JEFF BECK in Concert – Shapes of Things 2016 im E-Werk Köln

Lichtgeschwindigkeit 6864

Vom Freitag, 28. Oktober 2016

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DIETMAR MOEWS „Shapes of Things“, DMW 599.13.02., Öl auf Leinwand, 140cm / 160cm, im Jahr 2002 in Dresden gemalt, Verkaufspreis Euro 7.200.-

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Am Donnerstag Abend, 27. Oktober 2016, um 20 Uhr, trat der britische Elektrogitarrist JEFF BECK, ein wirklicher Star seit den 1960er Jahren, mit einer Combo viel jüngerer Musiker und diversen Sänger und Sängerin im Kölner E-WERK auf (Schäl Sick).

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Das Konzert begann pünktlich. Es dauerte etwa anderthalb Stunden ohne Pause.

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Angekündigt war: „Loud Hailer“ (Titel der neuen CD)

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JEFF BECK Shapes of Things im E-Werk, Köln Deutz am 27. Oktober 2016

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Nach sechs Jahren Releasepause geht Jeff Beck 2016 mit einem neuen Album an den Start. »Loud Hailer« (Megaphon) heißt der elf Songs umfassende Longplayer.

Auf einer Geburtstagsfeier des Queen-Schlagzeugers Roger Taylor lernte Beck zuvor die Gitarristin Carmen Vandenberg und später die Sängerin Rosie Bones von der Londoner Band Bones kennen.
Rosie Bones übernimmt in insgesamt neun der elf Songs auf »Loud Hailer« die Vocals, darunter auch die erste Single »Live In The Dark«. Bassistin war vermutlich die kanadische Ex-Prince-Musikerin, wie der Schlagzeuger heißt, wurde nicht klar.

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Es wurden hierfür etwa 1.000 75 Euro zahlende Konzertbesucher eingeworben. Überwiegend männliches 1960er Jahre Publikum, das hier im Stehen die grenzwertige Lautstärke anhörte. Die Halle schwang auf Bass- und Basstrommeln derart, das in diesem Bass-Frequenzbereich nicht gut gehört werden konnte. Stattdessen drückten die Wellen auf die Atmung. Gesang verschwand meist an der Lautstärken-Schmerzgrenze, weil auch die Sologitarre, eine Mundharmonika, eine Sängerin – alle Klangquellen überzogen wurden.

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Marshall-Türme, Fendergitarren, keine große Choreografie, die Musiker hielten Blickkontakte. Alles lief ziemlich perfekt.

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Die Musiker waren zivil, sachlich gekleidet, JEFF BECK, wie man es kennt, mit ärmellosem weißen Hemd, darunter ein hellblaues Shirt, helle Hose, Strass-Arm-Manschette, ansonsten sportliche Freizeitkleidung, eine stämmige Sängerin im schwarzen Overall.

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Bühnenbild SCHWARZ, farbige Projektionen, Bitzlichter, Punktstrahler auf die Musiker und teils ins Publikum. Ich stand vor dem Mischpult, etwa dort, wo der Tontechniker aussteuerte – der Sound war gelungen, das Sandwich war an der Lautsärke-Obergrenze insgesamt zu undifferenziert.

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Zu hören waren diverse gradlinige 4/4tel-Takt Null-acht-fuffzehn Stücke, immer geradeaus, mit stark akzentuierten Breaks, ohne Taktwechsel, mal mit Sängerin, mal instrumental, immer mit bombastischer Batteristerie, viel Abschlagbecken, akkurater, aber langweiliger Arrangements. Die Bass-Spielerin war laut und verschwommen. Die zweite Gitarristin, Carmen Vandenberg, spielte akkurat und harmoniert gut mit JEFF BECK. Hinzu kam ein Sänger, Jimmy Hall, mit überflüssigem Hut und sehr gutem Stimmumfang – er sang bluesig. Sein Mundharmonikaspiel ging in den Gitarrenhertz-Zahlen unter, wenn es hieß:

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I was born in New York … naja, dann.

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Ein Slap-Bass-Solo war ziemlich überflüssig, wenn man mal Rhythmusgefühl voraussetzt, aber doch noch einige eigenartige Intervalle oder Tonfolgen, wenn schon nicht Motive oder Melodien erwartet werden.

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Ein angedeutetes Schlagzeugsolo führte die perfekte Technik dieses JEFF BECK-Combo-Drummers vor – er konnte durchaus auch leiser spielen.

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Dann kam irgendwann mal ein 6/8tel Blues in den Maschinenraum.

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JEFF BECK spielte 1965/66 bei den Londoner YARDBIRDS, mit Keith Relf und Jimmy Page. Gründete 1967 die JEFF-BECK-GROUP. Das mit dem Trio Beck, Bogert & Appice  (BBA) nach 1972 eingespielte Superstition, von Stevie Wonder, wurde im E-Werk sehr intesiv und funkig vorgespielt.

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Dabei waren damals Rod Stewart (Gesang), Ron Wood (Bass), Mick Waller (Schlagzeug), Nicky Hopkins (Keyboard). Nach 1969 spielte in diversen Gruppen und als Sessinomusiker, schließlich SOLO-Projekte mit zahlreichen Studioaufnahmen.

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Beck spielt fast ausschließlich Fender-Stratocaster-Gitarren. Fender hat mit ihm zusammen ein „Signature“-Stratocaster-Modell konzipiert, das durch den Fender-Custom Shop produziert und vertrieben wird.

Hier in Köln, heute, spielte Beck auch eine Telecaster und eine ziemlich mittelmäßige Slideguitar. Letzteres war nicht so delikat.

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Fokko von Felde spielt Saxophon, Dietmar Moews Stromgitarre: Improvisation über "Lucy in the sky with diamonds"

Fokko von Felde spielt Saxophon, Dietmar Moews Stromgitarre: Improvisation über „Lucy in the sky with diamonds“

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Dietmar Moews meint: Die Musik des Jeff Beck im Jahr 2016 basiert auf Elektro-Rock und Blues, Viervierteltakt, ohne Taktwechsel. Jeff Becks Band besteht aus der Enkelgeneration des inzwischen 72-jährigen Beck, die mehr auf Funk und Rap zu schielen scheinen, auch wenn denen das Rock-Alphabet vertraut ist. Dabei gelangen die zwei langsameren 6/8el Blues-Stücke am farbigsten und zu Allem, was aus der ganzen Blues-Gitarrenmusik bekannt ist und gespielt wurde, kommt hierbei das unvergleichliche außergewöhnliche Gitarrenspiel von JEFF BECK zum Zug.

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Musikalisch wurde das Konzert in dem Moment, wo ein Stück der 1965er YARDBIRDS aufleuchtete. Diese Band – Toningenieur am Mischpult, zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug, Vocal, ohne Keyboards – spielt eine ungewöhnliche makellose, studioartige Zusammenspielqualität:

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SHAPES OF THINGS. Hier wurde über einen klassischen Pop-Song eine neue Auslegung gefunden, deren virtuose und druckvolle Darbietung begeisterte – nicht zuletzt, weil eine Song-Idee und eine MELODIE drin vorkam und – „Taktwechsel. Der Sänger rief: Come tomorrow, und der Chor respondierte, will I be older? (Come Tomorrow) May be a soldier? (Come Tomorrow) May I be bolder than today?

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Irgendwann heißt es Rolling and Tumbling (das Stück haben damals fast alle gespielt oder kopiert) und mit diesen alten Bluessongs kam Schwingung ins virtuose Geschehen.

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Das fein durchgestylte JEFF-BECK-Spiel wurde im Laufe der vergangenen 50 Jahren vielfach mit GRAMMIES gepreist, besonders seine Instrumentals. Und das bot er dann auch im Zugabenteil des sympathischen Auftritts:

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A DAY IN THE LIFE – das großartige BEATLES-Sergeant-Pepper Schlussstück, hier aus filigranen Auflösungen und Anwandlungen – ohne den Text – und mit perfekter rhythmischer Durchbildung.

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Das war eine tolle Leistung des 73-jährigen JEFF BECK. Das war eine seriöse, etwas introvertierte Vorstellung. BECK war völlig durchgeschwitzt, schien aber gut gelaunt. Das war der Ehrgeiz des einzigartigen Gitarrenartisten, der ohne viel Effektgeräte, nur mit seinen beiden Händen und mit seiner Stoffbeherrschung vorspielt. Lob auch für den Gitarrenstimmer, der zu jedem extremen Vibrato Bar (Tremolo-Hebel)- Einsatz ein nachgestimmtes Instrument bereithielt.

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Aber:

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JEFF BECK spielt musikalisch unter seinen Möglichkeiten. Er spielt voll arrangiert, anstatt freien Jazz loszulassen. Da lägen Innovation und Neues.

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Bei dieser Konzeption, die am 27. Oktober 2016 gespielt wurde, möchte ich sagen: Die sechziger Jahre Leute sind musikalisch tot. So lange sie ihre Museumsstücke gut performen wird die Altersgruppe weiter kommen und hohe Stehpreise zahlen. Doch es ist ganz NOSTALGIE der Geburtsjahrgänge, nicht mehr übrig von der 1960er Jahre-Sensation, die diese Generation zusammenbrachte. Kein Rest übrig, von der VERVE, die die BEATLESMANIA weltweit verströmte.

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Jeff Beck 2016  klingt wie aus einem Studio in Los Angeles.

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Vergessen wir also nicht den Musikmarkt, die Kulturindustrie, die Hallenmieten usw. wer denn überhaupt JEFF BECK noch kennt, wenn es keine Spielzeiten für die Studioaufnahmen in Radiosende-Programmen mehr gibt.

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Solche Musiker, wie die heutige Combo, können ja zu hause für sich selbst alleine improvisieren, frei spielen und Musik machen – während das Bezahlpublikum den Abklatsch vorgesetzt bekommt – JEFF BECK, immerhin bescheiden auftretend und dazu was Wiedererkennbares: ROLLING and TUMBLING. Jeder schlechte Robert Johnson-Auftritt wäre inspirierender als dieses volle Vierviertel-Brett von JEFF BECK. Namentlich richtig vorgestellt hat JEFF BECK bei diesem Kölner Auftritt seine Mitspieler leider nicht.

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Das milde Lächeln des Alters ist besser als totes Grinsen – und – wie wir kürzlich hören, ERIC CLAPTON kann nicht mehr – es werden täglich weniger dieser 1960er Sensation.

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