Nachtgehverbot auf dem CHRISTO Iseo-See

Lichtgeschwindigkeit 6617

Vom Sonnabend, 25. Juni 2016

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Eine kunstsoziologische Beobachtung zum Verständnis – nicht zum Einverständnis – von rechter Einstellung, weil weniger Menschen wissen, was rechte Gesinnung ist, als lesen können.

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Lieber Benutzer, hier, der nicht ohne Hintersinn als Benutzer angesprochen wird, unter Umständen auch als Benutzerin, aber das lenkt vom Thema ab, wenn man einen lieben Benutzer als Benutzerin anspricht, lesen können, aber nicht zu wissen, was rechts ist, wie rechts und links wirklich grundgegensätzliche politische Grundhaltungen sind und wie man das unterscheidet, möchte ich das am Beispiel vom aktuellen CHRISTO erklären:

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Die rechte Grundposition zielt auf Exklusivität. Der rechte Mensch möchte als besonders, als gesondert – möglichst als besonders achtenswert, beneidenswert, bemerkenswert, hochwertig – in seinen zugänglichen sozialen Lebenszusammenhängen respektiert werden.

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Der rechte Mensch versucht durch rechte sprachliche Äußerungen, Urteile und Meinungen sowie – was allerdings an exklusive Fähigkeiten gebunden wäre – exklusive und exkludierende Handlungsweisen aufzufallen.

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Der Rechte bringt was Besonderes und redet davon, oder er macht andere nieder, die dadurch abgewertet und exkludiert werden.

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BEISPIEL: Es wird im Bereich von Literatur und Kunst abwertend über Comics gesprochen, während vermeindlich hochwertige Literatur zum wertenden Vergleich angeführt wird. Dabei wird dann aber keineswegs über die verschiedenen Qualitäten unterschiedlicher Texte, Textformen, Sinn- und Formbezüge, kulturelle Nutzen spezieller Literatur gewertet, sondern abwertende Urteile über Comic sind gar nicht gegen die Literatur- oder Kunstform Comic gerichtet, es werden auch kaum nachvollziehbare Qualitätskriterien genannt, sondern, wer schlecht über Comics redet, zielt ganz eigentlich auf die Benutzer von Comics. Wer Comics nutzt, wer Comics liest, wird als minderwertig hingestellt, denn der beschäftigt sich mit minderwertiger Literatur (Arzt ist krank, weil er mit Kranken zu tun hat).

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Man bezieht abwertende Positionen gegen Comic, meint indes die Nutzer von Comics, die als Konsumenten von Niedrigkunst hingestellt werden.

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Vergleichbar verständlich kennt jeder solche geringschätzigen Wertäußerungen über KITSCH, über Schlagermusik, über Gartenzwerge und „Röhrender Hirsch – gemalt“. Man macht abfällige Bemerkungen über KITSCH, will damit aber diejenigen als minderwertig von sich selbst – dem höherwertig orientierten – abgrenzen, die KITSCH benutzen. Das folgt der absurden Logik, wenn KITSCH als minderwertig angesehen wird, ist auch der Kitschbenutzer minderwertig. In dieser Exklusionsfunktion dienen dann dem rechten Menschen seine verächtlichen Urteile über Gartenzwerge im Vorgarten dazu, die Gartenzwerge-Aufsteller als Vollpfosten abzuwerten.

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Dietmar Moews meint: KURZ und KLAR:

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Ich meine, was beliebt, ist auch erlaubt (Wilhelm Busch), die Besucher der gelb-orangenen Kunststoffe-Naturveränderung der CHRISTO-Unternehmung am Lago d’Iseo haben das Recht darauf, diese Einrichtung zu besuchen, zu begehen und als erwünschte Belustigung zu bewerten, ohne dass sie dafür als minderwertig, kindisch, dümmlich oder unterbelichtete, voll zurechnungsfähige Bürger anzusprechen wären:

 

Wer nicht malen mag, vielleicht nicht kann, macht Dada oder Fluxus oder ZERO oder Arte Povera – jeder darf das. Solches öffentliches Verhalten ist legal und legitim und nicht aus einer rechten Grundposition heraus als minderwertig herauszustellen.

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Wohlverstanden begegnet uns heute rechts gemeint, permanent der neueste Aufguss der Selbsterhöhungs- und der rechten Exklusivitäts-Rundumschläge, die lediglich der rechten Grundposition und der Begehrlichkeit nach herausgehobenem Sozialstatus nützen soll. Ganz anders wäre die linke Ambition auf Inklusion und differenzierter Meinungsfreiheit, ohne daran geknüpfte soziale Niederwertung oder Ausschluss.

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Wir werden täglich im kulturindustriellen Kommunikationsschwall mit Inszenierungen im legitimationsbedürftigen staatlich finanzierten Kunstbetrieb mit sogenannten Kunst-Events an der exklusiven Staatskunst beteiligt, die allerdings immer nur mit einer Qualität auftrumpfen – der Besucherquote.

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In diesen Tagen wurden schöne Bilder vom norditalienischen Iseo-See massenhaft verbreitet. Der amerikanische Unternehmer CHRISTO hat dort ein Freizeit- und Unterhaltungs-Projekt organisieren lassen, indem die Insel im Iseo-See von einer etwa sieben Meter breiten, fest verankerten, erheblich tragfähigen, grell gelb-orangefarbenen schwimmenden Manschette umgeben wurde, auf der nun die Touristen „übers Wasser gehen“ können:

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, Freitag, 24. Juni 2016, Seite 6:

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Nachtgehverbot auf dem Iseo-See. Christos Stege leiden unter dem Besucheransturm“

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Und der FAZ-Leser, der dem CHRISTO-Geschäftsmodell keinerlei künstlerisch-ästhetisches Interesse entgegenbringt, aber darin ein bedeutendes kunstsoziologisches Zeitzeichen sieht, beobachtet, wie in wenigen Wochen Hunderttausende Freizeitmenschen zur Quote werden, in der allerdings eindeutig zum Ausdruck kommt, wie kostengünstig die banalen „running Gags“ von CHRISTO, die goldenen Stege, die rosafarbenen running Fences, die Verpackungen und Verhüllungen sind, vergleicht man damit die Erfolgsquoten und die Super-KOSTEN von Broiler House und Switch House der Tate Modern an der Londoner Themse.

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Wir schätzen also die inszenierte Quote, wollen dabei aber die rechte Grundposition einnehmen, eine „exklusive Kunst“ zu schätzen, ein „exklusives“ Kunstverständnis zu haben. Während also Massenaufläufe in Disneyworld und Disneyland dagegen nicht Hochwertkunst, sondern Kommerzkunst und Kitsch sind.

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Die FAZ berichtete am 24. Juni 2016:

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Mit romantischen Nachtspaziergängen unter dem Mond über die „schwimmenden Stege“ im norditalienischen Lago d’Iseo ist es vorerst vorbei. Zu viele Menschen wollen die spektakuläre Installation des Verpackungskünstlers Christo sehen. Es gebe zu viel Schmutz und zu wenig Personal, um die Anlage zu schützen, stellte der Präfekt von Brescia, Valerio Valenti am späten Mittwoch fest und ordnete die Schließung der Anlage von Mitternacht bis zum Morgen um sechs Uhr an. … ursprünglich sollten die „floating Piers“ bis zum 3. Juli rund um die Uhr geöffnet bleiben.

Seit Samstag haben nach Angaben des Präfekten 270 000 Menschen die insgesamt rund drei Kilometer langen Pontons auf dem See besucht…. Der kleine Ort Sulzano ist völlig überfordert. „Wir ertrinken im Dreck“, wurde eine Anwohnerin zitiert.

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Die FAZ berichtet vorstehenden Text nicht im Feuilleton oder in der Kunstkritik, sondern in der Rubrik „Deutschland und die Welt“.

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Daraus jetzt den Bogen zur rechten Position der Exklusivität der Artmen der Tate Modern und der anmaßenden verirrten Staatskunst zu spüren, muss hier den Nutzern in LICHTGESCHWINDIGKEIT überlassen werden.

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Man darf also ohne rechts eingestellt zu sein und ohne rechts andere zu malträtieren die CHRISTO-Späße für sich selbst unattraktiv finden und die Massengrafik, die dann in Massenwaren-Kaufhäusern als CHRISTO-Kunst im Angebot zu finden ist (da sind die Rahmen teurer als die Fotokopien vom „verhüllten Reichstag“) – dennoch sollten alle Menschen, ob Freunde von Gartenzwerg, Pitbull, SUV oder Kinderreichtum, akzeptiert werden, statt als minderwertig ausgegrenzt und gemobbt zu werden.

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CHRISTO neigt eben zur Affirmation des zum Massenkonsum ausgelegten Massengeschmacks – bei kulturindustriellen Niedrigpreisen, die sich jeder arme Mensch leisten kann (Inklusion).

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