Horst Meyer 1941 – 2020 Kurznachruf

Lichtgeschwindigkeit 9990

am Sonntag, 9. Februar 2020

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Horst Meyer – Olympiasieger in Mexico 1968

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Horst Meyer wurde am 20. Juni 1941 in Hamburg-Harburg geboren und ist jetzt 78-jährig, am 24. Januar 2020 in Lanzerote, gestorben. Horst Meyer war einer der besten Ruderer der Welt und als Schlagmann deutscher Olympiasieger 1968 mit dem Deutschland-Achter und Karl Adam in Mexico.

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Horst Meyer hinterlässt die Sportlehrerin, Politologin der „kritischen Theorie“, Friedenspolitikerin und Feministin Jutta Meyer-Siebert, mit der er verheiratet war.

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Die Ruderwelt trauert um einen ihrer ganz Großen: Horst Meyer, 1968 als Schlagmann des Deutschland-Achter in Mexiko-City Olympiasieger, starb ganz überraschend im Alter von 78 Jahren. 

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Der promovierte Betriebswirt wollte am Wochenende gerade seinen Heimflug aus dem Urlaub von den Kanaren nach Hannover antreten, als er auf dem Flughafen zusammenbrach und wenig später im Krankenhaus starb. Meyer und Ehefrau Jutta Meyer-Siebert besitzen eine Ferienwohnung auf Lanzarote.

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Horst Meyer hatte nach dem Volksschulbesuch als Harburger Kind im Bäckerladen der Mutter, eine Stahlbau-Schiffswerftarbeiter-Lehre in Hamburg gemacht, während er bereits als besonderes Rudertalent für den Leistungssport von dem schicken Hamburger Alster-Ruderverein eingeworben wurde. Dr. Horst Meyer, Dipl. Ing, ist eine herausragendes Beispiel, wie mit, durch und über den Leistungssport Ausbildung und Aufstieg erreicht werden können.

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Nach seiner Aktivenzeit arbeitete er viele Jahre ehrenamtlich in der Deutsche SPORTHILFE. Außerdem war er führender Mitinitiator in der deutschen und internationalen Friedensbewegung der 1980er Jahre, z. B. „Sportler für den Frieden 1983“, „Sportler gegen Atomraketen 1985“ sowie einschlägiger Buchautor. Horst Meyer war der Hauptinitiator der Olympiabewerbung für Deutschand in Hamburg 2012.

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Horst Meyer hat in der Zeitschrift Neue Sinnlichkeit als Gastautor diverse Texte zur Friedenspolitik und gegen den Olympiaboykott der Olympischen Spiele in Moskau verfasst.

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von links, US-Hochspringer, Dr. Horst Meyer, NOK-Präsident Willi Daume, Berhold Beitz

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Meyer gehörte seit 1962 zur Crew des Achters vom Ratzeburger Ruderclub (RRC), der vom legendären Karl Adam betreut und sieben Mal in Serie Deutscher Meister wurde. Auch international war das Boot seiner Konkurrenz meist weit voraus. Meyers Achter holte 1962 in Luzern den WM-, 1963 und 1964 den EM-Titel. Bei einer kompletten Neubesetzung behielt Meyer seinen Posten und konnte so noch zweimal Europameister und 1966 in Bled erneut Weltmeister werden.

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Vor den Höhenluft-Spielen von Mexico arbeitete Horst Meyer als sportmedizinischer Testruderer des Karl-Adam-Teams mit, als die ersten Leistungsgrenz-Testreihen im Hochgebirge, Oberengadin und St. Moritz durchgeführt wurden.

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Nach seiner sportlichen Karriere leitete der Diplom- und Fachhochschul-Ingenieur ab 1980 eine Unternehmensberatungs-Gesellschaft, einschließlich harter Erfahrungen mit brutalkapitalistischer Oberklasse und hinterhältigen Wirtschaftspraktiken. Eine von Horst Meyer gegründete Fabrik „FAC“, die mit intelligenten Patenten umweltfreundliche und preisgünstige AGRA-Chemikalien herstellen sollte sowie eine Musterproduktionsanlage dafür, wurde durch schwere Bankmanipulationen und Tiefenkampf der großen Industrie-Konkurrenz durch Zeitverzögerungen in den Konkurs getrieben. Ein hervorragendes Leistungsprodukt wurde großkapitalistisch „fertig gemacht“. Zivilklagen der ruchlosen Gesellschafter kamen dann noch hinzu, die ihren Partner im Regen stehen ließen und noch wegen „schlechter Geschäftsführung“ Ersatz verlangten.

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Daneben gehörte Horst Meyer über 30 Jahre dem Gutachterausschuss der Stiftung Deutsche Sporthilfe an – das bedeutet, all die Jahre betreute Horst die alljährlichen Anträge auf Sporthilfe-Gewährungen der deutschen Spitzensportler im Sportarten-Katalog, eine intensive verantwortungsvolle Arbeit, die in anderen Feldern Hauptamtliche erwerbsmäßig leisten – und wurde mehrfach als persönliches Mitglied des Nationalen Olympischen Komitees gewählt.

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Für seine Verdienste um den Sport in Niedersachsen wurde der überall beliebte und geschätzte Weltklassesportler in die Ehrengalerie des niedersächsischen Sports des Niedersächsischen Instituts für Sportgeschichte aufgenommen.

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In Hamburg-Harburg geboren lebte Horst Meyer seit Jahrzehnten in seiner Wahlheimat Hannover. An der Leine hatte sich Meyer dem HRC angeschlossen, mit dessen Senioren er noch immer regelmäßig ruderte. Schaffte er es nicht aufs Wasser, hielt sich Meyer daheim auf einem Ruder-Ergometer fit.

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Immer am 1. Advent luden seine Jutta und er Freunde zu einer „Offenes Haus“-Party in die Oststadt-Wohnung ein, am 1. Dezember 2019 zum letzten Mal. Nun hat Hannovers Sport einen seiner Größten verloren.

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Wikipedia am 8. Februar 2020 zitiert:

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Meyer gehörte seit 1962 u. a. als Schlagmann zur Crew des Achters vom Ratzeburger Ruderclub (RRC); von 1962 bis 1968 wurde der von Karl Adam betreute Achter sieben Mal in Folge deutscher Meister. Bei den ersten Ruder-Weltmeisterschaften 1962 in Luzern wurde das Boot vom RRC Weltmeister. 1963 und 1964 wurde das Boot Europameister. Die Europameisterschaften 1963, 1964, 1965 und 1967 im Achter hatten Weltmeisterschafts-Niveau, weil stets die USA und Australien und/oder Neuseeland im Wettbewerb waren. Bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio unterlag der Ratzeburger Achter mit Horst Meyer deutlich dem Achter aus den Vereinigten Staaten und gewann Silber.

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Danach wurde der Deutschland-Achter neu besetzt und trat bei internationalen Meisterschaften als Renngemenschaft an, in der Ruderer aus Lübeck, später auch aus Berlin und Frankfurt am Main, Karlsruhe, Hannover, Bingen und Wetzlar mit den verbliebenen Ratzeburgern gemeinsam ruderten. Auch in dieser Renngemeinschaft blieb Horst Meyer Schlagmann und wurde 1965 und 1967 Europameister und 1966 in Bled Weltmeister. 1965 gewann der Achter auch den Grand Challenge der Henley Royal Regatta gegen den Olympiasieger Vesper Boat Club aus den USA. Höhepunkt der Karriere Meyers war dann der Sieg bei den Olympischen Spielen 1968.

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Neben seinen deutschen Meisterschaft-Erfolgen im Achter gewann Meyer 1963 auch die USA-Meisterschaft im Achter und 1967 einen deutschen Meistertitel im Vierer ohne Steuermann.

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Meyer ist Träger des Silbernen Lorbeerblattes der Bundesrepublik Deutschland, Mitglied der Mannschaften des Jahres 1962 und 1968, Sportler des Jahres 1966 der Freien und Hansestadt Hamburg und seine Erfolge werden mit dem seit 1972 jährlich vergebenen Deutschen Jugendpokals des Deutschen Ruderverbandes durch seinen Heimatverein Der Hamburger und Germania Ruderclub von 1836 geehrt.

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Nach seiner sportlichen Karriere leitete der Diplom- und Fachhochschul-Ingenieur und promovierte Betriebswirt ab 1980 eine Unternehmensberatungs-Gesellschaft. Daneben gehörte er über dreißig Jahre dem Gutachterausschuss der Stiftung Deutsche Sporthilfe an und wurde mehrfach als persönliches Mitglied des Nationalen Olympischen Kommitees gewählt. 2008 unterlag Meyer Siegfried Kaidel bei der Wahl zum Vorsitzenden des Deutschen Ruderverbandes. Für seine Verdienste um den Sport in Niedersachsen wurde er in die Ehrengalerie des niedersächsischen Sports des Niedersächsischen Instituts für Sportgeschichte aufgenommen.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung am 7. Februar 2020

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Hannoversche Allgemeine Zeitung am 27. Januar 2020:

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„Ein politischer Sportsmann: Hannover trauert um Olympiasieger Horst Meyer

Er war ein Weltklassesportler – und ein politisch engagierter Mensch: Hannover trauert um Horst Meyer. Der Olympiasieger im Rudern ist überraschend im Alter von 78 Jahren gestorben. …“

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Stadt Hannover gab eine Ehrenadresse heraus:

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„OB Onay kondoliert zum Tode von Dr. Horst Meyer.

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Mit großer Trauer hat Oberbürgermeister Belit Onay auf die Nachricht vom Tode von Dr. Horst Meyer reagiert.

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„Die Landeshauptstadt Hannover trauert um einen großartigen Menschen, einen zielstrebigen und erfolgreichen Sportler und um einen aufrechten und gradlinigen Demokraten“, so Onay.“

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Kondolenzschreiben des Oberbürgermeisters

In einem Kondolenzschreiben der Landeshauptstadt an die Witwe würdigte der Oberbürgermeister die Verdienste des Verstorbenen: „Dr. Horst Meyer hat sich als Mitglied des Beirats der Städtischen Erinnerungskultur, als Vorsitzender des Netzwerks Erinnerung und Zukunft e.V. sowie als Vorsitzender des Vereins ‚Gegen das Vergessen/NS-Zwangsarbeit‘ große Verdienste um die Erinnerungskultur erworben. Er hat sich immer wieder und mit Nachdruck ehrenamtlich engagiert gegen Versuche, die dunkelsten Kapitel in der deutschen Geschichte zu verdrängen oder umzuschreiben. Seine unermüdliche Arbeit und sein leidenschaftlicher Einsatz für eine lebendige Erinnerungskultur mit Jugendlichen in Geschichtsprojekten und Gedenkveranstaltungen sind und bleiben ein Beispiel für herausragendes, bürgerschaftliches Engagement. Mit großem Respekt und großer Anerkennung blicken wir ebenso zurück auf die überragenden sportlichen Erfolge von Dr. Horst Meyer, natürlich vor allem auf seinen Olympia-Sieg 1968, als er den Deutschland-Achter in Mexiko auf Goldkurs taktete.“

Die Landeshauptstadt Hannover wird Dr. Horst Meyer ein ehrendes Andenken bewahren. „

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„Sportlerinnen und Sportler für den Frieden“

Westfalenhalle Dortmund 1983

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Dietmar Moews meint: Dr. Horst Meyer stand auf meiner Lebensliste als Freund in Hannover, auch gemeinsam mit Jutta Meyer-Siebert, seiner Ehefrau. Seit Ende der 1970er Jahre, etwa zehn Jahre, verbrachten wir als verschiedene „Hochleistungsberufsmenschen“ in Hannover unsere privaten Freundschaften. Das betraf die Kunst und die Malerei, manchmal sind wir gemeinsam in Kirchrode gelaufen, es betraf ebenso die Politik. Horst sammelte Malerei und unterstützte Ausstellungen. Im Sommer 1978 machten wir einen erholsamen gemeinsamen Wanderurlaub in den Vogesen.

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Horst Meyer und Dietmar Moews wandern 1978 in den Vogesen

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Die großen Gründungen „SPORTLERINNEN und SPORTLER FÜR FRIEDEN“ und „KÜNSTLER FÜR DEN FRIEDEN“ unternahmen wir von Hannover aus mit internationaler Ausstrahlung („Sportler gegen Atomraketen“ – 1983 in der Dortmunder Westfalenhalle), auch im Kampf gegen die Olympia-Boykott-Politik der USA und der UDSSR.

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Sortieren eines zweidimensionalen Weihnachtsbaumes in Kirchrode

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https://lichtgeschwindigkeit.wordpress.com/tag/harro-boit/

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Horst Meyer war als Parteiloser bei der ersten Gerhard-Schröder-Landtagskandidatur im Jahr 1986 als „Schatten-Wirtschaftsminister für eine SPD-Regierung“ im Wahlkampf, für den ich eine Wahlkampf-Szenerie beitragen konnte.

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Horst Meyer hat sein Leben als Höchstleistungssportler, nach der aktiven Zeit stets darauf geachtet, „abzutrainieren“ – Laufen, Altersrudern – er hatte seine Gesundheit, Ernährung, Bewegung, gut im Blick.

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Ich hatte das Glück im bisherigen Leben, neben wenigen anderen, Horst Meyer zum Freund gehabt zu haben, der ein Stern der Rechtschaffenheit war. Zeugen der Wahrheit sind das höchste soziale Gut. Sein Tod schockiert mich und ich werde ihn weiter ehrend bezeugen.

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Schlagmann im Ratzeburger Adam-Achter

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