Käseglocke eines faschisierenden Korporatimus

Lichtgeschwindigkeit 8410

am Samstag, 1. September 2018

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Wer mal in der Runde am Stammtisch saß, wo diskutiert wurde, kennt das Gespräch als Organisation oder als Selbstorganisation:

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Mancher kommt nicht zu Wort. Wer will schon genau die Nuance wissen, die jemand darlegen möchte, worin der mit, aber auch gegen den Vorredner argumentieren möchte. Eigentlich ist es doch so:

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Gesprächsrunden bei Talkshows oder Rundfunk-Echtzeitdiskussionen ergeben Durcheinandergebrüll, oder einer darf reden, während alle anderen still sein müssen. Genau verstanden können Gespräche nur zu Zweit gelingen – wenn eine Gedanken-Debatte-Organisation ernst nimmt:

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Einer bezieht Position, der andere fragt nach oder hält Argumente entgegen – so dass zwei Menschen im Gespräch fähig sind GEIST zu produzieren.

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So wie mehr als zwei Leute teilnehmen, muss Regulierung, Moderation, Verzicht auf Innovation, ja, eigentlich überwiegend Rendundanz und Einmütigkeit ausgesprochen werden, ansonsten geht der gedankliche Fortschritt auseinander. Wenn mal die Ausgangslage verworren wurde, kann das selbst eine wohlwollende Runde nicht mehr einfangen. Ein Protokollant müsste Zwischenfazits einfügen und offene Fragen notieren.

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KURZ: Eine Vereinsvollversammlung muss von einem erfahrenen Sitzungsleiter, nach Tagesordnung, abgespult werden, Anträge und Statements einfügen, aber Ausuferungen in Ausschüsse verweisen, weil es sich verläppert. Keinesfalls kann eine Vereinsversammlung als Thing benutzt werden, wo eine Basisdemokratie jeden einzelnen geduldig anhört.

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Eine Volksdebatte, wo sich das gesamte Staatsvolk einfindet, ein Problem per Abstimmung zu lösen – aber vorher alle wichtigen kontroversen Bedenken zur Sprache kommen lassen will, kollabiert an Überforderung.

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Wer nun bei den PIRATEN geglaubt hat, man müsse nur in ECHTZEIT alle Online auf eine Plattform rufen. Und dann wird getextet und gepostet und die Gedanken-Threads addieren die brauchbaren Argumente und so käme die fließenden Internetz-Interaktion, die fortwährende Demokratie, aller mit allen zurande, der ist blauäugig und blind und taub.Wer also dabei an eine improvisierende Jazz-Session denkt, die startet mit einem Motiv und dann improvisieren die Musiker ein geniales Soundgewebe, mit Strukturen, mit „Rede“ und „Gegenrede“, Konsonanz, Dramatik und wirklich kollektivem Ergebnis – größer als es ein Solist hinbrächte.

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WELL – die Voraussetzung sind geniale Musiker. Es darf kein Knallkopp mitorgeln, denn dann ginge jede Erleuchtung in gespielten Dreck über und stürzt ab. Eine Vollversammlung soll aber erade alle, mit Gleicheitsrechten integrieren – und das wird dann kein Jazzkonzert.

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Die Liquid Democracy ist ein schwachsinniger telematischer Irrtum. denn es kann immer nur einer nach dem anderen einsteigen. Und es würde ewig auern, bis alle zu Worte kämen. Und bei getexteten Posts scheitert es noch schneller, weil, wer nicht schreiben kann, kann auch nicht lesen. und es heißt notwendig, wegen der Gedankenschwäche:

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BACK to TOPIC!

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Und schon komme ich zum THEMA dieser Lichtgeschwindigkeit im engen Sinn:

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Wie kann man einen kollektiven Wertprozess produktiv fortführen, indem wirklich alle guten Geister mit einfließen können?

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ANTWORT: Man kann nur einen SUPERVISOR als Gesprächsleiter vorsetzen, einen Chairman, der kapiert, was im Schwange ist. Und ann muss integriert werden, rückgefragt werden, schließlich die klügsten Vertreter zu Hauptrednern machen, letztlich eine AGGREGATION zur ABSTIMMUNGSVORLAGE ausformulieren und dann zur demokratischen Abstimmung auf Majorität und Minoritäten erfragen.

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Dietmar Moews meint: Wer mal versucht hat, mit einer wohlwollenden Gruppe, Geist und Problemlösungen auszuhandeln, weiß, dass zwar am Ende ein brauchbarer Text gefunden worden sein muss, aber –

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eine solche soziale, also sozio-kulturelle Geistesarbeit, muss mit der bestmöglichen Menschenkenntnis damit beginnen, dass die besten Leute, die besten Geisterm die besten uneitlen Redner, zu beginn auserwählt werden müssen. Denn mit schlechtem Personal scheitert jede geistige Kollektivität.

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Damit bin ich beim THEMA:

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Wie bilde ich einen Verband? Wie organisiere ihr eine Werte-Einheit von verschiedenen Individuen? Wie kann ich kollektivieren. ohne unterzubuttern?

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Wie kann ich die vielen individuellen Varianten so bündeln (Faschisieren), dass zwar Details verloren gehen mögen, aber die große Richtung von der Gemeinschaft getragen wird?

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Exakt auch hier beginnt jeder Verband, unter jeder Käseglocke, jede Korporation mit der INKORPORATION. Das heißt Rollenverteilung, Personalauswahl und Stellvertretung.

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Nun meine ich, dass in der deutschen Parteiengeschichte besoners die Sozialdemokratie immer Schwierigkeiten hatte geniale Politiker in ihren Reihen zuzulassen – sodass man sehr oft lieber mittelmäßige, unattraktive Kandidaten in Führungsrollen gewählt hat – und ich kann da eine Kette von Unglücksraben aufzählen, wo die Frage entsteht:

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Ist so viel Urteilsschwäche und schlechter Geschmack wirklich glaubhaft? Warum hat die SPD keine besseren Leute als Scharping oder Martin Schulz, Andrea Nahles oder warum lässt man gute Leute nicht ran, die es ja durchaus auch gibt?

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Darauf erhielt ich heute Überlegungen eingesendet, die bedenkenswert sind. Das betrifft die Käseglocke, die Klientelisierung, die Stellvertreter-Rollen, den organisatorischen Faschismus – kurz der KOPORATISMUS durch Personal hat empirische Besonderheiten:

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„Politische Theorien können die komplexe Wirklichkeit, die sich zudem ständig verändert, etwa durch neue Kommunikationstechniken, m.E.  nur grob erfassen. Man kann sie für mehr oder weniger überzeugend halten. Passend dazu gab es in der SZ vom 25.8. ja zwei  Artikel mit sehr unterschiedlichen Meinungen zum Zusammenhang von Neoliberalismus und aufkommenden Populismus. (Jeremy Adler: Ein Königreich im Zerfall; Nikolaus Piper: Der falsche Feind).

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„Eine SPD kann wieder aufblühen, wenn man nur praktisch an die Politik heranginge und weniger aufs Pfründeverteidigen auswäre.“ Dem stimme ich zu; insbesondere die stark vertretenen Beamten und Gewerkschaftsfunktionäre sehe ich als Problem. Der Schulterschluss zwischen IG Metall und Dieselbetrugskonzernen und Politik  ist exemplarisch.

Ob es der SPD an Einsicht fehlt, Gutbegabte zu fördern, weiß ich nicht. Ich fürchte, diese werden strukturell schon abgehalten, sich in die Tretmühle der Ortsvereine, Bezirke usw. zu begeben. Ich kenne nur einen leidensbereiten Jungpolitiker, aus dem Freundeskreis meiner Tochter, 1991 geboren, der ohne Aussicht auf irgend etwas leidenschaftlich Bundestagswahlkampf und jetzt Landtagswahlkampf für die SPD in Gilching/ Landkreis Starnberg macht.  Auch für den Posten des aussichtslosen Kandidaten auf einen Sitz im bayerischen Landtag muss man sich ja schon etliche Jahre Ortsverein usw. antun.  Welche Talente soll die bayerische SPD wie anlocken und unter Einhaltung der demokratischen Notwendigkeiten fördern? Nicht einmal die CSU hat ihre Untergliederungen hinsichtlich Frauenquote im Griff, von Talentquote ganz zu schweigen.

http://www.christian-winklmeier.de/person/
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/starnberg/gilching-hoffnungstraeger-der-spd-1.3089267

Wenn er mal 40+ ist und erschöpft vom vergeblichen Anrennen gegen SPD-Unfug und CSU-Dominanz bekommt er einen aussichtsreichen Listenplatz. 😉

Es geht um Konsens und Mehrheiten, vom Ortsrat bis zur Koalitionsregierung. Konsumenten verpflichten freiwillig auf ihren Einfluss, Lobbyisten gewinnen an Macht. Die Kluft zwischen sachlich gebotenen politischen Entscheidungen und tatsächlichen Entscheidungen bzw. Unterlassungen der repräsentativen Konsensdemokratien wird offenkundig zunehmend größer. Das liegt nicht nur an fehlenden Talenten.

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Zusammengefasst: Die Komplexität der sozialen Integration zwingt zur politischen Bescheidenheit. Auch darin liegt der Grund, warum man gerne Demokratie am Ladentisch macht:

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Was gekauft wird, gilt; Marktnachfrage der Konsumenten zeigt, was politisch gewünscht ist.

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Ja, das funktioniert, Kaufvertrag und Rechtsstaat als gesellschaftliches Medium – solange es um klare einsichtige Qualitäten geht (und jeder Kaufkraft hat).

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Nein, das funktioniert überhaupt nicht, weil Marketing auf Profite und Erfolg zielt. Die Strategie des Marktes heißt, Bearbeitung der Kommunikation, der Wertvorstellungen und die massive Bearbeitung der Mitbewerber und Ausschaltung der Alternativ-Angebote.

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Es kommt also zu einem Idiotenrennen um Beziehungen und Posten, um Klüngel und Nepotismus, um Täuschung und Betrug, um Unterschlagung und Propaganda – letztlich entsteht das Rechte der Starken und die Aggression der Schwachen.

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Solange man Werte, wie im geltenden deutschen Grundgesetz reproduzieren möchte, gehört ein strammes Bildungssystem dazu, durch dass jeder Bürger volle Rechte erhält, aber auch volle Staatsbürgerkunde erwerben muss.

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Hierfür sind Drogen die Erleichterungsventile, die bereits die ungebildeten Eltern ihren lebensuntüchtigen Kindern vormachen.

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FINE E COMPATTO

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