Adolf Hitler in Vogelsang A Ha

Lichtgeschwindigkeit 5612

vom Dienstag, 26. Mai 2015

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Bei Gelegenheit von Köln aus etwa 40 Kilometer in die Eifel gereist und „Vogelsang IP“, Gemeinde Schleiden bei Gmünd / Eifel, an der Urft besucht.

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Der Nationalsozialist und Reichskanzler Adolf Hitler soll in den späteren 1930er Jahren insgesamt zweimal Vogelsang besucht haben.

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IP? – soll bedeuten „International Point“ – na ja.

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Inmitten des Nationalparks Eifel befindet sich die 100 Hektar große Anlage der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang. Zwischen 1934 und 1936 wurde hoch über dem Urfttal eine Schule für den Führungsnachwuchs der NSDAP errichtet, die bis 1939 in Betrieb war. Die mehr als 50.000 Quadratmeter große Anlage ist nach dem Reichsparteitagsgelände die größte architektonische Hinterlassenschaft der Nationalsozialisten.

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Der Kölner Architekt Clemens Klotz hat die Gesamtanlage seit 1934 im Auftrag der NSDAP ausgearbeitet und den „ersten Spatenstich“ gemacht. Ab 1936 wurden erste Lehrveranstaltungen durchgeführt. Bis zu 6.000 ausgewählte Parteifunktionäre lebten interniert in der Weiterbildungsstätte. Mit Kriegsbeginn im Jahr 1939 wurde nicht mehr gebaut. Noch im Jahr 1942 kam es zur Nutzung von „Adolf-Hitler-Schulen“.

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Nach dem Zweiten Weltkrieg war Vogelsang erst britischer, dann belgischer Truppenübungsplatz. Heute befindet sich dieser historische Ort im Wandel und beinhaltet als Internationaler Platz „vogelsang ip“ ein Ausstellungs- und Bildungszentrum, ist außerschulischer Lern- sowie kultureller Veranstaltungs- und Tagungsort.

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Das temporäre Besucher- und Informationszentrum befindet sich bis zur Eröffnung des neuen Forum Vogelsangs 2015 auf dem Gelände im Kulturkino vogelsang ip, dem ehemaligen belgischen Truppenkino der 50er Jahre.

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Dietmar Moews vor den 1952 gebauten belgischen Kasernen von Vogelsang

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Dietmar Moews meint: Die „Ordensburgen“ der Nazi gehören zu den geraunten Überlieferungen. Zufällig schlug ich „Vogelsang“ (nicht der Stadtteil Kölns gleichen Namens) nach und konnte es jetzt kurz besuchen:

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Was ich sah, war erstaunlich: Hier wird ein „Fremdenverkehrszentrum“ hochgezogen, wo nicht nur das „Rote Kreuz“ Jugendlager oder „Trapper“ als „Ranger“ zu jungvolkartigen „Bildungsprogrammen“ rufen, Lagerfeuer an Thingstätten eingeschlossen – Titel „NATIONALPARK“.

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Eine etwa 90 minütige Führung, in der seit dem Jahr 2006 für die Allgemeinheit geöffneten Anlage, über das Gelände um die belgische Kaserne „Van Dooren“, die „Burgschänke“, den „Adlerhof“, Blick auf die Urft-Talsperre, das Krankenhaus und das „belgische Kino“ wird von ernsthaftem, aber dilettantischem Führungs-Personal angeboten.

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Es werden Fotografien vorgezeigt, deren Kommentierung teils falsch bzw. nicht unkritisiert stehen dürften, insbesondere weil sich die Vortragenden angeblich bevorzugt an Kinder wenden (also an Erwachsene mit kindischem Aufnahmevermögen):

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Da sind überlebensgroße Reiterstandbilder aus Kalkstein gehauen, auf Schwarz-Weiß-Fotoabzügen-Vergrößerungen, die in der Aufstellungsrichtung die erfolgreichen Eroberungen im Osten anzeigen würden – wird erklärt. Doch als diese Standbilder entstanden sind und aufgestellt worden sind, Anfang der 1930er Jahre, war Adolf Hitler vielmehr noch nach Westen ausgerichtet, Spanien, Frankreich, England – während andere Nationalsozialisten, insbesondere der NS-Ideologe Rosenberg, den „Kolonialismus“ im Ostland propagierten.

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Abgesehen davon wäre dann heute ausdrücklich zu betonen, dass es keine Eroberungen, sondern Verluste und Opfer ohne jedes historische Beispiel gab. Bereits im Herbst 1941 war der Hitlerkrieg im Osten, vor Moskau, verloren.

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Es gehört zumindest die Betonung der totalen Widersprüchlichkeit, zwischen dem hybrischen „Ordensburg-Projekt Vogelsang“ und der vollkommenen Verblendung des „Tausendjährigen Reichs“, in diese „Erinnerungs-Wirtschaft“ von Schleiden in der Eifel des Jahres 2015:

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Die Deutschen waren bereits im eigenen Krieg untergegangen, als die Hitlerei noch immer an solchen Ordensburgen werkelte bzw. noch heute wird damaligen Projektionen gefolgt, hört man die IP-Führerin erklären, wie angeblich sinnvoll und nützlich die NS-Entscheider dachten und handelten.

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Gerade weil der Ausblick aus der „Burgschänke“ von Vogelsang, der Blick über die Urft-Talsperre, wie ein heiliger Ort gewählt ist, ähnlich wie andere Nazi-Lokale, der Berghof über Berchtesgaden, Waldhof Bogensee und viele andere – von starkem Stilgefühl und ästhetischem Wollen und Können geprägt sind, müssen die urteilschwachen Menschenabrichtungen desto schroffer erkannt und erkennbar gemacht und ausgesprochen werden.

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Hitler hatte großen Sinn und Vermögen architektonische Anlagen zu entwerfen und zu veranlassen. Aber, dass es ein „Bullenkloster“ war, das niemand verlassen durfte, wird unterschlagen.

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Hitlers „hitlerschlaue“ Führungsfolklore dagegen war verheerend. Sein Trick, da wo seine Fehleinschätzungen nicht aufgingen und nicht aufgehen konnten, ohne Zögern unbegrenzte Rücksichtslosigkeit und Brutalität anzuwenden, war banaler Machiavellismus. Was moralisch böse war, schien für Hitler bedenkenlos machtpolitischer Lehrbuch-Pragmatismus zu sein.

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Dem eigenen Irrsinn folgend ging Hitler schließlich 1945 persönlich unter. Durchaus seine letzte Fehleinschätzung erkennen müssend, nämlich: Die bis dahin nicht umgekommenen Deutschen würden die Hitlerei überleben.

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Hitler und die Nazimacht-Organisation bestanden aus Angst, Schrecken und Unvermögen, durch völlige Verkennung der sozialen Geschehnisse innerhalb einer menschlichen Gesellschaft die delikaten organisatorischen Aufgaben von Führung und Fühlung, als Funktion von Führung, auch nur annähernd zu erkennen. Unfähigkeit und soziologische und anthropologische Unterbelichtung sind die Voraussetzung für den Irrsinn der zwölf Jahre bis 1945. Wer die „schönen“ Anlagen und Pläne von Vogelsang heute vorstellt soll diese Tatsachen herausstellen:

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Was heißt: Die Uniformen lieferte HUGO BOSS – der Nazi-Lieferant?

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Der Umfang dieser „Ordensburg“-Anlage entspricht den Parteitags-Anlagen in Nürnberg. Neben Volgelsang bauten bzw. planten die Nazi Ordensburgen in Sonthofen / Allgäu und in Crössinsee / Pommern, also im Westen, Norden und Süden – zu einer OST-Ordensburg kam es nicht mehr.

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https://www.youtube.com/watch?v=HCv2CVjtqJs

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EINS Und es sind zwei schwerwiegende Kritikpunkte einzuwenden: So es sich denn ausdrücklich um einen IP = Internationalen Punkt eines Europäischen Förderprojekts der regionalen Entwicklung handelt, fällt die ständige Wiederholung des Begriffs „National“ auf.

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Aber das Nationale, das Nationalistische und nationaler Gebrauch und Nutzung sind keineswegs die ausgezeichneten und die finanzierten Zwecke, um die es bei diesem NAZI-Relikt gehen sollte.

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Allein, dass wir es mit einem Areal zu tun haben, das infolge einer durchaus kritikwürdigen Signatur des „Nationalen“ auf der heutigen Finanzierungs-Agenda steht und als „Nationalpark“ eine internationale Definition bekommen hat, soll es sich doch um IP = Internationale Perspektive handeln und nicht um eine Nationale oder Nationalistische.

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ZWEI Adolf Hitler habe – wie es typisch für ihn und die damalige Zeit gewesen sei (so sprach die Rundgangführerin am 25. Mai 2015) – stets auf die praktische Nützlichkeit von Maßnahmen geachtet.

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Es geht nicht an, dass die heutigen Vogelsang ip-Promotoren bis in die Wortwahl die Propagandavokabeln aus den 1930er Nazi-Jahren benutzen: Hitler hat durch die zwölf Jahre keineswegs die Eifel gefördert. Es ist ausdrücklich herauszuarbeiten wie weit Nutzen und Ungeist ineinander verhakt worden waren.

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Beim Bau von Vogelsang sollte die wirtschaftlich am Boden liegende Eifelregion Arbeit und Brot erhalten.

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Adolf Hitler habe eben dafür gesorgt, dass in der Architektur einheimische und regionale Baustoffe abgebaut und verwendet wurden – in Vogelsang der Muschelkalk-Naturstein, der in Bruchstein-Mauerwerken verbaut wurde.

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Es sollten bis zu 6.000 Internatsbewohner in Vogelsang in etwa 3000 festen Unterkünften und noch einmal 3.000 in Dauer-Zeltlagern wohnen, die aus dem Handwerk der Eifelortschaften versorgt wurden. Bäcker, Schlachter, Bauhandwerker, teils sogar extra arbeitskraftaufwendige Rüst- und Schaltechniken der Zimmerer und Tischler, der Erdbauer und Wasserbauer, der Maler und Trockenbauer.

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https://www.youtube.com/watch?v=CaL-j2Gfw0Y

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Und jedesmal wurde ausdrücklich auf die nützliche Organisation durch die Nazi-Führung hingewiesen. – Es sei von dem Bildungs-Nazi Dr. Robert Ley erlassen, dass Führungskräfte mindesten 25 Jahre alt zu sein hätten. Und so fort – immer mit dem Zusatz: „weil es nützlich war“.

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Auch wenn all diese Ansagen keineswegs als regelhaft oder nützlich bestehen konnten und nicht bestehen können: Erwähnte die Fremdenführerin ständig, wie diese nationale Stätte von der Zweckrationalität der praktischen und nützlichen Führung der Hitlerei profitierte. Der Wirtschaftsaufschwung, die Eifelregion, die Heimat – und an genau diese Begrifflichkeit hat sich heute die „Vogelsang ip“ angeschlossen.

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Der „Nationalpark“ Vogelsang IP nützt der Region.

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Dass die Europäische Union, der Staatssekretär im Bundeskanzleramt („Bundeskulturministerin“), der Bundeswirtschafts- und Verkehrsminister sowie das Land Nordrhein-Westfalen sowie diverse intermediäre und private Geldgeber den Neuaufbau von „Vogelsang IP“ schrittweise fortfinanzieren, liegt in der Verantwortung einer gemeinnützigen GmBH und des Landes NRW.

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Dass sich alle zusammen nominell aufs „Nationale“ geeinigt haben, ist keine gute Ausstrahlung für das europäische „Aufklärungsprojekt VOGELSANG IP.

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Indem ich Ihnen ein langes Leben wünsche, sparen Sie auf diese Weise ganz erheblich.

Abonnement auf Lebenszeit für EURO 500,- (oder entsprechender Landeswährung)

Einzelpreis oder Abonnement inkl. Versand EURO 12.-, Schüler bei Selbstabholung EURO 4.-

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Abonnieren Sie mit Namen, Postanschrift, Ort, Datum, Unterschrift sowie EURO 500 zur Verrechnung bei:

PANDORA KUNST PROJEKT

zu Händen Dr. Dietmar Moews

Mainzer Straße 28

D-50678 Köln am Rhein

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