Franz Beckenbauer SZ-Interview am 21. November 2015

Lichtgeschwindigkeit 6058

Vom Sonntag, 22. November 2015

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Der als Fußballfunktionär straffällig gewordene Franz Beckenbauer hat jetzt der Süddeutschen Zeitung ein Interview zur Affäre der Turnier-Vergabe der FIFA-WM 2006 gegeben.

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Beckenbauer sprach mit den Redakteuren Klaus Hoeltzenbein, Wolfgang Krach, Hans Leyendecker, Klaus Ott.

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Beckenbauers Kernaussage inoffizielle Bestechungsgeschehnisse betreffend lautet:

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Ich hätte alles gemacht“.

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Dazu erklärt er, er habe nichts gemacht, als gute Miene zu Allem, was seine Mitabeiter gemacht hätten und, dass er Alles ungelesen unterschrieben habe, was man ihm zum Zwecke der Turnier-Vergabe nach Deutschland zur Unterschrift vorgelegt hatte:

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Sie werden doch nicht glauben, dass ich nur eine einzige Vereinbarung oder nur ein einziges Dokument gelesen habe.“

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Wissen Sie, was ich damals alles unterschieben habe? Tausende von Briefen, Tausende von Erklärungen, Tausende Vereinbarungen. Ich habe immer einfach alles unterschrieben. Ich habe sogar Blanko unterschrieben.“

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Fragen Sie mal den Karl Hopfner über 15 Jahre, in denen ich Präsident des FC Bayern war. Er war damals für das operative Geschäft zuständig. Sie werden doch nicht glauben, dass ich nur eine einzige Vereinbarung oder nur ein einziges Dokument gelesen habe. Wenn ich das anders gemacht hätte, tät ich heut‘ noch lesen. Sie glauben es nicht, aber das ist so. Wenn ich jemandem vertraue, unterschreibe ich alles Blanko. Alles unterschreibe ich dem.“

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Dietmar Moews meint: Der Kern von Franz Beckenbauers Aussagen basiert auf sehr feingestrickter Beratung, möglichst jegliche gerichtliche Verfolgung zu mindern – hinsichtlich strafrechtlicher Schuld (die verjährt ist) – hinsichtlich steuerstrafrechtlicher Schuld – die noch nicht verjährt ist und deren Verantwortliche oder der Verantwortliche für die von Beckenbauers WM-Bewerbungs-Gremium getätigten Schwarzgeschäfte und Steuerhinterziehung.

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Für Betrug und Bestechung übernimmt Beckenbauer quasi die volle Verantwortung dadurch, dass er erklärt: ich habe alles unterschrieben (er war der Chef des Gremiums). Damit befreit er alle operativen Mitarbeiter von jeder Verantwortung – denn er beschuldigt diese ja nicht, ihn – Beckenbauer – im Innenverhältnis des Gremiums – getäuscht oder betrogen zu haben.

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Hinsichtlich der Schwarzgeschäfte und der Steuerhinterziehung deutet Beckenbauer an, dass er die Herkunft der 6,7 Millionen Euro Schwarzgeld für das WM-Bewerbungs-Gremium nicht wusste und auch nicht nachgefragt hat, wer von wem diese Bar-Einlage geholt hatte.

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Kurz, dafür will Beckenbauer keine Verantwortung tragen. Aber Geld zu bekommen, ist nicht strafbar. Ob Spende, Geschenk, Kredit oder Darlehen, eben Geldleihen ist erlaubt.

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Dann war dieses Geld vom OK WM2006 an die FIFA überwiesen worden, weil die FIFA das verlangt hatte.

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Wer dann mit diesen 10 Mio (heute 6,7 Millionen Euro) was gemacht hat, weiß OK-Beckenbauer nicht. Indes diese Zahlung war ein Schwarzgeschäft und war offiziell steuerpflichtig.

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Hier wird nun bislang gesagt, die offizielle Geldanweisung der 6,7 Millionen an die FIFA habe der DFB getätigt und der damalige Pressemann des WM-Bewerbungsgremiums, Wolfgang Niersbach, habe die schwarze Überweisung persönlich unterschrieben. Danach sei nun Niersbach der Steuerstraftäter.

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Nach Lage der Dinge muss hierfür aber sowohl der Hauptverantwortliche des WM-Gremiums, Beckenbauer, die Verantwortung tragen. Und für die entstandene Steuerschuld haften auch der damalige DFB-Präsident Zwanziger sowie Niersbach, der die strafbare Handlung nicht hätte ausführen dürfen.

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Im Grunde übernimmt Beckenbauer für alles die Verantwortung, indem er sagt: ich unterschrieb alles ungelesen.

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Nun ist diese wiederholte Beteuerung aber ein Zwecklüge, das Ganze abzuwürgen.

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Denn im Laufe des Gesprächs erklärt Beckenbauer, wie er noch kürzlich mehrfach Schriftstücke vorgelegt bekommen habe, die er unterschreiben sollte, aber deren Inhalt Beckenbauer nicht gefallen hatte.

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Beckenbauer hatte also gelesen, was er unterschrieben hat.

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Der Umstand, dass Beckenbauer dem Theo Zwanziger im Jahre 2015 ein Papier unterschrieb, dessen Inhalt Beckenbauer ablehnte, und mit dem Theo Zwanziger dann beim „Spiegel“ die Affäre anstimmte, steht hauptsächlich unter dem Aspekt des Zeitpunktes dieser „Aufklärung“. Zwanziger war während der WM 2006 DFB-Präsident – und, aber die Straftaten sind zum Zeitpunkt dieser Aufklärung juristisch verjährt.

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Damit will sich auch Zwanziger aus der Affäre ziehen, indem er Beckenbauer für nun nicht mehr strafbare Taten und für die Vertuschung über die gesamte Zeit bis jetzt, die Verantwortung übernehmen lässt.

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Es klingt niedlich, wenn Beckenbauer im Interview sagte (SZ, 21. November 2015, Seite 13):

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…Der Theo will ein Gutachten machen, um sich zu entlasten. Er will bestätigt haben, dass wir das Treffen hatten und dass er auf bestimmte Dinge hingewiesen …“, „Ich hab‘ ihm gesagt, ja gut, wenn wir dir einen Gefallen tun können, dann machen wir das. Da war ja aus meiner Sicht nichts Unrechtes dabei. ..wir haben dem Theo dann einen Brief geschickt, den der Theo selbst vorformuliert hat. In diesem Herbst, Anfang Oktober. … Da kriegt er den Brief von uns, und der nächste Schritt ist: Er läuft zum Spiegel. Da war mir klar, da stimmt was nicht.“

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Man sieht also, das Beckenbauer gezielt lügt:

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Einerseits übernimmt er für alles Verantwortung, indem er sagt, ich unterschreibe immer, ohne zu lesen.

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Andererseits, im Falle Theo, unterschrieb er, nachdem er gelesen hatte.

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