Barbara Schäfer mit Mathias Greffrath verirren im DLF zu KARL MARX „Das Kapital“ 7 / 9 von Hans-Werner Sinn zur Makroökonomie

Lichtgeschwindigkeit 7217

von Dienstag, 21. März 2017

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KURZ vorab: Was der Deutschlandfunk hier abzieht ist „postfaktischer Bullshit“. Nach inzwischen 6 verschiedenen Autoren-Texten zur heutige Marx-Relevanz ist ein solches Durcheinander angerichtet, dass keine Kritik verständlich und lesbar möglich ist. Denn, wer hört oder liest die Widersinnigkeiten, die bisher vom DLF gesendet worden sind.

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Die DLF-verantwortliche Barbara Schäfer arbeitet derart unkompetent, dass es ihr auch nicht möglich war, den Herausgeber Mathias Greffrath, der ja von ihr das DLF-Ticket erhielt, zu überblicken und zu korrigieren.

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Der Beitrag 7 / 9 von Hans-Werner Sinn kommt nach meiner Analyse des Textes, der Quellenangaben und der Konkludenz zu der unzweifelhaften Antwort auf die Frage:

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Was uns Marx‘ heute noch zu sagen hat?“

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NICHTS!

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Was Hans-Werner Sinn aus Marx herauszuholen vorgibt, tut er aus seiner makro-volkswirtschaftlichen Vorurteilswelt jeweils vorher selbst hinein.

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Sinn 7 / 9 beginnt mit einer absichtlichen Lüge des Herausgebers Mathias Greffraths – der behauptet nämlich einleitend falsch:

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Der Ökonom Hans-Werner Sinn hält Karl Marx für einen der bedeutendsten Makroökonomen der Geschichte. In unserer Sendereihe über „Das Kapital“ würdigt der ehemalige Chef des ifo Instituts für Wirtschaftsforschung Marx‘ Beiträge zur Wachstums- und Krisentheorie und analysiert, inwieweit man die anhaltende wirtschaftliche Stagnation unserer Tage damit erklären kann.“

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NOCHEINMAL: „Der Ökonom Hans-Werner Sinn hält Karl Marx für einen der bedeutendsten Makroökonomen der Geschichte.“

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Diese Behauptung Greffraths ist eine Frechheit. Auch wenn Greffrath an einer schweren Krankheit leiden sollte – „der Marx-Inferiorität“ – muss ihm doch klar sein, dass ein solcher Mist nachbleibt und zurückschlägt. Der Professor Sinn macht hier bei seinem Ausflug in ein fremdes Gebiet der „Sozialrevolutionäre des 19. Jahrhunderts“ so schwerwiegende handwerkliche Fehler, dass er vermutlich auch selbst hierfür nicht den Anspruch auf „seriöse Wissenschaftlichkeit“ beansprucht, sondern eben ESSAY – wo es geradeso hinmäandert, ohne Definitionen, ohne exakte Zitate, ohne Forschungsstand.

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Hans-Werner Sinn kommt immerhin zu der Behauptung, er nehme an, Marx‘ „Kapital“ handele von Volkswirtschaftslehre, speziell Makroökonomie. Und Sinn mischt dann fröhlich durcheinander die Begriiffe „Marx Kapital“ (das posthume Buch Numero Drei von Engels), „das Kapital“, „den Kapitalismus“ und all das gleichgesetzt mit der heutigen (sinnschen) Zustandsbeschreibung:

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…Die ultralockere Geldpolitik droht zur Verkrustung des Kapitalismus und auf dem Wege ausufernder Rettungsaktionen direkt in die diktatorische Staatswirtschaft zu führen, denn sie geht mit einer Grenzüberschreitung durch die Zentralbanken einher. Durch diese Maßnahmen betreibt die Europäische Zentralbank eine regionale Investitionslenkung zugunsten der Standorte in Südeuropa, die fatal an die Verwaltung des gesellschaftlichen Produktionsfonds im Neuen ökonomischen System der Planung und Lenkung der Volkwirtschaft der DDR erinnert…“

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Sinn erinnert Marx an die DDR? – witzig. Nur wird hier nicht ökonomischen Folgerichtigkeiten nachgegangen, sondern es wird Willkür gezeigt: Finanzkrieg in der EU.

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Dabei hatte Sinn noch einleitend ausdrücklich erklärt: „Der Sozialismus ist aufgrund der „Kommandowirtschaft“ zusammengebrochen.

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Kommando“, „Willkür“ – das sind keine ökonomischen Begriffe, sondern machiavellistische. Wir sehen, Marx hatte Mandeville‘s Bienenstock“ gelesen – das sollten Greffrath, Sinn und Schäfer auch mal tun. Man sieht, wie Regellosigkeiten zur Regel und dadurch produktiv werden (wenn man aus zusammengebrochenen Fabrikarealen kapitalarme Start-Ups gründen kann).

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Ich bin noch immer bei den Präliminarien meiner Kritik zu DLF  7 / 9 Hans-Werner Sinn zu Marx:

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Sinn scheint nicht reflektiert zu haben, dass Karl Marx ein Dilettant mit abgebrochenem preußischem Jurastudium war, dann ein alternativer Zeitungsmacher in Köln, dann ein politischer Flüchtling und Sozialrevolutionär mit Aussteuer großbürgerlicher Vorstellungen, mit Kinder-Hausmädchen aus Bad Kreuznach.

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Der Sozialrevolutionär war mit der finanziellen Förderung durch den Industriellen Friedrich Engels in der Londoner Emigranten-Gruppe und dem sogenannten „Kommunistischen Manifest“ von 1848 namhaft geworden. Marx war von Engels Jahrzehnte lang dafür bezahlt worden, dass Marx ein grundlegendes Buch schreiben solle, aus dem die gewünschte Sozialrevolution, weg vom bürgerlichen „Kapitalismus“, hin zum klassenlosen Arbeiterklassen-Sozialismus“ hervorgehe. Also – Kritik an der vorherrschenden Ökonomie an der zeitlichen Schwelle zur industriellen Revolution, zu einer bildungsbürgerlichen freien Gesellschaft, die idealiter ohne Staatsmacht auskommen sollte. Produktionsmittel gehören allen – wer produziert, bestimmt und hat das Eigentumsrecht an seinem Produkt, fordert Marx (dieser größte Makroökonom laut H.-W. Sinn?).

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Dass der Sozialrevolutionär Karl Marx, mit dem Hobby-Militaria-Sammler und Kontorist Friedrich Engels im Schlepp, je ein Volkswirt oder Makroökonom gewesen wäre oder hätte sein wollen oder können, muss mit Verweis auf viele MEW-Bände jahrelangen persönlichen Briefwechsels, zwischen Marx in London und Engels in Manchester zurückgewiesen werden. Der Kaufmann, Industrielle und Unternehmer Engels hat stets dem Marx entgegengehalten: Du kannst nicht rechnen. Vergiss‘ deine Beispiele und Analogien. Ich antworte nicht, weil ich Dich verschonen möchte mit der Abqualifizierung der unausgegorenen betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Essayistik.

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Jetzt findet Hans-Werner Sinn den ganzen „Marxismus“ (Das Kapital Bde 1 u. 2) zwar als geltungsfern und unter Ökonomen nicht nutzbar. Aber da sei nun doch ein „makroökonomischer Impuls“, bei Marx und Ricardo (in das von Engels, lange nach Marx‘ Tod redigierte und herausgegebene Das Kapital Band 3), der sogar auf Keynes, Schumpeter und Sinn hinführe.

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Es ist zum Todlachen. Marx hat in der Londoner Bibliothek die schlimmsten Hämorrhoiden zusammengesessen, beim Abschreiben der Essenzen und Substanzen für sein „Kapital“. Das ist Alles bis ins Kleinste überliefert. Marx schrieb Adam Smith, Sismondi, Ricardo ab und exzerpierte und fügte seinen tausenden anderen abgeschriebenen Handschriften an und ein und verlor natürlich vollkommen die Übersicht – Cut and Paste und IT-Textverarbeitung, wie heute, hatte Marx nicht (damit hätte er vermutlich die ganze britische Bibliothek kopiert). Und da hat also Ricardo auch den industriellen Fortschritt durch Geist und Kapitalaufwand sowie die Verbesserung der Produktion bei sinkender Profitrate festgestellt – was Marx mit der Hand abschrieb und Prof. Sinn jetzt Marx‘ Autorenschaft zuschreibt.

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Das war eine empirische Feststellung bei Ricardo. Das mag Sinn ebenfalls als der volkswirtschaftlichen Empirie entsprechend so wahrnehmen. Mag so sein. Das ist aber keine Theorie, sondern eben hypothetische Interpretation der empirischen Lage.

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Mithin:

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eine „Theorie der tendenziell fallenden Profitrate“ ist allerdings ein besonderer Bastard – wenn der Hahn kräht auf dem Mist, ändert sich das Wetter tendenziell, oder es bleibt tendenziell so wie es ist. Denn ohne willkürliche Unternehmer-Kommandos schreitet die tendenziell fallende Profitrate nicht weiter. Schlechtestenfalls verschwindet das Unternehmen mangels Markttauglichkeit und Wettbewerbsschwäche. Kommando-Willkür ist aber keine Theorie-Folge oder volkswirtschaftliche Folgerichtigkeit unternehmerischen und kapitalistischen Handelns. (Beim „to big to fail“ kann man auch zu stark werdende Konkurrenten anders bekämpfen, beseitigen oder ausschalten, als in den Ring der fallenden Profitraten hineingesogen zu werden.

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Zumindest erkennt man rückwirkend möglicherweise willkürliche Wachstumsbestrebungen und in der Folge davon, kleinere Profitraten – bis hin zu Nullwachstum. Bis hin zu Verlustproduktion, Negativzinsen und in die ganze sogenannte Krise des Dominos der billigen Kredite, bis an die Grenze, wo – wie es Sinn beschreibt – die auf Wachstrum zielenden gesteigerten Negativzinsen so kostspielig sind, dass die Kapitalisten das Bargeld lieber zuhause aufbewahren. Und wir haben den Wettlauf zwischen Negativzinsen als Kapitalkosten und Tresorkosten für Bargeld. Bis hin, dass die 500er Scheine abgeschafft werden und mit 200ern doppelt so große Tresore nötig wären. Bis das Bargeld ganz abgeschafft wird, weil dann die Notenbank beliebig „Wachstum“ durch maßlose Negativzinsen erzwingen kann.

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Und am Ende – so Sinn – könnte Marx, anders als er es dem sozialrevolutionären Klassenkampf zutraute, doch noch Recht bekommen, dass der Kapitalismus zusammenbräche.

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Prof. Dr. Alphons Silbermann held a reception to his 90th day of births at the Excelsior Hotel Ernst Cologne near dome

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Dietmar Moews meint: Inzwischen weiß ich – beim DLF in Köln geht es da, wo es an Professionalität und „best practice“ mangelt, überwiegend nicht böse, sondern blöde zu.

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Lese ich die folgende Ankündigung, nachdem also ein Herausgeber, Mathias Greffrath, 6 / 6-Autoren zu Karl Marx‘ „Das Kapital“, im Jahr 2016, angekündigt hatte, die gesendet worden waren, die ein Buch ergeben sollen – komme ich zu folgenden Kritiken:

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 Das Kapital (1/6) Aktuelle Brisanz der Marxschen Kategorie

https://lichtgeschwindigkeit.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=28696&action=edit

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Das Kapital (2/6) Das Verhältnis von Kapitalismus und Gewalt

https://lichtgeschwindigkeit.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=28808&action=edit

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Das Kapital (3/6) Entfremdung im Kapitalismus

https://lichtgeschwindigkeit.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=28956&action=edit

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Das Kapital (4/6) Der Niedergang des Kapitalismus

https://lichtgeschwindigkeit.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=29247&action=edit

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Das Kapital (5/6) Sahra Wagenknecht über das Ende des Kapitalismus

https://lichtgeschwindigkeit.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=29300&action=edit

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Das Kapital (6/6) Kooperation als Quelle des Reichtums

https://lichtgeschwindigkeit.wordpress.com/wp-admin/post.php?post=29502&action=edit

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DLF-Greffrath einleitend:

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„Vor 150 Jahren erschien „Das Kapital“ von Karl Marx. Mutmaßungen über das Ende des Kapitalismus werden schon längst nicht mehr nur von stehengebliebenen Sozialisten, sondern unter den Eliten der Weltwirtschaftsgipfel diskutiert. Grund genug, „Das Kapital“ noch einmal gründlich zu lesen. In einer Deutschlandfunk-Sendereihe untersuchten im vergangenen Jahr sechs Autoren die Brauchbarkeit des Buches für das Verständnis unserer Gegenwart. Als siebter Autor setzt der Ökonom Hans-Werner Sinn die Reihe fort.“

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kommt jetzt (nach 6 / 6) die Ankündigung von 7 / 9:

 

RE: Das Kapital (7/9) Was uns Marx heute noch zu sagen hat.

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Herausgeber Mathias Greffrath wendet sich auch erneut einleitend an die DLF-Interessenten, wenn er nun etwas verwirrt Zweierlei ankündigt, nämlich:

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EINS: „Das Kapital (7/9)“

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ZWEI: „Was uns Marx heute noch zu sagen hat.“

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Greffrath tut so, als habe seine DLF-Marx-Wiederbelebung mit Hans-Werner Sinn einen neuen Bienenstock gefunden. Der 7 / 9-Autor Hans-Werner Sinn mag allerdings nicht „Das Kapital“ noch irgendwie zitieren. Sinn sieht nichts davon für jemals oder heute und morgen als gültig. Was für Sinn aus Karl Marx Denken und Schreiben des „Das Kapital“s kommt, wird jetzt der dritten Fassung von „Das Kapital“ entnommen. Sinn nennt es „Makroökonomie“, „Krisentheorie“ und „Theorie tendenziell fallender Profitrate“ – und Sinn schließt endlich mit der Frage:

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Vielleicht kommt ja doch noch – anders als es Marx sich vorstellte – zum Zusammenbruch des Kapitalismus?

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Doch Sinn scheint nicht zu wissen, dass die aus der Verständnisnot von Friedrich Engels, lange nach Marx‘ Tod, der Notdürftigkeit der Originalfassung „Das Kapital“ von Karl Marx gehorchende Fassung „Das Kapital“ Bd. 3, kein dritter Band von „Das Kapital“ ist, sondern nur eine weitere verworrene Zwischenlösung der gewünschten sozialrevolutionären Bibel über die angängige frühindustrielle Ökonomie.

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Diese Engelsausgabe „Das Kapital“ – Sinn nennt es „Das Kapital“ Band 3, so als gäbe es so eins zwei drei Bände, wie ein dreibändiges Lexikon. Nein, das ist irreführend. Es handelt sich bei allen FÜNF Ausgaben und Zusatzausgaben immer wieder um den einen ultimativen Band, der von Eins bis zum letzten Stand mangelhaft eingeschätzt wurde und doch zu keiner akzeptablen ultimativen Fassung „Das Kapital“ gebracht werden konnte – nicht von Marx selbst, nicht von Engels mit der Hilfe der Marx-Töchter, noch von dem bemühten Sozialdemokraten Kautsky.

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Jetzt kommt also Hans-Werner Sinn mit einem Witz, den er allerdings sehr ernsthaft vortrug –

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(Hatte der Hallenbadgast sein Toupé im Wasserbecken an die Absauganlage verloren, musste aber dringend seiner Wege gehen und bat den Bademeister um Hilfe, der aber auch nicht so recht wusste, bis er vorschlug: Dann nehmen Sie sich was aus der Filteranlage.“) –

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hat nun zwar nicht „Das Kapital“ von Karl Marx, aber das von Friedrich Engels für Professor Sinn Analogien zwischen Ricardo, Marx und Sinn selbst hinsichtlich makroökonomischer Erklärungsmuster zu bieten – sagt Hans-Werner Sinn.

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Dietmar Moews bestreitet ihm, das Sinns eigene makroökonomische krisenkapitalistische Hypothese irgendeiner cum grano salis-Argumentation Marx‘ entspräche, zumal Sinns Hypothese jedenfalls argumentativ eine entscheidende Volte macht:

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Sinn nimmt an, dass die dem ökonomischen Fortschrittsprozess geschuldete verschwindende Profitrate mittels willkürlichen Wachstums abgefangen wird, durch wildes Gelddrucken der Notenbanken.

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Sinn sagt sogar:

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Damit will man die „Bargeldsparer“, deren Bargeldtresore und Lager die Riesenmengen der Aberbillionen 500-EURO-Scheinen nicht mehr horten könnten, entweder zwingen, Bargeldsparen aufzugeben und durch „Spending“ und „Deficitspending“ über eigene unrentable Investitionen Wachstum zu erzeugen oder sich dem Negativzinswucher der Notenbank zu unterwerfen.

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Kurz: Nicht makroökonomische Gesetze (dass der Intensivkapitalismus immer kleinere Profitraten erzeugt, bis hin zu Nullwachstum bzw. Negativzinsen auf Ersparnisse, beenden den „marxschen Krisenkapitalismus“, sondern die Willkür der Notenbanken!

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An der Kostengrenze zwischen Bargeld-Tresorkosten und Kapitallager gegen Negativzinsen bei der Zentralbank liegt der willkürliche Zaubertrick des Luftgeld-Wachstums. Nur sollte man das nicht „ökonomische Theorie“ oder „ökonomisches Gesetz“ nennen. Denn es ist WILLKÜR. Es ist KOMMANDO.

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Und diese Willkür ist keine ökonomische Gesetzmäßigkeit, sondern reine Finanzwillkür. Sie ist kein Realwachstum und kein Profit oder Mehrwert, sondern Finanz-Bullshit. Was sollte irgendeinen Militärmächtigen von anderer Willkür abbringen, sollte das Weltfinanzsystem die Finanzierung einer willkürlichen Macht-Luftgeld-Politik nicht durch Hinnahme von „Falschgeld“ mitbezahlen wollen, Militärherrschaft auszuüben?

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Das wäre aber nicht „Das Kapital“ nach makroökonomischen Regelspielen, sondern Militarismus“.

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Greffrath möchte jetzt im DLF die Erinnerung an eine Theorie, die Krisen nicht als Ausnahmen, sondern als notwendige Bewegungsformen der kapitalistischen Produktionsweise begreift.

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Doch 7 / 9-Autor Sinn meint:

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Die Theorien der Mainstream-Ökonomie gehen bis heute trotz aller Raffinesse und leistungsfähiger Methoden von idealisierten Marktmodellen aus. Der neoklassische Liberalismus radikal: indem er, wie Ricardo und Marx, die Arbeitskraft als normale Ware definiert und die „schöpferische Zerstörung“ der Krisen als radikale Medizin – mit allen dazugehörigen Härten. Der Keynesianismus thematisiert die Notwendigkeit staatlicher Investitionen zur Wachstumsförderung, aber hat die Grenzen des Wachstums ebenso wenig im Blick wie der Ordoliberalismus, der das freie Spiel der Märkte, wenn auch mit sozialer und ökologischer Abfederung, fordert und damit oft an der Realität einer hochmonopolisierten und vermachteten Wirtschaft vorbeigeht.

 

Eine „Politische Ökonomie“, die so weit ausgreift wie das Marxsche Programm, müsste heute eine Theorie der Weltwirtschaft sein, welche die sozialen Verhältnisse, die Stoffkreisläufe, die Energiesysteme, Geldströme, die technologischen Optionen, Konsummuster und kulturellen und ökologischen Wachstumsgrenzen einbezieht – in der Absicht, Entwicklungspfade zu beschreiben, die auf die Erhaltung der „Springquellen alles Reichtums: der Erde und der Arbeiter“ zielen. Trotz aller Computer ist eine solche Theorie schwer vorstellbar – und vielleicht nur einem Einzelnen möglich. Als Kritik.“

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Damit sagt doch Sinn, was Marx nicht explizierte, könnte man nachträglich daraus machen. Und dann hat man Marx‘ Arbeiterklasse und dazu die tendenziell fallende Profitraten erzeugenden IT-Produktionsweisen der Robotik der Sozialrevolution. Und Greffrath folgert:

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…Marx‘ Erbe aber ist oft unerkannt für viele Sozialwissenschaften prägend geworden, auch für die Ökonomie. … Sinns Wirtschaftsforschung und Schwerpunkte waren Wachstums-, Konjunktur-, Umweltökonomie und Finanzwirtschaft. In den letzten Jahren beschäftigte er sich mit dem Euro, der Griechenlandkrise, der Politik der europäischen Zentralbank und im vergangenen Jahr hat er in seinem Buch „Der Schwarze Juni“ den Brexit, Migrationsprobleme und die Eurokrise untersucht.“

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Und schon schwadroniert Professor Sinn, nicht auf seine Wortwahl zu achten – „…der Sozialismus, der Kapitalismus, Anreize und Kommando -:

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…Der Sozialismus hat den Systemwettbewerb mit dem Kapitalismus verloren. Ineffizienz und Gewaltherrschaft waren die absehbaren Folgen des Versuchs, eine Zentralverwaltungswirtschaft mit Kommandos statt pekuniären Anreizen zum Laufen zu bringen. Als das auch der Letzte merkte, brach das System zusammen. Ist Marx deswegen obsolet? Mitnichten, denn obwohl Marx die sozialistische Revolution prognostiziert und gefordert hat, hat er nur wenig über den Sozialismus geschrieben, sondern sich stattdessen umso intensiver mit der Funktionsweise der kapitalistischen Marktwirtschaft beschäftigt. Viele der Marxschen Behauptungen wurden zwar von der Volkswirtschaftslehre verworfen. Und die intensiven Werturteile, die er in seine Analysen einfließen ließ, entsprechen nicht dem Wissenschaftsverständnis, das mit Max Weber Konsens in den Sozialwissenschaften geworden ist. Dennoch hat Marx viele interessante Gedanken geäußert, die nachhaltigen Einfluss auf die weitere Entwicklung und den Erkenntnisprozess der Volkswirtschaftslehre und der anderen Sozialwissenschaften hatten.

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Was soll das? Im Einzelnen ist es Kommando oder Kreativ – aber insgesamt ist es „viel“. Marx hatte viel geschrieben. Sinn tappst jetzt viel hinterher.

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Und der Hammer ist die metaphysische Vorstellungsorientierung des Makroökonomen Hans-Werner Sinn, der doch tatsächlich meint – „entweder Hegel oder Marx!“

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Sinn malt an seine Wand: Das BEWUSSTSEIN bestimmt das SEIN oder das SEIN bestimmt das BEWUSSTSEIN.

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…Das gilt auf jeden Fall für Marxens Grundthese, dass nicht, wie Hegel meinte, das Bewusstsein das Sein, sondern ganz im Gegenteil das Sein das Bewusstsein bestimme, dass also die objektiven Produktionsverhältnisse letztlich den ideologischen Überbau in Form des Staatswesens, der Gesetze und der medialen Mehrheitsmeinung determinieren. Es gibt kein Primat der Politik über die Gesetze der Ökonomie. Vielmehr bestimmen die ökonomischen Gesetze den Rahmen, innerhalb dessen sich die Politik bewegen kann. Systeme, die sich nicht an den Gesetzmäßigkeiten menschlichen Verhaltens und der objektiven Knappheit der Ressourcen orientieren, sondern aufgrund bloßer Wunschvorstellungen von Ideologen, Theologen oder Ethikern eingerichtet werden, gehen unter, weil sie ökonomisch nicht funktionieren und dem Wettbewerb mit anderen Systemen nicht standhalten. …“

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Ich breche das hier jetzt ab. Was soll der Unfug? Professor Sinn glaubt an ein Sein, das aus dem ökonomischen Gesetz besteht. Also, er sagt kurz gefasst:

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Das ökonomische (wissenschaftliche) Gesetz bestimmt unser Sein (das heißt bei Heidegger „das Seiende“). Es sei nicht durch Politik (Bewusstsein) zu bestimmen – postuliert Sinn.

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Ich wiederhole mich:

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Heideggers ontologische Differenz ist hier mal nachzudenken, ebenso wie Immanuel Kants Ding und das „An sich“ des Dinges. Heidegger sagt:

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Wir haben nicht ein Ding, ein Seiendes (ein ökonomisches Gesetz), sondern das volle Sein bestimmt das Seiende. Oder mit Kant – jedes Ding tritt in seiner Szenerie auf und steht unter dem Einfluss aller Einflüsse des Seins.

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Und wenn diese Einflüsse nicht nur Sinns ökonomische Gesetze sind, sondern beispielsweise kollabierende Wirkungssysteme oder endlose Algorithmen-Schleifen in Computern oder Religion und Drogen – aber was wäre denn damit gesagt, wollte man mit Sinn annehmen, jeder wirksame Wirkung des Seins ist Ausdruck des Ökonomischen Gesetzes.

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Da erinnern einen all die Tautologien vom zureichende Grunde, von der Theodizee, von der besten aller Welten und immer das ökonomische Gesetz bestimmt das Sein (Hegel und Marx hatten Sein und Seiendes noch nicht definitorisch ausdifferenziert). Sagen wir es ehrlich:

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Gott bestimmt Gott und Mathias Greffrath bestimmt die Marxnützlichkeit – wenn man ihn nicht daran hindert.

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FINE E COMPATTO

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