Sebastian Haffner – ein anbiedernder Schwätzer über Hitler

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Vom Mittwoch, 20. April 2016

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Erstmalig Anstoß nahm ich an Sebastian Haffner, dem deutschen Publizist und promovierten Jurist, als im Jahr 1980 sein propagandistisches Buch erschienen war, „Überlegungen eines Wechselwählers“. Haffner – 1907 in Berlin geboren und 1999 dortselbst gestorben, war kein Dummer und konnte flott schreiben.

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Haffner, damals ausdrücklich Regierungswähler, forderte Kanzler Helmut Schmidt (SPD) wiederzuwählen, etwa so:

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Die BRD hat ein Zweiparteien-System in dem alles zum Besten steht und die menschliche Zukunft mit demokratischen Prozessen ermöglicht.“ Aber die Verhältnisse sind gleichzeitig so gefährlich, dass Kanzler Schmidt bei der Bundestagswahl 1980 unbedingt die absolute Mehrheit erlangen müsse. Beides schrieb Haffner. Dann heißt es in seinen „Überlegungen eines Wechselwählers“ welche Parteien man nicht wählen darf:

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nämlich die braunen, die roten und die grünen, also die Nationalsozialisten und Kommunisten, darum nicht, weil sie nicht bereit sind, sich regelmäßig zur Wahl zu stellen, sondern einmalgewählt, alle Konkurrenz ausschalten und ein für allemal unabwählbar weiterregieren wollen. Und die Grünen darum nicht, weil sie keine Regierungsanwärter sind, sondern eine reine Protest- und Störpartei…“.

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Das kennen wir heute von der Piratenpartei und der AfD.

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„Haffners Diffamierung der GRÜNEN, sie in einem Satz mit den totalitären Parteien als unwählbar abzustempeln, ist infam und zudem ein Autoritätsmissbrauch. Sein Postulat eines Zweiparteiensystems setzt er selbst zu Gunsten eines pragmatischen Einparteiensystem außer Kraft …

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Denn die einzige wirkliche politische Alternative sind aber die Grünen, denn nur sie erkennen eine andere Problemstellung in der Politik…“ (Neue Sinnlichkeit 4, Nr. 5, September 1980, Seite 4)

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Dies schrieb ich in den ERFOLGSKINDERN (dem Leitartikel der Blätter für Kunst und Kultur „Neue Sinnlichkeit 4“ Nummer 5, September 1980.

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Und den günstigen Moment des 20. Aprils, heute, zu benutzen, stütze ich meine Geringschätzung für diesen Erfolgsautor des zwanzigsten Jahrhunderts mit drei beziehungsreichen weiteren Anmerkungen zu dessen Büchern:

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Anmerkungen zu Hitler“ von 1978 sowie „Die deutsche Revolution 1918/19“

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Vorher noch aus einer Eloge von dem deutschen Publizisten Wolf Jobst Siedler – Alles namhafte anerkannte Deutsche, denen der Schleim ihres Opportunismus nur so runterliefe, lebten sie noch – auf Sebastian Haffners 90sten Geburtstag. Dazu zwei Zitate aus Kindlers „Zur Zeitgeschichte“ (1981).

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Haffner brachte gerne die Errungenschaften der DDR raus. So war er den DDR-Deutschen auch kein Unbekannter. Im Beitrag „Ulbricht und die DDR“ heißt es auf Seite 120 ff:

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Der Beweis, dass eine intelligent geleitete sozialistische Planwirtschaft nicht weniger leistungsfähig sein muss als eine kapitalistische Marktwirtschaft, ist in der DDR – und nur dort – erbracht; und nichts verbindet die kommunistische Führung und die Bevölkerung der DDR so sehr wie der Stolz darauf, dass er gerade in Deutschland erbracht worden ist. Denn innerhalb der sozialistischen Welt hat die DDR heute die modernsten und erfolgreichsten Planungs- und Leitungsmethoden aufzuweisen (die Sowjetunion nicht ausgenommen), was natürlich dem Leistungsstolz und dem Staatsgefühl der Deutschen in der DDR zugute kommt … Ulbrichts … Staat steht, seine Wirtschaft steht; auch die neue Gesellschaft, deren Grundlage ein hochmodernes Bildungssystem ist, beginnt Konturen anzunehmen.“

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Seite 122 wird es dann noch heftiger, Haffner schreibt:

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Ulbricht ist der erfolgreichste Politiker nach Bismarck und neben Adenauer.“

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Zur deutschen Revolution 1918/1919 konkludiert Sebastian Haffner in seinem wohl bekanntesten Buch, das auch in westdeutschen Schulen noch im Jahre 1994 verwendet wurde, bedauerte er recht einfühlsam und wortreich das Schicksal der deutschen Arbeiter- und Soldatenräte „…bedauerlich ..das Scheitern der sozialistisch-kommunistisch konzipierten Revolution von 1918/19.“

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Während damit eben Jobst Wolf Siedler die halbe Wahrheit in der F.A.Z. vom 27. Dezember 1998 als „Wahrheit ohne Schmuck“ zugunsten Haffners auffährt.

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Und zu Haffners „Anmerkungen zu Hitler“ möchte ich zitieren:

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Seite 203: „Hitler war kein Staatsmann, und schon damit fällt er aus der deutschen Geschichte heraus. … dass er in der deutschen Geschichte ein Unikum ist, ohne Vorläufer und ohne Nachfolger… Hitlers Persönlichkeit passt zum deutschen Nationalcharakter geradezu personifiziert ungefähr so, wie seine Parteitagsbauten nach Nürnberg passten – also wie die Faust aufs Auge. Die Deutschen haben übrigens auch in der Zeit ihrer größten Führergläubigkeit dafür einen gewissen Sinn bewahrt. In die Bewunderung war auch ein Zug Verwunderung gemischt.“

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S. Reicht.

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Dietmar Moews meint: Was sich die Deutschen – die integrierten Türken auch – immer wieder vor Augen zu halten haben, damit sie sich nicht zu sehr selbst beschwipsen:

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Gern verwandtes, allseits verstandenes Symbol in britischen Karikaturen fürs Deutsche ist das Hakenkreuz – dort heißt es „Swastika“.

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Auf die Frage, in welche Zeit ließen Sie sich am liebsten für 24 Stunden zurückversetzen? – antwortete ein Brite: „Ich würde 24 Stunden lang Dresden bombardieren“.

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Und im konservativen Intelligenz-Blatt „Spectator“ las man, dass dem deutschen Charakter eine Art Verrücktheit innewohne, dass unter der Ordnungs-Passion eine gefährliche Instabilität lauere. Mit einem Satz aus der „Mail“:

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Ich glaube, die Deutschen sind kollektiv gestört. Ich glaube sie haben ein Gen locker.“

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Beste, liebe Benutzer der LICHTGESCHWINDIGKEIT, schauen Sie mal wieder herein – vorgestern hat YOUTUBE 1000 332 Besucher angezeigt; dieser Dietmar Moews‘ Blog geht auf 100 000.

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Und noch:

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Die AfD sollte wirklich ihre hitlerbildungsfrohen Mitglieder zu munterer weiterer Lektüre anregen und nie vergessen:

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Hinter Pickelhaube und Hakenkreuz lauern Klischees in den Medien, auch in der braunen Literatur, die allein deshalb LÜGENPRESSE sind, auch wenns ins Gas bei Verdun oder Auschwitz oder ins Wasser vor Ägypten geht:

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Man serviert es täglich wie Katastrophen und Gottesurteile – doch es ist selbstgemacht – auch die antideutschen Gefühle in der Welt, die außerdem als soziales Geschehen immer auch von den Anderen mit hineinkommen.

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Und ich las heute Nacht auf BILD.de, 20. April 2016, den Hetzer Thilo Sarazzin:

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Wir schaffen das nicht“.

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BILD sind antideutsche Gefühle in der Welt so egal wie der AfD und wie PEGIDA das schöne Dresden nicht zu begreifen scheint.

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Haffners „Anmerkungen zu Hitler“ schließen mit einer heute nicht mehr geltenden Sicht von 1978 (Seite 204):

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„Er (Hitler) hat es nicht ganz erreichen können, so wenig wie seine anderen Vernichtungsziele. Erreicht hat er damit, dass Deutschland sich am Ende von ihm lossagte – schneller als erhofft, und auch gründlicher. Dreiunddreißig Jahre nach Hitlers Selbstmord hat niemand in Deutschland auch nur die kleinste politische Außenseiterchance, der sich auf Hitler beruft und an ihn anknüpfen will.“

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