Gilles: >Wenn Gegner der modernen Kunst hier Anklänge an die Bildnerei der Geisteskranken zu sehen glauben, dürften sie, wenn auch in anderem Sinne, nicht unrecht haben. Die Krankheit der Zeit, ihre Ungeordnetheit und ihr Mangel an innerem Halt finden in diesen Gebilden ihren Niederschlag.< Es dürfte auch jene Männer der ersten Stunde und ihre Nachfolger interessieren, wie diese Zeit der ersten Konsolidierung hier kommentiert wird. Sehr beachtlich auch das, was über einen Maler Hermann Kaspar berichtet wird, >der aus der Tradition heraus eine Arbeit schafft, die in den Formen doch ein Werk unseres Jahrhunderts ist<.

Es ist infam, dass also noch 1953 verschwiegen wird, dass dieser Kaspar Hitlers Reichskanzlei mit Mosaiken übersät hat, seinen Schreibtisch und die Embleme darauf entwarf und den Fackelzug zur Einweihung des Hauses der Deutschen Kunst organisierte und entwarf. Dieser Kaspar wurde 1945 nicht etwa aus der Kunstakademie München entlassen, als man den von ihm vertriebenen Maler Carl Caspar wieder in seinen Lehrstuhl einsetzen wollte.

Es gelang einer Kulturmeute, die von seinen Hitleraufträgen profitiert hatte, jenen als diesen den Alliierten zu unterschieben. Er war noch stellvertretender Präsident der Münchner Kunstakademie, als ich eine Berufung dorthin erhielt, und immer noch, als ich nach drei Jahren eben aus diesen Gründen (ich hatte mit guter Nase nur einen Lehrauftrag angenommen) eine Berufung ablehnte. Das war 1967. Ich hatte eben keine Lust, Alibi zu spielen.

Die Tendenz kann man so zusammenfassen: Gut, dass der Krieg vorbei ist und der Druck natürlich auch – aber in der Kunst hatte Hitler vielleicht doch recht.

Theodor Heuss rief eine Notgemeinschaft der Kunst 1949 ins Leben. Aber die Liste der einzuladenden Künstler umfasste ausschließlich Namen der im Hitlerdeutschland prominenten Maler und Bildhauer. Das war 1949. Es gelang mir, dass diese Liste gestrichen wurde, indem ich eine Alternativliste aufsetzte mit den Namen derer die verfemt gewesen, entartet genannt worden waren, die man mit Polizeigewalt an künstlerischer Arbeit gehindert hatte, denen man Farbe und Leinwand verboten hatte, deren Werke zu Tausenden aus den deutschen Museen entfernt wurden oder verbrannt oder ins Ausland verkauft wurden, um Devisen zu machen für den geplanten Krieg. Unter diesen Werken befindet sich übrigens das grandiose Bild des Reichspräsidenten Ebert von Corinth, das die schweizerischen Gewerkschaften gerettet haben durch Ankauf bei der nichtswürdigen Versteigerung deutscher Kunst 1937 in Luzern, und es hängt immer noch im Museum zu Basel. Es gelang mir, es zum 100. Geburtstag von Ebert für eine Weile in die Residenz des Bundespräsidenten zu bringen – der Wiedererwerb scheiterte an ziemlich frivolen Forderungen der Schweiz und zuletzt am Überdruss Heinemanns, der die Sache am Ende leid war. Leider!

Der geistige Zustand der Verrottung also war keineswegs 1945 zu Ende. Die neue Liste der zu wählenden Mitglieder der Notgemeinschaft Deutscher Kunst umfasste nun endlich alle die Namen derer, die Hitler verfolgt hatte, und die noch Lebenden wurden die neuen Träger einer Tradition, die 1933 so entsetzensvoll geendet hatte,

So war es auch nicht überraschend, dass auch nach 1945 in den Schulen weiter Lehrer unterrichteten, die entweder aus Unkenntnis einer besseren Kultur oder aus Überzeugung oder Mitläuferei nicht gewillt waren, umzudenken.

In den Behörden der provisorischen Verwaltung von 1945-1949, also zur Etablierung der neuen staatlichen Gewalten, blieben viele vor allem in den Kulturabteilungen tätig, deren Unentschlossenheit oder unterschwellige Beharrung auf nationalistischen Anschauungen dem auch hier auf Überwindung und Neubeginn trachtenden Auge nicht verborgen bleiben konnten. Die Schwierigkeit bestand darin, den rein politisch und juristisch denkenden Männern der neuen Staatlichkeiten nachdrücklich vor Augen zu bringen, was da an Gefahren für die Zukunft lauerte. Leider ist ein besonders trauriges Kapitel die Besetzung mancher Deutscher Kulturvertretungen im Ausland. Und das ist bis heute nicht überall in Ordnung,

Dies alles war der Grund, der mich bewog, dem Bundespräsidenten die Gründung einer Sammlung zeitgenössischer Kunst vorzuschlagen. Es sollten alljährlich aus Etatmitteln der Länder Ausstellungen eben von Werken einerseits der diffamierten und andererseits jüngerer Künstler veranstaltet werden, die auf Vorschläge von Kritikern und Museumsmännern im Verfahren der Jurierung jährlich neu zusammengestellt würden. Der Vorschlag ging auf DM 1000,- für jedes Land – damals eine völlig ausreichende Summe bei elf Ländern. Die Ausstellung sollte monatlich in einer Landeshauptstadt der Öffentlichkeit vorgeführt werden mit aufklärenden Texten kenntnisreicher Interpreten.

Die Reaktion von Heuss war volle Zustimmung, nur fügte er hinzu: >Das kriegen Sie mit den Ländern nie hin; Sie wissen doch, dass die behördlichen Kunstbanausen überall noch aus dem schlechten Stall kommen.<

Er schlug also vor, dieses Unternehmen mit dem Deutschen Städtetag zu planen. Aber der mir unvergessliche Dr. Bennecke, damals Sekretär des Städtetages, war ebenso pessimistisch wie Heuss: Er verwies darauf, dass in dieser Stadt ein ehemaliger Staatssekretär von Goebbels Oberbürgermeister war, in einer anderen, sehr bedeutenden Industriestadt soeben aus dem Gewahrsam der Alliierten zwei entlassene aktive Nazi Oberbürgermeister und Oberstadtdirektor geworden waren.

Also schlug Bennecke vor, es mit der Industrie zu versuchen: Kurz, es entstand der Kulturkreis der Deutschen Industrie. Erst 1970 gelang es mit Bundeskanzler Brandt, eine Bundessammlung deutscher Kunst seit 1949 bis zur Gegenwart zu gründen. Sie besteht und wird 1981 der Öffentlichkeit vorgeführt werden.

Mit solchen Mentalitäten ist es wahrscheinlich zu erklären, dass offiziell z. B. bei den Internationes der Maler Emil Nolde als der Typ des von Hitler verfolgten deutschen Malers insbesondere gegenüber dem Ausland präsentiert wurde. Nolde hatte nämlich schon vor 1933 Memoiren geschrieben, in denen er deutsch-völkische Kunst, das was man später „Blut-und-Boden-Kunst“ nannte, propagierte, gegen Cézanne und die ganze französische Kunst polemisierte, d. h. auf Hitlers Kulturdimension setzte. Folgerichtig war er 1928 in die NSDAP eingetreten. Dass er später mit den „Entarteten“ in einen Topf geworfen wurde, geschah, um eine Diskussion zu verhindern, die wahrscheinlich viel Staub aufgewirbelt hätte, der den Nazis nicht gelegen sein konnte. Der deutsche Statthalter in Wien hatte nämlich 1941 die Idee, Nolde zu rehabilitieren mit einer großen Ausstellung dieses „echt“ völkischen Künstlers und nationalsozialistischen Vorkämpfers deutscher Kultur. Diese Ausstellung verhinderte Goebbels ausdrücklich mit dem Argument, dass man erst den Krieg gewinnen müsse, bevor man in Details käme.

Nach dem Kriege gingen die Bemühungen, kulturell auf dem Wege der Nazis weiterzufahren, also durchaus weiter. Ich möchte Ihnen, meine Damen und Herren, die gravierenden Beispiele ersparen, die nichts desto weniger viele Enttäuschungen begründet haben und meiner Vorstellung von Kultur in einer Demokratie kaum entsprechen. 1952 ging ich mit Thornton Wilder und Henry Moore durch die Biennale in Venedig. Anlass war ein Unesco-Kongress über internationale kulturelle Beziehungen.

Beide – Wilder und Moore – äußersten angesichts des deutschen Kulturtempels, dass dies architektonisch wohl keine gemäße Repräsentation der Deutschen Bundesrepublik sei. Ich stellte einen Bericht zusammen über den Ablauf und die Ziele des Kongresses. Vor allem bemängelte ich, dass das Auswärtige Amt nur zwei Vertreter geschickt hatte zu einem ersten internationalen Versuch, die Nationen zu kulturellen Übereinkünften zu bewegen. (Übrigens war der andere Repräsentant der zweiköpfigen deutschen Delegation ausgerechnet der Herr, der der Notgemeinschaft Deutscher Kunst als Mitglieder eben die treuen Maler Hitlers vorgeschlagen hatte.) Ich wies vor allem darauf hin, dass zwei Vertreter bei einem Kongress, dessen einzelne Symposien sechs und mehr verschieden inhaltliche Themen gleichzeitig abhandelten, zu wenig seien, Frankreich nahm an jeder Einzelsitzung z. B. mit zwei Vertretern teil – die Sowjetunion mit insgesamt 27. Im A. A. wurde einfach festgestellt, dass dafür kein Geld zur Verfügung sei. Und das blieb so – bis ich etwa um 1972 aus Anlass eines Unesco-Treffens in Jugoslawien an den Außenminister Scheel schrieb mit dem Hinweis, dass die Tagesordnung mindestens zwölf Delegierte verlange. Bei einem anschließenden Gespräch zeigte mir Scheel den Brief mit seinen Vermerken, in dem er sich mit meiner Stellungnahme identifizierte. Bei einer etwas späteren Besprechung mit der zuständigen Bürokratie wurde aber wiederum nur von einer zweiköpfigen Delegation gesprochen, was mich zu einem Wutausbruch trieb, in dem ich meinen Brief an den Minister und seine Anordnung zitierte. Es wurden dann endlich zwölf Delegierte bestimmt aus dem Deutschen Künstlerbund, dem Bundesverband bildender Künstler und der Gedok. Ich war zu dieser Zeit Vorsitzender des Deutschen Künstlerbundes. Es kam zu einer Kontroverse zwischen mir und dem erwähnten Bundesverband, dessen Vorsitzender Buchholtz meine Legitimation zu einem Brief an Scheel bestritt, da er, Buchholtz, 14 000 Mitgliedern vorstehe und ich nur etwa 300. Dieser Kontroverse machte ich ein Ende, indem ich mit Hinweis auf meine Erfahrungen und Befürchtungen das Recht in Anspruch nehme, Ungereimtheiten zu monieren, die Sitzung verließ. Meine Nachfolger im Präsidium des Künstlerbundes, Hajek und Grochowiak, haben in heftigen und sachlichen Gesprächen eine Lösung aller sich auch später ergebenden Differenzen und sehr begrüßenswerte Kompromisse erzielt.

Den Bericht ans Auswärtige Amt ergänzte ich übrigens mit einer Eingabe an den Kulturausschuss des Deutschen Bundestages, um zu bewirken, dass in Venedig ein architektonischer Neubau der Würde der Bundesrepublik gut anstehen würde. Bei der Abstimmung, die meiner Anhörung folgte, wurde mein Ersuchen abgelehnt, und als ich den Raum verließ, kam eine aufgeregte Abgeordnete hinter mir her und sagte sehr beachtliche Worte: „Wir haben angenommen, dass Sie der Partei nahestehen, die für Sie gestimmt hat. Wir hätten natürlich dafür gestimmt, wenn wir gewusst hätten, dass Sie tatsächlich auf unserer Seite stehen!“ Ich möchte die Sprecherin der Partei nicht nennen – denn inzwischen wissen wir, dass diese Methode anderen Parteien nicht unbekannt sind.

Das bisher brisanteste Thema wurde auf einer Tagung des Arbeitsministeriums deutlich, nachdem eine Künstlerenquete erhoben worden war, die den sozialen Status der Künstler zum Gegenstand hatte. Hier wurden nun plötzlich alle diejenigen zu Künstlern ernannt, die an Ausführung und Darstellung der Künste beteiligt waren, nicht also nur Opernsänger und Schauspieler, sondern Beleuchter, Maskenbildner, und eben alle die an den Instituten tätig waren.

Bildende Künstler gelten seitdem als Personen in einem „arbeitnehmerähnlichen“ Verhältnis. Der Wirtschaftsverband Bildender Künstler trat unter neuem Anspruch auf: „Bundesberufsverband bildender Künstler“. Er gab seine niemals belegte Mitgliederzahl mit etwa 14000 an, eine Zahl, die sich später auf etwa 8000 modifizierte; und als die Ambitionen dieses Verbandes auf Gewerkschaftsanschluss bei einer großen Anzahl der Mitglieder, bei gewissen Ortsgruppen und Landesverbänden auf erbitterten Widerstand stießen und zum Austritt aus dem Bundesverband führten, blieben noch etwa 5000 Mitglieder übrig, in deren angeblichem Auftrag nun Sozialgesetze für Künstler ausgearbeitet und vor den Bundestag gebracht wurden – bis heute unter heftigen Kontroversen.

Man muss deutlich machen, dass in diesem sogenannten Berufsverband jeder Mitglied werden kann, der Neigung hat, auch aus Hobby Bilder zu machen. Die Mitgliedschaft umfasst also Ärzte, Juristen, Sonntagsmaler jeder Art und – so wurde bekannt – alle jene, deren wirtschaftliche Grundlagen nicht ausgereicht hatten, um „freier“ Künstler zu werden. Als ob jene, die es wirklich waren und sind, jemals von vornherein mit irdischen Gütern gesegnet gewesen wären, die ihnen gestatteten, einen „elitären“ Beruf zu ergreifen. Einschließlich all dieser Kunstproduzenten, zusammen mit Kunsterziehern, Professoren, die bereits durch bürgerliche Ämter versichert sind, bleiben also 5000 bildende Künstler in der Bundesrepublik – gemessen an der Bevölkerungszahl seien es rund 80000 Künstler zu wenig, äußerte ihr Geschäftsführer vor einiger Zeit.

An den Landesverband Rheinland-Pfalz, einem aus dem Gesamtverband ausgetretenen, möchte ich den Appell richten, bemüht zu sein, einen Dachverband bildender Künstler in der Bundesrepublik zu gründen, dem auch einzelne Künstler, deren der radikale Linkstrend verdächtig ist, beitreten können. Dieser freie Verband würde sehr bald die fünftausend Mitglieder haben, die sich ihrerseits in einem Monatsblatt mit den gleichen Zuschüssen auch aus Bundesmitteln artikulieren könnten. Ich rege dies deshalb an, weil es nun wohl an der Zeit ist, die Beziehungen zu Staat und öffentlichen Händen und zur gesamten kulturell interessierten Gesellschaft nicht einseitigen Zielen zu überlassen, deren Tendenzen auf dem Kongress bildender Künstler in Frankfurt vor etwa zehn Jahren als Kampfansage an Museen und freie Künstler deutlich genug verbalisiert und fixiert worden sind, und wie es am Fall der Hamburger Kunsthalle praktiziert wird: Ankäufe und Ausstellungen werden vom gesamten Personal, von der Putzfrau über Museumswärter bis zum Verwaltungspersonal bestimmt.

Meine Damen und Herren, ich möchte von diesem nun zum anderen Teil des Themas kommen: Kunst. Sie mögen es vermessen finden, dass ich darauf bestehe, dass sie aus den Visionen einzelner entsteht. 80000 Künstler nannte ich als das Ideal gewisser Manager für die Bundesrepublik. Ob sie die gewaltigen Phänomene der einzelnen ersetzen können? Schlemmer, Baumeister, Marcks, Lehmann, Schwippert, Rohlfs, Kokoschla, Hofer,Antes, Nay, Winter, Graubner, Hajek, Hauser, Orff, Hindemith, Henze, Benn, George, die beiden Mann, Grass, Döblin, Walser, auch Böll, Kafka, Enzensberger, Bachmann, Handke?

Welches Menschenbild ist denn sonst zu sehen? Was tut der Mensch, der eben nicht begrenzt ist durch sein Millieu, dessen Wesen eben nicht aus seinem Millieu definiert werden kann – und allen Versuchen materieller und philosophischer Beschränkung ihn auf dieses Millieu-Niveau zu bringen, immer wieder widersteht? Was tut denn der Mensch anderes, als die grandiosen Utopien zu entwerfen, ob deren Intelligenz, also Einsicht, und Phantasie ihn aufrufen und befähigen?

Ich kann mich auf Ergebnisse der Wissenschaft berufen, die das „zentrale Ich“ des Menschen als die absolute Dominante des menschlichen Wesens sehen, und nachweisen können, dass bei der Zeugung keineswegs der Samen des Mannes zufällig, sondern vom Schoße der Mutter aus Abermillionen erwählt wird. Seit dem Moment der Befruchtung muss also von Individualität als dem zentralen Ich gesprochen werden, in dem seine absolute Eigenheit entsteht wie auch die Energie, diese Eigenheit voll zu entfalten.

Wie anders wäre denn auch Kultur zu verstehen, als die Verwirklichung von Utopien dieses zentralen Ich, Utopien, die von der ganzen Menschheit getragen werden können. Zum Beispiel die Sprache. Welch ein Weg des Menschen von der Betrachtung der Natur, zum Beispiel von Eichen, Buchen, Tannen – also von Dingworten bis zur abstrakten Vorstellung des gesamten als Baum. Das Vermögen zu abstrakter, d. h. allgemein umfassender Imago, welches das einzelne umschließt, ist eine der grandiosesten Fähigkeiten des menschlichen Geschlechts. Das Namen-Geben, das Bezeichnen mit Worten – welche Vorstellung von Würde ist mit solcher Gabe verbunden.

Da der Mensch aber aus der Schöpfung nicht austreten kann und über sie hinaus nichts zu denken vermag – mit dem Wort „Nichts“ kann keine Vorstellung verbunden werden, darum ist es so unheimlich -, ist er wohl gebunden an den Gegenstand der Wörter: ich glaube darum, dass er das Wort Gott, Engel nicht erfinden kann, wenn es sie nicht gibt.

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Bleiben wir konkreter: Die Erfindung der Glocke – welch ein Triumph des Materials, entstanden als Einfühlung in Material: welche Kupfer, Zinn, Blei befähigt, Bronze zu werden, aus der Zusammenschau des einzelnen in ein Ganzes.

Material also, das der Mensch formen und beständig machen kann durch Guss, um es zum Klingen zu bringen mit einem Klöppel aus jenen gewaltigen Tönen, die die Luft erschüttern im Klang des tönernen Erzes. Der Weg von der anschauenden Urteilskraft einer menschlichen Vision bis zum freischwingenden Geläut über unseren Häuptern, dem die Menschheit Türme errichtet hat – ist das wirklich nichts anderes als belästigender, ruhestörender Lärm und brauchbar nur für eine Minderheit? zwecklos erfunden zum Dienste: ja – von was?

Ist das nicht vielmehr unsere Wiedererkennung in einem Gebilde, das eins der Geheimnisse menschlicher Schöpfung bezeichnet? der Ausgang vom Rauschen der Wälder, vom Rausch des Meeres bis zur Artikulierung durch geformte Materie – das ist doch wohl eine Vorstellung von etwas, was uns im Hören einigen könnte im zwecklosen Tönen, etwa einer Orgel.

Und die Erfindung des Klanges durch ein Instrument – welche Visionen müssen da im Menschen bereitliegen, bis der urbildlich vorgestellte Körper eines Waldhornes für alle Menschen werden kann; der Instrumente alle, die wir im Orchester hören. Jedes von ihnen eine demütig machende Offenbarung eines Geschöpfes, das wir sind, nämlich und namentlich Mensch.

Die Erfindung der Noten, auf fünf Linien getragen, sensibilisiert durch Takte, durch Notenschlüssel, durch Tonarten in Dur und Moll.

Dieses waren und sollten wohl bleiben dürfen Leitbilder, die das Leben der Menschen durchbrechen, auch ehemals Fürsten, Könige und Kaiser: das ist nicht damit abgetan, dass man nur noch von Kultur redet im Zusammenhang mit Ausbeutung oder ächtenden Schlagworten wie bürgerliche Kultur.

In diesem Sommer gab es eine Ausstellung mit dem Gegenstand: das Menschenbild in der Kunst. Ich wurde gebeten um einen Vortrag über das Menschenbild heute. Ich hätte dann wohl darstellen müssen, welches Bild vom Menschen diejenigen haben, die eben heute das Geschick des Menschen bestimmen. Und um die trügerische Definition von Kulissen der Verwaltungen und Bürokratien und Parlamenten zu entschleiern, hätte ich fragen müssen, welches Menschenbild haben etwa Personen wie Helmut Schmidt, Wehner, Strauß, Vetter, Klunker, Brandt, Kiesinger, Filbinger, Intendanten, Reporter und Journalisten? Ich habe diesen Vortrag nicht übernommen. Aber dies war die letzte Frage, die ich Ihnen, meine Damen und Herren, vorstellen wollte, wie denn bitte, dass meine Äußerungen als Fragen an alle verstanden werden möchten: die Frage, was ist das Menschenbild heute.

Ich bitte Sie, zu bedenken, dass im Ablauf unseres Lebens mehr Verbrechen von Politikern, Ärzten, Architekten begangen wurden, als es Künstler je vermöchten.

Paul Claudel zitierte ein spanisches Sprichwort: >Die Ordnung ist die Freude der Vernunft, die Unordnung die Wonne der Phantasie<.

Da es nun in der bildenden Kunst ebenso wie in der Musik Unterhaltungs- und ernste Malerei gibt, wobei unseren Bürgern immer mehr Unterhaltungskunst immer lieber geworden ist, möchte ich noch bemerken, dass der Mensch tiefe, sehr ungeordnete Untergründe hat, aus deren Bewältigung das entsteht, was so schwer zu definieren ist: die Kultur. Wir haben das Austoben solcher Instinkte kennengelernt. Das Menschenbild von heute kann nicht mehr so gesehen werden wie vor 1933. Wenn wir also die Erfahrung einer erschreckenden Dimension des Menschen gemacht haben, dann müsste einer Kunst, die erschrecken macht, ein Stillschweigen eher entsprechen als der blöde Ruf nach sauberer Leinwand. Es hat ja auch die Tatsache, dass der Mensch sündhaft ist, seiner Würde nichts wegnehmen können.

Aber es lohnt wohl auch die Suche nach dem, was der Zeit fehlt, für Staatsleute und Künstler. Und wie der Staat Paragraphen braucht, um Chaos zu bannen, wie das Meer den Deich, so kommt auch Kunst aus Tiefen, die der Sublimierung bedürfen. Das könnte Toleranz ermöglichen zwischen denen, die ein Chaos und jenes labile Fundament des Anarchistischen von Bach, Beethoven, Mozart nicht zu überhören ist, und jenen, die die Gestalt menschlichen Zusammenlebens zu formen haben: eine größere Figur des Staates, die wir Demokratie nennen. Das wäre wohl eine neue Utopie: dass man von jedem einzelnen von uns sagen könnte, er hat die Welt, um wie vieles auch immer, reicher gemacht.“ (Nach Kunstreport 1’81 S. 2-7; Informationsblatt Deutscher Künstlerbund e. V. Berlin).

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Dietmar Moews meint: Anbetracht der Namens-Aufzählung seriöser Künstlerkollegen seiner Zeitgenossenschaft, sehe ich mich durchaus nicht im Nachteil gegenüber GEORG MEISTERMANN. Allerdings besteht heutzutage zu den relevanten MEISTERN, wie z. B. dem Maler DAVID HOCKNEY, nur wenig sozo-politische Kommunikation. Viele der heute auch äußerst erfolgreichen echten Künstler (die es ja durchaus gibt) treiben ihr Berufswesen außerhalb der OKF bzw. auf dem Rücken der SALONPERSONNAGE als prominente Aushängeschilder, dass die organisierte moderne KUNSTPAUSE ja keinesfalls eine Todesstille ist.

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FINE E COMPATTO

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