Schoki-Test mit Dolfin CHOCOLAT Écorces d’oranges confites 60% Cacao

Lichtgeschwindigkeit 6589

Vom Dienstag, 14. Juni 2016

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Dietmar Moews meint:

So down they sat,

And to their viands fell, nor seemingly

The Angel, nor in mist, the common gloss

Of Theologians, but with keen dispatch

Of real hunger, and concoctive heate

To transsubstantiate, what redounds, transpires

Through Spirits with ease; nor wonder; if by fire

Of sooty coal the Empiric Alchimist

Can turn, or holds it possible to turn

Metals of drossiest Ore to perfect Gold

As from the Mine.“

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(John Milton, „Paradies Lost“, Buch 1, Verse 433)

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Ich probierte eine belgische Schokolade, Dolfin CHOCOLAT Écorces d’oranges confites 60% Cacao, ist eine pur dunkle „NOIR – FONDANT – DARK“, mit fein eingemischtem orangenaromatisierten kandierten Orangenschalen, hergestellt von dem Hersteller Dolfin Wathier Braine:

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http://www.dolfin.com

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Kurz vorab: Diese Schokolade wirkt im Juni 2016 eher wie eine Vollkonserve, zwar frisch, aber nicht wirklich frisch (haltbar bis 31.05.2017).

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Diese Sorte von Dolfin ist „Bean to Bar“ hergestellt. Der Hersteller wird bei Georg Bernardini in seinem „SCHOKOLADE – DAS STANDARDWERK Der Schokoladentester 2015“, Seite 337/338 vorgestellt. Er dürfte da mal studieren, was Alles für Qualitäten bei diesem Hersteller im Angebot sind. Diese Sorte ist speziell, eine Ausnahme im bislang gekosteten DOLFIN-Sortiment. Sie bietet im Großen und Ganzen eine angenehme Verkostung – wenngleich eine gewisse Kunst-Aroma-Verdächtigkeit mitkostet.

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Für mich als Schokoladen-Liebhaber ist eine Schokolade, die nicht dunkel ist und nicht Zartbitter heißt, eigentlich das Schönste. Diese ist wohl dunkel – aber: Die 70 g Tafel ist massiv und enthält karamelierte Orangeteilchen. Das Ganze schmeckt nicht zu „sauer“ nach Kakao, eher eine angenehme Ausprägung der Bitter-Schokolade. Die Dolfin „The Art of Blending“ – was soll man dabei denken? – Just geöffnet ist der Geruch zwar erwartungsgemäß orangig, aber leicht zu künstlich.

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Das Englische „Blending“ soll hier eine besondere Mischkunst anzeigen – „die Wintermischung?“ – na ja – zugestanden, diese Ècorces d’oranges confites 60% Kakao strahlt eine sorgfältige Machart aus, eigentlich harmonisch und mal nicht zu süß, wie andere Dolfins höchstsüß sind. Es ist durchaus ein Schokoladengenuss, der daher möglicherweise eher Erwachsene anspricht als Kinder. Vielleicht, deshalb die Tabaksverpackung (Orange ist in Kölle die Müllabfuhr).

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Das Abbrechen der vorgestanzten Abbruchstreifen ist klar, fein und sauber, das Knacken klingt ziemlich solide. So ein Stückchen weicht zwischen warmen Fingern nicht peinlich und klebt auch nicht unangenehm schmierig im Mund.

 

Ich will gerne die mit etwa 4. Null Schriftgrad unleserlich kleingedruckte Inhaltsangabe mühevoll ablesen – doch differenziert schmecken kann das der Koster nicht:

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Das Beißen, Kauen, Lutschen der Schokolade im Mund ist überwiegend gegenüber dem vielfältigen Mittelmist, der hier momentan zur Testverkostung etwas verlegen hin- und hergeschoben wird, knistert etwas, als hätte man eine Spur harten Kaugummi mit drin – der Biss auf so eine Abbruchkante ist aber ein angenehmer Kaureiz, ohne an Zähnen zu verkleben.

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Für diese nicht superlative Schokolade sind Kaufpreis, Aufmachung und Verpackung kein gelungenes „Paket“. Es kommt als Qualitäts-Chocolat daher – ist aber an der Untergrenze. 3,40 Euro ist für 70 Gramm ganz einfach ein zu hoher Kaufpreis. Was soll das?

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Die Dolfin-Packungsaufmachung erscheint wie ein 250g Tabak-Feinschnitt-Päckchen, banaler Plastik-Passbeutel um orangefarbenes Umschlagpapier, wo der geduldige Schokoladeninteressent dann auf den wenigen Quadratzentimetern Gestaltungsfläche SIEBEN verschiedene Schrifttypen bei ACHT Schriftgraden sowohl kursiv bzw. und fett, mager oder gekontert – von Schreibschrift über Helvetica zu Antiqua, Versalien findet.

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KURZ: Dolfin sieht aus, wie früher eine DDR-Schlagerschallplatte, wo alle im Orchester vorhandenen Instrumente ein kleines Solo spielen durften – stilloser geht es kaum. Dazu eine kleine Vignettenskizze „Orangentralen, aufgeschnitten, nebst Vanilleschote“, dunkelorangefarben auf hellorange als Hintergrundbild.

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Innen, klappt man den von einem Klebestreifen verschlossenen „Dolfin-Tabaksbeutel“ auf, kann man die in feinem weißem Plastikbrillantpapier luftdicht eingeschlossen, mit weiteren gegenständlichen Motivvignetten „Kakaobohnen, Orangen, Gewürzmühle, Rührtopf, Milchkanne, Raspel mit Muskat, Mandeln etc.“ verziert, die 70g Tafel vakuumabgepackt finden. Die 60% dunkle Schokolade ist auf der Oberseite diagonal leicht geriffelt.

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Dolfin hat mit banalem Verpackungsauftritt eine aufwendige „Retro-Erscheinung“ ausgearbeitet, die eine klare Wertorientierung signalisiert, der der schokoladige Inhalt gewissermaßen zu entsprechen schafft.

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Dolfin teilt folgende Zutaten auf der aufgeklappten Außenhülle in französischer, flämischer, englischer, deutscher und polnischer Sprache mit:

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Kakaomasse, Zucker, kandierte Orangeschalen 4% (Zucker, Orangeschalen, Glukosensirup), Kakaobutter, Emulgator: Soja-Lecithin, natürliches Orangen- Aroma, natürliches Vanillearoma,

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Kakao: mindestens 60% in der extradunklen Milchschokolade. Dieses Produkt ist nicht für Allergiker geeignet.

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Dazu auf der Hinterseite eine Nährwert-Tabelle auf Französisch, Englisch und Deutsch in winziger Schriftgröße, die keine Mensch ohne Sehhilfe ablesen kann.

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Brennwert 527 kcal

Fett 34 g

davon gesättigte Fettsäuren 20 g

Cholesterine 0 mg

Kohlenhydrate 45 g

Zucker 40 g

Ballaststoffe 9 g

Eiweiß 7 g

Salz 12 mg

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Keine Angabe zur Kakaosorte oder Herkunft: Mindesthaltbar bis 31/05/2017 – die Kostprobe schmeckte im Juni ziemlich gut, wie Dauernahrung, nicht wirklich frisch.

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Dietmar Moews schreibt als Schoki-TEST-EMPFEHLUNG folgendes Fazit:

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Dolfin CHOCOLAT Écorces d’oranges confites 60% Cacao ist nicht spitze, sondern mit 3 EURO 40 für 70 Gramm eine zu hochpreisige Mittelqualität – immerhin die bislang beste aller bisher probierten DOLFINs.

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Kakaobohnen könnte es durchaus drei von sechs geben, weil sie an die frühere BERNHARD SPRENGEL Orange-Vollmilch aus Hannover erinnert.

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Keine Angabe zur Kakaosorte oder Herkunft: Mindesthaltbar bis 31/05/2017 – die Kostprobe schmeckte im Juni ziemlich gut, wie Dauernahrung, nicht wirklich frisch.

 

Georg Bernardini gibt dem Hersteller zwei von sechs Kakaobohnen und schreibt zu Dolfin:

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Dolfin wurde im Jahr 1989 von den Brüdern Michael und Jean-Francois Poncelet gegründet, und ursprünglich auf die Herstellung von Handelsmarken spezialisiert. 1995 wurden erstmals Produkte unter dem Namen Dolfin verkauft. Zu dieser Zeit war Dolfin mit seinen Geschmackskompositionen der Zeit voraus und auch die Verpackung der Schokoladentafeln, die sehr an Tabaksbeutel erinnert, war kreativ und innovativ. Schnell erlangte Dolfin Kultstatus, was Ende der 1990er bis Anfang der 2000er Jahre auch durchaus seine Berechtigung hatte.

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Im Jahr 2006 verkauften die Brüder das Unternehmen an Jean-Jacques Gruben. Seitdem wurde … modernes, trendiges Design, neue Produkte und eine ökologische Unternehmensführung sind das Ergebnis … Außer der Marke Dolfin gehört auch die Bio-Marke Tohi zu Dolfin.

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…Was vor 15 Jahren noch funktioniert hat, reicht heute nicht mehr aus. Die Schokolade und der Wettbewerb haben sich viel zu sehr entwickelt. Die banale belgische Basisschokolade als Träger der manchmal durchaus kreativen Kompositionen genügt einfach nicht mehr. … das größte Problem besteht darin, dass fast ausschließlich mit Aromastoffen gearbeitet wird, ähnlich wie bei New Tree oder auch Café-Tasse. Eine Zitronenschokolade hat zwar ein Zitronenaroma, aber keinen Zitronen- bzw. Fruchtcharakter … mittlerweile gibt es aber Firmen, die gute Produkte mit echter Frucht und ohne Aromastoffe produzieren – zum Beispiel Antica Dolceria Bonajuto.

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Georg Bernardinis EMPFEHLUNG: „Für Liebhaber veredelter Schokoladen mag die eine oder andere Sorte interessant sein: Alle anderen werden keine Freude (mehr) an Dolfin haben“

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