DLF: Atlas der Angst gefühlte Armut gefühlte Dummheit

Lichtgeschwindigkeit 7267

Vom Freitag, 14. April 2017

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In der allgemeinen FREIHEIT des grundgesetzlich erlaubten Lebensspielraumes darf jeder denken, was er will und tun und lassen, was er möchte, solange nicht auf anderer Rechte übergegriffen wird.

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Jeder darf publizieren – sofern er seinen Namen dranschreibt:

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Wahrheit, Lüge, Bullshit – Alles ist erlaubt.

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Was jemand sagt und tut, fällt immer auf ihn und formt das Fremdbild, das Andere von ihm haben. Wer sein Selbstbild im Guten verallgemeinern möchte, sollte bescheiden sein und den Anderen überlassen (wie sie ein Fremdbild haben, das dem Selbstbild gerecht wird) die eigene Meinung zugestehen.

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Die deutsche LINKSPARTEI kommt alle naselang mit gewissen „Markenzeichen“ heraus, wie zuletzt zur „Armut in Deutschland“. Da sagte ein Parteisprecher:

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Die gefühlte Armut in Deutschland ist gestiegen“ – dass sei ungeachtet der aktuell allgemein günstigen Wirtschafts- und Beschäftigungsdaten Ausdruck der allgemeinen Befindlichkeit. Armut – und nun findet sich auch Angst.

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Gefühle sind ein weites Feld.

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Wer die Allseitigkeit des gesellschaftlichen Lebens ansieht, wird leicht erkennen, dass den freien Individuen Eigensinn und Dynamik überlassen sein muss, am eigenen Geschick vorstellungsorientiert mitzuwirken.

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Zwang – jedenfalls – sei es Zwang zum Glücklichsein lässt weder im Einzelfall noch als offiziale Beglückungsnorm Erfolg erhoffen. Denn Gefühle – unter Zwang – sind ein weites Feld.

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Wie anmaßend und hoffartig ist also die Reklamation der LINKSPARTEI auf „gefühlte Armut“?

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Warum wagt man sich näher an die Wahrheit unserer Anthropologie in unserer Soziologie heran, festzustellen:

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Die gefühlte Dummheit in unserer Gesellschaft ist exorbitamt“ – denn jeder kennt sich und seine Faulheit, daran selbstverbessernd zu arbeiten, und tabuisiert seine eigene Dummheit. Kennt doch jeder die tabuisierte Dummheit der anderen Genossen wie die eigene.

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Tabuisierte Dummheit schützt vor gefühlter Angst nicht.

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DLF brachte am 13. April 2017 die Vorstellung einer Reportage, die von den beiden Autoren zu einem Bildband verarbeitet worden. DLF-Redakteurin war Sigrid Fischer.

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„In den Alltag schiebt sich der Ausnahmezustand“ 13.04.2017

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Deutscher „Atlas der Angst“ – „In den Alltag schiebt sich der Ausnahmezustand“

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Terror, sozialer Abstieg, Flüchtlinge – wovor haben die Deutschen Angst? Die Reporter sind durch das Land gereist auf den Spuren der „German Angst“. In einem literarischen Bildband dokumentieren sie ihre Begegnungen im Kleinen. Das Fazit der Rundreise:

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„Der Lack unserer Zivilisation ist dünn“, sagte einer der Autoren im DLF.

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DLF-Redakteurin Sigrid Fischer bringt die Sache als Erlebnisbericht, versäumt aber, nach einem wissenschaftlichen Rahmen zu fragen:

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Sankt Petersburg, Stockholm, Dortmund. Das sind nur die jüngsten Anschläge, vermutlich verübt mit dem Ziel, ganze Gesellschaften zu verunsichern. Die Deutschen haben aber nicht nur Angst vor Terror. Das konnten die Autoren ( … ) bei ihrer Reise durch das Land letztes Jahr feststellen. Der Autor und der Fotograf haben in drei Monaten 100 Orte besucht und dort Überlebende von Attentaten, Flüchtlinge und auch die sogenannten besorgten Bürger getroffen. …

Sie waren ja losgefahren mit der Frage Ihres Sohnes. Also ja, das Land habe sich verändert, haben Sie gesagt und der Sohn fragt: Ist es denn jetzt schöner oder nicht mehr so schön? Und, haben Sie die Antwort mitgebracht für ihn?

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Autorenantwort: Ja, es ist noch schön. Aber die Schönheit hat Brüche bekommen. Wie soll ich sagen, es ist so eine Art Doppelbelichtung, die wir beobachtet haben. In die schöne Normalität, in den banalen Alltag schiebt sich immer wieder der Ausnahmezustand. Vielleicht kann ich das am Besten an einem Beispiel deutlich machen, das wir in Dresden erlebt haben. Dort sind wir auf die Familie des Imams der türkischen Gemeinde getroffen, genauer gesagt auf seinen Sohn. Der hatte seinen Turnbeutel vergessen. Der sollte eigentlich in einem Interview übersetzen. Wir haben das Interview dann verschoben, haben uns erstmal um den Turnbeutel gekümmert mit dem Jungen, sind mit ihm ins Fundamt der Stadt Dresden gefahren. Und da hat er dann nach seinem Turnbeutel gefragt. Hat das ganz präzise beschrieben: „Letzten Dienstag um 13:21 Uhr in der Linie 19 habe ich meinen Turnbeutel vergessen, der ist schwarz mit einem Astronauten drauf. Können sie mal gucken?“

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Und der Beamte hat ihn auch gefunden und hat dann ermahnend seinen Zeigefinger gehoben und hat gesagt: „aber nächstes mal schön darauf aufpassen!“ Und da machte der Junge sich gerade. Er war irgendwie gekränkt, ein bisschen beleidigt und hat gesagt: „Nun passen Sie mal auf, ich bin der Sohn des Imams in der türkischen Gemeinde. Wie Sie in der Zeitung gelesen haben, ist auf unser Wohnhaus Ende September ein Bombenattentat verübt worden. Deswegen bin ich sehr durcheinander. Deswegen habe ich meinen Turnbeutel vergessen. Ich vergesse sonst nie etwas.“ Das war deutsche Banalität, Fundamt, Turnbeutel vergessen wie hunderte Jungs wahrscheinlich an diesem Tag. Nur wer begründet das damit, dass bei ihm zuhause eine Bombe hochgegangen ist. Das war dann nur dieser Junge. Da schoben sich zwei Realitäten ineinander.

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Fischer: Ja. Und Leute, die – potentiell – vielleicht solch eine Bombe schmeißen würden, haben Sie auch getroffen. Also diese, naja, schon Leute, bei denen die Verunsicherung in Aggression umkippt, sagen wir es mal so.

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Autorenantwort: Ja. Ob wir jetzt dem Einzelnen unterstellen wollen, dass er eine Bombe schmeißt, das lass ich mal dahingestellt. Aber sicherlich, ja, es gibt eine gedankliche, auch eine verbale Enthemmung bei den Leuten. Das war festzustellen. Eine Bereitschaft, seine Ablehnung, seinen Hass, seine Verachtung zu artikulieren – die haben wir erlebt, ja, in wiederrum alltäglichen Situationen.

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Fischer: Sie nennen noch ein Beispiel: Ein Finanzbeamter hat ein Flüchtlingsheim angezündet, weil er Angst um das Schöne hatte und dass die Idylle beeinträchtigt wird, wenn zum Beispiel die Mülltonnen nicht rausgestellt werden. Also das ist ja eine Form von: Angst, Verunsicherung schlägt in absolute Aggression um.

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Autorenantwort: Ja. Was uns wiederrum zu der Frage bringt: Wie dünn war der Lack unserer Zivilisation? Haben wir den zivilisatorischen Stand unserer Gesellschaft vorher vielleicht überschätzt?

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Fischer: Haben Sie Menschen, haben Sie die so en passant in das Gespräch verwickelt oder regelrecht interviewt für ein Projekt? Oder haben Sie sich mehr unterhalten so unterhalten als Privatmann?

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Autorenantwort: Sowohl als auch. Also wir hatten feste Gesprächstermine. Ungefähr 50 Prozent der im Buch enthaltenen Gespräche sind so zustande gekommen. Andere wiederrum haben wir, ja, wie soll man sagen, abgelauscht in Gasthöfen, beim Mittagstisch, auf einer Fähre, auf einer Urlaubsinsel. Einfach die Lauscher aufgesperrt und gehört, was Gesprächsthema ist zwischen den Leuten. Das waren so Versatzstücke, nicht unbedingt aggressiv, eher fatalistisch, aber es kam raus. …

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Autor: Von vornherein würde ich nicht sagen. Aber es hat sich relativ bald eine textliche Sprache und auch eine Bildsprache entwickelt. Wir wollten uns abheben von einer Sprache des Tagesjournalismus, von einer Sprache der Talkshows. Und wir schreiben es so auf, ohne uns anzumaßen, zu wissen, wohin das führt.

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Fischer: „Ein letztes Maß an Unsicherheit wird bleiben. Damit müssen wir zu leben lernen“, das sagte gestern unser Bundesinnenminister. „Der Atlas der Angst“ ist im Eichborn Verlag erschienen und am 22. April feiert dieses Buch als ein Stück Premiere im Thaila Theater. …“

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Dietmar Moews am 7. August 2014 in Köln nach einem zehn Km-Lauf mit einem Ohr im Sonnenschein

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Dietmar Moews meint: Erlebnisse hat jeder. Man kann jeden befragen. Das tägliche Geräusch der Stammtische und unentgeltliche Meinungsäußerungen gehören dem flüchtigen Alltagsgeschehen an und dienen der sozialen und sozio-kulturellen Hygiene.

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Doch wenn die Dienstklasse auf Staatsgeräten den PROPAGANDA-Apparat bedient und die Mittel der Massenkommunikation akzelleriert, wird aus dem Alltäglichen das Herausgehobene. Dazu müssen DLF-Redakteure ausgebildet sein und intellektuell treu und verlässlich redigieren:

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Was sich hier DLF-FISCHER gedacht hat, das so unkritisiert als sendefähig rausgehauen worden ist, gehört zu den objektiven staatlichen Fehlleistungen schlecht organisierter Massenkommunikation bzw. der misslungenen Personalpolitik – Frau FISCHER sitzt beim DLF auf einem zu wichtigen Posten, dem sie zum Thema „GERMAN ANGST“ nicht gewachsen ist.

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Es verhält sich mit gefühlter Angst wie mit gefühlter Armut und mit tabuisierter gefühlter Dummheit:

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Zunächst muss doch mit geeigneten Methoden festgestellt werden, OB? WAS? Ist; dann erst erlebnischarakterisierende Ausschweifungen und Anbuntungen.

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Was hier an folkloristischen Gefühlsäußerungen (der Turnbeutel; Mülltonnen rausstellen; Aggression, Hass und Bombenlegen) ist der reinste Impressionismus, aber keineswegs so – unstrukturiert „abgelauscht“ – als eine qualitative Tiefeninterview-Methode tragfähig gemacht wurde.

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Was hier Redakteurin Fischer rausgebracht hat, ist die reine Willkür, wie zwei Glücksritter ein Reizthema reiten und damit beim Lektor vom Eichborn-Verlag einen Zuschnitt zwischen Pappdeckeln erhalten haben: GERMAN ANGST.

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Wie bescheuert geht’s denn noch?

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Der Lack ist dünn? – welcher Lack, bitte?

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Dazu erklärt dann ein Kuckucksreporter in den ARD-Tagesthemen, am 13. April 2017 um 23 Uhr 15, dass: 56% der Deutschen, nach der BVB-Dreierbombe vom 11. April 2017 in Dortmund, sich sicher in Deutschland fühlen und nur 18% der Deutschen fühlen sich unsicher

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Denn weder der Titel der DLF-Sendung noch der Arbeitstitel oder der Buchtitel wurden überhaupt ernsthaft vorgestellt und fragend entfaltet.

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Und die absurden Behauptungen über die Gültigkeit von „UMFRAGEN“ („Wie würden sie sich am Sonntag fühlen, wenn am Samstag ein Bombenanschlag geschähe, bei dem sie nicht persönlich betroffen waren?).

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So sprudeln die SPRUDELKÖPFE in unserer Massenbereitstellungs-Kommunikation durcheinander – und, wen wunderts? – alle senden, kaum jemand hört noch zu. Das ist ZERSETZUNG.

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FINE E COMPATTO

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