Weihnachtsfeier in Köln mit Wilhelm Raabe

Lichtgeschwindigkeit 6127

Vom Freitag, 25. Dezember 2015

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Das umwerfende Stück spielt am 24. Dezember 1648 in Walrode im Elend, im Harz.

Die überlebenden Menschen waren vom 30-jährigen Krieg viehisch und wahnsinnig.

Der Pastor, dem von mehrfachen Hausbränden und Foltertorturen doch das Restleben und eine angekokelte Bibel übrig geblieben waren – er schrieb an seiner Weihnachtspredigt, die in der Kirchenruine gehalten werden sollte.

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Dazu kam es nicht.

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Am zweiten Weihnachtstag wurde die Leiche des dreißigjährige Friedemann Leutenbacher, Magister von Wittenberg und Pfarrherr von Wallrode im Elend, Prediger am Worte Gottes, von Bauern nach langem Suchen gefunden. Sie haben ihn aus dem wüsten Walde ins Dof getragen und neben der Kirche in die Erde gelegt.

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Es schneiete heftig, es hatte fast den ganzen Tag hindurch geschneit. Als es Abend werden wollte, verstärkte sich die Heftigkeit des Sturmes; das Gestäube und Gewirbel um die Hütten des Dorfes schien nimmer ein Ende nehmen zu wollen; verweht wurden Weg und Steg. Im wilden Harzwald, nicht weit von dessen Rande die armen Hütten in einem Häuflein zusammengekauert lagen, sauste und brauste es mächtig. Es knackte das Gezweig, es knarrten die Stämme; der Wolf heulte, wenn die Windsbraut eine kurze Minute lang Atem schöpfte; – man schrieb den vierundzwanzigsten Decembris im Jahr Eintausendschzehnhundertundachtundvierzig.

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Dominus Magister Friedemann Leutenbacher, der Pfarrherr zu Wallrode im Elend, hatte den ganzen Tag über an seiner Weihnachtspredigt gearbeitet, und Speise und Trank, ja schier jegliches Aufblicken darob versäumt; das irdische Leben war so bitter, dass man es nur ertragen konnte, indem man es vergaß; aber der Prediger im Elend konnte es nicht vergessen; eine solche Weihnachtsrede hatte er noch nicht schreiben müssen. Er war nicht alt, der Pfarrherr zu Wallrode; er war im Jahre Sechzehnhundertzehn geboren; allein dreißig Jahre seines Daseins mochten dreifach und vierfach gerechnet werden; eine solche Zeit des Greuels und der Verwüstung hatte die Welt nicht gesehen, seit das Imperium Romanum versank vor den wandernden Völkern. Nun war das zweite Imperium, das römische Reich deutscher Nation auch zerbrochen, und wenngleich die Ruine zur Verwunderung aller Welt noch durch hundertundfünfzig Jahre aufrecht stand, so lösten sich doch bei jedem Sturm und Wind verwitterte, morsche Teile ab und stürzten mit Gekrach hernieder. So war es geschehen, als man den Frieden zu Münster und Osnabrück schloss, und zwei Drittel der Nation waren verschüttet worden durch den Dreißigjährigen Krieg … Es schneiete heftig, und es schien nimmer ein Ende nehmen zu können; die Dämmerung aber nahm wohl eine Stunde zu früh dem schreibenden Magister die Feder aus der Hand; es war ihm, als ob sie auch leise und unmerklich in sein Hirn gekrochen sei, als er aufblickte und einem Blick um sich her und durch das Fenster warf. … (aus „Else von der Tanne“ von Wilhelm Raabe).

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Dietmar Moews meint: Wenn früher solche leer glotzenden Passagiere in U-Bahnen in die blinden Fenster starrten, tragen sie heute meist kleine tragbare Geräte, Smartphones, Mobiles, oft mit Ohrstöpseln.

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Wir können die IT-Revolution nicht abblocken oder verhindern – aber wir sollten sie demokratisch in den it-politischen Griff nehmen:

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Selbstbestimmung ist unser verfasstes geltendes Recht in D. – nominell, noch.

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Das macht Hoffnung: Solche elektrisch Abgekapselten könnten „Hörbuch“ hören oder Literatur im Stream – zum Beispiel das ergreifenden Buch von Wilhelm Raabe aus Hameln bei Springe:

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Else von der Tanne oder Das Glück Domini Friedemann Leutenbachers, armen Dieners am Wort Gottes zu Wallrode im Elend.

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Denn, wie sagte Papst Franz heute als „URBI et ORBI“?

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Er sagte „UHU und PATTEX“.

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Franz meinte den Widerspruch, seine weltweiten Hoffnungen und Appelle an all die anderen Sünder auszusenden: Seinen verkleisteren Saftladen der vatikanischen Kurie und der katholischen Sateliten der Kinderschänder und Waffenhändler von OPUS DEI und JESUITEN.

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Was soll Franz tun? – mehr Weltabkehr oder mehr Welt? – mehr Glaubensesoterik oder mehr Säkularität? – mehr Bibel oder mehr mit den Tieren sprechen?

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Dietmar Moews, als nüchternem Heiden, ist hier die Neue Sinnlichkeit die nützliche Religion:

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Menschen sollen ihre Ansinnen auf die Dinge beziehen. Die Sinnlichkeit der Dinge – was wir nicht erkennen, können wir anerkennen oder ändern.

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Wo der Sinn der Dinge der Sinnlichkeit nicht erkennbar ist, können wir uns ein nüchternes Ansinnen – an die Dinge und Geschehnisse heran – zulegen. Wir sind sozial und bringen Ansinnen zur Sprache über die Dinge:

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Man darf nur noch über das sprechen, was man an Dingen mit sich herumträgt (J. Swift)  – ansonsten schweigen und still sein, zuhören, was andere über ihre Dinge ansinnen.

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Ein menschliches Ansinnen an die Dinge ist besser als eine materialistische Materialschlacht und besser als die Abkehr von den Dingen nach Innen. Innen sind die Schmerzen und der Tod.

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