Bertrand Russell – ein Krönungsexemplar der abendländischen Emanzipation

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Vom Freitag, 15. Juli 2016

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Es gibt zahlreiche Symbole, Fanale und Fixierungen in der Massenkommunikation. Sie Vorstellungen haben eine starke Wertstellung im Zeitgeist der fortschreitenden Individuen in der zeitgenössischen Gemeinschaft.

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BEISPIEL: Alte Vorzeiten, Steinzeitleben, Mittelalter, die Neuzeit als Moderne der Veränderungswelt der Schöpfermenschen, Rollenveränderung für Gott und Götter, Emanzipation, Fortschritt, Beschleunigung und Ende des zweiten Jahrtausends die IT-REVOLUTION.

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Davon wissen alle modernen Menschen, ohne es so kurz und deutlcih ausdrücken zu können. es ist im kollektiven Bewusstsein.

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Bis zum Ausklang der „MODERNE“, die im Zeichen eines menschengemachten Fortschrittes in somnambuler Sicherheit und vollster gemeinschaftlicher Überzeugung ein „HÖHER, SCHNELLER, WEITER“ auslebte, bis

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etwa anfang der 1970er Jahre im demokratischen WESTEN eine Irritation, eine Skepsis, Zweifel, den modernen Massenbewusstseins-Rausch in kurzer Zeit ankränkelte.

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POSTMODERNE heißt die massenpsychologische Tatsache als Beschreibung einer starken sozialen Veränderung – quasi mit JIMI HENDRIX TOD 1969.

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Ohne, dass alle Zukunftswünsche und Utopien der modernen Menschen durch Modernität eine gute Zukunft gestalten zu können, verwirklicht werden konnten, ohne dass die MODERNE vollendet war, war sie beendet.

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DIETMAR MOEWS malte 1974 die ersten POSTMODERNEN BILDER, „Ich liebe Dich“, nach Carpaccio – Öl auf Leinwand,  170cm/152cm

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Man lebte fortan postmodern. POSTMODERNE waren Zweifel, Rückbesinnungen auf verschiedene Vorzeiten, die vielleicht bessere Qualitäten bieten könnten als die enttäuschende Moderne. NOSTALGIE – POSTMODERNE war keine Philosophie, sondern war ein empirischer Glaubensverlust an die moderne bzw. neue Hoffnungen auf POSTMODERNE Möglichkeiten.

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In dieser Jahrhundert-Moderne lebte ein ausgezeichneter genialer Mann, BERTRAND RUSSEL. Er war der prominente Streiter für die moderne EMANZIPATION, der in allen wichtigen METIERS auf der Höhe war und publizierte weltweit wahrgenommen.

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Auf DLF.de beschreibt Jochen Stöckmann Bertrand Russell, lobenswerter und dankenswerter Weise (10. Juli 2016):

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Philosophie, Mathematik und Logik unterrichtete Bertrand Russell am Trinity College in Cambridge, als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach. Es war der historische Moment, in dem der spätere Nobelpreisträger zum Pazifisten wurde – und wegen seines konsequenten Einsatzes für den Frieden heute vor 100 Jahren seinen Lehrstuhl verlor.

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„Ich war niemals im theoretischen Sinne Pazifist. Der Erste Weltkrieg schien mir von allen Seiten eine bloße Dummheit, beide Seiten hätten den Krieg vermeiden können. Ich war deshalb gegen den Krieg.“

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Auf einen Übersetzer kann Bertrand Russell verzichten, als er 1948 im deutschen Radio Auskunft gibt über sein pazifistisches Engagement. Schließlich verbrachte der englische Philosoph, 1872 geboren, einige Zeit in Berlin – für sein erstes Buch, eine Studie über die Sozialdemokratie. SPD-Politiker wie August Bebel und Wilhelm Liebknecht hat Russell noch persönlich kennen und schätzen gelernt. Und musste einige Jahre später bei Kriegsausbruch 1914 erleben, wie selbst höchst gebildete Kollegen gegen die „Hunnen“, die deutschen Barbaren an die Front zogen – und auf dem Uni-Campus in Cambridge fehlten:

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„Blutrünstige alte Männer, die siegreich einherhumpeln, während die Jugend fort ist. Soldaten sind einquartiert und exerzieren auf dem Rasen; kriegerische Geistliche predigen ihnen mit Stentorstimme von den Stufen des Studentenhauses aus.“

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Dagegen setzt Russell Argumente. Ganz nüchtern beharrt er auf den Vorteilen eines möglichst raschen Friedensschlusses, während um ihn herum der sprichwörtliche britische Sportsgeist in Kriegshetze mündet. Noch lässt man den Querdenker gewähren.

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„Man sitzt da und amüsiert sich, ohne zu merken, dass, was ich sage, eine Verurteilung der Regierung ist.“

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Die Stimmung schlägt um, als ein deutsches U-Boot das Passagierschiff „Lusitania“ torpediert. Mit drakonischen Maßnahmen bis hin zur Todesstrafe muss rechnen, wer den Dienst mit der Waffe ablehnt. Dennoch organisieren sich „Kriegsdienstverweiger“ in der No Conscription Fellowship. Und deren Vorsitzenden, Clifford Allen, nimmt Russell kurzerhand mit, als er – Spross einer altaristokratischen Familie – vom Rüstungsminister Lloyd George zum Lunch eingeladen wird. Denn:

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„Er wird jetzt eher zögern, ihn erschießen zu lassen.“

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Nicht vorm Erschießungskommando, aber im Zuchthaus landet wenig später ein Lehrer, der den Militärdienst aus Gewissensgründen verweigert. Der Fall wird in einem Flugblatt mit der gewaltigen Auflage von 250.000 Exemplaren aufgegriffen und scharf kritisiert, anonym. Doch dann erhält der Herausgeber der „Times“ ein Einschreiben:

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„Sir, man hat sechs Personen zu Gefängnisstrafen mit Zwangsarbeit verurteilt, weil sie dieses Flugblatt verteilt haben. Ich wünsche bekanntzugeben, dass ich der Autor bin. Hochachtungsvoll Bertrand Russell.“

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Dieses „Geständnis“ hat Konsequenzen: Mit Berufung auf das englische „Reichsverteidigungsgesetz“ wird dem Professor Bertrand Russell am 11. Juli 1916 der Lehrstuhl in Cambridge entzogen. In die USA – nach Harvard, wo er zu Vorlesungen eingeladen ist – kann der Philosoph und Mathematiker nicht ausweichen. Das Foreign Office verweigert ihm den Pass: Die Briten befürchten, dass der Friedensapostel Amerika in seiner Neutralitätspolitik nur noch bestärkt. Als dann 1917 doch noch US-Truppen nach Europa geschickt werden, bezweifelt ausgerechnet Russell, der Pazifist, die militärische Schlagkraft des neuen Bündnispartners der Briten:

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„Es fragt sich, ob diese amerikanischen Truppen fähig sind, Deutschland zu besiegen. Sicher aber ist ihre Fähigkeit, in England und Frankreich Streiks niederzuschlagen, denn diese Beschäftigung ist die amerikanische Armee von zu Hause gewöhnt.“

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Dieses Flugblatt trägt Russell sechs Monate Gefängnis ein, ohne Bewährung. Dabei hat der meist zur linken, zur sozialistischen Seite tendierende Denker nur seine Meinungsfreiheit in Anspruch genommen. Dahinter stand politisch-pragmatisches Kalkül, kein blinder Pazifismus. Denn nach 1933, als Hitlers Armeen die Freiheit bedrohten, da hat Bertrand Russell den Einsatz des britischen Militärs und auch der US-Armee begrüßt:

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„Im Zweiten Weltkrieg hatte ich eine andere Meinung: Ich liebte den totalitären Staat gar nicht, den Despotismus liebe ich nicht. Das ist meine Meinung. Und diese Meinung habe ich schon während des Ersten Weltkriegs ausgesprochen. Ich habe damals gesagt: Ich bin nicht gegen alle Kriege, nur gegen diesen Krieg.“

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DIETMAR MOEWS -Ausstellung im NDR 1977 mit gemalter POSTMODERNE

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Dietmar Moews meint: Bertrand Russell ist einer meiner Helden, denen ich gezeichnete Portraitdarstellungen widme.

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Ich möchte nur akzentuieren:

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Der berühmte Nietzsche-Slogan: „Gott ist tot“ (Antichrist 1889) hat seine wirksamste Ausprägung durch Bertrand Russell erhalten, der in einer essayistischen Ausarbeitung Christen, Christentum und Gottesvorstellungen modern beleuchtet hat:

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Warum ich kein Christ bin“ (1927 / 1957

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Seine Ansichten über religio hat Russell in dem langen Essay „Warum ich kein Christ bin“ zusammengefasst. Religion im Allgemeinen, insbesondere aber das Christentum, hielt Russell für ein Übel, eine „Krankheit, die aus Angst entstanden ist“. Besonders Islam, Judentum und Christentum seien in ihrem Kern überdies „Sklavenreligionen“, die bedingungslose Unterwerfung verlangten:

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Die ganze Vorstellung vom herrschenden Gott stammt aus den altorientalischen Gewaltherrschaften. Es ist eine Vorstellung, die eines freien Menschen unwürdig ist.“

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Russell kritisierte auch in weiteren Texten die Christliche Ethik, insbesondere die Sexualethik, scharf, die er als „Vergewaltigung der menschlichen Natur“ bezeichnete.

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Hexenverbrände werden umgeformt. Doch die Bullshit-Kultur und die oft mobgeartete Folklore der Arschkriecherei will solche Genies wie RUSSELL nicht nur nicht als VORBILDER akzeptieren und diese lebenswichtige Qualität herauszuheben, sondern trampeln massenhaft und unter lautschreiender Demokratieverachtung ihre BLÖD-MEHRHEIT zum politischen Maßstab.

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