Karl Dietrich Bracher 1922 – 2016 Kurznachruf

Lichtgeschwindigkeit 7691

Am Donnerstag, 22. September 2016

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Der Politikwissenschaftler und Historiker Karl Dietrich Bracher, geboren 1922 in Stuttgart, ist 94-jährig, am 19. September 2016, in seinem Lebensarbeits- und Wohnort Bonn gestorben.

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Karl Dietrich Bracher war neben dem kürzlich gestorbenen Ernst Nolte (1923-2016) einer der herausragenden deutschen Lehrer und Forscher zum 20sten Jahrhundert für Deutschland in der Welt. Während man Nolte, zu Unrecht, im „Historikerstreit“ für eine Relativierung der Hitlerei hinstellte, indem er auf historische Zusammenhänge von der roten Diktatur zur braunen Diktatur hinwies, ging Bracher weniger konkret und weit, indem er Strukturähnlichkeiten von rechter und linker Diktatur beschrieb. Und Bracher war Mitglied der SPD, Nolte nicht.

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Bracher entstammte einer bildungsbürgerlichen, evangelischen Familie, genoss eine humanistische Erziehung am Eberhard-Ludwigs-Gymnasium Stuttgart. Nach dem Abitur 1940 wurde er zum Reichsarbeitsdienst und später zum Kriegsdienst in der Wehrmacht eingezogen. Er diente als Soldat im Afrikakorps und geriet im Mai 1943 in der Nähe von Tunis in amerikanische Kriegsgefangenschaft, die er bis Februar 1946 in einem Bestimmungslager im US-Bundesstaat Kansas verbrachte. Im Lager wurde er durch den kriegsgefangenen Historiker Adam Wandruszka unterrichtet.

Von 1946 bis 1949 absolvierte Bracher ein Studium der Alten und Neuen Geschichte sowie der Philosophie (u. a. bei Eduard Spranger), Klassischen Philologie (u.a. bei Otto Weinreich) und Literatur an der Eberhard Karls Universität Tübingen. 1948 wurde er bei Jsoeph Vogt mit der Dissertation Verfall und Fortschritt im Denken der frühen römischen Kaiserzeit mit summa cum laude zum Dr. phil. promoviert. 1949 bis 1950 absolvierte er einen Post-Doc-Aufenthalt an der Harvard University in Cambridge, Massachusetts; seine dortigen Studien waren interdisziplinär angelegt und brachten ihn in Kontakt mit renommierten Wissenschaftlern wie Arthur M. Schlesinger.

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Er lehrte zunächst an der Freien Universität (West-)Berlin und war von 1959 bis 1987 Lehrstuhlinhaber für Wissenschaft von der Politik und Zeitgeschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Er trat wissenschaftlich vor allem als Totalitarismus- und Demokratieforscher hervor.

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Viele Beobachter sprechen von einer „Bonner Schule“. Bracher war zudem Mitherausgeber fachwissenschaftlicher Periodika. Er erhielt für seinen herausragenden Beitrag zur deutschen Politikwissenschaft zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen wie das Bundesverdienstkreuz und den Pour Le Mérite und war Gastprofessor im Ausland:

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Den betroffenen Menschen sei es egal, ob sie im Namen einer ursprünglich humanen Idee (Kommunismus) oder eines atavistischen Rassenwahn (Nationalsozialismus) umgebracht würden.“

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Bei Bracher haben mehrere Generationen späterer Bonner Politiker ihre Bonner Republik gelernt. Bracher war auch für den Verbleib einer Bundeshauptstadt Bonn nach 1989, statt eines Umzugs nach Berlin.

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