Tankred Dorst 1925 – 2017 Kurznachruf

Lichtgeschwindigkeit 7355

Vom Freitag, 2. Juni 2017

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Tankred Dorst, Bühnenautor und Regisseur, geboren am 19. Dezember 1925 in Oberlind / Sonneberg, Thüringen, ist jetzt 91-jährig, am 1. Juni 2017 in Berlin gestorben.

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Dorst lebte seit seiner Studentenzeit in München-Schwabing, wo er seinerzeit begann, für das Marionettentheater Kleines Spiel zeitkritische Stücke zu schreiben, die zum Teil heute noch aufgeführt werden. Außerdem ist er durch seine Drehbücher und als Regisseur auch international bekannt geworden.

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Ursula Ehler, geboren 1940 in Bamberg, die ihn seit Anfang der 1970er Jahre durch sein Leben und Werk als Lebensgefährtin und Co-Autorin begleitete ist eit Mitte der 1970er Jahre an fast allen Veröffentlichungen als Autorin beteiligt.

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Ab 2013 lebte er mit seiner Frau Ursula Ehler-Dorst in Berlin

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Der Suhrkamp Verlag, Berlin, der Dorst-Ehler mit mehr als 50 Stücken verlegt, betont dass „große Regisseure“ wie Peter Zadek, Peter Palitzsch, Dieter Dorn und Hans Neuenfels eng mit Dorst – Ehler zusammengearbeitet haben. 2006 gab Dorst, bereits 80-jährig, mit einer Neuinszenierung von Wagners „Ring“ in Bayreuth sein Debüt als Opernregisseur – allerdings von Buh-Rufen begleitet.

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Als bekanntestes Theaterstück gilt „Merlin oder Das wüste Land“. Immer wieder fühlen sich namhafte Bühnen von dem 1981 am Düsseldorfer Schauspielhaus uraufgeführten achtstündigen Monumentalwerk aus der König-Artus-Welt herausgefordert.

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Dietmar Moews meint: Der schleichende Vertreter der SALONPERSONNAGE, Tankred Dorst, der sich im kulturpolitischen Schatten der 68er der deutschen Kulturszenerie annäherte – von der Gruppe 47 bis zu den Tagen der Neuen Musik – zwischen ADORNO und Günter Grass – zwischen Henze und letztlich in München, wo die Revolution noch etwas gedämpft die Institutionen eroberte. So kamen Dorst-Ehler bei den Kulturschnittstellen gut an. Dorst-Ehler mit ihren verschwiemelt aufgelösten Brechtholzschnitten waren inhaltlich geschmeidig bzw. immer unentschieden. Das Eichhörnchen nährt sich redlich.

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Wirklich Was zu sagen hatte Tankred Dorst nicht – das war aber auch nicht von ihm erwartet worden, wo es den „kongenialen“ Schlüsselfunktionären stets vorrangig um sich selbst ging. Dieter Dorn konnte sogar auch attraktive Kammerspiele machen, überhaupt ohne Stücke.

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Von Tankred Dorst – Ursula Ehler geht keine Schule, kein Gedanke, kein künstlerischer Impuls aus. Da wird Suhrkamp voraussichtlich noch weiter hinbrechteln.

 

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