Postfaktisch als WORT DES JAHRES 2016 proklamiert

Lichtgeschwindigkeit 6962

Vom Samstag, 10. Dezember 2016

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Liebe Benutzerin, lieberer Benutzer der LICHTGESCHWINDIGKEIT, hier, ich schreibe hier, weil ich was zu sagen habe.

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Ich schreibe hier täglich, weil ich täglich was zu sagen haben. Es gehört zu meinem Stoffwechsel und gehorcht dem faktischen Mangel an intelligenten Gesprächspartnern, hier. Bob Dylan anmerkte als junger Musiker – „alle, denen die Haare ausgehen, sollen abhauen und still sein.“

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DAVID HOCKNEY hat was zu sagen

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Postfaktisch wurde heute, Freitag, 9. Dezember 2015 als WORT DES JAHRES 2016 proklamiert – Dr. Dietmar Moews hält sowohl die Anspruchslosigkeit um das „WORT DES JAHRES“ seit Jahren für KLAMAUK und speziell die Bedeutungen zum aktuellen POSTFAKTISCH sind BULLSHIT. Denn es werden soziologische Sachverhalte oberflächlich und völlig irreführend exponiert. Das Mittelalter der Salonpersonnage in den deutschen Geisteswissenschaften erobert die staatlichen Massenmedien – VIVA KULTURINDUSTRIE.

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EDWARD SNOWDEN hat was zu sagen

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Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) ist eine der Eigenwerbung treibenden Firmen, die Kitt oder Schmierfilm in die öffentliche Kommunikation verbreiten, dafür noch Gemeinnutz reklamieren, aber keineswegs ausweisen können. Zumal ihre Statements ziemlich postfaktisch daherkommen: BULLSHIT (nach Harry Frankfurter).

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BOB DYLAN hat was zu sagen

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POSTFAKTISCH – so laute das WORT DES JAHRES, das man jetzt publiziert. Dabei wird der Anspruch erhoben, Sinn und Form der deutschen Sprache unter den Deutsch sprechenden Menschen zu aktivieren (frei nach Karl Marx: Keine Disziplin büßt – wenigstens auf lange Sicht – dadurch etwas ein, dass sie zum Schlachtfeld wird.“ Doch das ist dummes Zeug. Demnach wäre tatsächlich Vorstellungsorientierung eine nachrangige Leistungssportart für Deviante, während bedenkenlose POSTFAKT-SCHLACHTFELDER produktiv seien. Das WORT DES JAHRES ist abseits seriöser Erhellungsabsicht prinzipiell Müll und Vermüllung der ohnehin sprudelköpfigen Weitläufigkeit des Allzumenschlichen.

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SPORTGENIE hat was zu sagen

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So finden wir auf dem kürzesten Wege zur Frage an eine O-Ton-Lieferantin:

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Was verstehen sie unter POSTFAKTISCH? – die spontane Antwort:

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POSTFAKTISCH – das erleben wir doch täglich, dass lauter Nachrichten kommen, wo man sagt:

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Das kann doch nicht wahr sein“.

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Da versteht jemand POSTFAKTISCH ganz anderes als es die WORTFINDER der GdfS bedeuten.

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MARINA SPICKERMANN hat was zu sagen

 

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Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat „postfaktisch“ zum „Wort des Jahres“ gekürt. Aber hatten Fakten nicht schon immer einen schweren Stand gegen die Macht der Gefühle und niederen Instinkte? Und wenn wir tatsächlich in postfaktischen Zeiten leben, können wir der Wahl dann überhaupt trauen?

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JOACHIM RINGELNATZ hat was zu sagen

 

Die Konkurrenz war bärenstark, Buchmacher von London bis Lippspringe hatten bis zuletzt auch einen Sieg der „Horrorclowns“ oder des „Trump-Effekts“ für möglich gehalten. Aber seit heute Morgen steht fest: „Postfaktisch“ ist das Wort des Jahres. Der Portmanteau-Begriff „Brexit“, der ebenfalls eine starke Saison gelaufen ist, landete auf Platz 2. Der Ausdruck „Silvesternacht“ war zwar schon früh ins Rennen gestartet, kam aber über einen ehrenvollen dritten Platz nicht hinaus. Was die beiden abgeschlagenen Begriffe vermutlich den Sieg kostete: Letztlich geht es auch bei ihnen um Postfaktizitität. 

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Im Englischen, wo wir das JAHRESWORT 2016 bereits haben, ist es POSTTRUE – posttrue? Da steckt eine semantischer Verschiebung gegenüber postfaktisch drin. Bei den deutschen postfaktischen FAKTEN geht es um die positive Geltung von FAKTEN und Sachverhalten – beim Englischen true, des für wahr Gehaltenen – steht mehr das Desinteresse an verallgemeinerbarer Wahrheit, das oberflächliche Alltagsgedussel in der Bedeutung.

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Das Wort ist natürlich ein Adjektiv und bezeichnet die Tatsache, dass es in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen zunehmend um Emotionen geht. O-Ton Angela Merkel, die den Begriff am 19. September ins Rennen brachte: „Das soll wohl heißen, die Menschen interessieren sich nicht mehr für Fakten, sondern folgen allein den Gefühlen.“

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Im DLF machte sich der Autor etwas ironisierend an den WORT/UNWORT-Wert. FLORIAN WERNER vom DLF sagt am 9. Dezember 2016 unter Überschrift „POSTFAKTISCH“:

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Aber stimmt das denn – beziehungsweise war das nicht schon immer so? Brachen nicht bereits die Griechen einen Krieg gegen Troja vom Zaun, nur weil der gefühlsduselige Paris die schöne Helena geraubt und dabei den Fakt außer Acht gelassen hatte, dass sie verheiratet war? Handelten etwa die Kreuzritter vernunftorientiert, als sie im Namen einer unsichtbaren höheren Macht mordend und brandschatzend nach Jerusalem zogen? Von den fanatisierten deutschen Massen, die 1933 einen verbrecherischen Hochstapler ins Reichskanzleramt hievten, ganz zu schweigen. „Fakten, Fakten, Fakten“, wie der große Verfechter der Wahrheit, Helmut Markwort, auszurufen pflegte – sie hatten gegen Gefühle und niedere Instinkte schon immer einen schweren Stand.

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Apropos: Wie können wir überhaupt wissen, dass wir tatsächlich in postfaktischen Zeiten leben? Schließlich handelt es sich dabei ja nur um eine Behauptung der Systemmedien, denen bekanntlich jedes Mittel recht ist, um das gesunde Volksempfinden zu diskreditieren. Und das sogenannte „Wort des Jahres“? Wer weiß: Die Meldung, dass „postfaktisch“ gewonnen hat, stammt ja auch nur aus der Lügenpresse; vielleicht ist ja doch „Brexit“ oder „Silvesterknaller“ Nummer eins, und die-da-oben wollen verhindern, dass wir das erfahren. …“

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Florian Werner kommt für den DLF nicht zu einer haltbaren Aussage. So verbreitet der DLF:

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POSTFAKTISCH – das bedeutet, eine tiefgehende Veränderung in der Orientierung – überwiegend emotional, statt an Fakten und Tatsachverhalten, an Wahrheit und Erkenntnis.

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Dietmar Moews meint: Haben wir gelacht. „Alle Kreter lügen, sagte ein Kreter“ – das soll nun neu sein. Ist es nicht.

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Interessanter ist die Behauptung, es läge eine tiefgreifende Verhaltensänderung der Deutschen und der sprachlich kommunizierenden Menschen in Deutschland vor – wie Kanzlerin Dr. Merkel äußerte:

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tiefgehende Veränderung in der Orientierung – überwiegend emotional, statt an Fakten und Tatsachverhalten“ – wie der DLF kolportierte.

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Dann wirft man DONALD TRUMP, den siegenden US-Wahlkampf-Propagandisten oder LÜGENPRESSE das STIGMA der deutschen Herrschafts-Publizisten vor, ihre Deutungshoheit und Sprachmacht durch das verändernde IT-Echtzeit-Geräuschs zu verlieren.

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Doch es sollte hier eine wissenschaftliche Herangehensweise zunächst klären, welche Art von WISSENSCHAFT und HEURISTIK fokussiert werden soll.

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Fragen wir Soziales? Was Menschen mit Menschen tun und wie sie dazu sprachlich agieren? Die Frage hätte empirisch das Verhalten festzustellen, zu erfassen, zu analysieren und zu interpretieren.

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Wir träfen auf das alltägliche Feld der Zweckrationalität, der Zielsystemorientierung, der Wertverwirklichungs-Bemühungen – einschließlich der Tricks, der Täuschungen, des Betruges und der Graubereiche von Treu, Glauben und Verschlagenheit.

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Fragen wir nach der empirischen SPRACHE – zweigliedrig, Sprechen und Schreiben – bekommen wir methodische Probleme. Denn es wird heute – postfaktisch unwissenschaftlich – nicht klar getrennt zwischen

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EINS: sinnlich-angebundenem Sprechen und Schreiben – Fakten, Dinge, Deutigkeiten und Vieldeutigkeiten

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ZWEI: Semantische Analyse der empirischen SPRACHE, was wird gesagt und gemeint? welche innovativen und redundanten, informatischen Kommunikationselemente werden gesprochen und geschrieben?

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DREI: In der Sprach-, Literatur- und Kommunikationswissenschaft wird inzwischen – zwar nicht postfaktisch, sondern lediglich den Fakten abgewendet – eine auf Texte bezogene Textlichkeit konstruiert. Dabei erheben die TEXTLICHKEITER die Deutungshoheit über die semantischen und die ästhetischen Qualitäten und Inhalte:

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Da haben wir Text und Textlichkeit, Bild und Bildlichkeit, Dinge und Dinglichkeit, Klänge und Klanglichkeit usw.

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Das Problem liegt bei dieser verschrobenen Komplikation einerseits an dem Machtanspruch dieser Textlichkeits-Propheten (Wort des Jahres). Andererseits geht der Umgang und die Perzeptionskultur mit der unmittelbaren Wirkung und Bedeutung von sinnlichen Meisterwerken, unabhängig von der Sprache, verloren. Die TEXT-Designer bestimmen eine sprachliche Bedeutung und demolieren die außersprachliche Bedeutung.

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Auch das WORT DES JAHRES ist ein Machtgriff der „Textwissenschaft“ nach der Textlichkeit, die anstelle der SINNLICHKEIT und WERKLICHKEIT die menschlichen Orientierungsmöglichkeiten stören und zunichte machen.

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Stattdessen ist es die Pflicht der Sprachwissenschaft, das TEXTEN als Medium der Verständigung auszufalten.

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Wer POSTFAKTISCH alte Propagandamethoden des US-FASCHISMUS der 1930er Jahre und des Nationalsozialismus bis 1945 heute anwendet, wie es die Echtzeit-Demagogen inzwischen angeblich zu kurzfristiger Zustimmung von Mehrheiten in der Massenkommunikation und Wertaggregation praktizieren, ist zwar „faktisch“ und nicht „postfaktisch“, aber es sollte jedem auf eigene Rechnung freigestellt bleiben, nicht jedoch aus der Gemeinschaftskasse abzocken.

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VIER: Betrachten wir soziologisch (d. h. zwischen mindestens zwei Menschen interdependierend, interagierend) was fälschlich beim „WORT DES JAHRES“ als postfaktisch hingestellt wird, was zwischen den Kommunikanten wertorientiert geschieht, wird schrittweise erkennbar:

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Absender und Empfänger, Sprecher und Zuhörer, Schreiber und Leser – sie stehen gar nicht in kommunikativer Beziehung, wie sie es sollten (zugewendet/abgewendet).

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Die Behauptung der emotionalen Wende, dass wir im gesellschaftlichen Usus heute weniger Vernunft und Faktentreue, mehr Emotionalität und postfaktische Vernachlässigung von Fakten gelten lassen und praktizieren, wird zunächst nur darauf gestützt, dass massenhaft Botschaften ausgesendet werden, gesprochen, geschrieben, am Telefon, als Twitternachricht, in den Internetzblogs, bei anonymen Foren, und die Massen an Aussendungen. Doch das verhallt weitgehend unbestätigt und ungehört, ungelesen und unkommuniziert im sozialen Abseits der technischen Speicher. Bestenfalls der Absender liest sich selbst bei Facebook oder im heise-Kommentar oder in den Leserbriefen.

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Damit ist möglicherweise auch massenhafte Bereitstellung von Unfug, Bullshit, Lügen, Dummheiten und erfundenen Hilfserklärungen der Allzumenschlichkeit rausgelassen, wird aber gar nicht reingelassen. Es ist überwiegend „Störgeräusch“. Die Aussendungen, Meinungsäußerungen, Appelle und Statements werden so massenhaft, wie sie heute insbesondere durch die grenzenlosen INTERNETZ-FOREN erzeugt werden, gar nicht wahrgenommen. Alle schreiben, keiner liest.

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Folglich ist es nicht tragfähig, anzunehmen, all der Blödsinn der da in einer unüberschaubaren Massenhaftigkeit bereitgestellt wird, sofern er unwahr oder unfaktisch ist, sei von irgendeinem Empfänger oder gar von der angenommenen Empfängermasse, bei „Cloud“ oder „Flash-Mob“, für wahr genommen. Statt Wahrheit und Faktizität würden Internetz-Leser glauben, was da an postfaktischem Müll oder zielgerichteter postfaktischer Propaganda publiziert wird – nein, so ist es nicht, weil es an INTER ESSE fehlt: Niemand ist zwischen (inter esse) Dingen, die nicht da sind. Doch die empirische Wirklichkeit zeigt, wenn man mal nachprüft, was bereitgestellt ist und wer das empfängt, dass da weder ein zielführendes LÜGENWERKZEUG erfolgreich angewendet wird, noch, dass die möglichen Empfänger den postfaktischen Inhalten gegenüber EMOTIONAL eingestellt seien und sich daraufhin emotional verhielten, statt kritisch oder rational.

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Nein, wer empirische Soziologie-Verfahren darauf anwendet, findet nicht die Emotionalität als Reaktion auf POSTFAKTISCHES, sondern INDOLENZ, GLEICHGÜLTIGKEIT, IGNORANZ – vorwiegend im solipsistischen Abseits der heutigen Erleichterung der Selbsterleichterung:

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FAULHEIT und ÜBERLASTUNG sind die empirischen Alltagstatsachen vor denen die große Zahl der im Internetz und in der massenmedialen Erlebniswelt anzutreffenden Herumgeisterern einknicken und gar nicht erst einsteigen in das KOMMUNIKATIONS-ERLEBNIS in dessen Mittelpunkt etwa FAKTEN, INFORMATION, POSTFAKTEN oder DESINFORMATION stehen könnten, zwischen dem Absender, der versuchen mag Unwahrheit und FAKTEN-Verleugnung unter Leute zu bringen, und den Empfängern, Lesern, Hörern oder Videosehern:

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Die potentiellen Empfänger empfangen das gar nicht. Ihre Emotionalität wird davon so wenig beansprucht wie ihr Urteilsvermögen oder ihre Nachhaltigkeit bei der Rezeption zweifelhafter postfaktischer Propaganda.

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KURZ: Was immer IT-Benutzer aus eigenen Motiven mittels der Internetz-Suchmaschinen suchen mögen und dann „automatisch-algorithmisch“ „manipulativ“ bedient werden, wird von den Empfängern nicht als geprüfte Faktizität und Tatsache geglaubt, sondern gibt lediglich eine von unzähligen möglichen Wertrichtungen an, die eher Verwirrung stiften als als Orientierungshilfe zu gelten. Wir müssen dabei all das nützliche und gültige Informationszeug nicht als postfaktisch vermischen mit etwaigen postfaktischen Machenschaften von Propagandisten oder Lügenverbreitern. Das zu unterscheiden macht Nutzer ungeduldig und ärgerlich, entwertet das Medium Internetz als Informationsquelle (z. B. WIKIPEDIA hat durch idiotische Wikipedia-Moderatoren selbst massenhaft Qualitätseinbußen bei der unkonstanten Verlässlichkeit der einzelnen Wikipedia-Einträgungen, und hat damit an Geltung verloren; dies ist aber eine rationale Orientierungsleistung der Nutzer und nicht Folge von deren Emotionalität).

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Wer glaubt schon einer exklusiven EILMELDUNG bei BILD.de? – wenn er nicht bei diversen anderen Blogs Bestätigung findet? Und gerade das kennzeichnet ja die postfaktische Gefahr, dass ein Interessent postfaktische Propaganda und Desinformation postet und sich daraus dann eine Ente bildet, die einer vom anderen abschreibt, bis Lüge und Wahrheit schwierig zu verifizieren sind.

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Paul Feyerabends Diktum: „Was Leute als Realität glauben, ist real in den Konsequenzen“. Das sollte sich jeder einmal konkret auf sein eigenes Leben hin durchdenken, was denn wirklich passiert:

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Ich fahre eine falsche Wegstrecke und erreiche mein gewünschtes Fahrziel nicht. Ich hatte ein defektes Tomtom, dessen postfaktische Ansagen und Anzeigen weder emotional noch rational zielführend waren. Selbst als ich die Verwirrung begriff, wusste ich nicht den richtigen Weg.

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Was soll jetzt aus dem WORT DES JAHRES, postfaktisch, gewonnen werden?

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Bob Dylan sagte bereits in den 1960er Jahren:

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Mir ist egal was ich sage. Es ist mir immer noch egal.“

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Der Literatur-Nobelpreis 2016 für Bob Dylan ist nicht POSTFAKTISCH oder als Textlichkeit POSTFAKTISCH – nein die Qualität, die hier angebunden ist, ist faktische TEXTQUALITÄT seiner LYRICS – Liedtexte von denen man zu leben lernen kann.

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Dies ist mit TRUMP verschärft der Fall. Dem ebenfalls egal ist, was er erzählen muss, damit die tropistischen Reizmenschen sich ihm überhaupt zuwenden.

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Dies werden wir demnächst in europäischen Varianten miterleben dürfen. Dies wäre zunächst aber lediglich eine Mode in der technisch gestützten Propaganda, Führung und Fühlung, die sehr bald an ihre Wirkungslosigkeit stoßen wird, weil sie weder Probleme löst, noch ausreichend Fühlung ermöglicht.

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Aber lese ich „Über den Umgang mit den Menschen“ von Adolph von Knigge, dann finde ich die ganze Klugheit der Echtzeit-Poesie in Einfühlung und potentieller Gewaltanwendung, die den POSTFAKTISCHEN fehlt. Das versteht jeder, wenn er nicht aufs Maul haben will.

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Die menschenfreundliche Forderung, „man solle gefälligst verstehen, was einer meint, nicht, was er sagt.“ Das ist doch steinalt, wird so gemacht und führt weiter, und hat mit emotionaler Wende gar nichts zu tun.

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Etwas Anderes ist aktuell zu prüfen:

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Haben sich die im steten Wandel befindlichen Sitten, der Zeitgeist, das unausgesprochene von GUT und BÖSE, modifiziert, oder ist es heute zutiefst umgepolt und emotional, statt alltagsvernünftig?

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Und wir finden, weder anthropologisch im Individuellen, dass dass Normalempfinden oder EXZENTRIK und DEVIANZ wesentlich anders oder ausgeweitet empirisch aufkämen.

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Es galt die persönliche Balance – und die gilt weiterhin.

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Es ist ohne weitere emotionale Vertiefung, nach wie vor, das Individuum als abgegrenzte selbstbestimmte Persönlichkeit, wie auch die sozial Gestimmten, die fortwährend allseitige soziale Kontrollen und Einreden von sich geben und abfedern und aufnehmen, der Fall.

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Vor Gericht wird heute kaum mehr auf POSTFAKTISCH eingelenkt werden als vor 20 Jahren, sofern es um Benehmen, Sitte, Gebrauch, En dit oder COSI FAN TUTTE geht.

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Die Behauptung der GfdS von der neuerdings emotionaleren Orientierung der Menschen in Deutschland ist unbrauchbarer Mist.

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Zuletzt will ich noch auf das Normative, im Rechtsstaat gesetzlich verfasste und gepflegte, RICHTIG und FALSCH eingehen:

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Weder der Geheimdienst, noch die Kriminalpolizei, die Unfallforschung oder Richter, Geschworene und Staatsanwälte werden die bewährten Methoden der ERMITTLUNG verwerfen, keine neuen Zeugenbewertungen oder Beweismittelwürdigung, Indizieninterpretationen oder Zweifel-Relevanz werden postfaktisch praktiziert. Wollte man die POSTFAKTISCH-Hypothese prüfen, würde man sofort zehntausende LOTTO-SCHEINE-Vorleger in den SPIELANNAHME-Stellen finden, die drei, vier, fünf oder mehr Richtige faktisch getroffen hatten und nicht einfach nur ihr Glücksspiel-Wochengeld emotional weggeschmissen haben wollten – aber, wer keine richtig hat, meldet sich auch nicht. Darin steckt der DDR-Modus „das ist Fakt“ – der mit „postfaktisch“ zum Ampelmännchen gemacht werden soll.

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In sofern werden wir blitzschnell das absurde POSTFAKTISCH an die Geisteswissenschaften zurückgeben, damit nicht Missbrauch sondern FAKTISCH gelingendes Miteinander aufgewertet wird.

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