Schoki-Test mit Cote d’Or Lait-Noisettes Mondelez 33% Cacao

Lichtgeschwindigkeit 6605

Vom Montag, 20. Juni 2016

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Dietmar Moews meint:

L’on immole à l’etre abstrait les etres réels; et l’on offre

au peuple en masse l’holocauste du peuple en détail.

 

(Benjamin Constant, „De l’esprit de concuéte“)

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Ich probierte eine belgische Schokolade, Cote d’Or Lait Noisettes Mondelez 33% Cacao – es war ein reiner Sympathiekauf der nachbarschaftlichen Schokoladenhändlerin zu Liebe, aber sorry, die beiden Sorten Cote d’Or „Lait Noisettes“ und „Lait“, sind ungenießbar von A bis ZETT.

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Kurz vorab: Diese Vollmilch-Nuss-Schokolade ist durch und durch schlechte Billig-Süßigkeit. Man reißt die Packung auf. Das dicke Päckchen enthält zwei silberpapierverpackte Tafel a 75 g, gesamt 150 g für den Bezahlpreis von 1 Euro 40. Das ist billig. Sie ist nicht fett, nicht fein, kein Genuss, selbst wenn das Hungerloch Gut und Böse vergisst, ist dieses Cote d’Or-Gemisch viel zu süß.

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Bereits im Jahr 1870 eröffnet Charles Neuhaus eine Schokoladenfabrik. Den Namen Cote d’Or lässt er im Jahr 1883 als Marke eingetragen. Der Name ist eine Hommage an die Goldküste Westafrikas, dem heutigen Ghana, woher, der von Cote d’Or verarbeitete Kakao stammt.

Während des zweiten Weltkrieges war der Bezug des Kakaos der goldenen Küste nicht möglich Cote d’Or hat daher Kakao aus dem Kongo bezogen und diese Produkte dann in „Congobar“ umbenannt… Einige Jahre lang produzierte das Unternehmen keine Schokolade von der Bohne weg und bezog die fertige Schokoladenmasse von Zulieferern. Mittlerweile wurde die Produktion von der Bohne weg wieder aufgenommen.“

Georg Bernardini „SCHOKOLADE – DAS STANDARDWERK“, der Schokoladentester 2015“ Seite 305/306.

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Für mich als Schokoladen-Liebhaber ist eine Schokolade, die nicht zu hell, aber nicht ganz dunkel ist und Milch-Schokolade heißt, das Schönste von der Welt. Dieser Billig-Mist ist dem Tester unangenehm. Wer eher von unten kommt, ist nicht verwöhnt – die Idee, irgendeine angebrochene Süßigkeit, statt aufzuessen, wegzuschmeißen, ist beim Tester immer noch ein aus der Kindheit kommender Gewohnheitsbruch.

Der Inhalt der 150 g (Doppel-)Packung wirkt nicht frisch, ist aber wie eine Vollkonserve datiert (mindestens bis 23. 07. 2016 haltbar). Diese Datierung ist nicht besonders fair. Der Kunde kann nicht sehen, wann diese Cote d’Or gemacht wurde – nicht nur bis wann mutmaßliche Mindesthaltbarkeit erwartet werden dürfte. Das gefällt nicht.

Außerdem, die sinnliche Qualität und Wahrnehmung ist übel. Was man riechen muss, wenn die Packung frisch ausgewickelt ist, ist schwer definierbar. Kakao, Schokolade, etwas betörend anregendes? Leider gar nicht. Man schmeckt weder die VOLLMILCH noch den KAKAO. Cote d’Or spricht nicht sinnlich, wenngleich die handfeste Packung ganz kraftvoll wirkt.

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Die 75 gr. Tafelpackung enthält die mittelbraune Süßstofftafel mit einem querverlaufenden Bruchkanten-Streifen-Relief oben. Die Unterseite ist wegen des durchscheinenden Nuss-Schrotes nicht ganz glatt. Die Konsistenz und der Schmelz sind sehr unfein. Man beißt ab und schon schießt der Impuls „Sodbrennen“ hoch – es ist unsäglich zu süß. So ein Abbiss löst sich nicht so leicht auf, die Kaumasse verkleistert samt den Winz-Nussstückchen (welche Sorte Nüsse? – weiß Keiner), schlechte Süßigkeit, wie es viele Gemische auf dem Kunstmarkt an sich haben. Insgesamt dominiert die Billigqualität, man schmeckt Aroma, – aber was? Cacaobutter, zu viel Zucker und Milchpulver. Mußaroma? – überhaupt nicht. Die Bezeichnung AROMA garantiert nicht irgendein natürliches Aroma und auch nicht die gentechnikfreie Einschränkung, die hier im Test angelegt wird. Das Aromagemisch dieser „d’Or“ ist qualitativ ganz unten. Und – von wegen – belgische Chocolatiers. Auch die Bezeichnung „Bean to Bar“ist hier leeres Geräusch.

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Auf der Rückseite wird mit viel Worten Flämisch erklärt: Laten we SAMEN Helpen om DE … nachhaltige Landwirtschaft …“

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Ferner: Nährwertangaben pro 100 g (durchschnittlich)

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Brennwert 2.325 kj / 555 kcal

Fett 35,5g

davon gesättigte Fettsäuren 17,0 g

Kohlenhydrate 48,5 g

davon Zucker 46,5 g

Eiweiß 9,0 g

Salz 0,23 g

Die Aufmachung hat bei dieser Sorte einer 150 Gramm (2x75g) Tafelschokolade von Cote d’Or in schöner altweiß eierschalfarbenen Außengestaltung mit grüner Flachdruck-Gestaltung und Schreibschrift-Schriftzügen, dazu in siena-naturfarbenem Elefanten-Symbol-Feld mit mehreren Werbesymbolen: Sowas wie Fairer Handel, ökologischer Anbau – aber lediglich angetäuscht. Die Süßtafeln selbst sind innen in eine luftdichte derbe Silberpapier-Folie eingeschlossen, die nicht angenehm wirkt und kaum wiederverschließbar ist.

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Die Werbetexte in belgischer und niederländischer Sprache, in vielen Schrifttypen und Schriftgrößen auf dem Außenkarton sind lesbar, die Bestandtteile und Nährwerte-Tabelle in Dunkelbraun auf Altweiß:

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EMPFEHLUNG: Der Tester empfiehlt diese Schokolade auch probeweise nicht – sie ist ihm zu süß, qualitativ zu billig und wirkt beliebig künstlich gemixt. Oft wird mit Nussanteilen die schlechte Kakaoqualität überdeckt – bei dieser Cote d’OR Noisettes kommt auch das nicht aus . Sie ist nur unfein und viel zu süß.

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Nicht immer liege ich in meinem Testurteil so nahe zu Georg Bernardini.

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Ich würde keine von sechs Kakaobohnen geben – Bernardini gab eine von sechs Kakaobohnen. Er stellt aber andere Cote d’Or Produkte vor, als die hier von Dr. Dietmar Moews getestete. Und für dieses 150 Gramm Süßmonsterzeug sind auch 1,40 Euro + zu kostspielig. Mi dispiace Signor.

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ACHTUNG: Diese Cote d’Or ist angeblich BIO!

Aber die Kennzeichnung BIO stimmt nicht, unter Umständen haben wir hier auch die anteilige Verwendung mit genmanipulierten und agrachemikalisch optimierten Rohstoffen, also Kakaobohnen, Zucker, Milcheiweiß, zu tun zu haben.

Mit der Kennzeichnung FAIR TRADE haben wir es hier nicht und nicht mit einem sozialverträglichen Handelsprodukt zu tun. Zur Herstellung wird NICHTS mitgeteilt: Leider NEIN. Der Firmensitz von MONTELEZ ist angeblich Mechelen, immerhin.

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Aus BERNARDINIS Fazit (Seite 306):

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Mit wenigen Veränderungen könnten die Produkte von einer zufriedenstellenden industriellen Massenwaren-Qualität sein. … Verzicht auf künstliche Aromen …das ist ein Traumgedanke, denn das wird in greifbarer Zukunft nicht passieren. Dabei bleibt es bei einer schlechten Gesamtqualität der Produkte.“

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