Lutheraner-Christ BEDFORD-STROHM schwadroniert soziologisch über ISLAM

Lichtgeschwindigkeit 6410

Vom Montag, 28. März 2016

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Was will man klagen? Es gibt nur einen Deutschlandfunk. Die Lernprozesse des überwiegend mediokren Redakteurs-Personals sind weder durch Bestechungsgeschenke noch durch Kritik oder Verbesserungsvorschläge zu verbessern.

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Am Osterwochenende 2016 wurde der Evangelisch-Lutherische Spitzenfunktionär, den die deutsche Steuerzahler bezahlen aber nicht wählen dürfen, BEDFORD-STROHM von einer DLF-Interviewerin, CHRISTINA FLORIN, die die deutschen Steuerzahler bezahlen aber nicht wählen dürfen interviewt.

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Besser muss man sagen:

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Der Kirchen-Funktionär und Staats-Lutheraner darf über den DLF eine Stunde das Blaue vom Himmel erzählen, ohne dass ihm kompetent in die anmaßende Parade gefahren wurde.

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BEDFORD-STROHM sollte über seine KÄSEGLOCKE, den staatlich-intermediären Spitzenverband, und seine INTEGRATIONS-Ziele aufklären.

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Dass er über den ISLAM, über Krieg und Terror oder gar über Wirkungszusammenhänge von Religiösität, Gewalt, Politik, Islam, Glaubensdinge – kurz über soziale und soziologische Indikationen schwadroniert, hätte zumindest von der Interviewerin auf fachliche – also soziologisch-empirische – Erkenntnisse, Argumente, Analysen, Interpretationsgrundsätze gestützt bzw. hinterfragt werden müssen.

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Da BEDFORD-STROHM mit den Geschehensfeldern dieser Themen aber gar nichts am Hut hat – sondern lediglich seine Verbandspolitik zum Ausdruck zu bringen hat – wird ahnungslos drauflos gemutmaßt, wie jetzt abgekürzt folgt:

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DLF.de am 27. März 2016:

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EKD-Vorsitzender Bedford-Strohm:

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„Momentan geht Gewalt unter Berufung auf Religion hauptsächlich vom Islam aus“

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Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, wünscht sich eine breite muslimische Bewegung gegen religiös motivierte Gewalt. Er sagte im Interview der Woche des DLF, die jüngsten Anschläge hätten mit dem Islam zu tun, weil sich die Terroristen auf Koranverse beriefen. Es sei deshalb positiv, dass die muslimischen Verbände die Attentate scharf verurteilt hätten.

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Heinrich Bedford-Strohm im Gespräch mit Christiane Florin

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Bildschirmfoto vom 2016-03-11 16:22:27

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Christiane Florin:

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Herr Bedford-Strohm, „Terror ist Gotteslästerung“, das haben Sie bei Facebook gepostet, unmittelbar nach den Anschlägen in Brüssel. Wen wollen Sie damit erreichen?

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Heinrich Bedford-Strohm:

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Natürlich ist das eine Aussage, die sich an alle Menschen richtet, zunächst mal an die Menschen, die diese Pervertierung von Religion selbst betreiben, die also im Namen Gottes Gewalt ausüben. Aber natürlich auch durchaus auch an all die Menschen, die skeptisch oder kritisch auf das Phänomen Religion schauen und die sagen:

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Wenn im Namen von Religion Gewalt ausgeübt wird, dann muss da ein Problem mit Religion als solcher sein.

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Florin:

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Aber ist das größte Problem wirklich die Gotteslästerung?

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Bedford-Strohm:

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Das größte Problem ist zunächst einmal, dass Menschen ums Leben kommen, dass Menschen schlimmes Leid erfahren und die Folgen von solchen Anschlägen ganze Biografien erfassen und ganz weitläufig sind. Aber dann ist natürlich die Frage auch:

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Wie deutet man jetzt solche Vorgänge? Wie deutet man überhaupt dieses Phänomen, dass Terroristen sich auf den Namen Gottes berufen? Und darüber gibt es natürlich auch eine gesellschaftliche Diskussion, die deswegen auch wichtig ist, weil man ja versuchen muss zu verstehen: Was muss geschehen, damit solche Phänomene überwunden werden, damit Gewalt endlich überwunden wird? Und da kommt man dann an dem Thema Religion auch nicht vorbei. Da sind die Religionsgemeinschaften in der Verantwortung, insbesondere die, auf deren Traditionen sich solche Leute berufen. Aber das ist auch eine gesellschaftliche Frage.

„Die muslimischen Verbände haben diesen Anschlag verurteilt“

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Florin:

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Nun taucht die Frage – Was hat das mit dem Islam zu tun? – nach jedem dieser Anschläge auf. Wie ist Ihre Antwort darauf?

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Bedford-Strohm:

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Es gibt eine deskriptive und eine programmatische Antwort. Deskriptiv heißt, dass man einfach das Phänomen feststellt, dass natürlich diese Anschläge etwas mit dem Islam zu tun haben, weil die Menschen sich schlicht und einfach auf diese Religion berufen und weil sie unter Berufung auf Koranverse solche schlimmen Dinge tun. Dann gibt es aber noch eine andere Ebene, nämlich die programmatische Ebene. Da werden die Terroristen sagen: ‚

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Ja, das ist so, wenn man dem Islam folgt‘. Und andere, die hier sagen: ‚

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Wer sich auf die Religion des Islam für solche Taten beruft, der pervertiert diese Religion‘. Die muslimischen Verbände haben sich sofort gemeldet, auch in sehr scharfen Worten diesen Anschlag verurteilt. Ich wünsche mir eine weltweite Verurteilung solcher terroristischer Aktivitäten. Ich wünsche mir eine breite muslimische Bewegung gegen solche religiös motivierte Gewalt.

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Florin:

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Reicht das, sich zu distanzieren? Was müsste jetzt konkret folgen?

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Bedford-Strohm:

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Ich glaube, dass alle Religionen die Aufgabe haben, sich mit ihren heiligen Schriften selbstkritisch auseinander zu setzen. Christen haben dazu auch Anlass, haben das auch jetzt über Jahrhunderte getan. Sie hatten Grund dafür, denn auch im Namen des Christentums wurden insbesondere im Mittelalter und dann in den Jahrhunderten danach, auch in den blutigen Konfessionskämpfen, schlimme Taten begangen. Und man hat sich auch da immer wieder berufen auf bestimmte Bibelstellen, die, wenn man sie aus dem Zusammenhang herausreißt, zu Gewalt aufzurufen scheinen. Und deswegen ist es wichtig, sich selbstkritisch mit den eigenen heiligen Schriften auseinander zu setzen. Im Moment, muss man sagen, geht die Gewalt auf der Welt unter Berufung auf die Religion hauptsächlich vom Islam aus, und deswegen ist es auch für den Islam und für die muslimischen Gelehrten, für die muslimischen Geistlichen wichtig, dass sie sich selbstkritisch mit ihrer heiligen Schrift, dem Koran, auseinandersetzen.

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„Ich will vermeiden, dass hier eine Religion belehrend gegenüber der anderen auftritt“

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Florin:

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Wie kommt das denn bei muslimischen Geistlichen an, wenn Sie als evangelischer Bischof, als christlicher Würdenträger sagen: ‚

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Liebe Leute, setzt euch mal kritisch mit dem Koran auseinander‘? Wirkt das dann hochmütig oder wie eine Verwestlichung?

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Bedford-Strohm:

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Ich sage ja sehr bewusst „die Religionen müssen sich selbstkritisch mit ihren heiligen Schriften auseinandersetzen“. Ich will ja genau vermeiden, dass hier eine Religion belehrend gegenüber der anderen auftritt. Das habe ich auch auf einer Demonstration muslimischer Gemeinden in München gesagt. Während dieser Demonstration, nach den Attentaten von Paris, da habe ich genau dieses Thema angesprochen. Und ich weiß, dass viele auch in den muslimischen Gemeinschaften dieses Anliegen teilen. Und deswegen ist es nicht so, dass die eine Religion der anderen Belehrungen erteilt, sondern das ist einfach eine Aufgabe, die Religionen haben, wenn sie sich bewusst werden, dass sie auch missbraucht werden können. Und der beste Weg, um zu zeigen, dass das wirklich Pervertierungen sind und nicht die Erfüllung dessen, was die Religion als verbindlich den Menschen vorgibt. Der beste Weg dafür ist eben genau dieser kritisch aufgeklärte Umgang mit den eigenen religiösen Traditionen.

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Florin:

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Haben Sie den Eindruck, dass Ihre Apelle, Ihre Postings fruchten?

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Bedford-Strohm:

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Es gibt innerhalb des Islam – wenn Sie jetzt also die Frage stellten, ob sie in den muslimischen Gemeinschaften Widerhall finden – interessante und spannende Diskussionen. In den muslimischen Gemeinden ist viel Bewegung. Da gibt es neue muslimische Persönlichkeiten, die sich engagiert einsetzen für einen Islam, der wirklich „Ja“ sagt zur Demokratie, der die Menschenrechte wirklich auch als Teil der eigenen Tradition sieht. Wenn man etwa das Münchner Forum für Islam sich anschaut, der Imam Benjamin Idriz vom Penzberg, die haben eine hervorragende Broschüre herausgegeben, in der sie Flüchtlingen erklären, warum von wesentlichen theologischen Traditionen des Korans aus die Gleichberechtigung von Frauen eben nichts ist, was man ablehnen soll oder nur taktisch annehmen soll, sondern etwas ist, was dem Koran entspricht. Ich kann mir nur wünschen, dass innerhalb der islamischen Gemeinschaften mehr solcher Diskussionen in Gang kommen. Und dass wir jetzt islamisch-theologische Fakultäten an öffentlichen Universitäten haben, ist für mich eine Riesenchance dafür, dass die Religion des Islam sich eben kritisch-aufklärerisch mit den eigenen Traditionen auseinandersetzt, so wie die christliche Religion das in Deutschland seit vielen Jahren tun kann und tun konnte.

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„Es wäre völlig undenkbar, dass man beim Thema Flüchtlinge schweigt als Kirche“

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Florin:

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Sie haben vorhin das Stichwort „Flüchtlinge“ schon genannt. Wolfgang Schäuble, Finanzminister und evangelischer Kirchensteuerzahler, hat in einem Aufsatz für eine theologische Fachzeitschrift der evangelischen Kirche eine einseitige Politisierung vorgeworfen – und er meinte ganz sicher damit die evangelischen Statements zur Flüchtlingspolitik. Fühlen Sie sich da angesprochen?

 

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Florin:

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Aber ist das größte Problem wirklich die Gotteslästerung?

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Bedford-Strohm:

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Das größte Problem ist zunächst einmal, dass Menschen ums Leben kommen, dass Menschen schlimmes Leid erfahren und die Folgen von solchen Anschlägen ganze Biografien erfassen und ganz weitläufig sind. Aber dann ist natürlich die Frage auch: Wie deutet man jetzt solche Vorgänge? Wie deutet man überhaupt dieses Phänomen, dass Terroristen sich auf den Namen Gottes berufen? Und darüber gibt es natürlich auch eine gesellschaftliche Diskussion, die deswegen auch wichtig ist, weil man ja versuchen muss zu verstehen: Was muss geschehen, damit solche Phänomene überwunden werden, damit Gewalt endlich überwunden wird? Und da kommt man dann an dem Thema Religion auch nicht vorbei. Da sind die Religionsgemeinschaften in der Verantwortung, insbesondere die, auf deren Traditionen sich solche Leute berufen. Aber das ist auch eine gesellschaftliche Frage.

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„Die muslimischen Verbände haben diesen Anschlag verurteilt“

 

Florin:

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Nun taucht die Frage – Was hat das mit dem Islam zu tun? – nach jedem dieser Anschläge auf. Wie ist Ihre Antwort darauf?

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Bedford-Strohm:

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Es gibt eine deskriptive und eine programmatische Antwort. Deskriptiv heißt, dass man einfach das Phänomen feststellt, dass natürlich diese Anschläge etwas mit dem Islam zu tun haben, weil die Menschen sich schlicht und einfach auf diese Religion berufen und weil sie unter Berufung auf Koranverse solche schlimmen Dinge tun. Dann gibt es aber noch eine andere Ebene, nämlich die programmatische Ebene. Da werden die Terroristen sagen: ‚Ja, das ist so, wenn man dem Islam folgt‘. Und andere, die hier sagen: ‚Wer sich auf die Religion des Islam für solche Taten beruft, der pervertiert diese Religion‘. Die muslimischen Verbände haben sich sofort gemeldet, auch in sehr scharfen Worten diesen Anschlag verurteilt. Ich wünsche mir eine weltweite Verurteilung solcher terroristischer Aktivitäten. Ich wünsche mir eine breite muslimische Bewegung gegen solche religiös motivierte Gewalt.

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Florin:

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Reicht das, sich zu distanzieren? Was müsste jetzt konkret folgen?

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Bedford-Strohm:

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Ich glaube, dass alle Religionen die Aufgabe haben, sich mit ihren heiligen Schriften selbstkritisch auseinander zu setzen. Christen haben dazu auch Anlass, haben das auch jetzt über Jahrhunderte getan. Sie hatten Grund dafür, denn auch im Namen des Christentums wurden insbesondere im Mittelalter und dann in den Jahrhunderten danach, auch in den blutigen Konfessionskämpfen, schlimme Taten begangen. Und man hat sich auch da immer wieder berufen auf bestimmte Bibelstellen, die, wenn man sie aus dem Zusammenhang herausreißt, zu Gewalt aufzurufen scheinen. Und deswegen ist es wichtig, sich selbstkritisch mit den eigenen heiligen Schriften auseinander zu setzen. Im Moment, muss man sagen, geht die Gewalt auf der Welt unter Berufung auf die Religion hauptsächlich vom Islam aus, und deswegen ist es auch für den Islam und für die muslimischen Gelehrten, für die muslimischen Geistlichen wichtig, dass sie sich selbstkritisch mit ihrer heiligen Schrift, dem Koran, auseinandersetzen.

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„Ich will vermeiden, dass hier eine Religion belehrend gegenüber der anderen auftritt“

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Florin:

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Wie kommt das denn bei muslimischen Geistlichen an, wenn Sie als evangelischer Bischof, als christlicher Würdenträger sagen: ‚Liebe Leute, setzt euch mal kritisch mit dem Koran auseinander‘? Wirkt das dann hochmütig oder wie eine Verwestlichung?

 

Bedford-Strohm:

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Ich sage ja sehr bewusst „die Religionen müssen sich selbstkritisch mit ihren heiligen Schriften auseinandersetzen“. Ich will ja genau vermeiden, dass hier eine Religion belehrend gegenüber der anderen auftritt. Das habe ich auch auf einer Demonstration muslimischer Gemeinden in München gesagt.  Während dieser Demonstration, nach den Attentaten von Paris, da habe ich genau dieses Thema angesprochen. Und ich weiß, dass viele auch in den muslimischen Gemeinschaften dieses Anliegen teilen. Und deswegen ist es nicht so, dass die eine Religion der anderen Belehrungen erteilt, sondern das ist einfach eine Aufgabe, die Religionen haben, wenn sie sich bewusst werden, dass sie auch missbraucht werden können. Und der beste Weg, um zu zeigen, dass das wirklich Pervertierungen sind und nicht die Erfüllung dessen, was die Religion als verbindlich den Menschen vorgibt. Der beste Weg dafür ist eben genau dieser kritisch aufgeklärte Umgang mit den eigenen religiösen Traditionen.

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Florin:

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Haben Sie den Eindruck, dass Ihre Apelle, Ihre Postings fruchten?

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Bedford-Strohm: Es gibt innerhalb des Islam – wenn Sie jetzt also die Frage stellten, ob sie in den muslimischen Gemeinschaften Widerhall finden – interessante und spannende Diskussionen. In den muslimischen Gemeinden ist viel Bewegung. Da gibt es neue muslimische Persönlichkeiten, die sich engagiert einsetzen für einen Islam, der wirklich „Ja“ sagt zur Demokratie, der die Menschenrechte wirklich auch als Teil der eigenen Tradition sieht. Wenn man etwa das Münchner Forum für Islam sich anschaut, der Imam Benjamin Idriz vom Penzberg, die haben eine hervorragende Broschüre herausgegeben, in der sie Flüchtlingen erklären, warum von wesentlichen theologischen Traditionen des Korans aus die Gleichberechtigung von Frauen eben nichts ist, was man ablehnen soll oder nur taktisch annehmen soll, sondern etwas ist, was dem Koran entspricht. Ich kann mir nur wünschen, dass innerhalb der islamischen Gemeinschaften mehr solcher Diskussionen in Gang kommen. Und dass wir jetzt islamisch-theologische Fakultäten an öffentlichen Universitäten haben, ist für mich eine Riesenchance dafür, dass die Religion des Islam sich eben kritisch-aufklärerisch mit den eigenen Traditionen auseinandersetzt, so wie die christliche Religion das in Deutschland seit vielen Jahren tun kann und tun konnte.

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„Es wäre völlig undenkbar, dass man beim Thema Flüchtlinge schweigt als Kirche“

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Florin:

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Sie haben vorhin das Stichwort „Flüchtlinge“ schon genannt. Wolfgang Schäuble, Finanzminister und evangelischer Kirchensteuerzahler, hat in einem Aufsatz für eine theologische Fachzeitschrift der evangelischen Kirche eine einseitige Politisierung vorgeworfen – und er meinte ganz sicher damit die evangelischen Statements zur Flüchtlingspolitik. Fühlen Sie sich da angesprochen?

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Bedford-Strohm:

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Ja, ich habe zunächst die Pressemeldungen über diesen Aufsatz gelesen und habe mich etwas gewundert. Und dann habe ich den Aufsatz selbst gelesen, und da kann ich nur sagen, konnte ich so ziemlich allem, was Wolfgang Schäuble da geschrieben hat, zustimmen. Er sagt nämlich gar nicht, dass die Kirche sich aus politischen Fragen heraushalten soll, sondern er sagt, dass sie nicht politisieren soll. Politisieren heißt, dass man seine politischen Meinungsunterschiede und Meinungsstreite jetzt in ein religiöses Gewand kleidet, dass man versucht, den besseren Nachrichtenkommentar abzugeben – das wünsche ich mir nicht. Wenn wir uns zu öffentlichen Fragen äußern, gerade auch in der Flüchtlingsfrage, dann tun wir das – ich sage es mal etwas pathetisch – aus geistlicher Bedrängnis. Wir tun das, weil Gottesliebe und Nächstenliebe nicht voneinander zu trennen ist. Wenn jemand Gottesdienst feiert und dann aber teilnahmslos wahrnimmt, wie Menschen in Not ihrem Schicksal überlassen bleiben, dann ist das nicht Gottesdienst, sondern das ist bloßer Kult. Und deswegen ist aus meiner Sicht absolut klar: In den großen Orientierungsfragen, in denen politische Entscheidungen über Leben oder Tod entscheiden können, da muss die Kirche sich einmischen, wenn sie ihrem eigenen Zeugnis treu bleiben will. Es wäre völlig undenkbar, dass man beim Thema Flüchtlinge schweigt als Kirche. Weil jeder weiß – und ich erfahre das zum Teil täglich –, dass Hilferufe von Menschen, bei denen es wirklich um Leben oder Tod geht, darauf nur dann reagiert werden kann, wenn die politischen Rahmenbedingungen entsprechend sind. Und deswegen müssen wir uns da einmischen.

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„Wir wollen keine Parteipolitik machen“

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Florin:

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Wenn Sie explizit den Kurs der Bundeskanzlerin unterstützen, ist das dann noch Politik oder schon Parteipolitik?

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Bedford-Strohm:

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Das ist eine sehr wichtige Frage und wir sind auch sehr, sehr vorsichtig, dass wir einzelne Personen oder womöglich Parteien unterstützen. Das kann nicht der Sinn kirchlichen Redens sein, denn wir wollen keine Parteipolitik machen, explizit keine Parteipolitik machen – egal in welche Richtung. Wenn die Kirchen in diesem Fall gesagt haben, dass die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin von uns Rückenwind bekommt, dann hat das einzig und allein zu tun mit grundlegenden Weichenstellungen, die in die eine oder andere Richtung gegeben werden können. Und da muss man einfach sagen, dass in Deutschland im letzten Jahr viele, viele Menschen sich für Flüchtlinge engagiert haben und damit eben auch ein Stück weit Christentum gelebt haben. In vielen Schriften des Alten Testaments und dann auch im Neuen Testament ist gerade der Umgang mit den Fremden so etwas wie ein Testfall für eine wirklich authentische Gottesbeziehung. Das können wir ja nicht ignorieren. Und wenn jetzt Menschen in der Politik sich abmühen unter schweren Bedingungen, jetzt da verantwortlich diese Impulse auch wirklich in Politik umzusetzen, dann verdienen sie auch unseren Rückenwind. Wir kritisieren, wir wollen auch mal prophetische Kritik üben, aber wenn Menschen sich unter solchen Bedingungen abmühen, solche Impulse auch wirklich aufzunehmen, dann verdienen sie auch Rückenwind.

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Florin:

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Wir sind hier in München und Sie sind ja nicht nur EKD-Ratsvorsitzender, sondern auch Bayerischer Landesbischof. Wie ist es denn nun mit der CSU, mit der Christlich-Sozialen Union? Papst Franziskus hat kürzlich Donald Trump kritisiert und hat gesagt, der sei kein Christ. Wer Zäune errichten wolle, sei kein Christ. Wie christlich ist die CSU?

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Bedford-Strohm:

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Also, ich verteile hier keine Etikettierungen.

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Florin:

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Halten Sie das für falsch, was der Papst gemacht hat?

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Bedford-Strohm:

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Ich will den Papst jetzt hier nicht kommentieren, insbesondere nicht, wenn sich hier ein Papst, der in Rom wohnt, über einen amerikanischen Politiker äußert. Ich glaube, dass wenn eine Partei das Wort „christlich“ im Namen führt, sie eben auch ansprechbar ist und ansprechbar sein muss auf die christlichen Inhalte. Und deswegen ist meine Art mit dem Thema umzugehen, dass ich sehr deutlich und manchmal auch im persönlichen Kontakt und dann auch direkt, die bestimmten politischen Streitfragen anspreche und dann versuche ins Gespräch zu kommen über die ethischen Grundorientierungen, die vom christlichen Glauben her kommen. Und wenn dann etwa der ungarische Ministerpräsident unter Berufung auf das sogenannte „christliche Abendland“ für eine konsequente Politik der Abschottung plädiert, dann muss ich ihm natürlich entgegenhalten, dass es ein Selbstwiderspruch ist, wenn man unter Berufung auf das Christliche nun ausgerechnet Menschen versucht von sich fernzuhalten, mit denen sich unser Heiland, derjenige, an den wir glauben, selbst identifiziert hat. Und ich nehme jetzt in Bayern sehr unterschiedliche Positionen wahr. Auch in der CSU gibt es da eine lebendige Diskussion um die richtige Reaktion auf diese Frage. Und für mich ist die Antwort einfach: Sachliche Diskussionen, Rückkehr zur Sachlichkeit.

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Florin:

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Sie sind jetzt nach Ungarn ausgewichen von Bayern aus – zu Horst Seehofer wollten Sie sich nicht äußern? Der gibt ja nun der Kurs der CSU vor.

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Bedford-Strohm:

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Ja, ich sage ja, ich bin mit ihm im Gespräch über diese Fragen.

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Florin:

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Im Gespräch oder im Streit?

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Bedford-Strohm:

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Auch im Streit – aber ich erlebe das so, dass der Streit normalerweise auch was bringt. Aber nicht alles, was man da so bespricht, eignet sich dafür, es jetzt im Deutschlandfunk allen Menschen bekanntzugeben.

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„Ich halte nichts davon, die AfD jetzt generell zu verdammen“

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Florin:

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Sie selbst haben ein SPD-Parteibuch, lassen aber die Mitgliedschaft ruhen. Kann jemand mit einem AfD-Parteibuch ein hohes Kirchenamt bekleiden?

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Was hält denn die Kirchen am Leben? Ist es der Glaube oder das Geld, die Kirchensteuer?

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Bedford-Strohm:

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Das Geld kann es nie sein. Wenn man so immer über Kirchensteuern herzieht und sagt, dass die sozusagen verhindern, dass wir vital sind – mit diesen Kirchensteuern können wir sehr viel Segensreiches machen und wir tun es auch, nicht nur in der sozialen Arbeit, sondern auch in der weltweiten kirchlichen Gemeinschaft. Trotzdem, das Geld kann nie der entscheidende Punkt sein, der eine Kirche, eine Gemeinschaft am Leben erhält, sondern es muss die innere Kraft sein, die geistige Kraft sein. Und deswegen wünsche ich mir schon eine geistliche Erneuerung unserer Kirche.

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Florin:

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Aber die Einnahmen hängen ja mehr von der konjunkturellen Entwicklung ab als vom Werben neuer Mitglieder oder vom Werben um die Mitglieder, die man noch hat. Sie sind gar nicht genötigt, gewinnend werbend aufzutreten, wenn eigentlich die Steuerpolitik viel wichtiger ist für das finanzielle Polster.

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Bedford-Strohm:

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Das zeichnet jetzt ein Bild, als ob die Kirchen vor allem ökonomisch orientiert seien und jetzt sozusagen ihre Ausdrucksformen danach wählen, welche ökonomischen Konsequenzen sie haben – das ist natürlich nicht der Fall. Das Geld ist ein Mittel, um bestimmte Dinge, die sich als Konsequenz des christlichen Glaubens ergeben, umzusetzen.

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Florin:

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Praktizierende Christen sind jetzt zu dieser Zeit am Ostersonntag im Gottesdienst. Können Sie für nichtpraktizierende oder Nichtchristen erklären, was das Ostergeschehen ist?

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Bedford-Strohm:

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Ja, ich glaube, dass die Osterbotschaft in der Tat nicht nur für Christen von zentraler Bedeutung ist, sondern dass sie für die Gesellschaft insgesamt von ganz zentraler Bedeutung ist. Der Karfreitag ist der Tag, wo wir des Leidens und Sterbens Jesu Christi gedenken. Das ist der Tag – und deswegen ist es gut, dass er ein öffentlicher Feiertag ist –, wo eine ganze Gesellschaft innehält, wo sie die ganze Abgründigkeit des Leidens in der Welt wahrnimmt und sich nahegehen lässt, also aufhört mit dem Verdrängen des Leidens. Und dann kommt der Ostersonntag, der eben nicht einfach nur eine oberflächliche Freude zum Ausdruck bringt oder irgendwie Happy-End-Stimmung verbreiten möchte, sondern Ostern ist die tiefe Gewissheit, dass am Ende das Dunkle, die Gewalt, der Terror nicht das letzte Wort hat. Diese christliche Überzeugung, ich glaube, dass die jenseits auch der Grenzen des christlichen Glaubens von ganz zentraler Bedeutung für eine Gesellschaft ist. Lebt eine Gesellschaft aus der Zuversicht oder lebt sie letztlich aus dem Nihilismus, also aus der Überzeugung, dass sowieso alles den Bach runtergeht? Das ist schon wichtig für eine Gesellschaft und auch für den Zusammenhalt in einer Gesellschaft. Wenn man das Gefühl hat, dass man, wenn man das glaubt, seinen Verstand an der Garderobe abgeben muss, dann kann ich nachvollziehen, wenn Menschen sagen: ‚Ich kann damit nichts anfangen‘. Meine Erfahrung ist aber, dass Menschen sich eigentlich sehnen danach, dass ihr Leben diese Öffnung in die Zukunft, ins Licht anstatt ins Dunkel bekommt.

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„Es hat so etwas wie eine Revolution der Empathie gegeben“

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Florin:

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Nun bietet ein Lebensmitteldiskounter auch gerade eine Broschüre an, in der Ostern erklärt wird und zwar als christliches Fest. Was kann Aldi besser als die Evangelische Kirche in Deutschland, als die EKD?

 

Bedford-Strohm:

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Ich glaube nicht, dass Aldi irgendwas besser kann, sondern ich freue mich, wenn diese Dinge erklärt werden – egal, an welchen Orten es ist.

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Florin:

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Letzte Frage: „Wir schaffen das“, hat Angela Merkel gesagt, ein viel zitierter, viel strapazierter Satz, der wie ein Bekenntnis klingt. Glauben Sie dieses Credo?

 

Bedford-Strohm:

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Ich glaube, dass wir viel mehr können als wir manchmal denken – das letzte Jahr hat es gezeigt. Kein Mensch hätte geglaubt, dass Deutschland und vor allen Dingen die Deutschen eine Million Flüchtlinge in diesem Jahr aufnehmen. Trotzdem ist es geschehen und viele Menschen haben damit auch sehr gute Erfahrungen gemacht. Es hat so etwas wie eine Revolution der Empathie gegeben. Ich bin zuversichtlich, dass wir in 20 Jahren zurückschauen auf diese Jahre jetzt und sagen: ‚Es war schwer, aber wir haben es geschafft‘.

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Dietmar Moews meint: Eigentlich, wenn man sehr genau hinhört, schlägt sich dieses Interview selbst. Außer Ergebenheitsadressen an die SPD und die Evangelische-Staatsagentur Merkel bleibt nur Schwachsinn:

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„… Ich glaube .. kein Mensch hätte geglaubt ..“ (sagte ein Maulwurf: „Ich klaube, kein Maulwurf hätte geklaubt.“)

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Sowohl die DLF-Frau FLORIN wie auch Kirchenverbands-Funktionär BEDFORD-STROHM kulminieren in diesem Satz:

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…Wenn wir uns zu öffentlichen Fragen äußern, gerade auch in der Flüchtlingsfrage, dann tun wir das – ich sage es mal etwas pathetisch – aus geistlicher Bedrängnis. …“

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Funktionärs-Lutheraner BEDFORD-STROHM will mal nicht den Papst kommentieren – aber den ISLAM. Wer soll das denn sein:

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Der Islam? Der Islam in RIAD oder in TEHERAN oder in KAIRO oder wo?

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Dürfte es der Balance halber noch etwas jüdische Orthodoxie der FALKEN von WESTJORDANLAND sein?

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Wenn ein Bankräuber erklärt, er habe den Bankraub wegen seines römisch-katholischen Glaubens begangen, muss sich dann der Vatikan rechtfertigen?

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Sollte nicht zuerst mal nachgeschaut werden, ob wir es hier mit einer dummen Ausrede zu tun haben. Der Heranwachsende aus Brüssel geht nach Syrien schießen und sagt: ISLAM / Scharia /Dschihad. Er könnte auch sagen: Mercedes, BMW, Cadillac oder: Bayern München, Real Madrid, Ajax Amsterdam oder: Jutta, Gertud und Suleika.

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Dr. Dietmar Moews meint: Gewalt von Menschen gegen Menschen hat einen unabdingbaren Impuls:

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Die Gewalthemmung – Mensch gegen Mensch – zu überwinden oder gar nicht zu haben, entweder als deviantes Verhalten oder als Krankheit und Kontrollschwäche.

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Egal, was dann an ideologischer Motivation, Begründung oder wertorientierter Vorstellung als Verhaltensausrichtung der Gewalt gegen Menschen vom Gewalttätigen angesagt wird, handelt es sich immer um eine metaphysische Vorstellung, die nicht als physische Ursachen wirken.

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Insofern sind Religion, Ideologie, Vorstellungen, Metaphysik, Willkürsorientierungen, stets soziale Bezugnahmen, die als Gewalt nicht legitim sind, wo sie die soziale Integration abschneiden.

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Ich halte es für eine peinliche und unverantwortliche Agitation von BEDFORD-STROHM, so zu tun, als sei die mohammedanische Glaubenskultur, selbst in ihren orthodoxen unmodernen Ausprägungen, eine Vorstellung, die nicht auf soziale Integration zielt, sondern auf Feindesermittlung und -vernichtung in aller Welt. Argumente, die sich so interpretieren lassen, finden sich in allen abrahamitischen Text-Monotheismen. So könnte man auch die Feindschaft zwischen Schiiten und Sunniten v. v. nicht mit dem koranbezogenen „ISLAM“ erklären.

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Ursächlich für die Gewaltszenerien – auch in Verbindung mit Tod- und Erlösungshoffnungen – sind soziologische Tatsachverhalte, die als Irrlehren historisch gewachsen sind. Sie haben sozio-kulturell mit den Lehren der Religion und dem angeblichen Gottesbezug überhaupt nichts zu tun.

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Am einfachsten findet man zu dieser sicheren Einsicht, indem man feststellt, dass es hier vollkommen glaubens- sowie textunabhängige Umkehrungen auf jede andere der gewalttreibenden Irrläufer-Gruppen mühelos möglich ist:

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Danach hätte jeder Recht, jeden umzubringen und könnte sich dabei beliebig auf eine der Glaubensrichtungen beziehen.

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BEDFORD-STROHM spuckt anscheinend gerne große Töne. Da ihm die geistigen Mittel fehlen, steht er nun wie ein dummer Fahnenschwenker der evangelischen Sektierer und Steuerszahler da. Grund, aus der Evangelischen Kirche Deutschland auszutreten.

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Die Frau DLF-FLORIN sollte mal ein paar Semster ALPHONS SILBERMANN, empirische Soziologie, dranhängen.

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