DDR-Stalinist und Salon-Schriftsteller-Funktionär Hermann Kant

Lichtgeschwindigkeit 6595

Vom Donnerstag, 16. Juni 2016

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Der DDR-Schriftsteller-Funktionär Hermann Kant, im hohen Pflege-Alter

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In den Berichten zum 90sten Geburtstag des in Hamburg am 14. Juni 1926 geborenen, noch 1944 zum Weltkriegssoldat, und 1949 in die sowjetisch bestimmte DDR und die SED eingewanderten Hermann Kant, fand ich außer den generationsspezifischen Wundenleckern keine Zeugnisse der schriftsstellerischen Bedeutung dieses DDR-Staatsschriftstellers KANT.

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Man kann die Domestikation der SED- und Stasi-Nomenklatura in die DIENSTKLASSE der ZWEITEN Bundesrepublik leicht nachvollziehen. Doch literaturgeschichtliche Funken wurden und werden von der heutigen Literaturindustrie geschlagen, leuchten und zünden nur überhaupt nicht.

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Wer Schostakowitsch kannte, wer die Stalinisten Wislawa Szymborska, Maxim Gorkij und Bert Brecht, oder die Kunst-Verbandsbonzen Johannes R. Becher, Arnold Zweig und zuletzt den Schriftleiter Hermann Kant beruft, muss wissen, was Nomenklatura und SED bedeutete. Ich mag nicht.

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Es gibt auch Uwe Johnson, Volker Braun und Fritz J. Raddatz, Sarah Kirsch und Günter Kunert, die sich anders als die Grußkarten-Unterschreiber zu Stalins Feiertagen auf eigene Kosten vor meinen Augen geziert haben.

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Guntram Vesper „FROHBURG“ 2015

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Dietmar Moews meint: Ich bin es übersatt, den Pseudo-Marxismus von Leuten, die Marx und Hegel im Maul führen und daraus gar nichts weiter gezogen haben, als „die Partei hat immer Recht“, noch inquisitorisch auszuschlagen. So wenig diese „Salonmarxisten“ – außer Affirmation – die „Welt verändern“, so wenig können ihre humanistischen Proklamationen den Blutrausch des Zwanzigsten Jahrhunderts durchbrechen

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Mich haben die Portraitphotos von Hermann Kant sehr beeindruckt – als Jungfunktionär (FAZ, 14. Juni 2016), als Boss im SED-Ring (SZ, 14. Juni 2016) und jetzt als Mäuschen an der Fußleiste (neues deutschland, 14. Juni 2016).

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Wollte man sagen, was Kant dachte und geschrieben hatte, wäre das inzwischen bekanntgeworden. So epochal wars anscheinend nicht. Weder Ulbricht, Honecker oder Krenz haben Kant herausgehoben. So eine lyrische Praline, wie Günter Schabowskis SLAM-POETRY ist Kant nicht gelungen:

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Äh … wie wir’s machen, machen wir’s verkehrt, aber das ist die einzige Lösung, die uns die Probleme erspart, alles über Drittstaaten zu machen, was dem internationalen Ansehen der DDR nicht förderlich ist.“

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Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen (Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse) beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt. Die zuständigen Abteilungen Paß- und Meldewesen der Volkspolizeikreisämter in der DDR sind angewiesen, Visa zur ständigen Ausreise unverzüglich zu erteilen, ohne daß dafür noch geltende Voraussetzungen für eine ständige Ausreise vorliegen müssen. […] Ständige Ausreisen können über alle Grenzübergangsstellen der DDR zur BRD bzw. zu West-Berlin erfolgen.“

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Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.“

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Mag als das einäugige Huhn, Dietmar Dath, der seinerzeit den Gag brachte, die Zitierorgie von Umberto Eco mit Google zu toppen, nun inzwischen seinen Blick etwas geschärft zu haben, schreiben… „Und seinen Lebenslauf schrieb man, aufs ganze Leben verteilt, vielleicht ein Dutzend mal … Es ist mir zutiefst entfallen“, heißt es im Kants „Aufenthalt“ (meint Dietmar Dath in der FAZ); knapper lässt sich nicht sagen, dass es für Verfälschung des Gewesenen manchmal Gründe gibt (ebd,)“

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Dath kommt auf Reich-Ranicki und die Nobel-Robbe; Reich nannte den Kommunisten Kant einen „harten und intelligenten Gegner unserer westlichen Welt“.

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Dath bezeichnete Grass „wie Kants westlicher Gegenpol Günter Grass mit sperrigen Satzbauten und einer vermeintlich für die Wohlfahrt der ganzen Menschheit zuständigen Linksliberalität zu Weltruhm gelangte…“. Hermann Kant ist hochbetagt und gut versorgt. Das ist jeder Kreatur zu wünschen und zu gönnen.

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