ORADOUR-sur-GLANE: Silhouetten der Leichtsinnigkeit

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Vom Freitag, 26. August 2016

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Oradour-sur-Glane: Silhouetten der Leichtsinnigkeit. Schandmal des deutschen Militärs vom 10. Juni 1944.

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Man erreicht Oradour-sur-Glane mit dem PKW über die AUTOBAHN, die von Norden (Paris) kommend, bei Limoges Numero A 20 heißt, die man von der Abfahrt Numero 28 in Westrichtung verlässt, wo man durch die ebene Landschaft nach etwa 30 Kilometern Oradour-zur-Glane leicht erreicht. Die Gedenkstätte ORADOUR-sur-GLANE wird vom französischen Staat vorgehalten und ist für die Besucher ohne weitere Kosten zu besuchen.

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Bei den Digital-Bildaufnahmen wurde vermieden, den Besucherandrang der zwar weitläufigen aber stark besuchten Anlage mitzuzeigen.

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Die gesamte Anlage ORADOUR-sur-GLANE ist im August 2016 in einem sehr gut gepflegten Zustand, kein Müll oder Tourismusgeschäfte, wenig Unkraut, keine kitschigen Zutaten oder theatralischen Kulissen.

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Das gesamte historische ORADOUR- Arreal besteht aus drei Stationen der Erinnerung und Aufklärung, einem großen Andachtsraum, dem mit bizarren rostfarbenen Dreiecken aufgemachte Haupteingang zur unterirdischen Dokumentationsstätte mit beschrifteten Fotowänden, zugleich der Durchgang zur Oradour-Ruinen-Anlage. Nur hier hindurch die Dokumentationsräume im Untergrund, mit Foto-Repros und Texttafeln, ist die dezent dekorierte, so zu betretende Freilichtanlage, für die Besucher zu erreichen.

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Der Ausdruck der ruinierten ehemaligen Siedlung hat allein durch die Silhouetten der niedergebrannten kleinstädtischen Bebauung eine erschütternde Wirkung. Man sieht noch, wie es hier einmal eine reiche urbane Szenerie gegeben hatte, viele damals moderne Autowracks, sogar eine Straßenbahnlinie auf der Hauptstraße sowie Dorfplatz und Kirche als Mittelpunktewo der deutsche Tod am 10. Juni 1944 grausam hauste.

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Das Massaker von Oradour am 10. Juni 1944 war ein durch die Waffen-SS verübtes Kriegsverbrechen an der Bevölkerung des französischen Dorfes Oradour-sur-Glane, das nicht aus Bauernhöfen bestand, sondern eher kleinstädtisch ausgelegt war.

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Nahezu alle Einwohner wurden dabei ermordet. Es gab nur sechs Überlebende. Das Dorf wurde völlig zerstört. Bei dem Massaker von Oradour handelte es sich mit 642 Opfern um das zahlenmäßig größte Massaker in Westeuropa.

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Die Dorfbewohner wurden zunächst auf dem Marktplatz zusammengetrieben und dann, nach über einer Stunde, von der SS in Männer, sowie Frauen und Kinder aufgeteilt.

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Infolge der Untergangsnachricht vom 6. Juni 1944, dem „Längsten Tag“ – der opfervollen blutigen Landung der US-MARINES in der Normandie – und der damit besiegelten Vernichtung der deutschen Besatzungsmacht in Frankreich und des gesamten Westfeldzuges im Zweiten Weltkrieg, drehten die Deutschen durch. Es kam im 30 Kilometer nordwestlich von Limoges gelegene Dorf Oradour-sur-Glane zu einem vorbildlosen unbeschreiblichen Holocaust.

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Dabei gelang den Partisanen der kommunistisch beherrschten FTP, die nichts von der heranrückenden SS-Division wusste, am 7. und 8. Juni 1944 ein großer Erfolg. Sie schafften es, Tulle, den Hauptort des Départements Corréze, einzunehmen, in dem mehrere hundert deutsche Soldaten stationiert waren.

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Bei den vorangegangenen Kämpfen hatten die deutschen Verteidiger dabei am Nachmittag des 7. Juni am Bahnhof – möglicherweise versehentlich – 18 unbewaffnete Bahnwächter erschossen, die im Auftrag der deutschen Besatzungsmacht tätig waren und weiße Armbinden trugen. Bei der Eroberung von Tulle verloren die Deutschen 122 Soldaten – Tote, Verwundete und Vermisste. Die Leichen der Toten wurden nach Einschätzung des Militärhistorikers Peter Lieb, unter Berufung auf einen Bericht des Präfekten des Department Corrèze Trouille, teilweise geschändet.

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Als Einheiten der Division „Das Reich“ am Abend am 8. Juni mit überlegenen Kräften Tulle erreichten, flohen die Partisanen aus der Stadt. Am nächsten Tag übte die Division „Das Reich“ massive Vergeltung für den militärischen Erfolg des französischen Widerstandes.

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Als Racheaktion erhängten Soldaten der Panzerdivision am 9. Juni 1944 in Tulle 99 willkürlich aus der Einwohnerschaft zusammengesuchte Geiseln. Dieses Kriegsverbrechen, ging dem Massaker von Oradour voraus.

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Die über 400 Frauen und Kinder wurden in der kleinen Kirche eingepfercht. Nach etwa eineinhalb Stunden legten die SS-Leute mit einem Brandsatz, den sie in einer Kiste vor dem Altar deponierten und anzündeten, in der steinernen Kirche Feuer, das beißenden Qualm und Panik erzeugte. Auch der hölzerne Dachstuhl des Kirchturms ging in Flammen auf und schlug schließlich durch das Dach des Kirchenschiffes auf die eingeschlossene Menge. Zuvor schon waren die Eingeschlossenen von Fenstern und Türen aus beschossen und mit Handgranaten beworfen worden. Allein der 47-jährigen Bäuerin Marguerite Rouffanche gelang durch ein Fenster die Flucht in ein nahegelegenes Erbsenbeet, in dem sie, durch fünf Schüsse einer Maschinengewehrsalve schwer verletzt, bis zum nächsten Tag ausharrte und so überlebte. Ihr Augenzeugenbericht ist der einzige der Tat aus Opferperspektive; er wurde aber bei der Verhandlung vor dem Militärgericht in Bordeaux 1953 von mehreren SS-Angehörigen bestätigt. Nachdem die verletzte Rouffanche zunächst im Krankenhaus von Pierre Povetin, einem Mitglied der Resistance-Vereinigung MUR, befragt wurde, nahm am 13. Juni der Präfekt von Limoges eine Zeugenaussage auf, deren Zusammenfassung er an die Deutsche Waffenstillstandskommission in Wiesbaden schickte, eine reichsdeutsche Behörde für strittige Angelegenheiten zwischen Vichyfrankreich und Deutschland, die mit dem deutsch-französischen Waffenstillstand von 1940 gegründet worden war.

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Anschließend wurden die Leichenberge ohne Rücksicht auf verletzte Überlebende mit Hilfe von Stroh angezündet. Nur fünf Männern gelang rechtzeitig die Flucht, auch sie wurden teilweise schwer verletzt.

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Die deutschen Mörder von Oradour wurden nicht lange danach allesamt aufgerieben und vernichtet.

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Insgesamt starben 642 Menschen in Oradour, von denen später lediglich 52 identifiziert werden konnten. Unter den Toten befanden sich 207 Kinder und 254 Frauen. Nur sechs Menschen überlebten das Massaker, darunter Robert Hèbras, der sich nach diesem Erlebnis dem Widerstand anschloss und nach dem Krieg als Buchautor hervortrat.

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Verbrannte Knochen in Oradour

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Die meisten deutschen Mörder fielen wenige Tage später, während der alliierten Invasion in der Normandie, sodass keine Strafverfolgung stattfand. Auch ein Großteil der 3. Kompanie, die das Massaker begangen hatte, wurde bei den Kämpfen aufgerieben und entging so der Strafverfolgung.

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Erst in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg konnte in Frankreich eine gerichtliche Verfolgung der an dem Massaker Beteiligten eingeleitet werden. 1953 konnten nur noch 65 Täter angeklagt werden, der Rest war entweder im weiteren Verlauf des Zweiten Weltkrieges gefallen oder konnte nicht mehr festgestellt werden. Am 13. Februar 1953 verurteilte ein Militärtribunal in Bordeaux 21 im Prozess anwesende SS-Soldaten, darunter 14 Elsässer.

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Da das französische Parlament ein Gesetz verabschiedete, das die gemeinsame Anklage von Franzosen und Deutschen verbot, wurden die Urteile für die beiden Gruppen getrennt verkündet. Ein Deutscher und ein Elsässer, der freiwillig in die Waffen-SS eingetreten war, wurden zum Tod, 18 Angeklagte zu Strafen zwischen acht und zwölf Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Ein Angeklagter wurde freigesprochen.

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Aus den Dokumentationen in der Gedenkstätte sowie weiteren verschiedenen Quellen zitiert, teils aus WIKIPEDIA.DE.

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Dr. Dietmar Moews mit den rostigen Dreiecken vom Haupteingang zur Gedenkstätte, vor seinem Oradour-Besuch im August 2016

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