1. Mai-Andacht 2016 Digitalisierung Fließband Dampfmaschine

Lichtgeschwindigkeit 6476

Vom Sonntag, 1. Mai 2016

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Die obrigkeitlich anerkannte Tradition einen „TAG DER ARBEIT“ alljährlich als Feier eines gesellschaftlichen Kunststückes herauszustellen und dafür einen „freien“ Tag zu verordnen, sollte immer wieder bedacht werden – also denken, nachdenken, nachlesen, im Gespräch erörtern,

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was ist die Kunst?

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Was ist das Kunststück, wie die individuelle Arbeit in Sozialisation übergeht?

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BUNDESMINISTERIUM für WIRTSCHAFT und ENERGIE hat passend zum „1. Mai“ eine Informationsbroschüre herausgegeben, die vergangene Aprilwoche als Massenbeilage in vielen Tageszeitungen in unsere Hände kamen:

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BÜNDNIS ZUKUNFT der INDUSTRIE“ steht außen drauf.

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TITEL:

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Unsere Industrie: Innovativ. Intelligent. International. Zukunft serienmäßig: Industrie und Alltag im Wandel“

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– außen auf der kleinen blauen Broschüre abgebildet sind dann keine Menschen-Versammlung zum 1.Mai, kein Maschinenbediener oder Arbeiter, keine Ingenieure, Rechtsanwälte und Bankiers, keine Kaufleute, sondern nützliche technische Geräte:

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1 Fernrohr, 1 Komputer, 1 Steuerkasten, 1 Wolke, 3 Bäumchen, 1 Kran, 1 Uhr, 1 Mann mit Koffer, 1 Frau mit Aktentasche am Zahnrad, keine CO2-Betrugsautos, keine Mundbinden zumAtemschutz, kein Atomkraftwerk.

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Der Minister des diese Broschüre herausgebenden „Wirtschaftsministeriums heißt derzeit SIGMAR GABRIEL. Er ist SPD-Parteivorsitzender und auch Vizekanzler im Merkelkabinett II. Der aktuellen großen Bundesregierungs-Koalition von CDU/CSU und SPD, den deutschen StaMoKap-Blockparteien.

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Auf der ersten Innenseite werden die grafischen Anspielungen weitergeführt- ein Frauensymbol hält einen Telecommaner in der Hand- die vernetzten Apparate zeigen das „INTERNETZ der DINGE“ – die vollautomatisierte Lebens- und Arbeitswelt.

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Der Text beginnt auf Seite 3 so:

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Liebe Leserin, lieber Leser,

in der Geburtsstunde der Industrie – vor über 200 Jahre – brachte James Watt die Dampfmaschine dazu, eine Drehbewegung zu erzeugen -und damit Maschinen anzutreiben.

Seitdem ist viel passiert: Fließband und Computer brachten radikale Umbrüche. Und heute stehen wir mit der Digitalisierung an der Schwelle zu einer vierten industriellen Revolution. …

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Acht Millionen Beschäftigte in 20 Industriezweigen erwirtschaften fast ein Viertel der Gesamtwertschöpfung Deutschlands. Drei Viertel aller deutschen Exporte kommen aus der Industrie …“

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… Zwölf bis 16 Studen schuften, sechs Tage die Woche – und das häufig für einen Lohn, der nicht einmal ausreichte, um die Familie satt zu machen: Das Leben von Fabrikarbeitern im 19. Jahrhundert …“

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Bildschirmfoto vom 2015-11-25 13:56:35

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Dietmar Moews meint: Was? Es ist mir unfassbar, dass hier eine IT-Revolution der Arbeitswelt mit der Zwangsindividualisierung von Arbeitsplätzen bezeichnet wird, aber eine dazu gehörige SOZIAL-REVOLUTION nicht angelegt wird, ja, gar nicht gedacht wird.

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Was sollen wir verstehen, das uns Herr Gabriel mit dieser Broschüre zum 1. Mai sagen will, der bekannt dafür ist, seine Verlautbarungen täglich neu zu jonglieren – der damit vollständig unzuverlässig ist?

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EINS: Will Gabriel die heutigen WORK POOR-Opfer mit den Fabrikarbeitern des 19. Jahrhunderts gleichstellen? Dann sollte er auch das Programm der SPD darauf ausrichten, wie im 19. Jahrhundert.

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ZWEI: Bei der grundlegenden von der Wirtschaftspolitik forcierten IT-Revolution werden Arbeitskräfte den Gerätschaften zugeordnet. Das ist eine definierte IINDIVIDUALISIERUNG, geradezu Digitalisierung des Arbeitslebens. Es ist die Auflösung der analogen SOZIALISIERUNG der Arbeitsweisen. Was beim Seilziehen und Treideln eindeutig Gruppenarbeit ist, ist am Computerschreibtisch geradezu SOLIPSISMUS mit Head-Set..

 

DREI: Bei KARL MARX war die Sozialisierung der Ökonomie erwogen worden. Marx hoffte auf Problemlösung durch sprudelköpfiges Schwimmen, indem er mit kolllektivem Eigentum und dem Max Stirner’schen Eigentum hantierte.

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Marx, der SPRUDELKOPF, forderte bekanntlich: Jeder Hersteller sei von Natur Eigentümer seiner Arbeitsergebnisse (der Vater an seinen Töchtern, der Handwerker an seinen Werkstücken …).

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Marx verwechselte offenkundig die Beziehungslinien zwischen Sozialisierung und Individualisierung und seiner Sozialisierung und dem Kapitalismus.

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Auch die sozialistische Arbeitsgesellschaft war im Industriezeitalter kapitalistisch, wie es Rudolf Bahro beschrieb, ein „bürokratischer Monopolkapitalismus“ in der DDR.

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Was wir also mit der Industrie 4.0 kommen sehen müssen, ist jedenfalls „kapitalistische“ PRODUKTION, aber es ist keinesfalls SOZIALISMUS, sondern INDIVIDUALISMUS. Es ist auch gesellschaftliche Zersetzung und Vereinsamung.

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Kommst du zur Arbeit, wartet keine Gemeinschaft auf dich. Was du an deinem permanenten Mobile telefonierst, ist deine ausweglose Krücke als Quelle gemeinschaftlicher Restwärme – vergiss den Akku nicht. Du gehst am Stock, den INDIVIDUALISMUS in deinerprivaten FREIZEIT zu nennen, eine hohle Lüge ist.

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VIER: Ich zitiere:

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James Watt die Dampfmaschine dazu, eine Drehbewegung zu erzeugen – und damit Maschinen anzutreiben.

Seitdem ist viel passiert: Fließband und Computer brachten radikale Umbrüche. Und heute stehen wir mit der Digitalisierung an der Schwelle …“

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James Watt, von dem Karl Marx schrieb, „die Dampfmaschin ersetzt die Arbeitskraft von 1.000 Fabrikarbeitern“, sollte hier zum Innehalten und zur 1.Mai-Debatte anregen:

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Wenn die Relevanz des WIRSCHAFTSMINISTERS aus dieser Broschüre erkennbar sein sollte, dann hätte er nicht allein auf die hier gedruckten Zahlen hinweisen dürfen:

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dass, … Acht Millionen Beschäftigte in 20 Industriezweigen erwirtschaften fast ein Viertel der Gesamtwertschöpfung“, sondern NATÜRLICH:

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Die PRODUKTIVITÄT und die PROFITE kommt heute und zukünftig überhaupt nicht aus der Anzahl der Arbeitskräfte, sondern aus den MASCHINEN und PROZESSOREN.Folglich brauchen wir jetzt endlich

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A) eine Produktivitätsbesteuerung, quasi eine MASCHINENBESTEUERUNG und

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B) ein allgemeines, von Arbeitslohn abgekoppeltes GRUNDEINKOMMEN.

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Zweifellos muss die heutige und zukünftige  IT-revolutionäre Produktionsweise „sozialistisch“ hinterfangen werden. Nicht mehr ein Beschäftigter kann die für das Gemeinwesen unerlässlichen STEUERGELDER erarbeiten, sondern die MASCHINEN. Nicht mehr ein Mensch kann die notwendigen Versorgungsmittel für Daseinvorsorge und soziale Zukunftsreproduktion erarbeiten, sondern die PODUKTIVITÄT der PROZESSOREN.

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585.2.1

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Wer diese Rechnung unterlässt oder unterschlägt, wird sich mit dem ELEND und allen MÖGLICHKEITEN des ÜBELEBENSKAMPFES des PREKARIATS samt der subventionierten E-AUTOS für Reiche mit Garage in der Stadt auseinanderzusetzen haben.

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Diese GABRIEL-BROSCHÜRE ist eine Katastrophe, eine Riesendummheit und ein zynisches DENKMAL unserer zersetzten Gemeinschaft, die dafür kaum noch Worte hat, sich darüber zu informieren.

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Das ist auch die NEUE SINNLICHKEIT – Einsichten nur, wo es am eigenen Leibe weh tut.

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Das berühmte „LOTTA CONTINUA“, wie es die neue deutschland zum 1. MaI tituliert, ist dort leider wieder nur mit marx’schen Peinlichkeiten angebuntet.

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Ich kaufe und lese das neue deutschland täglich.

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