Deutschlandfunk Nazi-Kram: Üb immer Treu und Redlichkeit

Lichtgeschwindigkeit 10044

am Pfingstsonntag, 31. Mai 2020

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Hier ist ein Bild von WordPress eingespart

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Als ich kürzlich bei >Wikipedia deutsch< eine mir sehr peinliche Lücke fand, weil ich es für sinnvoll, weil nützlich halte, das Motto „Üb immer Treu und Redlichkeit“ als deutsches KUNST-GUT aufzubewahren und an den zu pflegenden BILDUNGS-KANON weiter zu geben.

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Jetzt hat also mal der Deutschlandfunk seine Nazi-Seite gezeigt, mit einem Otto Langels.

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„Üb‘ immer Treu‘ und Redlichkeit“ so lautet die erste Zeile des ersten Verses eines Gedichts von Ludwig Christoph Heinrich Hölty (1748-1776), auch bekannt als „Der alte Landmann und sein Sohn“ aus dem Jahr 1775. Das Gedicht hat eine zeitliche Nähe zum Tod des Dichters „… bis an dein kühles Grab.“ Jeder Vers hat vier Zeilen. Das Gedicht umfasst 20 Verse.

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Üb immer Treu und Redlichkeit

bis an dein kühles Grab
und weiche keinen Finger breit
von Gottes Wegen ab.

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Dann wirst du, wie auf grünen Au’n,
durchs Pilgerleben gehn;

dann kannst du, sonder Furcht und Graun,
dem Tod ins Auge sehn.

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Dann wird die Sichel und der Pflug
in deiner Hand so leicht;
dann singest du beim Wasserkrug,
als wär dir Wein gereicht.

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Dem Bösewicht wird alles schwer,
er tue was er tu;
der Teufel treibt ihn hin und her
und läßt ihm keine Ruh.

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Der schöne Frühling lacht ihm nicht,
ihm lacht kein Ährenfeld;
er ist auf Lug und Trug erpicht
und wünscht sich nichts als Geld.

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Der Wind im Hain, das Laub im Baum
saust ihm Entsetzen zu;
er findet nach des Lebens Traum
im Grabe keine Ruh.

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Dann muß er in der Geisterstund
aus seinem Grabe gehn
und oft, als schwarzer Kettenhund,
vor seiner Haustür stehn.

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Die Spinnerinnen die, das Rad
im Arm, nach Hause gehn,
erzittern wie ein Espenblatt,
wenn sie ihn liegen sehn.

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Und jede Spinnestube spricht
von diesem Abenteuer
und wünscht den toten Bösewicht
ins tiefste Höllenfeuer.

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Der alte Kunz war bis ans Grab
ein rechter Höllenbrand:
Er pflügte seinen Nachbar ab
und stahl ihm vieles Land.

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Nun pflügt er als ein Feuermann
auf seines Nachbars Flur
und mißt das Feld hinab hinan
mit einer glühnden Schnur.

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Er brennet, wie ein Schober Stroh,
dem glühnden Pfluge nach
und pflügt und brennet lichterloh
bis an den hellen Tag.

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Der Amtmann, der die Bauern schund,
in Wein und Wollust floß,
trabt nachts, mit seinem Hühnerhund
im Wald auf glühndem Roß.

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Oft geht er auch am Knotenstock
als rauher Brummbär um
und meckert oft als Ziegenbock
im ganzen Dorf herum.

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Der Pfarrer, der aufs Tanzen schalt
und Filz und Wuchrer war,
steht nachts als schwarze Spuckgestalt
um zwölf Uhr am Altar.

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Paukt dann mit dumpfigem Geschrei
die Kanzel, daß es gellt,
und zählet in der Sakristei
sein Beicht- und Opfergeld.

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Der Junker, der bei Spiel und Ball
der Witwen Habe fraß
kutschiert, umbraust von Seufzerhall
zum Fest des Satanas.

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Im blauen Schwefelflammenrock
fährt er zur Burg hinauf.
Ein Teufel auf dem Kutschenbock,
zwei Teufel hinten auf.

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Sohn, übe Treu‘ und Redlichkeit
bis an dein kühles Grab,
und weiche keinen Finger breit
von Gottes Wegen ab!

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Dann suchen Enkel deine Gruft
und weinen Tränen drauf;
und Sommerblumen, voll von Duft
blühn aus den Tränen auf.

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Und hierzu finde sich nun im Archiv beim Deutschlandfunk eine Hetzsendung, die ein Otto Langels zeichnete und die hiermit – DLF und Otto Langels angezählt werden:

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Stellen Sie dies mal richtig. Das sind sie Hölty, Mozart und Dietmar Moews schuldig –

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denn von bösen Juden ist in Höltys Gedicht weder in Anspielungen noch konkret die Rede. Wer es singt oder liest, wird nicht auf eine auf Juden oder Jüdischkeit zielende Abwertungsfarbe kommen. Und auch zur Entstehungszeit des Gedichts galten Untreue und Unredlichkeit durchaus den sonstigen Deutschen, Christen, Heiden oder Pagane als Wertmahnung, z. b. kamen zwischen Vater und Sohn gut an. Da ist also nicht der mahnende Vater, der seinem jüdischen Sohn die Schlingeleien eines deutschen Pferdehändlers per Reim mitgibt, wie es Otto Langels im DLF insinuiert, wie folgt:

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„DLF am 13. 9. 2010 von Otto Langels:

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Das Glockenspiel der Potsdamer Garnisonskirche mit der Melodie „Üb‘ immer Treu‘ und Redlichkeit“. Schon 1933 verfügte Reichspropagandaminister Joseph Goebbels, das Volkslied aus dem 18. Jahrhundert, in dem von der Habgier und Unehrlichkeit der bösen Juden die Rede ist, als Pausenzeichen des Reichsrundfunks zu verwenden. Ein Beispiel, wie das NS-Regime auf subtile Weise bestimmte Werte in der Bevölkerung verankern wollte.

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Während der Marxismus ökonomische Begriffe wie Kapital, Mehrwert oder Profit in den Vordergrund stelle, spiele im Nationalsozialismus die Moral eine große Rolle, sagt der Frankfurter Historiker Raphael Groß:

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.„Im Nationalsozialismus haben Sie schon auf der ideologischen Ebene, wenn Sie sich die Reden anschauen, eigentlich alles moralische Tugenden, Kameradschaft, Treue, Ehre, das heißt es ist eine unglaubliche Moralisierung, die stattfindet. Und die bezieht sich praktisch auf alle Lebensbereiche, auf ganz banale, ob sie jetzt sozusagen ein ‚deutsches‘ Giebeldach haben und deswegen sozusagen mitfühlen, oder einen Gartenzwerg vorne haben, bis zu ihrer intimsten Sphäre, dass man Ihnen eben vorschreibt, mit wem Sie Sex haben dürfen und mit wem nicht.“Im Unterschied zu demokratischen Gesellschaften, in denen sich alle Bürger – zumindest dem Anspruch nach – auf moralische Werte berufen können, schließt der Nationalsozialismus bestimmte Bevölkerungsgruppen bewusst aus. Die Juden, die als Teilnehmer des Ersten Weltkriegs treu ihrem Vaterland gedient hatten und wegen ihrer Tapferkeit ausgezeichnet worden waren, verwiesen nach 1933 vergeblich auf ihre Verdienste:„Es ist eine gezielt partikulare Moral, eine Moral, die sich nur auf eine bestimmte Gruppe bezieht, und die davon ausgeht, dass es einmal eine Hierarchie innerhalb dieser Gruppe gibt, von Menschen, die noch moralischer sind – die SS hat sich in dieser Hinsicht damit schmücken wollen, insbesondere Himmler – und diejenigen, die außerhalb stehen, von denen man vielleicht sogar annimmt, dass sie diese moralischen Gefühle gar nicht verstehen können, da sie nicht Teil der ‚arischen Volksgemeinschaft‘ sind.“.

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Allerdings hätte man als Leser schon gerne gewusst, wie diese partikulare Moral implantiert wurde und die Gefühle und Vorstellungen der sogenannten „Volksgemeinschaft“ prägte. Ausführungen, wie sie etwa der Sozialpsychologe Harald Welzer in seinem viel beachteten Buch Täter gemacht hat, sucht man bei Groß vergeblich. Welzer beschreibt präzise, wie ganz normale Männer innerhalb kurzer Zeit ihre moralischen Skrupel verloren und Massenmörder wurden. Raphael Groß hingegen beschränkt sich auf allgemeine Aussagen:

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Wir sind uns oft gar nicht so bewusst, in welcher Weise wir moralisch empört zum Beispiel reagieren und wie stark wir da konditioniert werden im Verlaufe eines Lebens. Das heißt Ideologien, ob Sie jetzt sozusagen nach 45 im Westen ein Demokrat werden oder im Osten ein Kommunist, das können sie relativ leicht sehen, wie die Leute das verändern. Aber wie sozusagen Ihre moralischen Urteile funktionieren, da sind Sie gar nicht so frei, weil Sie oftmals da viel unbewusster agieren. Insofern ist die Vorstellung, dass es da einen Apparat gibt, der das durchsteuert, falsch.“

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Immerhin liefert Raphael Groß einige Hinweise, wie sich das moralische Wertesystem nach 1933 schrittweise veränderte. So verknüpften die Nationalsozialisten den Begriff der Ehre mit der Reinhaltung des Blutes. Meyers Lexikon von 1937 definierte Ehre als „Bewahrung der Rasse in leiblich-instinktiver, seelisch-gemüthafter und geistig-weltanschaulicher Beziehung“. Rassenverfall bedeutete dagegen Ehrlosigkeit. Eine Verordnung zur Wiederherstellung der Ehrlichkeit beim Viehhandel verbot den Gebrauch der jüdischen Sprache. Jüdische Viehhändler waren demnach unehrlich. Der Film Jud Süss, den allein zwischen 1940 und 1943 mehr als 20 Millionen Menschen sahen, thematisierte moralische Begriffe wie Treue, Ehre, Schande und provozierte mit seinem antisemitischen Gehalt Hass und Empörung gegenüber den Juden. Und in seiner berühmt-berüchtigten Posener Rede nannte es Heinrich Himmler ein Ruhmesblatt der Geschichte, dass seine SS-Männer trotz der Massenmorde und Leichenberge in den KZs anständig geblieben seien. Die Zustimmung für Hitler und den Nationalsozialismus, die viele Deutsche auch noch im Angesicht der Niederlage äußerten, führt der Autor auf den Einfluss der NS-Moral zurück„.

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Dietmar Moews meint: Ich kenne „Üb immer Treu und Redlichkeit“ mein Leben lang als einen Sinnspruch und ein geflügeltes Wortpaar, wohlwissend, dass es ein sehr schönes Lied gibt, das mit „Üb immer Treu und Redlichkeit“ beginnt. Es hat der junge Christian Friedrich Daniel Schubart angeblich im Jahr 1776, aber auch auf die Melodie der Papageno-Arie „Ein Mädchen oder Weibchen“ von Mozart (uraufgeführt 1791) gesungen. Ob nun Mozart selbst die leichten Änderungen der Melodieführung vorgenommen hat, ist nicht belegt. Quellen sagen, das kleine „Volkslied über die Tugenden“ entwickelte sich natürlich zu einem Hit in Preußen, sodass das Glockenspiel in der Garnisonskirche in Potsdam, auf Wunsch von Königin Luise, zu jeder halben Stunde „Üb‘ immer Treu‘ und Redlichkeit“ spielt. 

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Was ich nun grob falsch an der DLF-Sendung finde, auch weil die zitierten Autoren keineswegs das Hölty-Mozartlied konkret als antisemitisch erweisen, ist ,dass im Deutschlandfunk das kleine Mozartlied zum Treue-Gedicht zur deutschen Antisemitismus-Fratze erklärt wurde und noch wird, indem der DLF am 13. 9. 2010 von Otto Langels als Radiotextbeitrag verbreitete, das Gedicht von Hölty sei längst als antisemitisch überführt und deshalb zu ächten.

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Ich habe nachgesucht und zu den Namensnennungen HINZ und KUNZ nichts Judenfeindliches gefunden, lediglich Deutsches:

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„Helmut Kunz (26 September 1910 – 1976) was an SS dentist who, after the suicide of Adolf Hitler, was ordered to administer anesthetic to the six children of Joseph Goebbels before they were killed.“

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Außerdem:

Hinz und Kunz (Kurzformen der Namen Heinrich und Konrad) ist eine deutsche Redewendung und Synonym für Jedermann. In der Seefahrt ist die Bezeichnung Janmaat üblich.

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Im Hochmittelalter, konkret vom 11. bis 13. Jahrhundert, waren Heinrich  (Kurzform: Hinz) und Konrad (Kurzform: Kunz) die Namen zahlreicher deutscher Herrscher, nach denen in Folge auch die einfache Bevölkerung ihre Kinder benannte. Ein großer Teil der Männer trug daher diese Namen und es kam zu einer Inflation, aus der sich letztlich die heute noch gebräuchliche Redewendung bildete. Der Begriff ist seit dem 13. Jahrhundert belegt,

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FINE E COMPATTO

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