GEIZ in der KLINIK ist TÖDLICH

Lichtgeschwindigkeit 5891

vom Donnerstag, 24. September 2015

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ACHTUNG: Hier kommt was NEUES vom Soziologen und Künstlergelehrten:

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Der Berliner TAGESSPIEGEL, vom 23. September 2015, berichtete über die Demonstration in Berlin, die zum „Pflegestreik“ auf die Straße geführt wurde. Die Gewerkschaft Ver.di war organisatorisch aktiv:

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Was fordern die Streikenden?

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Ende dieser Gesundheitspolitik!

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Die Kassen zahlen nämlich nicht nur für viele Behandlungen vergleichsweise wenig. Sie können Forderungen nach mehr Geld auch dadurch abwehren, dass die Bundesländer ihren Aufgaben selbst nicht nachkommen. Denn während die Versicherungen für Personal und Medizin aufkommen, müssen die Länder in Gebäude und Technik investieren – so schreibt es das Gesetz vor.

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Am Dienstag demonstrierten die Streikenden der Charité durch die Berliner Innenstadt. Der Streik an Europas größter Universitätsklinik geht auch an diesem Mittwoch zunächst weiter – seit Montag haben sich 1000 Schwestern, Pfleger und Techniker am Ausstand beteiligt. Auch am Mittwoch entscheidet das Landesarbeitsgericht über die Rechtmäßigkeit des Streiks. Wir klären die wichtigsten Fragen.“

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Hannes Heine berichtet im Tagesspiegel: „Ausstand an der Charité in Berlin – Streikende unter Beobachtung

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Die Streikenden der Charité demonstrierten vor dem Bundesgesundheitsministerium. Ihr Kampf wird nicht nur von Ärzten, Krankenkassenchefs und Politikern beobachtet. Mittwoch entscheidet das Landesarbeitsgericht.“

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Die Berliner Patienten werden auch während des Streiks versorgt – Verdi und der Klinikvorstand haben sich wie in der Branche üblich auf eine Notdienstvereinbarung geeinigt. Abgesagt hat die Charité aber 1000 verschiebbare Behandlungen. Weil auch andere Kliniken in Berlin ausgelastet sind, dürften einige Patienten nun Wochen auf einen neuen OP-Termin warten. Vor allem mit Operationen verdient die Charité aber Geld. Pro Diagnose und Patient zahlen die Krankenkassen den Kliniken eine Pauschale. Diese Fallpauschalen decken nicht den Aufwand, den die Charité mit volltrunkenen oder erkälteten Patienten in Rettungsstellen hat. Aufgrund des Streiks werden die Kassen der Charité wohl Millionen Euro weniger überweisen.

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Die Gewerkschaft kann schlecht die Versicherungen oder gar die Bundesregierung bestreiken. Dort müsste der Charité-Vorstand den Druck erhöhen. Die Verdi-Forderung in Kürze: Nachts keine Schwester allein auf der Station, tagsüber eine Pflegekraft für fünf, nicht wie bislang zehn Patienten.

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Mittwoch werden zehntausende Klinikmitarbeiter von der Nordsee bis nach Bayern auf den Personalmangel aufmerksam machen. Vor 1000 der 2000 deutschen Krankenhäuser werden um 13 Uhr Beschäftigte jeweils Nummern hochhalten, die den Personalbedarf beziffern. Bundesweit fehlen Verdi zufolge 162 000 Fachkräfte. Annelie Buntenbach vom Vorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes, dem auch Verdi angehört, wird vor der Vivantes-Klinik in Berlin-Friedrichshain demonstrieren.

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Klinikvorstände, Krankenkassenchefs und Fachleute aller Berufsgruppen beobachten den Tarifkonflikt aufmerksam. In der Branche ist bekannt, dass die Streikenden eine Welle auslösen könnten. Der Marburger Bund in Berlin hat sich mit den Streikenden solidarisch erklärt. Die Ärztegewerkschaft spricht von „berechtigten Forderungen“ der Pflegekräfte: „Die Arbeitsbedingungen haben sich in den Deutschen Kliniken für alle Berufsgruppen seit Jahren kontinuierlich verschlechtert.“

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An der Charité kamen Solidaritätsadressen aus Kliniken in der Schweiz, Großbritannien und Schweden an.

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Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hatte sich im Vorfeld mit dem Charité-Vorstand getroffen – mehr Geld, gar ein Ende des Fallpauschalensystems war dabei wohl kaum Thema. Nun hat der Gesundheitsexperte der Bundes-SPD, Karl Lauterbach, mehr Geld für das Pflegesonderprogramm der Regierung gefordert. Und der Berliner Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) sagte dem Tagesspiegel: „Das Anliegen der Streikenden ist verständlich und auch im Sinne der Patienten.“

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Dietmar Moews meint: Man darf den Berufsleuten im Gesundheits- und Nächstenliebe-Wesen nicht die Leistungs- und Verantwortungsbereitschaft abstreiten.

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Selbstverständlich wird im Streik für eine Versorgung der Patienten und Kunden gesorgt.

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Insofern darf die Gerichtsentscheidung zum Streikrecht, nicht im generellen Streikverbot in diesen Diensten bestehen.

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NEU zu regeln ist hier aus Sicht des empirischen Soziologen Dr. Dietmar Moews überhaupt der bisherige FALSCHE ANSATZ im Tätigkeitsfeld, vom Grundsatz her:

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Bislang fordern Pflegepersonal, Krankenschwestern, und VER.di als Arbeitnehmervertretung und Tarifverhandler:

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Mehr Personal, verbesserte Budgets, höhere Bezahlung.

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Diese Forderungen treffen aber nicht das Problem in der organisierten Nächstenliebe im Kern.

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Dazu möchte ich detaillierter ausführen:

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Ich kenne die Arbeit im Krankenhaus und in diesen Diensten und ich kenne die konkrete Organisation und das Schwarze-Peter-Spiel.

JEDER Beschäftigte in diesem Arbeitsfeld ist enorm WICHTIG. Auch der Nachtportier in der Notaufnahme muss stets perfekt und schnell arbeiten, verlässlich und verständnisvoll, akut das Richtige tun und stets selbst größte Geduld im Umgang mit den einkommenden Havaristen und gestressten Begleitern angemessen bringen – ohne Ausfälle.

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Jede Krankenschwester oder jeder ambulante Dienstleister muss die hohe Verantwortung und Einsatz- und Leistungskraft, die jeder Patient und Hilfsbedürftige immer benötigt – ohne Aussätze oder „Dienst nach „Vorschrift“ – permanent bringen.

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Ich halte es für erforderlich, dass alle im Gesundheitsdienst Tätigen – ausgenommen die Akquisiteure, reinen Büroisten und Marketingler – stets vollste Verantwortung und Spitzenleistung bringen – der Rettungssanitäter, der Fahrer wie der Notarzt, der Anesthäsie-Arzt wie der Chirurg, bei Anständigkeit in der Medikation und Sorgfalt bei der Veranreichung und im Patientengespräch, immer das Gelingen im menschlichen Umgang mit der lieben Not, ohne den Ertragsdruck der profitpervertierten marktwirtschaftlichen „Rational-Klitschen“.

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Kurz, jeder der Dienst an Patienten und Hilfsbedürftigen als Erwerbsberuf ausübt, ist aufs Höchste belastet und beansprucht: Ob Arzt oder Pfleger, ob Hauptverantwortlicher oder Helfer. Andere haben in der Nächstenliebe keinen Platz; sie können zum ADAC gehen.

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Alle in diesen Hilfs- und Sorgeberufen Tätigen müssen hoch qualifiziert sein, höchsten Einsatz bringen und gleich hoch – und zwar höchst – bezahlt werden. Erst ein Chefarzt oder ein Aushilfsgärtner im Krankenhaus können aus dem Beschäftigungsprofil des „Hochleistungssportlers“ entlassen werden und angemessen geringer bezahlt werden.

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Die Hochleistungsberufe in der Nächstenliebe sollten, ähnlich wie es beim Militär, bei den Fluglotsen und bei der Schutzpolizei im Außendienst, geregelt ist, nur bis zur schwindenden Arbeitskraft mit dem Lebensalter von etwa 50 Jahren ausgeübt werden.

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Ich sehe die Forderungen des Pflegepersonals nach „weniger Arbeit“, die ein klares Zeichen der Überforderung bei nachlassender Leistungsfähigkeit für grundsätzlich die falsche Denkrichtung:

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Wer zum Hochleistungsdienst nicht mehr geeignet ist, wird erleben, wie es in der amateuristischen Pflege in der eigenen Familie konkret aussieht – auch da kann ein Patient nicht gefoltert oder vernachlässigt werden. Und wenn die häuslichen Kräfte nicht mehr reichen, muss eben Hilfe herbeigeholt werden.

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Nachlassende Leistung ist in der lieben Not und in der organisierten Nächstenliebe nicht akzeptabel.

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Sobald für die Pflegeberufe höchste Gehälter gezahlt werden, finden sich sofort Arbeitskräfte, Helfer wie Ärzte, die zur Höchstleistung und extremen Krafteinsatz fähig und bereit sind.

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Das ist, was die Hilfsbedürftigen jede Minute brauchen.

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Wer mal eine junge kräftige Ärztin oder Pfleger oder Schwester bei der schwungvollen Arbeit erlebt hat, wird einsehen, dass hierfür enorme Lebenskräfte und Einsatzbereitschaft unabdingbar sind. Während altgewordenes, stöhnendes Personal für sich selbst und für die Patienten unakzeptabel ist.

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Der Verschleiß der Lebensarbeitskraft ist das unvermeidliche Prinzip eines kraftvollen Lebens. Dass die Kräfte nachlassen, ist der normale Verlauf im Ableben. Das ist zu akzeptieren und nicht mit Altersweisheit und Erfahrung ausgleichbar.

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Ein dreißigjähriger Rettungssanitäter oder eine junge Ärztin im Klinischen sind ebenfalls „erfahren“ und haben dazu das aktuelle Schulwissen. Auch sie haben längst erkannt, dass Schwerinvalide keinen Griff zum Anfassen haben und wie dünn der Bereich zwischen Leben und Tod, zwischen Wohlbefinden und Schmerzen sind.

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Etwaige Bräsigkeit, Frustration und Burnout des alternden Erwerbspersonals haben im Krankenhaus und außerhalb in der Nächstenliebe und Hilfe nichts zu suchen.

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Also: SPITZENGEHÄLTER für SPITZENDIENSTE. Die Sozialpolitik in Deutschland darf nicht mit der Ungleichbehandlung von armen Notleidenden und reichen Privatkunden über den Markt geregelt werden.

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Die sogenannten „PRIVATKUNDEN“ sollen sich in materialistischen Liebesnestern anderer „Kulturstaaten“ ihre Gesundheit und Kuren kaufen.

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Ver.di, die Hilfegewerkschaft, muss neu denken.

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Beschäftigte in der Hilfe sind in einem Hochleistungskampf und nicht einem Wellness-Konzept der Eigentherapie – auch wenn diese Einsicht dem Selbstverständnis vieler Sozialdienstler widerspricht.

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Oft  ticken diese Sozialdienstler infolge ungeklärter Vorurteile zum Selbstbild  leider einfach falsch.

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Wer mal in der Familie auf Leben und Tod gepflegt hat, weiß, wie kraftraubend und aufreibend der Kampf ist, ungeachtet ob man das gerne macht oder als unkäufliches, moralisches Gebot der Familiensolidarität ansieht.

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Am Umgang mit Kranken zeigt sich, wie menschlich ein Unternehmen ist. Das betrifft auch den Umgang mit der nachlassenden Validität des Personals durch Krankheit und Alter.

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