Josef Schuster – eine Stimme

Lichtgeschwindigkeit 5767

vom Samstag, 25. Juli 2015

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Der neue Präsident der Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat eine aktuelle Selbstdarstellung abgegeben:

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JÜDISCHE ALLGEMEINE Wochenzeitung für Politik, Kultur, Religion und Jüdisches Leben (Nummer 29) Berlin, den 16. Juli 2015 29.TAMUS 5775,

Titelseite:

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Mit einer Stimme JUBILÄUM Seit 65 Jahren ist der Zentralrat die politische Vertretung der Juden in Deutschland“ von JOSEF SCHUSTER.

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Josef Schuster schreibt: „… Am 19. Juli 1950 trafen sich einige wenige jüdische Repräsentanten in einer Frankfurter Privatwohnung und gründeten einen Verband. … Es galt für die neu entstandenen jüdischen Gemeinden eine politische Interessenvertretung zu gründen. Jemand musste sich um die sozialen Belange der jüdischen Gemeinschaft kümmern. Die Entschädigungs- und Wiedergutmachungsverhandlungen hatten begonnen – und die Politik fragte zunehmend nach Ansprechpartnern auf jüdischer Seite. … Eine sehr kleine Schar Überlebender hatte damit begonnen, jüdische Gemeinden wiederaufzubauen. Die DP-Camps wurden geschlossen. Der Staat Israel war gegründet worden. Viele Juden verließen das Land der Täter. Auch viele Gemeindemitglieder konnten für Deutschland verständlicherweise keine Heimatgefühle (mehr aufbringen). Sie betrachteten ihren Aufenthalt als vorübergehend. Aus der Vorläufigkeit sind mittlerweile 65 Jahre geworden …

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Dankbar sind wir allen voran unseren Gründungsvätern. Dass sie nach allem, was geschehen war, den Mut und die Energie aufbrachten, eine deutschlandweite jüdische Interessenvertretung ins Leben zu rufen, war nicht selbstverständlich ..

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Sie ließen den jüdischen Gemeinden ihre Autonomie. Der Zentralrat bildete lediglich das Dach. So ist es bis heute. …

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diese Gemeindeautonomie .. entscheidende Voraussetzung .. Denn jüdische Gemeinden waren auch schon vor dem Krieg sehr unterschiedlich und sehr selbstständig…

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Nach dem Krieg waren zwar von den Alteingesessenen kaum noch welche übrig. Viele Juden aus Osteuropa kamen hinzu und veränderten die Gemeindestrukturen … herrschte zunächst die orthodoxe beziehungsweise traditionelle Ausrichtung vor. Später bildeten sich auch liberale Gemeinden. …

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So versteht sich der Zentralrat bis heute: Wir bilden das Dach über den Gemeinden.

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Vor allem sind wir dankbar, dass wir seit 70 Jahren in einem demokratischen Rechtsstaat und mit weiter Akzeptanz in der Gesellschaft sicher hier leben können … Es gab zwar in all diesen Jahrzehnten Antisemitismus, Anfeindungen, Bedrohungen und Übergriffe. Es gibt all dies weiterhin.

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Doch lassen wir uns davon nicht einschüchtern. Die jüdische Gemeinschaft gehört zu Deutschland. Der Zentralrat der Juden in Deutschland wird ihre Interessen auch in den kommenden Jahrzehnten vertreten, selbstbewusst und mit Zuversicht.

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Dietmar Moews und Alphons Silbermann im Jahr 1999

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Dietmar Moews meint: Deutsche JÜDISCHE ALLGEMEINE in Deutschland und deutsche Juden in Deutschland und Zentralrat der Juden in Deutschland – das Deutsche an dieser Geschichte sind eben speziell die deutschen Ausprägungen des Judentums, Jüdischkeit, der Gemeinschaft aller Juden. Und das Deutsche an dieser Geschichte ist die vorbildlose Vernichtungs- und Massenmord-Organisation der deutschen Juden und der europäischen Juden, in einer Untergangskultur der deutschen Massenmörder bis 1945.

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Die Juden nennen diese Vorgänge einer mediatisierten Vernichtungsorganisation „Schoa“ und „Holocaust“. Den Deutschen fehlt dafür das emotionale Vermögen, dieses eigene Höllenwesen in die alltägliche Vorstellungsorientierung zu integrieren. Die deutschen Massenmedien übernehmen deshalb die Sprachregelungen, die vom heutigen Judentum proklamiert werden. Die Resonanz besteht überwiegend in allseitigen Routinen und Abstumpfung – keinesfalls in nüchterner menschlicher Balance der gemeinsamen Überlebenskultur.

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Empirisch auf der Strecke bleibt dabei die verlangte und behauptete Einmaligkeit der hitlerschlauen Massenmörder. Das bedeutet, angesichts der gelebten Menschlichkeit unter dem Sternenhimmel, die ernüchternde Erkenntnis des faktischen Schlussstrichs unter das Einmaligkeits-Verlangen. Sind die Menschen vor dem 20sten Jahrhundert, während des Zweiten Weltkriegs und jetzt, im 21sten Jahrhundert, moralisch nicht wesentlich belastbarer.

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Wir können stets nur beobachten, wären wir wach, wie der Begriff „Totalität“ wie das „an Sich“ des Dings nur immer weitere Scheußlichkeiten erkennen lässt, nicht jedoch in Grenzsituationen rücksichts- und vorsichtsvollere Lebensäußerungen.

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Der Präsident Josef Schuster hat vielfältige Pflichten zu erfüllen, wenn er einen solchen Text, wie diese „JUBILÄUMs“-Rede veröffentlicht.: „Mit einer Stimme“:

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Ungeachtet der Entstehungsgeschichte des Verbandes „Zentralrat der Juden in Deutschland“ und der dabei meist übersehenen Zwänge und Abhängigkeiten der Auslegung dieses „Dachverbands-Wesens“ von der deutschen Politik, insbesondere von den permanenten erheblichen Unterhaltszahlungen an diesen Zentralrat durch die Zweite Bundesrepublik Deutschland:

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Die Aspekte der „Juden in Deutschland“ sind durch die besondere deutsche Schuld eben besondere Aspekte.

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Das bedeutet, es geht um die geschehene Judenvernichtung. Und deshalb ging es und es muss auch gehen um das deutsche Judentum. Das deutsche Judentum zu beseitigen, zu vertreiben, letztlich zu vernichten, war das Ziel der deutschen Hitlerei.

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Dieser fürchterliche Völkermord-Exzess hat nur sehr wenige deutschen Juden, die letztlich ein kulturhistorisch herausragender Teil der jüdischen, der deutschen und der Geschichte des deutschen Judentums sind, das Überleben gelassen – meist unter beispiellos unwahrscheinlichen Umständen.

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Mit nur wenigen Überlebenden war das deutsche Judentum im Jahr 1945 weitreichend vernichtet – aber vielleicht nicht ganz. Die Schuld Deutschlands kann nicht an dieser organisierten Ausrottung vorbei allgemein breitgetreten werden. Es reicht nicht, einfach zu sagen: Ja – Asche auf unsere Häupter.

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Nein, die deutsche Schuld hätte insbesondere das deutsche Judentum herauszuheben und insbesondere dieses verirrte deutsche „Arierunwesen“ und dieses geschundene deutsche Judentum zu berücksichtigen.

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Der naziverfolgte Kölner Jude und eminente Soziologe Alphons Silbermann (1909-2000) – nebenbei einer der bedeutenden Fachwissenschaftler zum deutschen Judentum und zur empirischen Antisemitismus-Forschung – hatte kurz und missliebig festgestellt:

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Was den Nazis nicht ganz gelungen war – die vollkommenen Vernichtung der deutschen Juden – haben inzwischen die deutschen Nachkriegsregierungen und der Zentralrat geschafft:

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Die völlige Beseitigung des deutschen Judentums durch staatlich und verbandsmäßig organisierte „Juden in Deutschland“, anstatt „deutsche Juden“ und die heutigen jüdischen Gemeinden.

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Professor Silbermann hatte sich in seiner alten Kölner Synagoge, in der er schon als Kind seine erste Eingemeindung erhalten hatte, einen Platz als Gemeindemitglied erworben, um seinem deutschen Judentum auch in der Synagoge nachgehen zu können. Und es waren da eben nunmehr sehr aktive Zuwanderer aus Osteuropa und, wie er es nannte, deren „Gewimmer und Ringellöckchen“.

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„Der Zentralrat der Juden in Deutschland“ hatte auf Geheiß der Bundesregierung mit „einer Stimme“ zu sprechen, musste aber eigentlich FÜNF sehr verschiedene jüdischen Interessengruppen repräsentieren:

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EINS Das naziverfolgte deutsche Judentum, deren Überlebenden und deren Gemeindeleben und spezielle regionale Ausprägungen.

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ZWEI Die Majorität der heutigen jüdischen Gemeinden in Deutschland, wie Schuster sie nannte, „traditionell, orthodox“.

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DREI Die inzwischen namhaften „liberalen Gemeinden“

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VIER Die heutige militaristische Fraktion des Staates Israel

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FÜNF Die an etwa 50 Prozent der heute wahlberechtigten israelischen Staatsbürger, die den fortwährenden Annexionskrieg und die orthodoxe Apartheid des Netanjahu-Israel in Palästina zusammengefasst unter dem Begriff „Israel schafft sich ab“ unheilvoll finden.

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Kurz, die Formulierung „Mit einer Stimme“ bezeichnet eine Klientelisierung bzw, Faschisierung der empirischen Vielfalt und Konfliktlagen der Juden in Deutschland, dass einerseits

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die möglichst gute Selbstdarstellung des Zentralrates entsteht und andererseits

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die Befriedigung des Dachverbands-Modus, wie ihn der Statt Israel und die deutsche Bundesregierung von diesem Verband verlangen.

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Insofern macht der Zentralrat einen weiteren judenpolitischen Spagat, indem die Ausreichung der Finanzmittel, die die Bundesrepublik in bedeutender Größenordnung fortlaufend zuwendet, an die jüdischen Gemeinden und an deren vielfältigen Veranstaltungsprojekte und Dauerkosten-Einrichtungen – Wissenschaft, Institute, Medien, Museen, Personalkosten – durchaus nicht der Selbstbestimmung an der Basis, sondern der Käseglocken-Politik des Dachverbands unterwirft.

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Schusters JUBILÄUMS-Text in der JÜDISCHEN ALLGEMEINEN enthielt keine Anmerkungen zur quantitativen Bemittelung (wie viele Euros pro Jahr?) der Verbandsarbeit und keine zu den Verteilungskämpfen zwichen Majorität und liberalen Gemeinden um die Mittelverwendung. Der Zentralrat ist in mancher Hinsicht den Kirchen in Deutschland gleichgestellt.

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