Kunstmesse verlässt Köln

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Vom Sonntag, 30. Oktober 2016

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JEFF BECK IM E-WERK: Shapes of Things“ am 27. Oktober 2016

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Während in den Messehallen der KÖLNMESSE, in Köln-Deutz, die diesjährige „Art Fair“ – gewissermaßen alternative Kunstmesse – bis zum Wochenende läuft, titelt der Kölner-Stadt-Anzeiger heute, 29. Oktober 2016:

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Kunstmesse verlässt Köln. VERANSTALTUNG Die bekannte Art Fair soll 2017 nach Düsseldorf ziehen und noch größer werden“

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HELMUT FRANGENBERG schreibt:

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Köln. Die Macher der weltweit größten Kunstmesse Art Basel verhandeln mit der Kölner Art Fair über eine gemeinsame neue Kunstmesse in Düsseldorf. Mit einer „Art Düsseldorf“ wird die Rivalität der rheinischen Metropolen um eine Facette reicher. Die „Art Düsseldorf“ wird mit der größten Kunstmesse Deutschlands Art Cologne und der kleineren Kölner Cofa Contemporary um Aussteller und Sammler aus der Region konkurrieren.

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Unabhängig vom Ergebnis der Verhandlungen über einen Einstieg der Schweizer Messeveranstalter haben nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ die Kölner Art-Fair-Macher bereits entschieden, die Stadt zu verlassen. Im November 2017 werden sie erstmals unter dem neuen Namen „Art Düsseldorf“ auf dem Areal eines ehemaligen Stahlwerks ihre Messe organisieren. Die Stadt Köln verliert eine große und attraktive Veranstaltung, die nicht nur mit ihrem Kunstangebot, sondern auch ihrem Rahmenprogramm Zehntausende Besucher lockte.

Gründe für den Umzug sind offensichtlich bessere Konditionen, die Aussicht auf ein zahlungskräftiges Publikum aber auch ein nicht einfaches Verhältnis zur Kölnmesse, in deren Deutzer Hallen die Art Fair in letzten Jahren stattfand. Zuletzt war auch auf Wunsch der städtischen Wirtschaftsförderung und Politik versucht worden, eine engere Kooperation der Kölner Kunstmessen zu erzielen. Entsprechende Gespräche führten zu keinem Erfolg. Aus Sicht der Kölnmesse sei „die Schnittmenge gemeinsamer strategischer Ziele für eine weitere Zusammenarbeit nicht groß genug“ gewesen, sagte Unternehmenssprecher Guido Gudat auf Anfrage.

In den Augen der Veranstalter der Art Basel, der Schweizer MCH Group, scheinen die Art-Fair-Macher durchaus solch ein strategischer Partner zu sein. Die MCH Group beabsichtigt den Aufbau eines „neuen Portfolios von führenden regionalen Kunstmessen“. Ziel ist offensichtlich der Ausbau eines internationalen Netzwerks mit kleineren Messeanbietern. Ein erster Kooperationsvertrag wurde im September dieses Jahres mit der India Art Fair abgeschlossen. Dort hat sich die MCH Group als Mehrheitsaktionär eingekauft. Wie die Beteiligung an einer „Art Düsseldorf“ aussehen könnte, sei noch offen, sagte MCH-Sprecher Christian Jecker …“

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Kölner Stadt-Anzeiger Seite 04 MEINUNG, am 29. Oktober 2016, KOMMENTAR von FM Michael Kohler.

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Köln wird etwas weniger bunt. Die Kunstmesse Art Fair zieht nach Düsseldorf.

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Kölnmesse… wird durch den Umzug Geld verlieren … Für das Ansehen der Kunststadt Köln ist der Umzug indes kein Schaden, und dass der Art Cologne durch die Art Fair in Düsseldorf eine echte Konkurrenz entsteht, ist eher unwahrscheinlich … Aber auch die Basler müssten die Art Fair erst einmal neu erfinden, um ernst genommen zu werden. … im besten Fall könnte die neue rheinländische Messekonkurrenz sogar das Geschäft beleben – was angesichts der schleichenden Krise am Kunstmarkt auch zum Nutzen der Art Cologne wäre … ob ihnen eine ähnlich enthusiastische und kaufkräftige Generation an Kunstliebhabern folgt.“

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Dietmar Moews meint: Die Monopolstellung der Neven-DUMONT-Blätter, zumindest in Köln, ist eine bekannte Misere. Zwar stimmen die Fußballergebnisse, die Todesannoncen und das Wetter meist – doch weiß ich das meist längst, bevor es der Kölner Stadt-Anzeiger oder der EXPRESS bringen – BILD.de KÖLN ist nicht faul.

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Unter „KUNSTMESSE verlässt KÖLN“ hat sich der Stadtanzeiger mal wieder selbst unterboten:

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EINS: KUNSTMESSE? – was interessiert den Kölner Stadt-Anzeiger eine Kunstmesse? – natürlich als PROFITABLES EREIGNIS für Neven-DUMONT – also nur ganz ganz wenig.

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ZWEI: Der Kölner Stadt-Anzeiger versucht allerdings nur ABZUGREIFEN, wenn es was ABZUGREIFEN gibt. Bei der ART FAIR und bei der ART COLOGNE, ja, selbst bei der KÖLNMESSE (einem quasi Staatsbetrieb), interessiert den DUMONT-Chefredakteur nicht, ob die aus Scheiße PROFIT machen oder aus KUNSTHONIG.

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DREI: Die „ART FAIR“ war zunächst eine mehr oder weniger NON-Profit-Initiative von Selbstausbeutern in Köln. Daraus wurde ein bescheidenes Geschäftsmodell „ART FAIR“ als alljährliche Messeveranstaltung, zwischen Amateurismus, Dilettantismus, Selbstausbeutung und durchaus sistierfähiger Geschäftsführung und haftenden Entscheidern, in Köln.

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VIER: Die KÖLNMESSE war traditionell Geschäftspartner der Messe für zeitgenössische Kunst, die Mitte der 1960er Jahre übrigens aus Initiative der Kölner und Düsseldorfer Messeleute, gemeinsam mit dem Bundesverband der Galerien und dem DEUTSCHEN KÜNSTLER BUND alljährlich auf die Beine gestellt worden war. Das Unterfangen hieß IKI (Internationale Kunst und Informationsmesse) und fand im jährlichen Wechsel in Köln und darauf in Düsseldorf, jeweils als IKI, statt.

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FÜNF: Veranstalter war der Bundesverband der deutschen Galerien, als Mietpartner bei der KÖLNMESSE. Damals war die Art Cologne personell und künstlerisch vom Deutschen Künstlerbund geführt, wurden unter dem Lable „internationale zeitgenössische Kunst“, deutsche Kunstprofessoren mit den ausländischen Gastgalerien, aus New York usw. vermischt.

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SECHS: Mit der Umbenennung der IKI in Art Cologne wurde nunmehr Köln und hier die Kölner Messe AG Ort dieser Art Cologne-Messe – und Düsseldorf wurde damit als Veranstaltungsstandort gewissermaßen ausgebootet.

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SIEBEN: Erst in den 2000er Jahren übergab der Bundesverband Deutscher Galerien (im Deutschen Kunstrat und im Deutsche Kulturrat), das Lable „Art Cologne“ und die verantwortliche Veranstalterrolle in die Hände der KÖLNMESSE.

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Die KÖLNMESSE, die von Kunst und Kunstgeschäft keine Ahnung hatte, insbesondere aber für die magere Profiterwartung in der Zeitgenössischen Kunst zu wenig Interesse zeigte, suchte fortan den Anschluss an die New Yorker Westkunst.

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Die KÖLNMESSE engagierte sich professionelle Kustoden und Juroren, die für die profitable Qualität des Messeangebots und der Auswahl der zur Art Cologne fortan zugelassen Kunsthändler und Galerien verantwortlich wurden. Während die ART BASEL, die Messen in Madrid, in London, in Paris und in MIAMI an der vormals international in der Spitze mitmischenden ART COLOGNE vorbeizogen.

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ACHT: Die Entwicklung der ART COLOGNE, als Messeprodukt der KÖLNMESSE wurde daraufhin hin und hergeschoben, im Wechsel mit der Westdeutschen Kunstmesse usw. bis die ART FAIR als alternative Selbsmarketing-Initiative, am reaktionären WEST-SYNDIKAT-KUNSTMARKT der Art Cologne vorbei, initiiert werden konnte – völlig vom Markt und von der KÖLNMESSE unabhängig.

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NEUN: Zwischenzeitlich zog der STERN / Nannen-Verlag, zusammen mit diversen Schickeria-Publizisten und Modemesse-Fachleuten eine Contempory Art-Messe in Düsseldorf auf, wo zum Start auch riesige Prominentenaufgebote mit Presseterminen – von Claudia Schiffer bis Guido Westerwelle – rausgebracht wurden. Luftige Zelträume, ganz avantgardistisch, eine Menge Klimbimm und West-Broadway-Kunstgewerbe wurde dem „Volksgeschmack“ entgegengebracht und – es endete sehr bald in Düsseldorf.

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ZEHN: Die KÖLNMESSE hat nun inzwischen die Art Cologne so runtergewirtschaftet, dass sich der Kommentator im Kölner Stadt-Anzeiger mit Recht beschwert, doch es wird nun so getan, als wüsste man nicht, wo das Problem läge.

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ELF: Die ART FAIR in Köln mag wohl als weicher Standortfaktor der Stadt Köln willkommen sein. Das Amt für Wirtschaftsförderung wird immer gerne höflich dazu nicken, so lange die KÖLNMESSE der ART FAIR Quadtratmeter verkaufen kann, die Bude ausgebucht ist, die Umwegrentabilität als Konjunkturförderung und Fremdenverkehrsförderung / Gastronomie, Verkehrsbetriebe usw. hereinkam.

Heute, wo die KÖLNMESSE die ART FAIR nicht als Investitions-Projekt einschätzt, möchte sie auch nicht subventionieren. Damit will auch die Stadt und die städtische Wirtschaftsförderung der ART FAIR keine Unterstützung geben. Damit steht Köln als Standort für die ART FAIR zu Disposition.

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ZWÖLF: Mit dem Basler MCH Group hat sich nun ein internationaler Veranstalter von Messen, im Arbeitsfeld von Kunstmessen, aufgemacht, neue Produkte auszuprobieren. Das geschieht stets, indem Synergieeffekte gesucht und getestet werden. Dies ist die Grundlage für eine „ART DÜSSELDORF“, die aus der Kölner „ART FAIR“ zukünftig werden soll, die ja nicht bei der Düsseldorfer Messe AG Mieter wird, sondern günstige freistehende Ausstellungsflächen improvisieren will..

Gleichzeitig testet der BASEL-Veranstalter MCH Group, ob der Niederrhein kommunikations- und absatzmäßig einträglich anspielbar ist.

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DREIZEHN: Für die Kölner ART FAIR-Organisatoren ist dieser Schritt das mittelfristige Ende.

Sollte sich Erfolg einstellen, wird die MCH Group die „Art Düsseldorf“ übernehmen. Wird die MCH mangels Attraktivitäts-Perspektive wieder aussteigen, weil es nicht brummt, werden die Art Fair-Freunde abstürzen.

Die Art Fair hätte den Kontakt mit dem Deutschen Kulturrat suchen sollen, mit den Künstlerverbänden und im Matchfund-Raising eine intermediäre Mischträgerschaft zu initiieren versuchen sollen. Dabei ist doch immer die Frage, wo ist GELD? Der Staat hat nach wie vor Budgets für Kunst und Kultur. Wenn die rheinische Kunstszene wiederbelebt werden könnte und wenn es gelänge die föderalen Töpfe zu aggregieren, könnte eine ART FAIR-Veranstalter damit erhebliche Synergien erzeugen. Einschließlich des saugenden Kölner Stadt-Anzeigers, dem heute nichts weiter einfiel, als zu titeln:

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KUNST MESSE VERLÄSST KÖLN – so, als habe die Stadt Köln, die Kölner Bürger oder die Kölner Künstler irgendetwas mit der ART FAIR zu tun, ist eine publizistische Ente von Neven-DUMONT aus Köln. Die nehmen daran so wenig Teil wie an der ART COLOGNE:

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Es fehlt hier am Niederrhein, ob in Köln oder Düsseldorf, das kulturelle Verständnis für Kunst und für Kunst als Wirtschaftsfaktor. Man bli kt auf die 1970er Jahre zurück und glaubt noch immer an Steuerabschreibungen, Sponsoring als Betriebsausgaben und staatliche KUNSTPOLITIK, sprich: KUNSTFÖRDERUNG.

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VIERZEHN: Man hat bis heute nicht begriffen, dass das gesamte Staatsknete-Konzept der vergangenen 50 Jahre, unter dem SIGNET „KUNSTFÖRDERUNG“, weder Kunstförderung noch Künstlerförderung war, sondern eine Armenküche für die unechten Künstler, der SALONPERSONNAGE, die sämtliche Mittel der sogenannten „Kunstförderung in die eigenen Taschen leiten konnte. Dies geschah hauptsächlich in Form von Personalstellen, Gehältern und Veranstaltungsförderung im der Kunst vor- und nachgelagerten volkswirtschaftlichen Feld der Künstler.

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Die echten Künstler, die Kunstproduzenten, gingen in dieser staatlichen OKF (Organisierten Kunst Förderung) leer aus. Wer sich keine der raren Professorenstellen oder Kunst-Kustodie-Posten bei der SPD schnappen konnten (Lüpertz lässt grüßen), landet bei der Künstler Sozial Kasse (noch).

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S. „VERIRRTE KUNSTFörderung in der Bundesrepublik Deutschland“, Universitäts-Dissertation von Dietmar Moews, Bremen 2000“

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DIETMAR  MOEWS "Mexikano" DMW 567.7.0,140 cm / 140 cm, Öl auf Textil, in Dresden im Jahr 2000 gemalt

DIETMAR MOEWS
„Mexikano“ DMW 567.7.0,140 cm / 140 cm, Öl auf Textil, in Dresden im Jahr 2000 gemalt

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DIETMAR MOEWS „Stilleben mit Quittenzweig“, Öl auf Leinwand, 2003 in Dresden gemalt

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