Blausäure und Informationssperre in Tianjin

Lichtgeschwindigkeit 5815

.

vom Samstag, 15. August 2015

.

IMG_4235

.

Explosionen Peking zensiert Berichte über Katastrophe in Tianjin

Nach den Explosionen in der Hafenstadt Tianjin will Peking die Berichterstattung über die Katastrophe steuern. Einträge im Internet werden gelöscht und Medien angewiesen, nur offizielle Zahlen zu verbreiten. Eigene Recherchen sind verboten.

.

Nach der Explosionskatastrophe von Tianjin ist die chinesische Zensur bemüht, die Berichterstattung über den Unfall zu lenken und eine kritische Diskussion und Fragen im Internet abzuwürgen. Nachdem in chinesischen Internetforen viel Kritik an der Informationspolitik und der Reaktion der Behörden geäußert wurde, löschte die chinesische Zensur zahlreiche Einträge von Bloggern. Staatliche Medien wurden von der Zensurbehörde angewiesen, keine eigenen Mutmaßungen anzustellen.

.

In Anweisungen der staatlichen Zensurbehörde, die der Website „China Digital Times“ zugespielt wurden, wurden die Zeitungen und Websites angewiesen, nur die Berichte der Nachrichtenagentur Xinhua und anderer offizieller Quellen zu übernehmen. Eigene Recherchen seien nicht erlaubt. Chinesische Journalisten wurden auch angewiesen, Informationen über die Explosionskatastrophe nicht privat weiterzugeben oder im Internet zu veröffentlichen. Bei der Explosion in der Nacht zum Donnerstag waren mindestens 85 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 700 wurden verletzt. Einige gelten noch als vermisst.

.

In Internetforen wurden Zweifel an den Informationen der Behörden geäußert, die Diskussion des Themas wurde aber schnell zensiert. Stattdessen erschien die Meldung

.

Dieser Inhalt verstößt gegen Bestimmungen und kann nicht angezeigt werden.“

.

So war immer wieder die Frage aufgeworfen worden, ob nicht die Zahl der Todesopfer in Wirklichkeit weit höher liegen müsste. Viele wollten auch der Versicherung der Behörden, nach der die Luft nach der Explosion nicht mit Giftstoffen belastet ist, nicht glauben.

.

Petra Kolonko berichtet für die Frankfurter llgemeine Zeitung und faz.net, am Samstag, 15. August 2015:

.

… Nach offiziellen Darstellungen war die Belastung nicht gesundheitsschädlich. Kritisiert wurde auch die Tatsache, dass die Spezialeinheit der Armee für nukleare und chemische Zwischenfälle erst zwölf Stunden nach der Explosion von Peking nach Tianjin aufbrach. Man hätte sie gleich einsetzen müssen, um das Leben der Feuerwehrleute zu retten.

.

Die staatlichen Medien berichteten ausführlich über den heldenhaften Einsatz der Feuerwehr und die Bemühungen der Krankenhäuser um die Verletzten und lobten die gute Organisation der Einsätze.

.

Über mögliche Hintergründe der Katastrophe wurde nicht spekuliert. Viele Industrieunfälle in China sind auf einen Mangel an Sicherheitsvorkehrungen zurückzuführen. Kostspielige Sicherheitsvorschriften werden ignoriert und Sicherheits- oder Umweltgutachten werden per Bestechungszahlung erlangt.

.

Die chinesische Regierung hat dies am Freitag indirekt zugegeben, als sie als Reaktion auf die Explosion von Tianjin eine landesweite Inspektion von Chemikalien und Sprengstoffen anordnete. „Illegale Aktivitäten“ müssten ausgemerzt werden, um die Sicherheit zu garantieren.“

.

IMG_4079

.

Dietmar Moews meint: Die Nachrichten und schrecklichen Bilder aus China, wo in Tianjin ein großer Gewerbegebäude-Komplex explodierte, haben jetzt auch Evakuierungen und Giftalarm – es sei gefährlich BLAUSÄURE ausgetreten – wir wissen eigentlich wenig.

.

Wer die Natur lange anschaut, wird erleben, dass die Natur zurückschaut.

.

Wer, wie Peking zur Berichterstattung über Tianjin, für die Medien eine Vollsperre verfügt hat, erzeugt lediglich Angst und Gerüchte.

.

Wer glaubt, dass sich Angst konkret instrumentalisieren ließe, ohne dadurch „Nebenreize“ auszulösen und schwerwiegende „Kosten“ auslöst, merkt es spätestens, wenn die Menschen nicht wie gewünscht funktionieren:

.

Einer Verlautbarungs-Propaganda glaubt man nicht und man hört nicht neugierig hin, wenn etwas Wichtiges gesagt werden müsste.

.

Massenkommunikation ist eben kein „Nürnberger Trichter“, sondern überhaupt ist Kommunikation auf die inspirierte Teilnahme aller Kommunikanden angewiesen.

.

Wer lügt oder desinformiert oder sperrt, verliert die Aufmerksamkeit und Zuwendung der Adressaten und erntet Abwendung und Taubheit.

.

IMG_1897

.

und BESTELLEN

subscription to Dietmar Moews Abonnement von Dietmar Moews un abonnement à Dietmar Moews

Blätter für Kunst und Kultur erscheinen in loser Folge im Verlag Pandora-Kunst-Projekt Köln

Blätter Neue Sinnlichkeit

.

IMG_4566 

Indem ich Ihnen ein langes Leben wünsche, sparen Sie auf diese Weise ganz erheblich.

Abonnement auf Lebenszeit für EURO 500,- (oder entsprechender Landeswährung)

Einzelpreis oder Abonnement inkl. Versand EURO 12.-, Schüler bei Selbstabholung EURO 4.-

Abonnieren Sie mit Namen, Postanschrift, Ort, Datum, Unterschrift sowie EURO 500 zur Verrechnung bei:

PANDORA KUNST PROJEKT

zu Händen Dr. Dietmar Moews

Mainzer Straße 28

D-50678 Köln am Rhein

2 Responses to Blausäure und Informationssperre in Tianjin

  1. Vorname Nachname sagt:

    Nichts auch nur im Ansatz besseres gehört zu diesem Ereignis in China. Danke dafür!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: