Gillette und Wilkinson mit Goebel-Defense als neue Marketing-Taktik

Lichtgeschwindigkeit 7456

Vom Mittwoch, 19. Juli 2017

.

.

VORAB: Man kann vor Gericht ein Urteil bekommen – man kann aber auch den Prozess verschleppen. GOEBEL-DEFENSE ist eine historisch entstandene Zeitverschleppungs-Taktik in Wirtschaftsprozessen.

.

Hier wurde eine dpa-Meldung vom 18. Juli 2017, übernommen und ausgeweitet:

.

Das Düsseldorfer Landgericht hat dem Rasiererhersteller Wilkinson im Eilverfahren untersagt, weiterhin preisgünstige Ersatzklingen für den verbreiteten Nassrasierer „Mach3“ des Konkurrenten Gillette herzustellen. …“

.

.

Dabei liest Dr. Dietmar Moews sowohl Zuschriften wie Links, geht Anregungen nach und beantwortet auch konkrete Anfragen, je nach Opportunität der LICHTGESCHWINDIGKEIT-Arbeit im Tagesfortschrit, von Tag zu Tag.

.

Heute, 18. Juli 2017, erhielt ich eine freundliche E-Mail, mit dem Hinweis auf diesen just verbreiteten dpa-Coup von „Wilkinson vs. Gillette“. Gillette hat auf eigene Kosten eine einstweilige Unterlassungsverfügung gegen Wilkinson mittels Eilantrag bei Gericht durchgesetzt. Urteil liegt noch nicht vor. Der Spruch ist zwar wirksam, aber noch nicht abschließend rechtskräftig.

Screen Shot von BILD.de mit irreführender Überschrift – GILLETTE hat in doppelter Hinsicht nicht gesiegt

.

Der Coup besteht aber in einem Side-Effect für WILKINSON, der in der Rechtsgeschichte beispielsweise im Jahre 1890 als „GOEBEL-DEFENSE“ bekannt wurde. Glühlampen-Firmen bauten Lampen, ohne bei EDISON/General Electric Lizenzen erworben zu haben – Edison der als „Erfinder/Entwickler/Patentanmelder die entscheidenden Lampen-Patente innehatte.

.

Aber was geschah?

.

Die Lizenz-Betrüger – übrigens vier verschiedene in vier verschiedenen US-Rechtsspielen, allesamt aber vertreten durch die selbe New Yorker Anwalts-Firma – produzierten und vermarkteten ungehemmt Lampen ohne Lizenzrecht dazu. Und sie ließen sich mit der GOEBEL-DEFENSE“ verteidigen, indem ein lügender Zeuge gegen Quit vor den Gerichten schriftlich erklärte, „er habe Lampen bereits im Jahr 1854 in Deutschland erfunden und hergstellt. Edison habe seine Patente zu Unrecht erhalten. Das Erfinder- und Entwicklerwissen zum Bau der „Electric Incandescent Vacuum Lamp“ sei allgemeinfrei und längst bekannt“.

.

Der Falschzeuge Goebel SR, dieser deutsche Einwanderer, geringer Intelligenz aber mit erheblicher Frechheit, hatte indes selbst weder dieses angeblich allgemein bekannte Wissen und Können um die EDISON-Lampen – er war „the biggest fraud in electrification history“ wie die internationalen Elektrik-Fachzeitschriften es damals sehr sehr ausführlich berichteten. (Anm. DM. Ich selbst habe ca. 7000 Blatt englischer Gerichtsprozess-Dokumente zur Goebel-Defense übersetzt und ausgewertet).

.

Es ging den Lizenzbetrügern letztlich nicht um Beweis und Rechtsanspruch gegen EDISON, sondern sie spielten einfach auf Prozessverschleppung durch Goebel-Defense. Denn die strittigen Lampen-Patente Edisons  liefen nach 15 Jahren Schutz ab und aus. Und so kam es, dass Edison keinerlei Gewinne aus seinen Lampenerfindungen erreichen konnte.

.

Der externe gekaufte „Zeuge“ Henry GOEBEL SR. half bei der Prozessverschleppung, indem er die Patenterteilungen für Edison durch das US-Patent-Office in Frage stellte.

.

Und für den Streit zwischen GILLETTE und WILKINSON heißt das heute:

 

Noch einmal dpa am 18. Juli 2017:

.

„…Durch die Nachahmerklingen werde ein Patent von Gillette über die Verbindung von Griff und Klingeneinheit verletzt, sagte der Vorsitzende Richter Tim Crummenerl am Dienstag.

.

Vorhandene Vorräte an den Nachahmerklingen muss das Unternehmen laut Urteil einem Gerichtsvollzieher übergeben, bis über eine mögliche Vernichtung entschieden ist. Auch im Handel noch vorhandene Ware müsse das Unternehmen zurückrufen, sagte eine Gerichtssprecherin.

.

Der Rasiererhersteller Wilkinson und sein Mutterkonzern Edgewell hatten vor kurzem Klingen auf den Markt gebracht, die auf den Rasierer des Konkurrenten passen.

.

Die Klingen wurden laut Gericht in fünf Drogeriemarktketten als Eigenmarken zu Preisen verkauft, die rund 30 Prozent unter dem Niveau des Originals lagen.

.

Gillette, das bislang ein Monopol auf die Ersatzklingen hatte, beantragte daraufhin eine einstweilige Verfügung gegen den Rivalen. Der Rasiererhersteller ist eine Tochter des US-Konzerns Procter & Gamble (P&G) mit Deutschlandzentrale im hessischen Schwalbach am Taunus.

.

Wilkinson hatte die Herstellung vor Gericht verteidigt und argumentiert, dass das Patent von Gillette nichtig sei, weil die darin beschriebene Mechanik schon zum Zeitpunkt der Erteilung des Patents 1998 nicht wirklich neu gewesen sei. Das Gericht teilte diese Meinung jedoch nicht.

.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

.

Wilkinson kündigte an, in Berufung zu gehen. Doch selbst wenn Wilkinson den Verkauf der Nachahmerprodukte zunächst einstellen muss, können „Mach3“-Besitzer hoffen, schon in absehbarer Zeit wieder billigere Klingen zu bekommen. Denn das umstrittene Patent läuft im Februar 2018 aus.“

.

Dietmar Moews und Alphons Silbermann, 1999 im Hotel Ernst in Köln

.

Dietmar Moews meint: Ich hatte die Agentur-Notiz heute auch überflogen und entdeckt und in Kommentaren schrieben Leute zu GILLETTE/WILKINSON:

.

Etwa so: Da kann man einfach in der Drogerie fragen.
Bei Budnikowski haben sie mir beim Klingenkauf erzählt, das sie eine für den Mach 3 passende Eigenmarke haben die günstiger ist. Bekam eine Probeklinge mit.

 

Etwa so: Für mich als Mach3 Nutzer wäre es interessant zu wissen unter welchem Namen die Klingen verkauft werden. „Eigennamen von Drogeriemerktketten“ ist mir jetzt was dünn. Die schreiben doch bei dm sicher nicht auf Ihren Karton „die die bei Gillette rein passen“ 🙂

.

Etwa so: bei ALDI Süd habe ich diese Klingen gesehen, steht drauf „für Mach 3“. Diese Patente auf „Verbindung von Griff und Klingeneinheit“ sind lächerlich und eigentlich keine Innovation in Hinblick auf die Kriterien einer Patenterteilung. Trotzdem ist dieser Unsinn rechtlich abgesichert worden und hilft seit Jahrzehnten den Konzernen, den Kunden das Geld aus den Taschen zu ziehen, weil die Klingen innerhalb der verschiedenen Modelle auch einer Firma nicht passen, überhöhte Preise genommen und immer neue Modelle gekauft werden müssen. Sittenwidrig. Einziger Ausweg, normale Standardrasierklingen.

.

Mein aufmerksamer Lichtgeschwindigkeits-E-Mailer schrieb am 18. Juli 2018 – und ich gebe es hier – hoffentlich mit seinem Einverständnis weiter:

.

„…Rechtsstreit zwischen den Nassrasiererherstellern Wilkinson und Gillette mit verblüffender Parallelität zur Göbel-Causa. (GOEBEL-DEFENSE A. d. DM)

 

Wilkinson stellt Ersatzklingen für das verbreitete Modell Mach3 von Gillette her, verletzt bewusst ein Patent und bringt diese 30% unter dem Preis von Gillette auf den Markt. Das Patent läuft sowieso 2018 aus und man versucht sich mit Prozessverschleppungsstrategien dahin zu retten. Die Argumentation von Wilkinson: Das Patent von Gillette hätte schon 1998 nicht erteilt werden dürfen.

.

Bei Auslauf des Patents 2018 hat man auf jeden Fall bereits den Markt für billigere Rasierklingen von Drittherstellern an sich gerissen bevor andere mühselig Marktanteile gewinnen müssen und kann mit den Gewinnen die Prozesskosten und Schadenersatz offenkundig begleichen.

.

Vielleicht lernt man das in Manager-/Marketingstudiengängen dass man 2-3 Jahre vor Patentauslauf mit dreister Patentmissachtung den Markt erobern muss, weil es nach Patentauslauf mit viel Konkurrenz zu mühselig und teuer wird. Die Regale von Aldi, Rossmann und Co. müssen vorher besetzt werden und die Kunden gebunden werden. 😉

Servus, frohes Schaffen“

.

DIETMAR MOEWS „MEXICANO“, 140cm / 140cm, Öl auf Textil

.

FINE E COMPATTO

.

WARNUNG: recommended posts (Zusätze, die als Empfehlungen oder Beziehungen von WordPress hier eingestellt werden)

 

auf dem Dietmar Moews‘ Blog eingeblendete „Recommended Posts“ oder sonstige „Pseudoempfehlungen“ werden von WordPress

.

gegen das Einverständnis des Eigentümers Dr. Dietmar Moews

.

hier gezeigt und sind keine Empfehlungen von Dr. Dietmar Moews. Nichts davon wird i.S.d.P. von Dr. Dietmar Moews verantwortet. Dietmar Moews klickt diese „recommendends“ nicht an und liest nichts davon.

.

Ab jetzt werden alle Dietmar Moews‘ Blog-Beiträge mit dem SLOGAN

FINE E COMPATTO deutlich beendet.

.

WARNUNG: recommended posts

.

und BESTELLEN

subscription to Dietmar Moews Abonnement von Dietmar Moews un abonnement à Dietmar Moews

Blätter für Kunst und Kultur erscheinen in loser Folge im Verlag Pandora-Kunst-Projekt Köln

Blätter Neue Sinnlichkeit

.

Indem ich Ihnen ein langes Leben wünsche, sparen Sie auf diese Weise ganz erheblich.

Abonnement auf Lebenszeit für EURO 500,- (oder entsprechender Landeswährung)

Einzelpreis oder Abonnement inkl. Versand EURO 12.-, Schüler bei Selbstabholung EURO 4.-

Abonnieren Sie mit Namen, Postanschrift, Ort, Datum, Unterschrift sowie EURO 500 zur Verrechnung bei:

PANDORA KUNST PROJEKT

zu Händen Dr. Dietmar Moews

Mainzer Straße 28

D-50678 Köln am Rhein

.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: