Edgar Hilsenrath 1926 – 2018 Kurznachruf

Lichtgeschwindigkeit 8006

am Dienstag, den 2. Januar 2019

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Edgar Hilsenrath wurde am 2. April 1926 in Leipzig geboren und ist jetzt 92-jährig, am 30. Dezember 2018, in Wittlich gestorben. Er war ein in diversen Sprachen publizierter deutscher Schriftsteller.

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Nachdem seine erste Frau 2005 gestorben war, heiratete er 2009 erneut und lebte seither mit seiner zweiten Ehefrau bis zu seinem Tod im Dezember 2018 in der Vulkaneifel. Edgar Hilsenrath erlag im Alter von 92 Jahren in einem Krankenhaus in Wittlich den Folgen einer Lungenentzündung.

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11-jährig, im November 1938, flohen er, seine Mutter und sein drei Jahre jüngerer Bruder Manfred zu den Großeltern nach Sereth in der Bukowina (Rumänien). Der Vater sollte ursprünglich nachkommen, was der Kriegsausbruch jedoch unmöglich machte; er gelangte nach Frankreich, wo er den Krieg überlebte. 1941 wurden Edgar Hilsenrath, sein Bruder und seine Mutter, sowie all seine Freunde und Verwandten aus Sereth in das Ghetto Mohyliw-Podilskyj im rumänisch besetzten „Transnistria“ verschleppt. Als das Ghetto im März 1944 von der Roten Armee befreit wurde, wanderte er zu Fuß zurück nach Sereth und von dort weiter nach Czernowitz. Über die Organisation Ben Gurion gelangte Hilsenrath zusammen mit weiteren jüdischen Überlebenden und mit fremden Pässen nach Palästina. Sowohl auf seinem Weg dorthin als auch in Palästina selbst geriet er mehrmals in Gefangenschaft, kam jedoch jedes Mal nach kurzer Zeit wieder frei.

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Er landete in Lyon, wo er auf Wunsch seines Vaters das Kürschnerhandwerk

erlernte. In den frühen fünfziger Jahren emigrierte er nach New York. Dort bestritt Edgar Hilsenrath durch Gelegenheitsarbeiten seinen Lebensunterhalt, gleichzeitig schrieb er seinen ersten Roman „Nacht“. Flucht, Verfolgung und Migration, über USA, führte schließlich 1975 Edgar Hilsenrath der deutschen Sprache wegen zurück nach Deutschland. Von da an lebte er in Berlin, zuletzt dann in der Eifel.

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Während Nacht noch im naturalistischen Stil geschrieben ist, ging Hilsenrath in seinen späteren Werken zu ausdrucksstarken Verfremdungen über, wie zum Beispiel Satire, Groteske oder Märchen. In dem Roman Das Märchen vom letzten Gedanken von 1989, für den Hilsenrath den Alfred-Döblin-Preis erhielt, setzte sich der Autor mit dem Erinnern und der Geschichtsschreibung auseinander. Indem er den Genozid an den Armeniern beschrieb und den Holocaust damit in Beziehung setzte, klagte er jegliche Art von Völkermord an und mahnte vor dem Vergessen. Die gewählte Form des Märchens spricht sarkastisch die Leugnung an, bedeutet aber auch, dass eine Geschichte erzählt wird, die keine Augenzeugen mehr hat. Der Salonpersonnage nicht abhold war Edgar Hilsenrath Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland. Laut Hilsenraths Verleger Ken Kubota hatte Hilsenrath zwar jüdische Wurzeln, war aber Atheist: „Er glaube an keinen Gott, war seine stets unveränderte Position.

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