Manfred Krug 1937 – 2016 – Kurznachruf

Lichtgeschwindigkeit 6863

Vom Donnerstag, 27. Oktober 2016

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Manfred Krug, der hochbegabte vielseitige deutsche Künstler, geboren am 8. Februar 1937 in Duisburg, ist jetzt 79-jährig, am 21. Oktober 2016 in Berlin gestorben. Er lebte zuletzt in Berlin-Schöneberg. Manfred Krug war Schauspieler, Sänger, spielte auch Gitarre, und war in jedem Belang Autor sowie Schriftsteller.

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Dietmar Moews meint: Was hier in LICHTGESCHWINDIGKEIT nicht üblich ist, möchte ich in dem Lebensdrama des begabten Manfred Krug in aller Kürze bereitstellen – aus seinem besonderen deutsch-deutschen Lebenslauf – der bei WIKIPEDIA in weiterem Umfang nachzulesen ist:

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„… Manfred Krug wurde an einem Rosenmontag als erstes Kind der Eheleute Rudolf und Alma Krug in Duisburg geboren. Sein Vater war Eisenhütten-Ingenieur, der zunächst bei Thyssen in Duisburg als Schmelzer im Stahlwerk arbeitete. Kurz nach der Geburt zog die Familie in die Nähe von Osnabrück, da Krugs Vater eine bessere Stelle im dortigen Stahlwerk fand. Die Familie wohnte in Georgsmarienhütte, wo am 6. Dezember 1939 Manfred Krugs Bruder Roger Krug geboren wurde. Ein knappes Jahr später zog die Familie weiter nach Henningsdorf vor die Tore Berlins, da Krugs Vater dort eine Anstellung als Oberingenieur im Stahlwerk erhielt. Die ersten Kriegsjahre wurde sein Vater nicht eingezogen, da er als kriegswichtig galt. Nach der Zerstörung des Stahlwerks musste er dann aber doch noch an die Ostfront.

Kurz vor Kriegsende wurde Manfred aus Furcht vor den Russen zu seiner Großmutter Lisa nach Duisburg geschickt. Hier erlebte er einen der schweren Bombenangriffe auf Duisburg mit, woraufhin seine Mutter die sofortige Rückkehr nach Hennigsdorf veranlasste. Beide Zugreisen unternahm er trotz seines Alters und der kriegsbedingten chaotischen Verhältnisse alleine. In Hennigsdorf erlebte er das Kriegsende.

Der Vater überlebte den Krieg unverletzt, setzte sich jedoch in die britische Zone ab, wo er in britische Gefangenschaft geriet. Aufgrund der kargen Verhältnisse wurde Manfred erneut zur Großmutter nach Duisburg geschickt. Im Stadtteil Duissern n der Schweizer Straße 1 verbrachte er die ersten Nachkriegsjahre und ging dort zur Volksschule. Nach der Heimkehr des Vaters aus der Gefangenschaft wurde auch sein jüngerer Bruder ins Rheinland zu Verwandten mütterlicherseits geschickt. Die Familie blieb aber getrennt, da der Vater auf Suche nach Arbeit viel unterwegs war. Nach erfolgloser Arbeitssuche beschloss Vater Krug die Rückkehr mit beiden Söhnen nach Hennigsdorf und überraschte seine Frau mit einem anderen Mann. Die Scheidung war die Folge, die Kinder wurden getrennt, Manfred blieb beim Vater.

Nach der Scheidung der Eltern zog sein Vater mit ihm 1949 von Duisburg in die gerade gegründete DDR. Krug absolvierte eine Lehre zum Stahlschmelzer im Stahl- und Walzwerk in Brandenburg an der Havel, dem heutigen Industriemuseum. Ein Spritzer flüssigen Stahls verursachte die markante Narbe auf der Stirn. Während dieser Zeit erwarb er an der Abendschule das Abitur. Danach begann er ein Studium an der Staatlichen Schauspielschule Berlin, das er jedoch abbrechen musste. Von 1955 bis 1957 war er an Bertold Brechts Berliner Ensemble als Eleve engagiert.

In einer Wohngemeinschaft in der Ost-Berliner Cantianstraße lebte Krug zusammen mit dem Schriftsteller Jurek Becker, der einer seiner engsten Freunde wurde. Becker schrieb später für Krug die Serienfigur „Liebling Kreuzberg“.

Ab 1957 trat Krug im Kino und Fernsehen der DDR auf. Im Jahr 1960 übernahm er eine Rolle in dem erfolgreichen Film Fünf Patronenhülsen von Frank Beyer.

Der Film Spur der Steine – als Zimmermann auf dem Bau –

unter der Regie von Frank Beyer fiel der Zensur zum Opfer. Der Film wurde nach drei Tagen aus den Kinos genommen und konnte in der DDR erst während der Wendezeit 1989 wieder gezeigt werden.

Manfred Krug war in der DDR auch als Jazz-Sänger populär. 1970 besetzte ihn Walter Felsenstein an der Komischen Oper Berlin als Sporting Life in George Geshwins Oper Porgy and Bess (Regie: Götz Friedrich). Ab 1971 veröffentlichte Krug zusammen mit dem Komponisten Günther Fischer mehrere Langspielplatten, auf denen er anspruchsvolle, kunstvoll arrangierte Schlager und Chansons sang. Die Texte schrieb er unter dem Pseudonym Clemens Kerber selbst. Als Pseudonyme verwendete er zu DDR-Zeiten Clemens Kerber (als Liedtexter) und Isa Karfunkelstein (als Interviewer seiner selbst). Außerdem erschien ein Album mit Jazz-Standards, Greens. Besonders populär war der Song Es steht ein Haus in New Orleans. Noch heute sehr bekannt sind seine Auftritte bei den Veranstaltungen Lyrik-Jazz-Prosa, von denen mehrere Mitschnitte veröffentlicht wurden. Die beiden von Krug rezitierten Stücke Die Kuh im Propeller (von Michail Soschtschenko) und Der Flaschenzug können aufgrund seiner Interpretation noch heute viele Bürger der ehemaligen DDR auswendig. Krug trat auch in zahlreichen Fernsehsendungen auf und arbeitete als Synchronsprecher, beispielsweise im Film Eolomea.

Ende 1976 erhielt Krug ein Teilberufsverbot, weil er den Protest gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann unterzeichnet hatte.

Am 19. April 1977 stellte Manfred Krug nach sechsmonatiger Arbeitslosigkeit einen Ausreiseantrag der schließlich genehmigt wurde, so dass er Ost-Berlin am 20. Juni 1977 verließ. In seinem privaten Umfeld war er bis zur Ausreise von der Staatssicherheit beschattet worden. Die DDR-Entscheider hatten Krug nähergelegt, die DDR zu verlassen. Manfred Krug war schon als DDR-Künstler pekuniär sehr wohlständig geworden.

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Ich breche hier ab. Manfred Krug war bis zu seinem Lebensende ein hochbegabter schauender und schaffender Künstler, Autor wie Reprodukteur, und hat nach seiner DDR-Ausreise in der westlichen Kulturindustrie noch den Anschluss finden können und war in allen Gewerken hervorragend und erfolgreich – vom Fernsehen, Fernsehspiel, Spielfilm, STV-Serien, Musiken und Textaufführungen wie auch als Sprecher und Synchron-Sprecher, schließlich ein beachtetes autobiografisches Buch „Abgehauen“ mit Tagebuchnotizen. Man muss die ungewöhnliche Werkliste in all diesen Medien kennen.

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Manfred Krug war ein vorbildlicher prominenter Künstler, denn er war stets bereit, Auskunft und Rechenschaft, Meinung und Fragen mit Zivilcourage preiszugeben.

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Manfred Krug war als hemdsärmlige Erscheinung ungewöhnlich sensibel.

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